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Donnerstag, 19. Dezember 2024

Rebellin mit Herz - Elisabeth Büchle

 

Rebellin mit Herz
Elisabeth Büchle
Gerth Medien


Kurzbeschreibung:

England, 1811: Auf Wunsch von Lady Henrietta Murray reist Lily Thomson nach London, um der vereinsamten Dame als Gesellschafterin beizustehen. Mit Lilys Unterstützung gelingt es Henrietta, in die Kreise des britischen Hochadels zurückzukehren. Doch ihr Auftreten bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch Kontroversen mit sich. Während Henrietta und Lily in der Aristokratie für Wirbel sorgen, entdecken sie gemeinsam eine Leidenschaft für die vernachlässigten Kinder an den Docks der Themse. In ihrem Bestreben, den verarmten Familien zu helfen, wählt Lily einen eher unkonventionellen Weg … Und dann tritt auch noch der charmante und eigenwillige Earl of Kantley auf den Plan, der Lily vor eine neue Herausforderung stellt.

Mittwoch, 4. Oktober 2023

Sommerglanz am Liliensee – Elisabeth Büchle

 

Sommerglanz am Liliensee
Elisabeth Büchle
Gerth Medien
ISBN: 978-3-95734-919-4


Kurzbeschreibung:

Schwarzwald, 1966: Harry Sonntag, der neue Pfarrer von Vierbrücken, ist jung, eloquent und gut aussehend, dem weiblichen Geschlecht gegenüber jedoch ziemlich unbeholfen. Und mit seiner überkorrekten Art eckt der Theologe bei so manchem Vierbrückener an ... Ellen Stein, die Tochter der Besitzer des Hotels am Liliensee, restauriert mit viel Hingabe die Intarsienschnitzereien der kleinen Dorfkirche. Als Ellen und Harry aufeinandertreffen, dauert es nicht lange, bis sie feststellen, dass sie wider Erwarten die eine oder andere Gemeinsamkeit haben...

Samstag, 5. August 2023

Die Erbin des Bernsteinzimmers - Elisabeth Büchle

 

Die Erbin des Bernsteinzimmers
Elisabeth Büchle
Gerth Medien
ISBN: 978-3957349668


Kurzbeschreibung:

Als Josefine von ihrem ehemaligen Klassenkameraden Fynn aufgesucht wird, ist sie mehr als irritiert: Der junge Mann, der inzwischen ein großer Abenteurer und erfolgreicher Schatzsucher ist, versucht sie davon zu überzeugen, dass ihr im Sterben liegender Großvater wissen könnte, wo das sagenumwobene Bernsteinzimmer versteckt ist. Tatsächlich gibt der geschwächte Mann ihnen Hinweise auf den Verbleib des von den Nationalsozialisten geraubten und seit 1945 verschollenen Bernsteinschatzes. Also begeben sich die beiden auf die nicht ungefährliche Suche nach diesem großen Mysterium … Eine auf zwei Zeitebenen (Zweiter Weltkrieg, Gegenwart) spielende Geschichte über Vertrauen, Mut und den Glauben an die Freiheit eines jeden Menschen, das Richtige zu tun - egal, wie schwierig die Umstände auch sind.

Dienstag, 16. Mai 2023

Wenn ein neuer Tag anbricht - Carrie Turansky

 

Wenn ein neuer Tag anbricht
Carrie Turansky
Engl. Originaltitel: "Shine Like the Dawn"
Gerth Medien
ISBN: 978-3957349002




Klappentext:


England, 1903: In einem beschaulichen Örtchen im Norden des Landes arbeitet Margaret Lounsbury im Hutgeschäft ihrer Großmutter, während sie sich gleichzeitig liebevoll um ihre jüngere Schwester Violet kümmert. Doch der Verlust ihrer Eltern lastet schwer auf ihrem Herzen - und gleichzeitig fragt sich Maggie, ob das Unglück, bei dem ihre Eltern ums Leben kamen, tatsächlich ein Unfall war ... Als der reiche Großindustrielle William Harcourt stirbt, kehrt dessen Sohn Nathaniel, Maggies Freund aus Kindheitstagen, zurück, um das Erbe anzutreten. Doch das Verhältnis zwischen den beiden ist belastet. Kann Maggie ihm vergeben und dadurch auch ihre Beziehung zu Gott wiederherstellen?

Mittwoch, 28. Dezember 2022

Unter dem Abendstern - Elisabeth Büchle

 

Unter dem Abendstern
Elisabeth Büchle
Gerth Medien
ISBN: 978-3957344991




Kurzbeschreibung:

Als Katja über die Weihnachtsfeiertage in ein einsam gelegenes Ferienhaus in Dänemark eingeladen wird, stimmt sie spontan zu. Am tief verschneiten Ziel angekommen, stellt sie fest, dass sich unter den Miturlaubern auch Nick befindet, für den sie früher einmal geschwärmt hat. Als die frostigen Temperaturen das Ferienhaus von der Außenwelt abschneiden, sehen sich die Gäste mit einigen Herausforderungen konfrontiert ... Eine romantische Weihnachtsgeschichte, die aufzeigt, dass Sorgen, Ängste und Selbstzweifel überwunden werden können.


