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Freitag, 27. Mai 2022

Der Flug des Raben - Richard Wagamese

 

Der Flug des Raben
Originaltitel: Keeper'n Me
Richard Wagamese
Blessing
ISBN: 978-3896677181



Klappentext:

Der junge Garnet Raven weiß nichts über seine Herkunft. Aufgewachsen in Pflegefamilien ist er als Teenager auf die schiefe Bahn geraten. Erst als ihn überraschend ein Brief seines Bruders erreicht, macht er sich auf den Weg in den Norden Ontarios, in das Ojibwe-Reservat, wo er geboren wurde. Dort trifft er auf Keeper, den letzten Hüter der Weisheit seines Stammes – und mit Keepers Hilfe findet Garnet endlich seinen Platz in der Welt.

Mittwoch, 30. März 2022

Mein Herz in deinem weiten Land - Sanna Seven Deers

 

Mein Herz in deinem weiten Land
Als weiße Indianerin in den kanadischen Bergen
Sanna Seven Deers
Knaur
ISBN: 978-3426787304


Kurzbeschreibung:

Mit Anfang 20 ist Sanna unglücklich mit ihrem gutbürgerlichen Leben in Hamburg – bis sie sich Hals über Kopf in den kanadischen Indianer David verliebt. Anfangs spricht alles dagegen: Er ist sechzehn Jahre älter, sie eine "Weiße" aus Deutschland. Niemand kann sich vorstellen, wie dieses ungleiche Paar jemals miteinander glücklich werden könnte. Doch schon bald merkt sie: David ist die Liebe ihres Lebens. In ihrer stimmungsvollen Autobiographie erzählt Sanna Seven Deers von ihrer mittlerweile 17-jährigen Ehe mit David und dem gemeinsamen Leben mit den vier Kindern auf einer abgeschiedenen Ranch in der kanadischen Wildnis. Dabei entführt sie ihre Leser nicht nur in die unberührte Natur, sondern auch in eine Welt voll Abenteuer und indianischer Mystik.


Dienstag, 30. März 2021

Wo der Himmel die Prärie berührt - Rebecca Maly

 

Wo der Himmel die Prärie berührt
Rebecca Maly
Edel Elements






Kurzbeschreibung:

Montana, 1871: Solange sie denken kann, zieht die rebellische Mary mit ihrem Vater, dem gestrengen Wunderheiler Joshua Jerobe, in einem Planwagen durch die Prärie. Nichts wünscht sie sich sehnlicher als einen Ort, an dem sie sesshaft werden kann.
Als ihr Vater nach einer schweren Verletzung beschließt, sich als Lehrer an einer Schule für indianische Waisenkinder in dem beschaulichen Dörfchen Ulyssus‘ Rest niederzulassen, verliebt sich die junge Frau gegen alle Widerstände in den Halbblut-Cree Timothy.
Doch der ist mit einem gefährlichen Auftrag nach Ulyssus‘ Rest gekommen, und schon bald muss Mary für die Liebe alles aufs Spiel setzen.

Samstag, 17. Februar 2018

Lakota Moon - Antje Babendererde


Klappentext:
Oliver ist 15 und schwer verliebt in Nina. Und – o Wunder – Nina liebt ihn auch. Doch dann passiert das Unfassbare: Olivers Mutter beschließt wieder zu heiraten und zwar einen waschechten Indianer. Aller Protest nützt nichts – Oliver muss mit seiner Mutter nach Amerika auswandern. Doch im Pine Ridge Indianerreservat ist nichts so, wie er es sich vorgestellt hat, und Oliver möchte nur eins: so schnell wie möglich zurück nach Deutschland zu Nina. Bis eines Tages etwas passiert, das Oliver seiner neuen Familie näher bringt, als er es jemals geahnt hätte.
2006 ausgezeichnet mit dem Harzburger Jugendliteraturpreis.

Samstag, 7. Mai 2016

Wenn es Frühling wird - Janette Oke


Wenn es Frühling wird“ ist der zweite Teil von Janette Okes Kanada-Serie.
Nachdem sich im ersten Band „Wenn die Liebe siegt“ die Protagonisten kennen- und lieben gelernt haben, steht nun die Hochzeit bevor. Sie soll im Herbst stattfinden, und Elisabeth und ihre Schwägerin sind schon ganz aufgeregt mit den Vorbereitungen für das große Fest beschäftigt. Aber es kommt anders als gedacht, denn Wynn (er ist ein Mounty) soll schon in zwei Wochen eine neue Stelle, hoch im Norden Kanadas, antreten. Elisabeth will keinesfalls warten und Wynn alleine ziehen lassen. Kurz entschlossen verlegen sie die Hochzeit vor, um gleich anschließend die beschwerliche Reise in Wynns neues Dienstgebiet anzutreten.
Die Reise ist mühsam, und die Eingewöhnung in ihrer neuen Heimat fällt Elisabeth anfangs sehr schwer. Sie ist enttäuscht, keine weiße Frau in ihrem Umkreis zu finden, mit der sie sich vertraulich und freundschaftlich austauschen könnte. Aber Elisabeth gibt nicht auf; sie schließt Kontakte mit einigen Indianerinnen, und auch wenn die Kommunikation sehr schleppend verläuft und sich weitgehend auf Zeichensprache beschränkt, so stellt sich doch im Lauf der Zeit eine gewisse Nähe ein. Jeder nimmt Anteil am Schicksal der anderen.
Dass Wynn, bedingt durch seinen Dienst bei der Mounted Police, viel unterwegs ist, macht die Situation nicht einfacher, denn Elisabeth macht sich oft große Sorgen.
Je weiter der Winter voran schreitet, umso ärger wird die Not der indianischen Bevölkerung, und einige unvorhergesehene Tragödien verschärfen zusätzlich die Lage. Je länger die kalte Jahreszeit anhält, umso angespannter wird die Situation und umso sehnsüchtiger wünscht sich Elisabeth endlich den Frühling herbei.

Es ist schon sehr lange her, dass ich den ersten Band gelesen habe. „Wenn es Frühling wird“ lag zwar schon lange auf meinem SuB, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen, sodass ich nicht zum Lesen gekommen bin. Nun war es endlich soweit, und ich habe mich sehr gespannt an die Lektüre gemacht, war ich doch vom ersten Band sehr begeistert.
Nun muss ich sagen, dass mir das Buch zwar recht gut gefallen hat, dass es aber nicht an den Vorgänger herankam. Ich kann nicht sagen, woran das genau liegt, denn es könnte auch sein, dass sich mein Lesegeschmack etwas geändert hat, aber vom ersten Band her hatte ich Elisabeth anders in Erinnerung, sie erschien mir vernünftiger. Diesmal benimmt sie sich öfter wie ein kleines, verzogenes Kind, und Wynn hat seine liebe Mühe, sie von der Richtigkeit seiner Handlungen zu überzeugen. Er wird als sehr gutmütig und geduldig beschrieben, und wenn man die Situation der Beiden so beobachtet, ist seine Langmut auch vonnöten.
Sicher beruht einiges an ihrem Verhalten auf dem gängigen Lebensmuster der Frauen zur damaligen Zeit, denn die Geschichte spielt Anfangs des 20. Jahrhunderts. Aber für mich war Elisabeths Entwicklung manchmal nicht ganz nachzuvollziehen, denn sie wusste ja zumindest grob, was sie in der Wildnis erwartet, und ihr Benehmen zeugt zum Teil von großer Naivität.
Das Umfeld der Delaneys ist sehr glaubwürdig und realistisch dargestellt. Die indianische Bevölkerung wird lebendig beschrieben, und wenn Elisabeth mal wieder die Lehrerin herauskehrt, kommt es zu einigen amüsanten Begebenheiten. Allerdings muss man Elisabeth auch zugute halten, dass sie doch immer wieder einsichtig ist und ihre oft heftigen und ungerechten Reaktionen bereut. Der ganze Roman ist aus ihrer Sicht geschildert, und sie kann ab und zu sogar über sich selbst lachen. Mit der Zeit hat man auch den Eindruck, als würde sie sich an ihre neue Situation gewöhnen.
Janet Okes Romane sind alle in gewisser Weise christlich inspiriert. Auch hier ist das der Fall, wobei mir die Einbindung des religiösen Themas im ersten Band besser gefallen hat und natürlicher vorkam. Für meinen Geschmack betreibt Elisabeth in diesem Band etwas viel Bibelarbeit, dort in der Wildnis Kanadas. Zwar muss man dabei auch sehen, dass damals und gerade auch in abgelegenen Orten die Menschen allgemein religiöser waren, aber hier wurde für meinen Geschmack doch ein wenig mit der Missionierung übertrieben.

