Sonntag, 25. November 2012

Firelight 02. Flammende Träne - Sophie Jordan

Sophie Jordan: Firelight 02. Flammende Träne
Loewe Verlag
ISBN 978-3-7855-7046-3
336 Seiten
Klappentext:
Um das Leben des Jungen zu retten, den sie über alles liebt, hat Jacinda das Unvorstellbare getan: Sie hat sich vor den Augen von Menschen in einen Draki verwandelt. Nun wird sie in die nebelverhüllte Siedlung in den Bergen zurückgebracht, wo sie nicht nur lernen muss, sich den Gesetzen des Rudels unterzuordnen, sondern auch Will zu vergessen.
Während die Tage vergehen, fühlt sie sich widerwillig zu Cassian hingezogen, dem Drakiprinzen, der schon immer in sie verliebt war. Und doch klammert sie sich an die Hoffnung, dass sie eines Tages wieder mit Will zusammen sein wird.
Als dieser Wunsch zum Greifen nah erscheint, muss Jacinda sich entscheiden: Wird sie alles aufs Spiel setzen, um ihrer großen Liebe zu folgen?

Meine Meinung:
Obwohl über ein Jahr vergangen ist, seit ich den Vorgängerband gelesen habe, war ich von der ersten Seite an sofort wieder mit dem Geschehen vertraut und konnte mich an die Ereignisse erinnern, die dazu geführt haben, dass Jacinda nun Hals über Kopf aus Chaparral flieht und in ihr altes Heimatdorf zurückkehrt. In der Draki-Siedlung in den Bergen muss sie sich nicht nur vor den Jägern verstecken, sondern sie soll auch ihren geliebten Will vergessen, was ihr ganz und gar nicht gelingt. Darüber hinaus denken die Ältesten weiterhin über ihre Bestrafung nach. Die meisten ihrer Artgenossen bleiben auf Abstand, schneiden sie, und sogar ihre beste Freundin lässt sie links liegen. In der folgenden Zeit habe ich Jacindas Beharrlichkeit und Opposition vermisst. Sie wirkt resigniert und zieht sich hinter einer Mauer des Selbstmitleids zurück. Lediglich Cassian gelingt es, mit viel Verständnis und Einfühlungsvermögen, diese negativen Gefühle zu durchbrechen.
Sie hat viel von ihrer Energie eingebüßt, und wirkte auf mich zum Teil befremdlich zahm. In ihrer Niedergeschlagenheit neigt sie dazu, für alles und jeden die Schuld auf sich zu nehmen und sich für die Fehler anderer verantwortlich zu fühlen. Hier habe ich mich manchmal gefragt, wo denn die feurige Drachenfrau geblieben ist, als die man sie im ersten Band kennengelernt hat. Glücklicherweise dauert Jacindas seelischer Zustand nicht an, und nach und nach blitzt ihr alter Kampfgeist durch.
Auch habe ich letztendlich eingesehen, dass dieser Verlauf für die weitere Handlung wichtig ist.
Die meisten der dargestellten Charaktere kennt man schon vom ersten Buch, aber sie entwickeln sich ganz unterschiedlich weiter, was manchem durchaus zum Vorteil gereicht, andere aber auch sehr negativ erscheinen lässt.

Auf diesen zweiten Roman der Firelight-Trilogie hatte ich mich schon lange gefreut, und das Warten hat sich wirklich gelohnt. Die hochwertige und wunderschöne optische Gestaltung wurde weitergeführt, und man hat auch hier wieder das Gefühl, über schimmernde Drachenhaut zu streicheln, wenn man das Cover berührt. Das bereits bekannte Drachensymbol ist ebenfalls wieder auf dem Titelbild zu finden.
Auch dieses Buch ist wieder dazu angetan, die Nächte durchzulesen, so schön und fesselnd ist er geschrieben. Am Ende habe ich die Protagonisten nur widerwillig verlassen, denn der Schluss ist wieder so angelegt, dass man die Fortsetzung kaum erwarten kann. Wann der dritte Teil in deutscher Übersetzung erscheinen wird, ist noch nicht offiziell bekannt, aber ich hoffe, dass wir nicht allzu lange auf die Folter gespannt werden.




Viel Wissenswertes über die Welt der Draki, die aktuellsten Neuigkeiten zur Trilogie, Infos zur Autorin, den Büchern und Hörbüchern sowie der faszinierdende Trailer zum ersten Buch und Bildschirmhintergründe zum Download findet ihr hier: Firelightfans Die bisher auf deutsch erschienenen Firelight-Bücher von Sophie Jordan:
 Firelight 02. Flammende Träne


Vielen Dank für das wunderschöne Rezensionsexemplar an den Loewe Verlag

Montag, 19. November 2012

Der Tod schreibt mit - Rebecca Michéle

Zu diesem schönen Cornwall-Krimi habe ich an einer Leserunde bei DeLia teilgenommen.