Montag, 12. Dezember 2022

Der die Nacht erhellt - Amanda Dykes

 

Der die Nacht erhellt
Amanda Dykes
Engl. Originaltitel: Yours is the Night
Gerth Medien
ISBN: 978-3957348944




Kurzbeschreibung:

Frankreich zur Zeit des Ersten Weltkriegs: Alle Hoffnung ruht auf dem amerikanischen Soldaten Matthew Petticrew und seinen Kameraden. Während der Kampf an der Front ihm alles abverlangt, findet Matthew Trost in einem Lied, gesungen von einer Stimme, die so klar ist, dass sie eigentlich nur Einbildung sein kann. Doch in den Schützengräben verbreitet sich das Gerücht von einer geheimnisvollen Frau, die heilsame Spuren hinterlässt ... In der Wildnis des Argonner Forsts aufgewachsen und noch dort zu Hause, wird Mireilles Welt erschüttert, als der Krieg Einzug hält und ihr alles raubt, was ihr wichtig ist. Als Matthew und Mireille aufeinandertreffen, beginnt eine Reise, die alles verändert ...


Dienstag, 17. Mai 2022

Die Liebe ist stark - Francine Rivers

 

Die Liebe ist stark
OT: Redeeming Love
Francine Rivers
Gerth Medien
ISBN: 978-3957348029




Kurzbeschreibung:

Nordamerika im Goldrausch der 1850er-Jahre: Die erst achtjährige Sarah wird in die Prostitution verkauft. "Angel" ist Sarahs Name im Milieu, doch was sie erlebt, ist die Hölle auf Erden. Angel wird innerlich kalt wie Stein und lässt nichts und niemanden mehr an sich heran. Bis Michael Hosea, ein einfacher, rechtschaffener Farmer, auf den Plan tritt und sie aus dem Gefängnis der Abhängigkeit und Gewalt herausholt. Mit großer Geduld lebt er ihr vor, was bedingungslose Liebe heißt. Ganz langsam beginnt Angels Herz aufzutauen ... Francine Rivers zählt seit vielen Jahren zu den renommiertesten Roman-Autoren. Mit dieser Geschichte hat sie einen Klassiker des Genres geschaffen.

Montag, 21. Februar 2022

Kein Weg zu weit - Carrie Turansky

 

Kein Weg zu weit
Carrie Turansky
Gerth Medien, SCM Verlagsgruppe
ISBN: 978-3957348302
Originaltitel: No Journey too Far




Kurzbeschreibung:

Im Jahr 1909 wird die siebenjährige Grace McAlister als eines von unzähligen britischen Emigrantenkindern nach Kanada verschickt. Sie hat das Glück, von einer wohlhabenden Familie adoptiert zu werden, doch das Wissen um ihre Ursprungsfamilie und die Ungewissheit über den Verbleib ihrer Geschwister lasten schwer auf dem Mädchen. Bis zehn Jahre später ein Besucher aus längst vergangenen Zeiten vor ihrer Haustür steht …

Nachdem Garth McAlister einige Jahre für einen Farmer gearbeitet hat, kehrt er Kanada den Rücken, um als Soldat in den Krieg zu ziehen. Seine große Liebe Emma lässt er schweren Herzens zurück, doch nach drei langen Jahren reißt der Briefkontakt zwischen Garth und Emma plötzlich ab - und Garth beschließt, nach Kanada zurückzukehren, um die beiden Frauen zu suchen, die er einfach nicht aus Kopf und Herz bekommt: seine schmerzlich vermisste Schwester Grace und die unter mysteriösen Umständen verschwundene Emma …


Freitag, 26. November 2021

Frühlingsfunkeln am Liliensee - Elisabeth Büchle

Frühlingsfunkeln am Liliensee
Elisabeth Büchle
Gerth Medien
ISBN: 978-3957347794


Klappentext:

Schwarzwald, 1966: Georg Vogel genießt sein ruhiges Leben am idyllischen Liliensee, wo er nicht nur einen Campingplatz betreibt, sondern auch Erlebnisausflüge für Touristen anbietet. Als bei einem dieser Ausflüge die selbstbewusste Marlies mit von der Partie ist und sich leichtfertig in Gefahr begibt, geraten sie und Georg gehörig aneinander. Doch es kommt, wie es kommen muss. Ein weiterer vermeintlich entspannter Ausflug entwickelt sich schon bald zu einem echten Abenteuer, das die beiden in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen bringt ... Ein spannend-romantischer Wohlfühlroman mit liebenswerten Protagonisten und einer ordentlichen Prise Humor.