Trotzdem ist das Buch schön geschrieben und durchaus lesenswert. Ob es nun am Buch selbst oder an einer Veränderung meines Lesegeschmacks liegt, dass mir dieser Band nicht so gut gefallen hat wie der Vorgänger, möchte ich demnächst noch überprüfen, denn ich habe einen Re-Read von Band 1 geplant und hoffe, dass ich einigermaßen zeitnah dazu kommen werde. Es gibt ja noch zwei weitere Folgen, die ich auch schon hier liegen habe und die darauf warten, gelesen zu werden. Ideal wäre das natürlich gleich im Anschluss, denn dann hätte ich einen direkten Vergleich. 


Die Kanada-Serie ist nicht mehr im Buchhandel, sondern nur noch gebraucht erhältlich.

  • gelesen für die Jahreszeiten-Challenge zum Thema "Frühling",
  • gelesen für die #GoldenBacklist Challenge.

Donnerstag, 4. September 2014

Das kurze Leben der Bernadette Lefthand - Ron Querry


Kurzbeschreibung:
Warum musste Bernadette Lefthand sterben? Um diese Frage kreist der Roman. Sie zieht den Leser von der ersten Seite in ihren Bann. Erzählt wird das kurze, erst glückliche, dann aber traurig sich wendende und schließlich so tragisch endende Leben der schönen, jungen Bernadette Lefthand, die sich wie keine andere Apachin auf die Kunst der traditionellen Tänze ihres Stammes versteht und so die Herzen aller gewinnt. Ihr Herz aber gehört dem jungen Navajo Anderson George, den sie aus dem Indianerinternat in Santa Fé kennt und heiratet. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie seinen Sohn Anthony zur Welt bringt. Doch dunkle Schatten legen sich auf ihr Leben.

Mein Eindruck:
Dass die schöne Bernadette tot ist, erfährt man bereits auf der ersten Seite des Romans; sie wurde auf grausame Weise umgebracht. Der Verdacht fällt sofort auf ihren Mann Anderson George, der seit dem Mord verschwunden ist.
Immer abwechselnd aus der Sicht von Gracie, Bernadettes jüngerer Schwester uns Starr, der weißen Frau eines Countrysängers, erfährt man in Rückblicken, wie es zur Verbindung zwischen Anderson George und Bernadette Lefthand kam und wie sich alles entwickelt hat, bis zu jenem verhängnisvollen Abend, als Bernadette wieder einmal auf einem Powwow tanzte und ihr Mann sturzbetrunken war.
Es ist eine fiktive Geschichte, die jedoch sehr viel Wahrheit und realistische Einblicke in die heutige indianische Kultur enthält. Nach und nach werden die Puzzlesteine zusammengesetzt, die zu der grausamen Tat an Bernadette Lefthand führten. Bei den Schilderungen kommen weder Weiße noch Indianer einseitig gut oder schlecht weg. Ron Querry, der Autor, gehört zum Stamm der Choctaw und beschreibt das Leben und die Probleme, die sich im Reservat ergeben, sehr eindringlich. Was man erfährt, ist ernüchternd und weit entfernt von jeglicher Wildwest- oder Indianerromantik.

Letztendlich waren mir aber die Eindrücke der beiden Ich-Erzählerinnen teilweise zu ausschweifend. Besonders die sechzehnjährige Gracie verzettelt sich bei ihren Ausführungen. Im leichten Plauderton, eigentlich wie ihr der Schnabel gewachsen ist bzw. wie eine Sechzehnjährige eben redet, hüpft sie von einem Thema zu anderen, so dass ich manchmal Mühe hatte, die Verbindungen zu knüpfen. Einerseits ist mir klar, was sich der Autor dabei gedacht hat; er wollte die Geschichte möglichst authentisch darstellen. Aber für mich als Leser war es beschwerlich, die Essenz aus dem Geschriebenen zu ziehen. Trotz meiner Kritikpunkte halte ich diesen Roman für wichtig und lesenswert für alle, die sich in irgendeiner Form mit der indianischen Kultur und Geschichte auseinandersetzen.


Montag, 9. Juni 2014

Wo meine Seele wohnt - Isabel Stadnick

Wo meine Seele wohnt
Isabel Stadnick
blanvalet, 217 Seiten
ISBN: 3442377226

Als die Schweizerin Isabel Hartmann im Sommer 1989 nach Süd-Dakota ins Pine-Ridge-Reservat reist, tut sie das in dem Bewusstsein, drei Wochen dort bei den Einheimischen zu leben, um die Kultur und die Lebensbedingungen der Oglala-Lakota vor Ort kennenzulernen. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern ihrer Reisegruppe, die nach wenigen Wochen den Heimflug antreten, bleibt sie, denn in dem Lakota Bob Stadnick hat Isabel ihre große Liebe gefunden.
Das Reservat wird ihr zur neuen Heimat, und sie hat das Gefühl, am Ziel ihres Lebenstraums angekommen zu sein. Zusammen mit Bob baut sie sich hier eine Existenz auf. Als acht Jahre später ihr Mann stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen. Nun völlig auf sich gestellt, allein mit ihren drei kleinen Kindern, entschließt sie sich schweren Herzens, zurück in die Schweiz zu gehen.
Aber die Sehnsucht treibt sie und ihre Kinder 2008 wieder ins Land der Lakota, und diesmal bleiben sie. Isabel hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Kindergarten- und Schulprojekt im Reservat zu unterstützen, um den jungen Einwohnern dort eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten.

Die Autorin schildert ihre ersten Eindrücke und Gefühle, als sie im Reservat ankommt. Sie erzählt aber auch die berührende Geschichte ihrer großen Liebe und ihres Schicksals, das sie vor Jahren an die Seite von Bob Stadnick geführt hat. Im Reservat fühlt sie sich zuhause. Sie lernt die Kultur und die Menschen so gut kennen, wie es keinem Außenstehenden oder Gast möglich wäre. Von den Einwohnern wird sie akzeptiert und freundlich aufgenommen. Ihr Bericht lässt sehr genaue Einblicke in die Situation der Lakota zu, denn Isabel Stadnick beschönigt nichts, sondern spricht auch Klartext, wenn es um die im Reservat herrschenden Missstände geht.Viele Menschen dort sind haltlos, weil sie ihrer ursprünglichen Kultur beraubt wurden, und besonders stark berührt mich das, wenn es Jugendliche und Kinder betrifft. Ihnen sind oft die Bräuche und die Sprache ihrer eigenen Vorfahren fremd. Aber es gibt auch eine andere Bewegung. Viele Einwohner besinnen sich auf die alten Rituale und Werte und beleben sie neu, um sie für die Nachkommen zu erhalten.