Ein halbes Jahr nach ihrem Umzug in den kleinen Ort Lower Barton in Cornwall findet die pensionierte Krankenschwester Mabel Clarence den Schriftsteller Clark Kernick erschlagen in seinem Haus. Der Polizeiinspektor von Lower Barton, ist alles andere als begeistert, als er erfährt, dass Mabel erneut in eine Mordsache verwickelt ist. Sechs Monate vorher, gleich bei ihrer Ankunft, hatte die resolute Heldin schon einmal eine Leiche entdeckt, und niemand schenkte ihr damals Glauben.
Im vorliegenden Fall nun wird Harrison Hickery unter Tatverdacht verhaftet, denn wie schnell bekannt wird, hatte seine Frau eine Affäre mit Kernick. Als sich Hickery in der folgenden Nacht im Gefängnis selbst das Leben nimmt, steht für die Polizei außer Frage, dass er Kernicks Mörder ist. Mabel hat ihre Zweifel an Hickerys Schuld und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Ihre Erkenntnisse in dem Fall teilt sie zunächst nur mit Victor Daniels, dem eigenbrötlerischen Tierarzt und Junggesellen, dem sie den Haushalt führt. Mit ihrer Einmischung bringt sie nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, und als ihr das ganze Ausmaß der Verwicklungen und Zusammenhänge klar wird, ist es schon fast zu spät…

Dies ist Rebecca Michéles zweiter Cornwall-Krimi mit den ein wenig verschrobenen aber sehr liebenswerten Helden Mabel und Victor. Daneben trifft man noch einige „alte Bekannte“ wieder, die bereits im ersten Roman mit von der Partie waren. Ich liebe diese Art Fortsetzungs-Reihen, bei denen man sich schon immer auf die nächste Geschichte freuen und an Bekanntes anknüpfen kann und die doch in sich abgeschlossen sind. Die mitwirkenden Personen sind hier so anschaulich beschrieben, ihre Vorgeschichte so schlüssig erzählt, dass man ebenso gut mit den Protagonisten und der Handlung klar kommt, wenn man das erste Buch noch nicht gelesen hat. Mir persönlich hat dieser Roman noch besser gefallen, als der erste, wenn das überhaupt möglich ist, denn auch schon „Die Tote von Higher Barton“ hat mich begeistert. Vermutlich liegt es zum großen Teil daran, dass ich die Protagonisten inzwischen richtig liebgewonnen habe. Die Handlung entwickelt sich sehr spannend und hintergründig und hat auch einige Überraschungen bereit, und obwohl mir eigentlich klar war, dass die Angelegenheit für die liebenswerten Helden letztendlich gut ausgeht, habe ich doch mit Mabel und Victor mitgerätselt, gebangt und gefiebert.
Zusätzlich kann man sich an den farbigen und lebendigen Beschreibungen Cornwalls ergötzen und bekommt direkt Sehnsucht nach diesem wild-romantischen Landstrich. Gemütliche und kurzweilige Lesestunden sind mit diesem Buch garantiert, und besonders „british“ wird es, wenn man sich zur Lektüre eine schöne Tasse Tee genehmigt.

Rebecca Michéles Cornwall-Krimis:
  1. Die Tote von Higher Barton
  2. Der Tod schreibt mit