Donnerstag, 29. Juli 2021

Weiter als der Ozean - Carrie Turansky

Weiter als der Ozean
Carrie Turansky
Gerth Medien
ISBN: 978-3957347053
Originaltitel: No Ocean too Wide



Kurzbeschreibung:

Verschickt auf die andere Seite der Welt


London, 1909: Nach dem Tod ihres Mannes kämpft Edna McAlister darum, für ihre drei jüngsten Kinder zu sorgen. Ihre älteste Tochter Laura ist auf einem Anwesen als Hausmädchen beschäftigt. Als Edna ernsthaft erkrankt, werden die Kinder in einem Waisenhaus untergebracht – noch bevor Laura das Sorgerecht für ihre Geschwister einfordern kann. Die junge Frau weiß um die Tatsache, dass Tag für Tag hunderte britischer Kinder nach Kanada verschifft werden. Laura beschließt zu handeln. Gleichzeitig findet der junge Anwalt Andrew Frasier heraus, dass bei der Vermittlung der Kinder etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Gemeinsam mit Laura macht er sich auf die Suche nach den drei Geschwistern.

Dieser Roman basiert auf wahren Begebenheiten. Er beleuchtet das Schicksal einer jungen Frau, die trotz schwieriger Situationen erlebt, dass Gottes Hand sie auch im tiefsten Tal schützt und hält.


Samstag, 20. Februar 2021

Winterleuchten am Liliensee - Elisabeth Büchle

 

Winterleuchten am Liliensee
Elisabeth Büchle
Gerth Medien
ISBN: 978-3957346612

Klappentext:

Schwarzwald, 1965: Lisa hatte es nie leicht im Leben und wird von Selbstzweifeln geplagt. Als sie von der Försterfamilie Vogel an den reizvollen Liliensee eingeladen wird, hofft sie, dort zur Ruhe zu kommen und die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Charlotte Vogel nutzt die Gunst der Stunde, um einen ihrer Söhne mit Lisa zu verkuppeln. Und tatsächlich: Lisa unternimmt eine Bergtour mit Robert, dem ältesten Sohn der Familie, doch schon bald schweben die beiden in Gefahr ...


Mittwoch, 27. Januar 2021

Der Leutnant und das Mädchen - Kate Breslin

 

Der Leutnant und das Mädchen
Kate Breslin
SCM Hänssler Verlag
ISBN: 3775159762
Originaltitel: Far side of the Sea



Kurzbeschreibung:

1918. Lieutenant Colin Mabry ist Soldat in der britischen Armee. Als er verwundet war, rettete ihm die Französin Jewel das Leben. Als ihn eine mysteriöse Nachricht von ihr erreicht, will er zu ihr reisen - braucht sie seine Hilfe? Doch in Frankreich trifft er nur ihre Halbschwester Johanna, die davon überzeugt ist, dass Jewel in Schwierigkeiten steckt. Colin ist skeptisch: Sagt Johanna die Wahrheit? Kann er ihr trauen? Die gemeinsame Suche nach Jewel bringt die beiden selbst in große Gefahr.

Freitag, 5. Januar 2018

Unter dem Mitternachtsmond - Elisabeth Büchle


Klappentext:
Nach dem Unfalltod seiner Frau lebt Patrick in der ständigen Angst, auch seinem siebenjährigen Sohn Leo könnte etwas zustoßen. Der Umzug auf einen alten Gutshof in idyllischer Gegend des Schwarzwaldes soll Abhilfe schaffen. Dort lebt auch die Künstlerin Debora mit ihren eigenartigen Angewohnheiten. Was macht sie regelmäßig um Mitternacht im Garten? Und was versucht sie vor Patrick zu verbergen?

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Unter dem Sternenhimmel - Elisabeth Büchle


Eigentlich hatte Noa die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie plötzlich doch die Chance erhält, ihren großen Traum vom eigenen Cafe zu verwirklichen. Es soll kein normales Cafe werden, sondern auch eine Bücherabteilung, ein Shop mit Dekoartikeln und eine Blumentheke sollen dabei sein. In einer alten Vorstadtvilla soll ihr Projekt nun Wirklichkeit werden. Chiara und Florian unterstützen sie bei der Umsetzung und vermitteln auch den Kontakt zu ihrem Freund Jonas, der als Schreiner die Möblierung und sonstige Holzarbeiten für Noa übernehmen kann. Mit „Noas Arche“, wie sie ihr Cafe nennt, hat die junge Frau nicht nur ihren Traum erfüllt, sondern zugleich auch eine Heimat gefunden. Jonas ist hingerissen von seiner neuen Geschäftspartnerin, aber dann geschieht so einiges, was ihn an Noa zweifeln lässt. Er fragt sich, wer sie wirklich ist und ob er ihr vertrauen kann. Noa wird von ihrer Vergangenheit eingeholt und läuft Gefahr, alles, was sie sich mühsam aufgebaut hat, wieder zu verlieren.