In der eigenen Familie hat es Isabel nicht immer leicht, denn Bobs vier Kinder aus seiner ersten Ehe sind nicht sofort bereit, der neuen Frau im Leben ihres Vaters Zuneigung und Vertrauen zu schenken. Das muss sich die Autorin erst hart erkämpfen.
Acht Jahre später zieht der schmerzliche Verlust ihres geliebten Mannes ihr den Boden unter den Füßen weg. Aber sie gibt nicht auf. Zwar geht sie für eine längere Zeit zurück in die Schweiz, aber sie vergisst das Land ihrer Träume und die lieb gewonnenen Menschen nicht, sondern kehrt dahin zurück, wo Bobs Grab liegt und wo sie sich zuhause fühlt.

Isabel Stadnicks offener und realistischer Bericht, fern von jeglicher verklärter Indianer-Romantik, hat mich sehr beeindruckt und berührt. Wie sie allen Luxus hinter sich lässt, zu Bob und seinen Kindern in das kleine Erdhaus zieht und sich dort einbringt, ist nicht nur ein Zeichen ihrer Liebe, sondern zeugt von großer Verbundenheit mit den Menschen, von der Kraft und dem mutigen Einsatz, für das Volk der Lakota etwas zum Besseren zu ändern.  




Donnerstag, 27. Februar 2014

Wie ein leuchtender Stern - Stephanie Grace Whitson

Wie ein leuchtender Stern („Valley of the Shadow“, Band 1 der Dakota-Moons-Trilogie)

Klappentext:
Die junge Genevieve de LaCroix ist die Tochter eines französischen Adeligen und einer Indianerin. Damit sie eine gute Ausbildung erhält, schickt ihr Vater sie auf eine Missionsschule. Zunächst fühlt sich Genevieve bei dem steifen, strengen Prediger Simon Dane und seiner Familie sehr unwohl. Doch dann begegnet sie dem jungen Krieger Leuchtender Stern. Währenddessen wird die Situation der Indianer in Minnesota immer angespannter. Mehr und mehr Land wird ihnen von den weißen Siedlern genommen, und Leuchtender Stern wird klar, dass sie nur überleben können, wenn sie sich den Weißen und ihren Gepflogenheiten anpassen. Die meisten Indianer sind jedoch nicht bereit, so wie Leuchtender Stern Land zu pachten und Ackerbau zu betreiben. Als es zu immer neuen Ungerechtigkeiten gegenüber den Indianern kommt, spitzt sich die Lage zu. Ein blutiger Aufstand bricht los. Wird es Leuchtender Stern gelingen, Genevieve und die anderen vor seinen eigenen Leuten zu retten?

Mein Eindruck:
Historisch gesehen schildert der Roman die Zeit um den Dakota-Aufstand in Minnesota, der 1862, in Folge von Missernten, ausstehenden Zahlungen durch die Regierung und dadurch ausgelöste Hungersnot bei den Indianern, zu einem heftigen Gefecht führte, bei dem die Weißen die Oberhand behielten.
In dieser Zeit lebt die junge Halbindianerin Geneviève de LaCroix bei dem Missionarsehepaar Simon und Ellen Dane. Nach anfänglichem Heimweh und Problemen, sich einzugewöhnen, schließt Gen, wie sie in der Geschichte genannt wird, nach einiger Zeit besonders die Kinder der Familie Dane in ihr Herz. Auch zu Ellen baut sie bald ein freundschaftliches Verhältnis auf.
Als sie dem verletzten Dakotakrieger „Leuchtender Stern“ begegnet, ist es um ihr Herz geschehen. Doch es ist dem jungen Paar keine gemeinsame Zeit vergönnt, denn bald bricht der blutige Aufstand aus.
Der Autorin ist es gelungen, die Gegebenheiten sehr realitätsnah zu schildern. Sie malt nicht schwarz-weiß, sondern sieht das Gute, aber auch die negativen Aspekte auf beiden Seiten. Es kommt in der Handlung deutlich zum Ausdruck, dass man den Charakter eines einzelnen Menschen nicht an seiner Hautfarbe erkennen kann, und S. G. Whitson zeigt auf, wie verheerend es ist, alle Menschen eines Volkes über einen Kamm zu scheren.
Der Roman ist christlich geprägt, was aber nicht aufgesetzt wirkt, da sich die Handlung im Umfeld weißer Missionare abspielt und der Glauben für die Menschen damals allgemein einen sehr hohen Stellenwert hatte. Viele Indianer waren den Missionaren sehr zugetan und versuchten alles, sie zu schützen und während des Aufstands zu retten. Nicht wenige hatten den christlichen Glauben für sich selbst entdeckt und die Zeichen der Zeit erkannt, etwas Neues aus ihrem Leben zu machen. Es gab durchaus ein freundschaftliches Miteinander, eine Gemeinschaft ohne Vorurteile, geprägt von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen, der jeweils anderen Kultur gegenüber. Aber es gab auch die Kehrseite. Viele Weiße betrogen die Indianer und verstiegen sich in eine fanatische Feindschaft gegen die roten Völker. Viele Indianer wiederum sahen es als Feigheit an, den Weißen gegenüber friedlich und nachgiebig zu sein und reagierten auf alle Bleichgesichter mit unversöhnlichem Hass, der auch alle Mitglieder des eigenen Volkes mit einschloss, die den Weißen wohlgesinnt waren.
Der Zwiespalt, in dem sich die Menschen damals befanden, ist hier eindrucksvoll beschrieben und wird aus der Sicht beider Seiten betrachtet.

Es ist kein Buch mit Happy End, das möchte ich für all diejenigen klarlegen, die sich hier eine romantisch verklärte Lovestory erwarten. Der Ausgang ist tragisch und hat mich sehr berührt und beschäftigt. Auf der Suche nach weiteren Büchern der Autorin bin ich auf Hinweise gestoßen, dass Gens Geschichte weitergeht, denn „Wie ein leuchtender Stern“ ist der erste Band der Dakota Moons Serie. Für mich bedeutet das nun, dass ich mir dringend die weiteren Bücher besorgen muss, denn das Ende dieses Romans hat viele Fragen offen gelassen bzw. noch weitere aufgeworfen, und ich möchte nun natürlich wissen, wie es im Leben der sympathischen Geneviève de LaCroix weitergeht. Die Reihenfolge der erschienenen Bände dieser Serie habe ich hier anschließend aufgeführt. 


Die Dakota-Moon Trilogie von Stephanie Grace Whitson:
1. Wie ein leuchtender Stern / Valley of the Shadow
2. Im Herzen der Prärie / Edge of the Wilderness
3. Mondlicht über den Hügeln / Heart of the Sandhills

Sonntag, 18. August 2013

Das Geheimnis des Felskojoten - Sanna Seven Deers


Nach einem beunruhigenden Anruf ihres Bruders Fabian fliegt die 26-jährige Serena Eckehard sofort nach Nordamerika und macht sich auf die Suche, denn ihr Bruder wird verfolgt, weil er einer zwielichtigen Sache auf die Spur gekommen ist und die Dinge endlich im guten Sinn bereinigen möchte. Serena wendet sich an Fabians besten Freund, den Halbindianer Shane Storm Hawk und bittet ihn um seine Hilfe, denn sie befürchtet, dass sich Fabian in großer Gefahr befindet. Die Suche führt Serena und Shane von Nordamerika bis nach Kanada, und bald merken sie, dass sich drei Männer auf ihre Spur gesetzt haben, denn es gibt eine Organisation, die sehr daran interessiert ist, Fabian Eckehard zu finden und sein Vorhaben zu vereiteln.