Mittwoch, 14. November 2012

Die wunderbare Welt von Fräulein Klein

Backzauber und Dekolust
Ihren Blog gibt es schon seit dreieinhalb Jahren, und nun hat sie ihre besten und schönsten Ideen in einem Buch veröffentlicht: Die wunderbare Welt von Fräulein Klein. Link für alle, die ihren Blog entdecken möchten: Fräulein Klein
Im wahren Leben heißt sie Yvonne Bauer, und in der Einleitung ihres Buches erzählt sie, wie es zu ihrem außergewöhnlichen Blognamen kam. Ihren Blog zu entdecken, ist ein Glücksfall, und nun in ihrem neu erschienenen Buch zu blättern, macht viel Freude und ist sehr inspirierend. Schon die äußere Aufmachung verdient besondere Aufmerksamkeit. Angefangen beim schönen Vorsatzpapier und den vielen stilvollen Fotos bis hin zur Tatsache, dass es in dem großformatigen Buch auch ein Lesebändchen gibt, ist alles gut durchdacht und liebevoll präsentiert.
Der Hauptteil des Buches ist nach Jahreszeiten geordnet, was ich schön und sinnvoll finde, denn ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, in jeder Zeit herrscht eine besondere Stimmung vor, die Natur verändert sich und damit auch die Dekoration im Haus und nicht zuletzt auch die Gerichte, die man zu den Jahresfesten bereitet und serviert.
Schon beim ersten Blättern gewinnt man eine Fülle neuer Eindrücke, die man am liebsten alle gleich ausprobieren möchte. Die vorgestellten Köstlichkeiten sind mit passender Dekoration angerichtet und kunstvoll in Szene gesetzt. Schon beim Betrachten der vielen Fotos läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Aber es gibt nicht nur leckeres Gebäck zu entdecken und auszuprobieren, sondern die Autorin hat viele gute Tipps und Empfehlungen, wie man mit einfachen Mitteln eine wunderschöne, passende Dekoration und kleine Accessoires selber gestalten kann.
Die Rezepte sind modern und nicht alltäglich. Da gibt es so interessante Dinge, wie Erdbeer-Zitronen-Marmelade mit Sherry oder Tonkabohnenringel. Oder wie wäre es mit Brombeer-Lavendel-Cupcakes, dazu vielleicht eine Rhabarberlimonade? Im Winter laden Glühweingelee und Oreocake-Tiramisu zum Kosten ein. Es gibt viel zu entdecken und auszuprobieren, und damit man auch alle Zutaten problemlos erhält, verrät die Autorin im Anhang noch ihre Lieblingsadressen für Cafes, Onlineshops und Geschäfte.
Natürlich wollte ich gleich etwas Feines aus dem Buch backen, und meine erste Wahl fiel auf Zimtschnecken, denn für diese schwedischen Leckerbissen habe ich schon lange ein gutes Rezept gesucht. Auch die hübsche Dekoration, in Form kleiner Wimpel habe ich, farblich passend zu meiner Tischdekoration, dazu gestaltet. Schon der würzige Duft, der beim Backen meine Küche erfüllte, war äußerst verlockend, und die Zimtschnecken schmeckten sehr lecker und waren ein voller Erfolg bei meinen Kaffeegästen.
Künftig werde ich dieses vielfältige Buch sicher oft zur Hand nehmen, wenn es um leckeres Gebäck oder schöne Dekoration geht.  Man kann die Vorschläge und Rezepte genau befolgen, oder man kann sich einfach von den vielen Eindrücken anregen lassen und eigene Ideen umsetzen; der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. 
Die wunderbare Welt von Fräulein Klein kann direkt beim Verlag bezogen werden:
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Callwey Verlag und an Blogg dein Buch.

Die Hure Babylon - Ulf Schiewe



Kurzbeschreibung v. Droemer-Knaur:
Sie sprachen vom himmlischen Frieden – und riefen zum Kreuzzug auf. Sie mahnten zu Mäßigung und Keuschheit – und führten ein Leben in Verworfenheit. Rom war die biblische Hure Babylon …
Südfrankreich im 12. Jahrhundert: Der junge Edelmann Arnaut ist verzweifelt, denn wieder hat seine heimliche Geliebte, die Vizegräfin Ermengarda von Narbonne, ihr Kind verloren – ein Fingerzeig des Himmels? Arnaut will Buße tun und sich dem Kreuzzug ins Heilige Land anschließen. Mit dem fränkischen Heer zieht er gen Osten und muss doch bald erkennen, dass es weniger um Erlösung als um Macht und Eitelkeit der Herrschenden geht, dass im Namen Gottes Verrat und unvorstellbare Greueltaten begangen werden. Gefährliche Abenteuer warten auf ihn, Kampf, Intrigen – und so manche Versuchung …

Meine Meinung:
Als seine Geliebte, Ermengarda von Narbona, ihr Kind verliert, betrachtet dies der junge Edelmann Arnaut de Montalban als Strafe Gottes, für seine verbotene Liebe zu der schönen Vizegräfin. Als Abt Bernard de Clairvaux überall im Land zum Kreuzzug aufruft, beschließt Arnaut, sich diesem anzuschließen, als selbst auferlegte Buße. Er möchte Abbitte leisten, für seinen Ehebruch mit Ermengarda. Ein weiterer Beweggrund für sein Vorhaben ist sicher, dass er von seinem Großvater viel über dessen eigene Pilgerreise ins Heilige Land erfahren hat und dass sich das Grab seiner Großmutter in Outremer befindet.
Sie trennen sich im Streit, denn Ermengarda nimmt es Arnaut übel, dass er sie alleine zurücklassen will, gerade jetzt, wo sie ihn so dringend braucht. Schon bald nach dem Aufbruch der Kreuzfahrer tut es beiden leid, dass sie ohne Abschied auseinander gegangen sind.