„Unter dem Sternenhimmel“ ist Elisabeth Büchles zweiter „Weihnachtsroman“. Schon im vergangenen Jahr ist „Unter dem Polarlicht“ erschienen, und die beiden Geschichten hängen auch in gewisser Weise lose zusammen. Man begegnet alten Bekannten aus dem ersten Roman wieder, nur ist die Rollenverteilung neu. Waren im ersten Band Chiara und Florian die Hauptpersonen, so dreht sich diesmal die Geschichte in erster Linie um Noa und Jonas. Es ist nicht zwingend erforderlich, die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, denn jeder Roman kann auch jederzeit und ohne Verständnisprobleme für sich allein bestehen.

Wie schon erwähnt, diesmal geht es in der Hauptsache um Noa und Jonas. Die junge Frau ist ein eher zurückhaltender Typ und hat kein großes Selbstbewusstsein, was auf ihre schwierige Vergangenheit zurückzuführen ist, wie man nach und nach erfährt. Weiter möchte ich hier gar nicht auf ihre persönlichen Probleme eingehen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Dieser Roman zeigt auf jeden Fall, was ein Mensch schaffen und erreichen kann, wenn er es will. Die Kulisse der Geschichte bildet zum großen Teil das schöne Cafe, dieser wundervoller Ort der Begegnungen. Es wird Noas Entwicklung beschrieben, mit all der Freude, die sie erlebt, aber auch mit den Rückschlägen, die sie einstecken muss. Jonas, völlig im Zwiespalt zwischen Faszination für die hinreißende Frau mit den roten Locken und Misstrauen ihr gegenüber, weiß nicht recht, wie er sich verhalten soll. Auch er macht eine wichtige Entwicklung durch, muss sich seinen Zweifeln stellen und alte Wunden heilen lassen.
Es ist ein Roman mit vielen Facetten, einerseits kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, aber auch mit vielen tiefgründigen Momenten.
Es gibt einige berührende Szenen in der Geschichte, die mir zwischendurch immer wieder einfallen und mir wohl lange im Gedächtnis bleiben werden. Ohne die Hilfe von Freunden würde es die Protagonistin nicht schaffen, ihre Pläne und Träume umzusetzen, aber zum Glück begegnet sie immer wieder Menschen, die mit viel Lebensweisheit und Herzenswärme gesegnet sind und die ihr Vertrauen entgegenbringen.
Mich hat diese Geschichte nicht nur nachdenklich gemacht, sondern auch zu intensiven Gesprächen innerhalb der Familie und mit Freunden angeregt. Es ist ein Buch, das mich nachhaltig beschäftigt und das ich sicher mit etwas Abstand erneut lesen werde.
Es wäre natürlich keine richtige Weihnachtsgeschichte, wenn nicht auch eine gute Portion Romantik darin vorkäme, außerdem gibt es, wie bereits im Vorjahr wieder eine Besonderheit.
Im ersten Buch wurden wir in das Geheimnis der rot-weiß gestreiften Zuckerstangen eingeweiht, und in diesem Jahr dürfen wir erfahren, was es mit dem allerersten Adventskranz auf sich hat.
Den perfekten Abschluss zu diesem bezaubernden Weihnachtsroman bildet ein Rezept für „Roses Apfel-Zimt-Kuchen“, den die Gäste in Noas Cafe genießen durften. Das werde ich bestimmt ausprobieren und mir damit ein wenig von der wundervollen und heimeligen Atmosphäre dieses Cafes nach Hause holen.




Samstag, 21. Mai 2016

Sturm im Paradies - Elisabeth Büchle


Die 26-jährige Sanitäterin Rebecca arbeitet bei der Luftrettung. Während der Weihnachtstage 2003 bargen sie und ihr Team einen schwer verletzten US-Amerikaner, der auf einer verschneiten Bergstraße im Schwarzwald einen schlimmen Autounfall hatte.
Nach seiner Genesung bedankt sich der reiche Marty bei seinen Rettern auf ganz eigene Weise und lädt sie zu seiner Hochzeit ein, die ungefähr ein Jahr später in Thailand stattfinden soll. Nach reiflichen Überlegungen sagt Rebecca zu. Sie verbindet die Reise gleich mit einem längeren, wohlverdienten Urlaub und fliegt bereits zwei Wochen vor der Feier nach Khao Lak. In einem wunderschönen Strandhotel trifft sie auch Lukas wieder, einen guten Freund von Marty, der ebenfalls zur Hochzeit eingeladen ist. Über den gemeinsamen Freund hatten sie sich bereits in Deutschland kennengelernt, und nun, während ihres Urlaubs, verbringen sie mehr Zeit miteinander. Dabei entdecken beide ihre Sympathie füreinander. In der paradiesischen Umgebung Thailands entwickelt sich eine zarte Romanze zwischen Lukas und Rebecca.
Bis hierher meint man, einfach eine gut geschriebene und wundervolle Liebesgeschichte zu lesen. Zwar lernt Rebecca auch Malee kennen, eine sympathische junge Thai, deren Cousine verschwunden ist. Rebecca hilft ihr bei der Suche nach Alaya und wird dabei mit einem ganz anderen Gesicht Thailands konfrontiert, denn in diesem wunderschönen Land blüht der Sextourismus, und viele junge einheimische Mädchen sehen ihre einzige Chance darin, als Prostituierte zu arbeiten.