Schon beim Betrachten des Covers, welches eine wildromantische Landschaft und darüber eine Illustration von David Seven Deers zeigt, war ich fasziniert, und bereits nachdem ich wenige Seiten gelesen hatte, erlag ich dem Zauber dieser Geschichte.
Es ist nicht einfach, das Buch einem Genre zuzuordnen, denn einerseits ist es eine Abenteuergeschichte, bei der es um geheime, kriminelle Machenschaften geht, zum Teil auch ein Reisebericht, weil man sehr viel über das Land erfährt, und es ist die Geschichte einer großen Liebe, die sich im Lauf der Handlung zwischen Serena und Shane entwickelt und durch das gemeinsam Erlebte wächst. Die Art, wie sich diese beiden sehr unterschiedlichen Charaktere langsam näher kommen und immer mehr gegenseitig ergänzen, je länger sie miteinander unterwegs sind, ist sehr sympathisch und einfühlsam beschrieben.
Von Shane erfährt Serena viel über die Kultur der Indianer und deren Glauben an die hilfreichen Geistwesen, deren Unterstützung sie auf ihrer Reise so dringend brauchen. Ein Besuch bei Shanes Großmutter bringt die Suchenden auf den rechten Weg. Serena lernt die intensive Spiritualität der magischen Orte kennen, die sie besuchen und erlebt unglaubliche Dinge. Das Sprichwort „Der Glaube versetzt Berge“, erhält hier eine völlig neue Bedeutung.
Was Serena und Shane am Ende ihrer Reise vorfinden, ist erschreckend und hoffentlich reine Fiktion. Der Grundgedanke der Autorin, der sie zu ihrer Geschichte inspiriert hat, ist jedoch leider wahr, nämlich dass in Nordamerika täglich über 2000 Menschen als vermisst gemeldet werden und die meisten von ihnen spurlos verschwunden bleiben.

Wieder einmal ist es der Autorin gelungen, mit ihrem Roman nicht nur bestens zu unterhalten und zu fesseln, sonder mich in das mystische Reich der Indianer zu entführen und mir die Schönheit und Faszination des Landes nahe zu bringen.

Für alle, die sich für die Kultur und die Geisteshaltung der Native Americans interessieren, gehören Sanna Seven Deers’ Romane einfach dazu!



Mittwoch, 3. Oktober 2012

Where the Broken Heart Still Beats - Carolyn Meyer



Die Autorin erzählt in diesem Jugendbuch die Geschichte der Cynthia Ann Parker, die als Kind von Comanchen geraubt wurde und 25 Jahre bei den Indianern lebte. Ihr Mann war der große Krieger und Häuptling Peta Nocona, und sie hatten gemeinsam drei Kinder. Ihr ältester Sohn wird später als Quanah Parker bekannt, der letzte kämpferische Comanchenhäuptling. Das Heranwachsen ihrer Söhne und Quanahs Entwicklung zum Krieger hat Naduah, wie Cynthia Ann von den Comanchen genannt wurde, nicht mehr miterleben können, denn sie wurde, nach fast 25 Jahren beim indianischen Volk, von Texas Rangers gefangen genommen und zusammen mit ihrer kleinen Tochter Topsannah, gegen ihren Willen, zu ihren weißen Verwandten zurückgebracht. Nur die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihrem Mann und ihren Söhnen gab ihr die Kraft und den Mut, weiterzuleben. Ihre Bitten, sie wieder zurück zu ihrer indianischen Familie zu lassen, wurden nicht erhört. Als ihre kleine Tochter an einem Fieber starb, verlor auch Cynthia Ann ihren Lebenswillen, denn ihr war sicher zu diesem Zeitpunkt klar, dass sie ihr indianisches Volk nie wieder sehen würde. Sie starb wenig später an gebrochenem Herzen.

Die wenigen Fakten, die über Cynthia Ann Parker und ihr Leben bekannt sind, wurden von der Autorin in eine fesselnde und informative Geschichte integriert. Die Erzählung beginnt mit Naduahs Gefangennahme durch einen Trupp Texas Rangers und endet mit ihrem Tod. Ihre Zeit bei der Familie Parker wird aus zwei Blickwinkeln geschildert. Da sind einerseits ihre eigenen Erinnerungen und Gedanken. Sie kann nicht verstehen, wieso sie nun bei den Weißen leben soll, wo sie immer wieder auf Unverständnis, Misstrauen und Ablehnung stößt. Mehrere Fluchtversuche scheitern, und der Sezessionskrieg wird ihr als Argument genannt, dass es unter den gegebenen Umständen unmöglich sei, Kontakt zu ihrem Mann und den Söhnen aufzunehmen.
Die Einzige, die ihr Verständnis entgegenbringt, ist ihre Cousine Lucy. Ihr vertraut sie Dinge an, die sie vor dem Rest der Familie geheim hält. Lucy macht sich Gedanken um Cynthia Ann und kann auch in gewisser Weise deren Sehnsucht nach ihrer indianischen Familie nachvollziehen. Ihre Eindrücke und Sorgen hält sie in einem Tagebuch fest.
Carolyn Meyer zeigt in diesem beeindruckenden Roman Verständnis für beide Seiten. Nach Meinung der Familie Parker und der benachbarten Siedler hat Cynthia Ann Schlimmes bei den Indianern erlebt. Als sie in jungen Jahren verschleppt wurde, kamen dabei ihre Eltern ums Leben. Insofern ist es auch verständlich, dass die Parkers der Überzeugung waren, Cynthia gerettet zu haben. Andererseits hatte diese als Naduah bei den Comanchen ein völlig anderes Leben geführt, das es ihr unmöglich machte, sich bei den Weißen wieder einzugliedern, geschweige denn wohlzufühlen. Die Diskrepanz war einfach zu groß.
Lucys Schilderungen und Cynthia Anns Erinnerungen, an ihr Leben als Naduah, vermitteln einen starken Eindruck von Leben und Denken der damaligen Zeit.


Freitag, 31. August 2012

Starlight Blues / In der Kälte der Nacht - Antje Babendererde



Klappentext:
Warum musste der junge Indianer Daniel Blueboy den Kältetod sterben? Auch Jahre danach glaubt sein Bruder Robert nicht an einen tragischen Unfall. Nicht ganz uneigennützig erklärt sich der Privatdetektiv Adam Cameron bereit, den Fall Blueboy noch einmal aufzurollen. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf übellaunige Polizisten, kurzsichtige Pathologen und eine eisige Mauer des Schweigens. Und plötzlich befindet er sich selbst in größter Gefahr. Cameron will nur noch eines: zurück, aber dafür ist es längst zu spät…
Starlight Blues ist der erste Kriminalroman mit dem Detektiv Adam Cameron, von Antje Babendererde spannend erzählt nach einer wahren Begebenheit.

Meine Rezension:
Adam Cameron ist Privatdetektiv und Journalist. Als 3-jähriges Kind wurde er von einem weißen Ehepaar adoptiert, aber seine Wurzeln sind indianisch. Darum kümmert er sich auch bevorzugt um Klienten aus dem Umfeld der Ureinwohner Amerikas. Als er einen Anruf von Robert Blueboy aus Kanada erhält, dessen Bruder Daniel vor zehn Jahren starb und der nicht daran glaubt, dass es sich damals um einen Unfall handelte, ist Adam gleich bereit, die Spur aufzunehmen. Wie man im Lauf der Handlung erfährt, geschieht das nicht ganz selbstlos. Robert kann ihm kein Honorar zahlen, und trotzdem nimmt der Detektiv die Unannehmlichkeiten des Flugs auf sich und begibt sich ins kalte Kanada. Seine Nachforschungen gestalten sich äußerst zäh, nicht nur, weil der Fall so lange zurück liegt. Aber schon nach kurzer Zeit ist auch Adam davon überzeugt, dass Robert mit seiner Vermutung nicht falsch liegt. Die Befragung der damaligen Zeugen gestaltet sich sehr mühsam, und Adam wird nicht gerade überall mit offenen Armen empfangen. Aber er gibt nicht auf. Je näher er der Lösung kommt, umso mehr muss er sich seinen eigenen Ängsten stellen, und schon bald wird er mit seinen Alpträumen auf erschreckend reale Weise konfrontiert.