Der Roman teilt sich in fünf große Abschnitte. Jedes dieser Bücher beginnt mit einem Kapitel, das aus der Sicht Ermengardas geschildert ist. Dann wechselt die Handlung jeweils zu den Ereignissen unterwegs. Mit Hilfe der Karte, welche die Innenseiten der beiden Buchdeckel ziert, kann man die Etappen der langen, beschwerlichen Reise mitverfolgen.
Während des Lesens sind farbenprächtige, sehr lebendige Bilder vor meinem geistigen Auge entstanden. Das gewaltige Heer der Kreuzfahrer, das starke Aufgebot an Personen und die ausdrucksvollen Schilderungen entfachen ein Kopfkino in der Größenordnung eines Monumentalfilms.
Aber ich konnte auch das Leid nachempfinden, das auf diesem Kreuzzug stetiger Begleiter war. Viele der Teilnehmer an dieser blutigen Wallfahrt hatten vorher sicher keinen blassen Schimmer davon, was sie unterwegs erwarten würde.
Es kommen in diesem Roman auch besorgte Stimmen zu Wort, die der ganzen Aktion von Anfang an skeptisch oder ablehnend gegenüberstanden. Sowohl Sinn als auch Ablauf dieses zweiten großen Kreuzzugs gen Jerusalem wird durchaus kritisch betrachtet und dabei nichts beschönigt.
Was die Menschen angetrieben hat, das Ausmaß der Strapazen und Entbehrungen dieser Pilgerreise, die Heftigkeit  der Kämpfe, wenn man auf so genannte „Ungläubige“ traf, dies alles kommt gut zum Ausdruck. Uneinigkeit machte sich bei den Verantwortlichen breit, und für viele Teilnehmer führte dieser Pilgerzug ins Verderben. Manch einer hatte unterwegs den Eindruck, von Gott verlassen zu sein, und es kamen immer mehr Zweifel auf.
Der Autor verlangt seinen Protagonisten alles ab, mutet ihnen Schlimmes zu, geht aber andererseits sehr achtsam und respektvoll mit ihren Gefühlen um. Seine Charaktere gewinnen durch die gut ausgearbeiteten, profunden Beschreibungen zunehmend an Tiefe.
Es ist der dritte historische Roman des Autors. Die drei Bücher sind in gewisser Weise verbunden, sowohl durch die chronologische Reihenfolge als auch durch einige Personen,    und obwohl ich die vorherigen Bände nicht kenne, ist es mir leicht gefallen, mich auf die Handlung einzulassen. Alles was man wissen muss, erfährt man durch kleine Rückblicke zur rechten Zeit. Der Schreibstil ist absolut fesselnd, und die Handlung hat mich, von der ersten Seite an, völlig gefangen genommen. Alles ist sehr gründlich und bis ins kleinste Detail korrekt recherchiert.
Dieses großartige Epos wirkt lange in Gedanken nach, sei es, weil man noch mehr über die Kreuzzüge und die Hintergründe erfahren möchte, aber auch, um Ungesagtes in der eigenen Fantasie zu ergänzen.


Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Droemer Verlag und an Ulf Schiewe

Dienstag, 13. November 2012

Noch sieben Wochen

Das Jahr geht bereits mit großen Schritten in den Endspurt. Ich habe noch einige Neuerscheinungen  und Neuerwerbungen zu zeigen, die ich noch in diesem Jahr lesen und genauer vorstellen möchte.
Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack; vielleicht ist die eine oder andere Geschenkidee für Weihnachten dabei:

Elk von Lyck: Die Auswerterin (oder Das Ende von Auschwitz)
Rebecca Michéle: Der Tod schreibt mit (der zweite Cornwall-Krimi der Autorin) lese ich gerade
Catherine Tarley: Die Plantage (hierzu gibt es Anfang Dezember eine Leserunde bei Büchereule.de)
Ulrike Schweikert: Das Kastilische Erbe (erster Teil einer neuen Trilogie, die uns ins 15. Jh. nach Kastilien entführt)
Elsa Pettersson: eine Liebe auf Gotland (romantischer Insel-Roman)
Petra Schier: Ein Weihnachtshund auf Probe (etwas Gemütliches für die Adventszeit)
Uwe Buß: Finsternis über Gan (zweiter Teil einer wunderschönen Fantasy-Trilogie)
Oliver Bantle: Yofi oder Die Kunst des Verzeihens (das könnte eine schöne Geschenkidee fürs Weihnachtsfest sein)
Tanja Heitmann (HG.): Frostzauber (magische Liebesgeschichten)
Ann-Kathrin Eckardt (HG.): Mama, das hast du schon 5 mal erzählt (Geschichten über das Älterwerden der Eltern)