Wovon in Khao Lak noch niemand etwas ahnt, das erfährt der Leser schon nach und nach zwischen den Kapiteln, denn dort werden in kurzen, sachlichen Abschnitten die Vorboten,  geographische Veränderungen in Form von schweren Seebeben, erwähnt, und einen Tag nach der Hochzeit ereignet sich die Tragödie. An diesem 26. Dezember 2004 bricht die größte Naturkatastrophe aller Zeiten über die Küste Thailands herein und verwandelt das malerische Paradies in eine todbringende Hölle. Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr wie es war. Die bis dahin so fröhlichen, glücklichen und sympathischen Protagonisten geraten in eine verhängnisvolle Lage. Sie verlieren sich aus den Augen, und jeder muss für sich mit dieser dramatischen Situation fertig werden, ohne zu wissen, wie es den Freunden oder der Familie geht. Ab dem Zeitpunkt, als der furchtbare Tsunami über Khao Lak hereinbricht, ändert sich alles.
Für die Autorin war es eine Gratwanderung, aber sicher auch eine große Herausforderung, diesen Roman zu schreiben, denn es ist wahrlich nicht einfach, über derart tragische Ereignisse zu berichten. Das Bedrückende daran ist ja, dass die Charaktere zwar fiktiv sind, die Kulisse und das Geschehen jedoch der Wirklichkeit entsprechen und diese Tragödie wirklich passiert ist. Am Bild ihrer Protagonisten zeigt Elisabeth Büchle Beispiele auf, die für viele wahre Schicksale stehen. Es ist bedrückend, wie authentisch sie alles beschreibt, und doch erscheint in all dem Elend auch so manches Licht, denn es entwickelt sich eine große Hilfsbereitschaft zwischen den Betroffenen. Menschen, die sich bisher nicht kannten, übernehmen plötzlich die Verantwortung füreinander. Viele wachsen in ihrem Einsatz für andere über sich hinaus und gehen hart an ihre Grenzen.
Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie nahe Glück und Leid beieinander liegen, wie sich das Schicksal von einem Moment auf den anderen wenden kann, zum Guten wie zum Schlechten.
Dieser Roman ist bewegend, erschütternd und mitreißend. Ich muss gestehen, dass ich mir mit Rebeccas und Lukas' Geschichte eine ganze Nacht um die Ohren geschlagen habe und das Buch erst aus der Hand legen konnte, als ich bei der letzten Seite angelangt war. Es ist der Wahnsinn, wie viele unterschiedliche Emotionen man hier zwischen zwei Buchdeckeln findet und wie es einen mitnimmt, zumindest mir ist es so ergangen.
Die Geschichte ist so eindringlich, vielschichtig und auch realistisch, dass ich sie sicher so schnell nicht vergesse.


Dienstag, 9. Februar 2016

Winterstürme - Elisabeth Büchle


In einer stürmischen Winternacht des Jahres 1866 findet der Tierarzt Lukas Biber, unweit seines Gutshauses, eine halb erfrorene junge Frau. Sie hat eine Kopfverletzung und kann sich an nichts erinnern. Sie weiß weder, wer sie ist, woher sie stammt noch, wie sie in den Schwarzwald gekommen ist. Ihr Dialekt lässt vermuten, dass sie aus der Gegend um Wien kommt, aber da ist noch ein weiterer Akzent zu hören, den Lukas nicht deuten kann. Der Witwer bietet der jungen Frau an, für ihn und seine kleine Tochter als Magd zu arbeiten, bis sie ihr Gedächtnis wieder erlangt und weiß, wohin sie gehört. Lukas nennt sie Theresa, manchmal auch gerne „Fräulein Fuchs“ (wegen ihrer roten Haare), da sie ihren wirklichen Namen nicht kennt.
Schnell lebt sich die junge Frau im Gutshaus ein und ist froh, dort leben und für die kleine Anne sorgen zu dürfen, aber insgeheim leidet sie darunter, keine Vergangenheit und keine Identität zu haben.

Ein zweiter großer Erzählstrang führt nach Wien, zur Familie des österreichischen Botschafters Wieland. Dass ihr Sohn Thomas heimlich, neben seinem Musikstudium, für das Außenministerium arbeitet und spioniert, davon wissen die Wielands nichts, nur seine Schwester Marika hat Thomas eingeweiht.
Eines Tages ist Marika spurlos verschwunden...