Dieser Roman von Antje Babendererde ist völlig anders, als die Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe. Größtenteils spricht sie mit ihren Themen ein jüngeres Publikum an, wogegen dies eindeutig ein Krimi für Erwachsene ist. Die Helden ihrer Bücher sind meist Indianer der heutigen Zeit.
Auch hier merkt man sehr deutlich, dass die Situation der Ureinwohner Amerikas ihr ganz besonders am Herzen liegt.
Diesen packenden Roman hat die Autorin dem jungen Indianer Neil Stonechild gewidmet. Auch wenn Ort und Personen ihrer Fantasie entsprungen sind, erzählt sie letztendlich doch die Geschichte dieses Jugendlichen, der auf die furchtbare, im Buch geschilderte Weise ums Leben kam. Diese Nähe zur Realität hat mich ganz besonders betroffen gemacht. Hier hat die Autorin ein brisantes Thema in einen authentischen Krimi eingearbeitet, fesselnd geschrieben und sehr berührend. Obwohl ich einiges über die Lebenssituation der Indianer in der Gegenwart weiß, war ich doch bestürzt, welche Ausmaße der Hass und die Gleichgültigkeit, einer anderen Rasse gegenüber, auch heute noch annehmen können.
Mit „Starlight Blues“ hat Frau Babendererde ihren ersten Krimi mit dem Ermittler Adam Cameron veröffentlicht. Adam ist nicht der abgebrühte Held oder der routinierte Detektiv, wie man das aus vielen Kriminalromanen gewohnt ist. Er wirkt sofort sehr einnehmend und menschlich. Freimütig bekennt er sich zu seinen Fehlern, was ihn mir gleich sehr sympathisch gemacht hat. Auch gesteht er ehrlich, dass er schönen Frauen nur schwer widerstehen kann. Dass der Ich-Erzähler nicht leichtfertig handelt, sondern mit sich selbst hart ins Gericht geht, wenn es um seine Schwächen geht, lässt ihn besonders glaubwürdig erscheinen. Er macht kein Hehl daraus, dass er massiv unter Flugangst leidet und dass ihm Kälte und Schnee äußerst unangenehm sind, was soweit geht, dass sie ihn in seinen Alpträumen verfolgen. Trotzdem fliegt er nach Winnipeg (von den Einheimischen mit einem gewissen Sarkasmus auch „Winterpeg“ genannt), um Robert Blueboys Bitte nachzukommen, den Fall um den Tod dessen jüngeren Bruders neu aufzurollen. Obwohl er für Kanada keine Lizenz hat, stürzt er sich mit großer Hartnäckigkeit, sogar unter Einsatz der eigenen Sicherheit und seines Lebens, in die komplizierten Ermittlungen, denn für Robert Blueboy hängt einiges davon ab, die Wahrheit zu erfahren.
Nach Abschluss dieses Falls findet Adam Cameron, bei seiner Rückkehr nach Seattle, eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter vor, die hoffen lässt, dass Antje Babendererde uns demnächst weitere Storys mit dem liebenswerten Privatdetektiv bescheren könnte. Ich würde mich sehr freuen, ihm in weiteren Romanen der Autorin wieder zu begegnen.

Ein Zitat aus dem Buch, das ich mir besonders gemerkt habe: "Wenn man nach der Wahrheit sucht, sollte man sie auch ertragen können"

Informatives über dieses und ihre anderen Bücher ist auf der Homepage von Antje Babendererde zu finden.

*****
Herzlichen Dank für die Überlassung des Rezensionsexemplars
an den Merlin Verlag 

Starlight Blues ist u.a. auch hier erhältlich:
Einfach auf das folgende Bild klicken:

Montag, 6. August 2012

Feuerblume - Sanna Seven Deers

„Feuerblume“ ist die überarbeitete neue Veröffentlichung von Sanna Seven Deers’ erstem Buch, das ursprünglich schon einmal unter dem Titel „Shaheylah“ aufgelegt wurde.

Die junge Hamburgerin Alexandra Habicht lässt ihr gut situiertes Leben hinter sich. Schon länger hatte sie beruflich und privat das Gefühl, nicht glücklich zu sein. Darum beschließt sie, eine Auszeit zu nehmen. Ihre spontane Reise führt sie nach Kanada, und sie landet in dem kleinen Ort Shaheylah, was soviel wie „glücklicher Ort“ bedeutet. Hier findet sie nicht nur schnell einen Job, sondern sehr bald auch gute Freunde und die Liebe. Endlich hat Alex das Gefühl, wirklich „angekommen“ zu sein, und wer weiß, vielleicht ist Shaheylah ja auch für sie ein glücklicher Ort.

 Wenn ich mir die Vita der Autorin ansehe, vermute ich, dass sie einige autobiographische Elemente in diesem Buch verarbeitet hat. Da sie selbst vor Jahren nach Kanada ausgewandert ist, kann sie aus einem Fundus an Erfahrung schöpfen, was ihren Roman  besonders glaubwürdig erscheinen lässt. Die Protagonistin wirkt sehr natürlich und sympathisch, und man kann ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen gut verstehen. In der wilden Landschaft Kanadas findet sie ihren wahren Platz im Leben. Hier, im Einklang mit der Natur, fühlt sie sich zuhause. Die Weisheit einer alten Indianerin hilft ihr, sich selbst zu finden, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und die richtigen Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen.
Gerade die Gegensätze in der Handlung machen diesen Roman so außergewöhnlich. Da sind einerseits die geradlinigen, manchmal fast nüchternen Schilderungen des Alltags in dem kleinen Ort. Alex erkennt, dass hier das Leben, umgeben von Wildnis, ganz schön beschwerlich sein kann und jede Menge Abenteuer bereit hält.  Aber es gibt auch die ruhigen Momente, wenn alte Geschichten erzählt werden, durch die sie viel über die indianische Kultur und Mystik erfährt. Ihr altes Leben verblasst immer mehr, und sie gewinnt neue, faszinierende Erkenntnisse, über sich selbst, über den Mann, den sie liebt und über ihre Umgebung, in der sie sich mehr und mehr geborgen fühlt.
Schon das Cover stellt eine wunderbare Einstimmung zu diesem eindrucksvollen und vielschichtigen Roman dar, denn es zeigt die Dinge, die für Alex in ihrem neuen Leben besonders bedeutsam werden: Die Feuerblume (Indian Paintbrush) und den Raben. 



Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar an den Merlin Verlag und an Blogg dein Buch.
"Feuerblume" kann u.a. bei Amazon.de bestellt werden, zum Link kommt ihr durch 
Klick auf das Bild:

Samstag, 28. Juli 2012

Nocona - Britta Strauss


Während ihrer Recherchereise für einen Bildband, durch den mittleren Westen der USA, macht die Ethnologin und Fotografin Sara auch in einem kleinen Museum Halt. Vor einem Schaukasten, mit Fotos und persönlichen Alltagsgegenständen Quanah Parkers, eines der letzten großen Freiheitskämpfer der Indianer, wird sie nicht nur von sentimentalen Gefühlen und einem überraschenden Tagtraum heimgesucht, sie begegnet auch einem attraktiven und sympathischen Comanchen, der sich ihr als Makah vorstellt. Von Anfang an spüren beide eine seltsame Vertrautheit, und in dem Indianer findet Sara auch das perfekte Motiv für ein einzigartiges Foto. Schweren Herzens trennen sie sich kurz darauf, denn Sara muss zurück nach New York, zu ihrem Verlag. Die Begegnung hat bei beiden ihre Spuren hinterlassen. Eine rätselhafte, große Anziehungskraft weckt in Sara und auch in Makah den Wunsch auf ein Wiedersehen. In den kommenden Tagen werden beide, unabhängig voneinander, von starken Visionen heimgesucht, die sie in die Vergangenheit führen, in eine Zeit, als die indianischen Völker noch in Freiheit lebten und eins mit der Natur und mit ihrem Land waren. Sara erkennt, dass es zwischen den Visionen und der Vertrautheit, die sie von Anfang an zu Makah gespürt hat, einen Zusammenhang geben muss. Sie versucht, Kontakt mit dem Reservat aufzunehmen und den Mann, in den sie sich verliebt hat, wieder zu finden, was sich als nicht einfach herausstellt. Als sie in den Nachrichten von einem Tornado erfährt, macht sie sich voller Sorge auf die Suche nach Makah und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr.
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Es fällt mir nicht leicht, in Worte zu fassen, was mich während dieser emotionalen Berg- und Talfahrt durch die Zeiten bewegt hat. Da ist einerseits die Gegenwart und damit die unverhoffte Begegnung von Sara und Makah, die sofort eine gewisse Seelenverwandtschaft zueinander spüren. Für die Beiden stellt sich die Aufgabe, den Sinn ihrer Visionen zu ergründen, die im Lauf der Zeit immer häufiger und intensiver werden. Dabei kommen ungeahnte Probleme auf sie zu. Ihre beängstigend realistischen Träume führen sie in eine ungewisse Vergangenheit, etwa hundert Jahre zurück, in die Welt der Comanchen im 19. Jahrhundert, zu einem stolzen Volk, das bis zum letzten Atemzug um die Freiheit gekämpft hat, aber durch die fortschreitende Zivilisation und Ausbreitung der weißen Bevölkerung doch am Ende dem Untergang geweiht war. Die realen Hintergründe zu diesem Roman lassen die Handlungsweise der Weißen, den Indianern gegenüber, in keinem guten Licht erscheinen, und die negativen Einflüsse sind bis heute zu spüren. Auch das spricht die Autorin an, indem sie auf die zum Teil miserablen Zustände im Reservat und die ungerechte Behandlung der indianischen Bevölkerung hinweist, die immer noch greift.

Grundlage für die Ereignisse in der Vergangenheit ist das Schicksal eines Paares, das es wirklich gegeben hat: Cynthia Ann Parker, eine Weiße, die von den Comanchen „Naduah“ genannt wurde und bei diesem Volk eine neue Familie gefunden hat. Und Nocona, der „Wanderer“, ein tapferer und wilder Krieger, der Naduah zur Frau nahm. Es sind die Eltern des letzten großen Kriegerhäuptlings Quanah Parker. Um die wenigen realen Fakten, die über Naduah und Nocona bekannt und belegt sind, hat die Autorin eine schmerzlich-schöne und tiefgründige Liebesgeschichte gezeichnet. Obwohl ich vorbereitet war, da ich vieles über den historischen Ursprung dieser schicksalhaften Verbindung bereits wusste, wurde ich beim Lesen letztendlich dann doch von Gefühlen überrannt. Ich habe stark mit den Protagonisten gelitten und gefühlt. Wunderschöne, glückliche Zeiten wechseln sich ab mit tragischen, leidvollen Passagen, die das Ausmaß der verhängnisvollen Ereignisse deutlich machen.
Die Handlung ist so detailreich und intensiv geschildert, dass man sich in das Land und die Szenerie versetzt fühlt und fast selbst ein wenig den Duft der Freiheit atmet.

Dieser Roman hat mich völlig in seinen Bann gezogen und beschäftigt mich nachhaltig, nicht nur, weil er das damals an den Indianern begangene Unrecht aufzeigt, sondern auch durch die Art und Weise, wie die Autorin reale Begebenheiten erzählerisch umgesetzt hat. Sie beschreibt eine Synthese zwischen den Zeiten und das Schicksal zweier Paare, die in gewisser Weise miteinander verbunden sind. Die Übergänge sind fließend und machen es dem Leser leicht, den Wechsel zwischen den Jahrhunderten nachzuvollziehen.
Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Die Handlung ist gut recherchiert, und man spürt, dass die Autorin mit diesem Thema eine Herzensangelegenheit aufgegriffen hat. Durch die Verbindung zur Gegenwart kann man die Geschichte aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten, der mir sehr gut gefällt, denn er birgt Hoffnung. Noconas und Naduahs Schicksal hat hier eine phantastische Vollendung gefunden, wie man sie sich nur wünschen kann. 


Dienstag, 21. Februar 2012

Die ohne Segen sind - Richard van Camp

Klappentext:
Larry ist einer, den jeder treten kann, gebrandmarkt von einer Vergangenheit voller Gewalt. Ein Underdog, der sich leidenschaftlich nach Erlösung sehnt. Und die kann ihm – so glaubt er – nur ein Mensch geben: Juliet, das Mädchen mit dem Engelsgesicht, mit Augen so dunkel und grün wie Gras an einem Regentag. Eine Nacht mit ihr wird ihn reinigen von dem Schmutz, der an seiner Seele klebt.

Mein Eindruck:
Der Ich-Erzähler Larry, ein junger Dogrib-Indianer, berichtet über seine schlimme Vergangenheit, seine bewegte Gegenwart und seine voraussichtlich trostlose Zukunft. Schonungslos und sehr direkt betrachtet er sich selbst und seine Umwelt. Das Leben, das er führt, ist von Ausschweifungen geprägt und reich an Gewalt. Erlösung erhofft er sich von einem Mädchen, das er liebt und das er aus diesem Grund in einem sehr verklärten Licht sieht. Dabei entspricht Juliet in Wirklichkeit, mit ihrem ganzen Verhalten, ganz sicher nicht dem Bild eines Engels.
Der Roman ist von brachialer Sprachgewalt, mit vielen Kraftausdrücken, aber auch mit pfiffigen Redewendungen. Manchmal ist die Sprache vulgär, dann wieder fast poetisch schön. Der Jargon passt zu den geschilderten Lebensumständen und zum Milieu, in dem der Roman spielt. Für den Leser ergibt dieser Stil ein verwirrendes, faszinierendes Wechselbad, die Handlung ist geprägt von extremen Ausschweifungen, von Drogen, Sex und roher Gewalt. Und doch gibt es in diesem knallharten Umfeld auch so etwas wie Gefühle und Freundschaft. Es fällt schwer zu glauben, dass diese Geschichte realistisch ist, und doch könnte durchaus alles so sein, wie beschrieben. Larry ist hart im Nehmen und auch im Geben, er macht vor nichts Halt, auch wenn er Angst hat, und doch ist er im Grunde seines Herzens sensibel und verletzlich. Man kann gar nicht anders, man leidet mit ihm.
Manchmal wird van Camp mit Kerouac verglichen, und diese Gegenüberstellung ist sicher durchaus berechtigt. Aber Kerouacs Romane sind Belletristik mit Kultstatus, für Erwachsene.
„Die ohne Segen sind“ hat 2001 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie „Jugendbuch“ erhalten und wird für junge Menschen ab 13 Jahren empfohlen. Diese Altersgrenze kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen, und ich würde sie kräftig nach oben schrauben. Mit 13 sind die meisten Jugendlichen ganz sicher bei einigen Szenen völlig überfordert.   



Dienstag, 24. Januar 2012

Von Büchern und Inseln - Louise Erdrich


Klappentext:
Zusammen mit ihrer anderthalbjährigen Tochter und deren Vater, einem Medizinmann, erkundet die indianisch-amerikanische Autorin Louise Erdrich mit Auto, Boot und zu Fuß das Gebiet ihrer Vorfahren: Ojibwe Country, zwischen Minnesota und Ontario, eine Seenlandschaft mit Wäldern und tausend Inseln.