Ich verrate sicher nicht zu viel, denn es ist von Anfang an kein Geheimnis, dass es sich bei Theresa eigentlich um die verschwundene Marika handelt. Das war mir schon von Anfang an klar. So richtig fesselnd sind jedoch die Zusammenhänge und die folgenden Entwicklungen.
Mit der temperamentvollen, rothaarigen jungen Frau, die unter Amnesie leidet, hat der Roman eine starke, eigenwillige und dabei sehr liebenswerte Protagonistin. Besonders ihre Wortgefechte mit dem eigenbrötlerischen Lukas haben mir sehr gefallen. Der Tierarzt hat den Verlust seiner geliebten Frau noch immer nicht verwunden. Seine Freunde erzählen, dass er sich seit deren Tod verändert hat und niemanden an sich heran lässt. Aber Theresa lässt sich nicht einschüchtern, sondern bietet dem mürrischen Mann Paroli und lockt ihn aus der Reserve. Die Art, wie die Entwicklung zwischen den beiden beschrieben ist, hat mir sehr gefallen, denn die Annäherung erfolgt eher zaghaft und wird verständlicherweise immer wieder von Theresas Gedächtnisverlust überschattet, denn obwohl sie sich im Gutshaus wohl fühlt, in ihrer neuen Umgebung Freunde gefunden hat und auch Lukas und seine kleine Tochter immer mehr lieb gewinnt, so weiß sie eben nicht, was oder wer in ihrem früheren Leben auf sie wartet. Ihr innerer Zwiespalt, die verschiedenen Reaktionen ihrer Mitmenschen auf die Gegebenheit und die Entwicklung neuer Freundschaften, das alles wird sehr feinfühlig und realistisch beschrieben.
Dazwischen erfährt man auch mehr über die Familie Wieland, in der Hauptsache dreht sich dieser Erzählstrang um Thomas, der nicht aufgibt und unermüdlich nach seiner Schwester sucht. Auch er knüpft neue Kontakte und erlebt Dinge, die sein Leben grundlegend verändern.

Den Rahmen zu der mitreißenden Handlung, die aufs Ende zu immer mehr an Spannung zunimmt, bildet das Zeitgeschehen rund um den deutschen Krieg. Die politischen Spannungen zwischen Österreich und Preußen und die daraus resultierenden militärischen Auseinandersetzungen werden hier sehr anschaulich erklärt, indem die Gegebenheiten immer wieder ganz dezent in den Dialogen der Protagonisten auftauchen. So erfährt man sehr viel über diese Zeit und kann auch die Auswirkungen auf private Schicksale sehr gut nachvollziehen.
Es ist ein vielschichtiger Roman, denn in der an sich kurzweiligen Handlung werden viele problematische Themen angesprochen. Hier geht es um Amnesie, um Trauer, um Vorurteile, und man lernt besondere Notsituationen kennen, wie sie in der damaligen Zeit sicher nicht untypisch waren. Wie immer in den Romanen von Elisabeth Büchle spielt auch hier das Thema Glauben und Religion eine große Rolle, ohne dabei allzu dominant im Vordergrund zu stehen. Die meisten der Charaktere im Buch sind religiös und leben ihren Glauben ganz in der Art, wie man es zur damaligen Zeit sicher allgemein getan hat.

Winterstürme“, im Jahr 2012 bei Weltbild erschienen, wurde bereits fünf Jahre vorher bei Gerth Medien veröffentlicht, damals unter dem Titel „Die Magd des Gutsherrn“. Das frühere Coverbild zeigt eine junge Magd, die einen Apfel schält. Dieses Cover ist zwar schön, aber meiner Meinung nach passt das Bild von „Winterstürme“ besser zu der Protagonistin, da es deren Charakter und Situation realistischer widerspiegelt.
Dies war Elisabeth Büchles zweiter Roman, und es ist mittlerweile schon so, dass ich mich darauf einstelle, wenig Zeit für andere Dinge zu haben, solange ich ein Buch der Autorin lese, denn man ist so tief in der Handlung drin und muss ständig darüber nachdenken, zumindest mir geht es so, immer wenn ich einen „Büchle“ zur Hand nehme.





Durch das winterliche Cover und den Titel eignet sich das Buch gut für die Jahreszeiten-Challenge, an der ich teilnehme, und da der Roman schon vor über fünf Jahren erschienen ist, passt er zur #GoldenBacklist Challenge.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Unter dem Polarlicht - Elisabeth Büchle


Nachdem Chiara kurz vor Weihnachten ihren Arbeitsplatz in der Bank verloren hat, ist sie sehr erleichtert, als ihr aus heiterem Himmel ein Job angeboten wird. Sie soll für einen Bestseller-Autor, der sich die Handgelenke gebrochen hat, das Manuskript seines aktuellen Romans tippen. Was sie erst erfährt, als sie dem Zeitvertrag bereits zugestimmt hat: der Autor lebt nicht in der Schweiz, wie sie vermutete, sondern in einer einsamen Hütte in den kanadischen Rocky Mountains. Aber Chiara lässt sich so schnell nicht entmutigen und ergreift die Gelegenheit beim Schopf. Kurz entschlossen nimmt sie die weite Reise auf sich und landet bei einem mundfaulen Einzelgänger. Florian Forster ist ebenso wenig erfreut wie Chiara, dass seine Einsamkeit plötzlich durch eine Frau gestört wird.
Während der gemeinsamen Arbeit am Manuskript arrangieren sich der Autor und seine Schreibkraft mit der Zeit, und Florian merkt sehr bald, dass die eigenwillige Chiara sich nicht so leicht einschüchtern lässt, sondern ihm durchaus paroli bietet, wenn ihr etwas an dem wortkargen Mann nicht gefällt.
Je länger Chiara in dieser einsamen, verzauberten Bergwelt mit Forster lebt, umso wohler fühlt sie sich, und auch menschlich kommt sie dem Autor näher, hat sie Shakespeare, Forsters eigensinnigen Neufundländer, doch schon vom ersten Tag an für sich eingenommen.
Als Chiaras Freunde von Deutschland aus Erkundigungen über den Autor einholen, stoßen sie auf einen dunklen Punkt in dessen Vergangenheit, und sie fürchten um Chiaras Sicherheit.

Elisabeth Büchles neuester Roman unterscheidet sich in einigen Punkten von ihren bisherigen Werken. Waren diese immer dickere Wälzer, so kann man diesen Roman, mit seinen zweihundert Seiten, durchaus als ein „Büchle“ im wahrsten Sinn des Wortes bezeichnen. Außerdem ist dies der erste zeitgenössische Roman der Autorin.
Mit „Unter dem Polarlicht“ beweist die Autorin einmal mehr ihr Können, denn auch die Handlung in der Gegenwart ist absolut mitreißend und berührend. Zudem zeigt dieser Roman, dass man durchaus auch mit einem relativ überschaubaren Plot die Leserschaft begeistern kann. Den größten Teil der Handlung bestreiten nur die beiden Protagonisten Chiara und Florian, mit dem Hund Shakespeare in einer bezaubernden Nebenrolle. Zwar tauchen dazwischen noch einige Charaktere auf, aber im Grunde genommen geht es ja um die beiden Menschen, die sich in der Einsamkeit der kanadischen Berge zusammenraufen müssen. Auf so engem Raum, umgeben von der Stille frisch gefallenen Schnees in der Landschaft, bleibt nichts oberflächlich oder gleichgültig. Die beiden Hauptpersonen stehen vor dem Leser quasi wie auf einer Bühne und lassen sich bis auf den Grund ihrer Seele schauen. Da wird so manches offenbart, was schon lange in den Protagonisten schlummerte, sei es Verbitterung, Enttäuschung oder Resignation. Sowohl Chiara als auch Florian haben in der Vergangenheit Verletzungen erfahren, die erst heilen müssen, und wie sagt man so schön, um gut zu heilen, muss eine Wunde zuerst gesäubert werden. Dies trifft hier auch im übertragenen Sinn zu.
In diesem Roman kommen tiefe Gefühle zum Ausdruck, und Chiara und Florian müssen lernen, alte Schuld loszulassen und zu vergeben, um ihren eigenen Frieden zu finden.
Unter dem Polarlicht erkennen die Protagonisten ihren persönlichen Weg aus all ihrer Gewissens- und Seelennot. Aber auch wenn es um ernste Themen geht, so ergeben sich im Verlauf der Handlung zwischendurch viele heitere, humorvolle Momente, die das Herz wärmen. So ganz nebenbei erfährt man auch einiges über die tiefere Bedeutung der Candy Canes, denn die süßen Zuckerstangen spielen ebenfalls eine wichtige, symbolische Rolle.
Wie bei allen Romanen der Autorin spielt auch hier der christliche Glaube eine wichtige Rolle, dabei wird dieses Thema stets sehr behutsam und dezent umgesetzt. Die Handlung wird getragen von den sympathischen Protagonisten und den wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. Man taucht ein in diese Geschichte, wie in den watteweichen Schnee der Bergwelt, und man begleitet die Protagonisten und möchte sie am liebsten gar nicht mehr aus den Augen lassen, bis sie ihr ganz persönliches Weihnachtswunder erfahren.

Dieses schöne Buch ist nicht nur für einen selbst eine Bereicherung, sondern es eignet sich auch sehr gut als kleines Weihnachtsgeschenk für einen lieben Menschen, mal so als Tipp für alle, die noch kurzfristig vor dem Fest ein schönes, herzliches und persönliches Präsent suchen.