Meine Meinung:
Lake of the Woods, eine faszinierende Seenlandschaft, im Grenzgebiet zwischen USA und Kanada, ist das erste Ziel der Autorin, auf ihrer Reise zu den Spuren ihrer Vorfahren. Sie trifft sich mit Tobasonakwut , dem Vater ihrer jüngsten Tochter, einem Medizinmann der Ojibwe, und gemeinsam erkunden sie die Insellandschaft, mit ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Sie besuchen die alten Felsbilder, die von ihren Ahnen geschaffen wurden und heute noch verehrt werden, und sie lassen sich auf die ganz besondere, magische Stimmung der Orte ein, an denen sie Halt machen.
Mit ihrem ausführlichen Reisebericht nimmt Louise Erdrich ihre Leser mit in diese geheimnisvolle Welt und gewährt zum Teil sehr private Einblicke in die indianische Kultur und auch in ihr eigenes Leben. Sie plaudert über ihre alltäglichen Sorgen, über ihre Kinder und über Tobasonakwut.  Sie erzählt auch über die respektvolle Beziehung der Indianer zur Natur und über die alte Ojibwe-Sprache, die von den jüngeren Angehörigen des Volkes kaum noch verstanden und gesprochen wird.
Ein großes Thema sind für die Autorin die Bücher. Ihre zweite Station ist Mallard Island, im Rainy Lake, wo sich das Vermächtnis des amerikanischen Autors, Forschers und Naturschützers Ernest Oberholzer befindet. Es ist die Insel der 11000 Bücher.
Sehr lebendig schildert die Autorin die Schauplätze ihrer Reise und schmückt ihre Erzählung mit zahlreichen, liebevollen Illustrationen aus.  Ich habe mich von ihrem Bericht verzaubern lassen, mich online auf die Suche nach ergänzenden Erklärungen und nach Fotos der besuchten Orte gemacht und die im Buch erwähnte Musik beim Lesen gehört. Es ist ein bemerkenswertes Buch, kurzweilig und fesselnd geschrieben, und ich finde es schade, dass es so wenig bekannt ist. Für alle, die sich für die indianische Kultur, in Gegenwart und Vergangenheit, interessieren, ist es auf jeden Fall sehr lesens- und empfehlenswert.


Sonntag, 24. Juli 2011

Der Ruf des weißen Raben - Sanna Seven Deers

Bei der Journalistin Myra Morgenstern läuft es gerade privat und beruflich nicht so toll, und sie beschließt, der Großstadt für eine Weile den Rücken zu kehren, um die Heimat ihrer Kindheit zu besuchen. Auf dem Weg nach Boulder Landing hat sie ein sonderbares Erlebnis, als sie in einem größeren Gebäude in der Nähe des Highways einen Getränkestand und die Toilette sucht. Sie hört Trommeln, folgt ihrem Klang und gerät ganz plötzlich mitten in eine indianische Zeremonie. Erschrocken und aufgewühlt ergreift sie die Flucht.

Eine Indianerin hatte die Ältesten um Hilfe gebeten, weil ihre Tochter spurlos verschwunden ist. Da von Seiten der Polizei keine Hilfe kam, beschloss der Rat, die Ahnen um ihre Unterstützung anzurufen. Einer der Tänzer des Rituals ist der junge Indianer Chad Blue Knife.

Kurze Zeit später begegnen sich Myra und Chad erneut unter dramatischen Umständen. Beide haben auf Anhieb das Gefühl, auf geheimnisvolle Weise sehr stark miteinander verbunden zu sein. Für Myra beginnt mit dieser Begegnung die Suche nach einem alten Talisman, der starke Kräfte besitzt, aber nun in Gefahr ist, denn ein seltsamer, widerwärtiger Mann ist zweifellos hinter dem Amulett her, um es für dunkle Machenschaften zu benutzen:

Schon die stimmungsvolle und wunderschöne Einbandgestaltung sowie der Titel vermitteln einen kleinen Eindruck der Atmosphäre, die in dem Buch vorherrscht.
Myra Morgenstern wird von den Geistern gerufen und reist durch die Zeit, in die Welt der Ahnen, um Näheres über den Verbleib des geheimnisvollen Talismanns zu erfahren.
Sie ist die Schlüsselfigur des Romans und kann, mit Hilfe der Geistwesen, sowohl in die Vergangenheit als auch in ihre eigene Zukunft eintauchen. In dem Indianer Chad findet sie Beistand für ihre schwierige Aufgabe, aber sie spürt, dass sie mehr mit dem sympathischen Mann verbindet.
Die Handlung des Romans spielt sich auf drei verschiedenen Zeitebenen ab. Ausgangspunkt ist die Gegenwart, als Myra in die Zeremonie gerät und Chad zum ersten Mal begegnet. Myra spiritueller Weg führt sie in die Vergangenheit zu Runa, einer weisen Kräuterfrau im urzeitlichen Europa, deren Schicksal durch den Talismann gelenkt wird und die eine lange, beschwerliche und abenteuerliche Reise antritt, die sie quer durch Asien und über die Aleuten nach Kanada führt, um eine Botschaft zu übermitteln.
Aber auch in ihre eigene, unbestimmte Zukunft kann Myra mit Hilfe der Ahnen blicken, und sie erkennt durch ihr zwanzig Jahre älteres Ich, dass die in der Gegenwart bestehenden Probleme ihre Ursprünge und Auswirkungen sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft haben.

Die klare, schnörkellose Sprache passt sehr gut zu der ursprünglichen, sehr mystischen Handlung und trägt dazu bei, dass man auch den komplizierten zeitlichen Wechseln und Verbindungen jederzeit gut folgen kann.
Auf diese Geschichte muss man sich voll und ganz einlassen. Wer ein starkes Interesse an den indianischen Mythen und Ritualen hat, dem wird sich die Botschaft erschließen, die hinter allem steckt. Der Autorin ist es gelungen, mich absolut zu fesseln. Man spürt ihre starke Verbundenheit mit der alten indianischen Kultur und mit der wunderbaren Natur, die sie beschreibt.
Stark berührt hat mich auch die in der Handlung erwähnte Skulptur „Das Lachen der Kinder“, die wirklich existiert. Die Autorin hat hier ein Werk ihres Mannes perfekt in die Geschichte integriert und sehr eindrucksvoll beschrieben. Auf der Internetpräsenz des Bildhauers David Seven Deers kann man „Children’s Laughter“ betrachten.



Vielen dank an Vorablesen und den Ullstein-Verlag
für die Überlassung des Rezensionsexemplars.


Freitag, 19. Februar 2010

Spuren - Louise Erdrich



Kurzbeschreibung:
Der Roman spielt in der Zeit zwischen 1912 und 1924, als die indianischen Stämme zu verteidigen suchten, was ihnen an Land noch geblieben war, und erzählt von den ineinander verflochtenen Schicksalen mehrere Chipeewa-Familien.Die schöne Indianerin Fleur ist der Zauberei mächtig, aber ihre Kraft reicht nicht aus, den Wald zu retten, in dem ihr Stamm lebt. Er wird verkauft und gerodet. Louise Erdrich blättert ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte auf, die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts, in denen die einst so leuchtend lebendige indianische Kultur am "American Way of Life" zugrunde ging.


Meine Meinung: * * *
In ihrem Roman "Spuren" läßt die Autorin abwechselnd zwei Ich-Erzähler zu Wort kommen.
Da ist einmal der alte Nanapush. Er erzählt Lulu die Geschichte ihrer Mutter, Fleur.
Damals, als die ganze Familie Pillager von der Schwindsucht dahingerafft wurde, nahm Nanapush Fleur, die einzige Überlebende, bei sich auf. Er hat eine recht eigene Sicht der Dinge, denn der betagte Indianer hat schon vieles erlebt und überlebt. Trotz des Leides, der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit, die immer wieder durchklingt, schildert er die Vergangenheit mit einer gewissen Gleichmut und einem teils bissigen Humor. Seine Geschichte ist gleichzeitig die Geschichte eines ganzen, im doppelten Sinne, entwurzelten Stammes. In Nanapushs Bericht spiegelt sich die uralte Magie und Mystik der Indianerkultur, vermischt mit einem starken Aberglauben der Indianer. Mit den Verführungen der Weißen kommen sie nicht zurecht und erliegen nur allzu oft den Verlockungen durch Alkohol und Glücksspiel, was sie häufig zu Verzweiflungstaten treibt.
Auch die geheimnisvolle und starke Indianerin Fleur kann nicht verhindern, dass den Indianern im Reservat immer mehr Land entzogen wird, um die Interessen weißer Unternehmer zu befriedigen. Ihre Zauberei ist machtlos gegen die modernen Einflüsse, die den Indianern die Lebensgrundlage rauben.
Der zweite Erzählstrang wird aus der Sicht vom Pauline geschildert. Sie ist eine Halbindianerin, die keine sein möchte. In ihrer Gier nach Anerkennung und dem Wunsch, anders zu sein, tut sie Dinge, die man als wahnsinnig bezeichnen könnte. Sie wirkt von Anfang bis Ende undurchsichtig. Ihren Part im Buch fand ich etwas unglücklich, weil zu übertrieben. Weil mir Pauline durchweg unsympathisch war und ihre Sichtweise sehr viel Raum im Roman einnimmt, gebe ich dem Buch nur 3 von 5 möglichen Sternen.

Samstag, 23. Mai 2009

Wundes Land - Antje Babendererde


Kurzbeschreibung:
Ellen Kirsch arbeitet für eine Unterstützergruppe im Pine Ridge Reservat. Sie soll einen Bericht über ein Dorfprojekt schreiben. Der attraktive Tom Blue Bird kümmert sich um sie. Dennoch stößt Ellen immer wieder auf Schwierigkeiten im Ungang mit den Indianern: die Lakota weisen die Hilfe aus dem Ausland zurück und haben genug von Europäern, die nur auf der Suche nach einer spirituellen Erfahrung sind.
Zufällig wird Ellen Zeugin in einem Mordfall und rettet dem schwer verletzten Keenan das Leben. Als sie Keenan, der von der Polizei gesucht wird, zur Flucht nach Kanada verhelfen soll, gerät Ellens Leben völlig außer Kontrolle.
"Wundes Land" ist eine hinreißende Liebesgeschichte und ein spannender Krimi, der von einer fremden Welt erzählt.

Meine Meinung: * * * * *
Ellen Kirsch, die Ich-Erzählerin, kommt aus Deutschland ins Pine Ridge Reservat, um einen Bericht über das bestehende Projekt vom Glücksdorf zu schreiben, das dort gerade realisiert werden soll. Am Anfang stößt sie auf eine Mauer des Misstrauens und der Skepsis, denn die Indianer haben schon genug schlechte Erfahrungen mit den Weißen gemacht. Erst nach und nach gelingt es Ellen, sich in die Mentalität der Einwohner einzufühlen. Als sie eines Tages alleine unterwegs ist, um Boden- und Wasserproben zu nehmen, wird sie Zeuge eines Mordversuchs. Sie versteckt dem verletzten Keenan und verhilft ihm zur Flucht nach Kanada.

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, so fasziniert war ich von der Handlung und der Schreibweise. Antje Babendererde hat hier einen Roman geschaffen, der sich sehr nahe an der Realität bewegt, gleichzeitig aber auch einen spannenden Krimi und zusätzlich noch eine zarte und ergreifende Liebesgeschichte beinhaltet. Die Autorin beschreibt das Land und die Mentalität der Einwohner sehr intensiv und verständnisvoll, was ihr sicher nur durch eigene Erfahrungen und Besuche im Reservat möglich gewesen ist. Und gleichzeitig läßt sie immer wieder einen feinen Humor durchblicken, der dieser Geschichte noch zusätzliche Würze verleiht.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Ein Mann wie der Sturm - Bronwyn Williams




Kurzbeschreibung:Wohlbehütet wächst die zauberhafte Laura als Tochter eines Farmers in Virginia auf. Doch von den Kämpfen zwischen Weißen und Indianern, die im Jahre 1711 in der Kolonie entbrannt sind, bleibt auch ihre Familie nicht verschont. Indianer ermorden Lauras Eltern, und der grausamste Krieger vergeht sich gnadenlos an dem zarten Mädchen. John Walker, ein Halbblut, der von seinem Stamm Stormwalker genannt wird, findet die verwundete Laura. Bei seinem Anblick flieht sie in Panik, denn sie hält ihn für den Peiniger. Es dauert nicht lange, bis Laura voller Verzweiflung erkennt, dass sie ein Kind erwartet. Doch immer, wenn sie Hilfe braucht, ist Stormwalker da. Auch bei der Geburt ihres Sohnes. Eine scheue Liebe verbindet sie bald. Aber da taucht der brutale Indianer wieder auf und kidnappt Lauras Kind...


Meine Meinung: * * * *Der Roman schildert sehr eindringlich die Probleme zwischen den Weißen und den Indianern. Nach einem Indianerüberfall, bei dem Stormwalkers Freud und seine Frau getötet werden, findet der Halbindianer Laura, die Tochter der beiden Siedler. Sie wurde von "Three Turtles" missbraucht. Stormwalker kann wenig für die junge Frau tun, denn sie hält ihn für den Mörder ihrer Eltern, und in ihrer Panik geht sie mit dem Messer auf ihn los. Laura flüchtet sich in die nächste Siedlung, und ich fand es sehr bedrückend, wie sich die Weißen ihr gegenüber verhalten, als sichtbar wird, dass sie, durch die Vergewaltigung des Indianers, schwanger ist.
Immer wieder kreuzen sich ihre und Stormwalkers Wege, und er versucht ihr zu helfen, so gut es geht. Mit Lauras Persönlichkeit hatte ich lange meine Probleme, denn auch als sie merkt, dass Stormwalker nichts mit dem Überfall zu tun hatte und immer für sie da ist, gibt sie sich ihm gegenüber recht lange störrisch, arrogant und undankbar. Es gibt einige Gedankensprünge und Ungereimtheiten, aber insgesamt fand ich das Buch auf jeden Fall lesenswert, denn es ist spannend und interessant geschrieben. Die Autorin scheint mit der damaligen Lebensweise der Indianer doch recht gut vertraut zu sein. Da sich der Roman sehr kurzweilig lesen läßt, ist er die ideale Lektüre für einen verregneten Sonntag.

Sonntag, 31. August 2008

Einzig dir gehört mein Herz - Petra Last

Kurzbeschreibung:

Auf ihrer strapaziösen Reise im Frühsommer 1872 mit einem Siedlertreck von St. Louis zu ihrem Verlobten Charles Eaton nach Silver Springs fällt Emily Bradshaw einem Indianerangriff zum Opfer und wird entführt. Nur die Liebe zu Charles lässt sie noch hoffen. Dieser beauftragt das Halbblut Rafael »Rafe« McKinlay, Emily zu suchen. Es wird eine Rettung mit fatalen Folgen: Eine schwere Beinverletzung, die Rafe sich bei einem Schusswechsel mit einer Verbrecherbande zuzieht, zwingt sie, in einer Höhle in den Rocky Mountains zu überwintern. Die beiden kommen sich unweigerlich näher und spüren mehr als nur Sympathie füreinander. Derweil können die Banditen den Frühling kaum erwarten, um sich erneut an die Verfolgung von Rafe und seiner Schutzbefohlenen zu machen ...

Meine Meinung: * * * * 1/2
Ein leicht und flüssig zu lesender Roman, der sehr gut für einen gemütlichen Nachmittag oder Abend geeignet ist. Die Protagonisten sind detailreich beschrieben, und die Story ist insgesamt sehr spannend, auch wenn schon klar ist, dass es ganz sicher ein Happy End gibt. Es werden zwar so einige Klischees bedient, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Etwas "seltsam" fand ich die Geschichte mit dem angeblichen Schlangenbiss und dessen "Behandlung". Diesen Abschnitt fand ich weder lustig noch erotisch, sondern er war schlicht und einfach unnötig.