Freitag, 4. September 2015

Das Lied des Hirten - Betsy Duffey, Laurie Myers



Kate McConnell schreibt den Psalm 23 auf einen Zettel und steckt ihn ihrem Sohn Matt zu. Sie möchte ihn damit berühren, denn er hat sich vom Glauben abgewandt und lässt nicht mit sich reden. Mit Matt's Mantel landet der Zettel in einer Reinigung, und der dortige Angestellte findet ihn. Damit beginnt für den Psalm auf dem kleinen Stück Papier eine weite Reise, die rund um die Welt führt. Unterwegs fällt das Blatt zwölf Menschen verschiedener Nationalitäten in die Hände, die alle gerade in einer Lebenskrise stecken, große Sorgen haben oder an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen sind. Jeder von ihnen schöpft aus einer Zeile des Psalms um den guten Hirten Kraft oder Trost, und zu jedem dieser Schicksale gibt es im Buch eine Geschichte.
Darum ist dieses Buch einerseits ein abgeschlossener Roman, aber zugleich eine faszinierende Kurzgeschichtensammlung, die von einem kleinen, handgeschriebenen Blatt Papier zusammengehalten wird, denn die Reise des Psalms 23 zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und verbindet die einzelnen Geschichten zu einem stimmigen Ganzen.
Es ist fesselnd, die Reise des Zettels zu verfolgen, und es ist faszinierend, wie die Menschen, die das Papier finden, darauf reagieren. Der bekannte Psalm, von einer gläubigen Frau in Schönschrift zu Papier gebracht, erscheint hier in einem neuen Licht. Die zwölf im Buch erzählten Schicksale füllen die Zeilen des Psalms mit Leben und geben ihm einen realen Sinn. Liest man die einzelnen Erlebnisse, so stellt man fest, dass nicht die betroffenen Menschen den Psalm finden, sondern der Psalm findet sie, genau zur richtigen Zeit.
Am Ende jedes Kapitels ist man gespannt, wo die Reise des Zettels nun hingehen wird und auf welche Weise sie vonstatten geht. Durch die unterschiedlichen Schicksale, denen man begegnet, erhält man reichlich Stoff zum Nachdenken. Manche der Geschichten haben mir sehr berührt, andere weniger. Die meisten Geschichten konnte ich nachvollziehen, andere nicht, aber das ist gerade das Interessante an dem Buch, denn jeder Mensch setzt andere Prioritäten in seinem Leben und jeder Mensch hat andere Probleme oder Sorgen, aber für mich war die Kernaussage, dass dieser Psalm für jeden die richtigen Worte findet, egal welcher Nationalität oder Hautfarbe der Mensch ist und gleichgültig, wie klein oder groß die Sorgen des Einzelnen sind.

Der Schluss des Romans ist zugleich das Ende der Weltreise unseres kleinen Zettels. In gewissem Sinn schließt sich der Kreis. Wie er das tut, grenzt an ein Wunder, und da Wunder heutzutage eher selten passieren, hat mich dieses Finale dann doch ein wenig skeptisch und grüblerisch zurückgelassen. Aber letztendlich ist es ja nicht Sinn des Buches, den Wahrheitsgehalt der fiktiven Handlung zu überprüfen, sondern es geht hauptsächlich um den Psalm 23, der in diesem Fall der Protagonist ist, der etwas bewirken und die Menschen berühren soll, und er hat seine Aufgabe vollends erfüllt.



Donnerstag, 26. März 2015

Hüter des Erbes - Lynn Austin


Das Fundament zu Lynn Austins neuem Roman bildet eine Geschichte aus dem alten Testament. Im Buch Ester kann man nachlesen, dass es im Jahr 473 v. Chr. einen Erlass des persischen Königs gab, dass alle Juden in seinem Herrschaftsbereich am 13. Tag des Monats Adar getötet werden dürften. Beeinflusst wurde Artaxerxes zu dieser Entscheidung von seinem Beamten Haman, der auf diese Weise seinen Hass gegen die Juden befriedigen wollte. Hamans Widersacher Mordechai, ebenfalls Jude und Königin Esters Cousin, sucht einen Weg, seinen Glaubensbrüdern in dieser Not zu helfen. Mit Esters Unterstützung und wachsendem Einfluss auf den König gelingt es ihm, einen zweiten Erlass zu erwirken, der besagt, dass sich die Juden wehren dürfen.
Diese schwierige Zeit im Leben der babylonischen Juden erzählt die Autorin anhand von Esra, einem Gelehrten, der mit seinen Brüdern und deren Familien in Babylon lebt. Als der erste Erlass des Königs bekannt wird, ist die Verzweiflung der Betroffenen groß. Wie sollen sie weiterhin arbeiten und leben, als wäre nichts geschehen, um auf den Tag zu warten, an dem sie umgebracht werden sollen? Der zweite Erlass bringt die Erleichterung, denn auch wenn sich schwere Kämpfe nicht vermeiden lassen, bleibt durch diese unverhoffte Wendung doch ein Großteil der Juden am Leben. Aber fast jede Familie hat nach dem schicksalsträchtigen Tag im Adar Verluste zu beklagen. Auch Esra betrauert den Tod seines Bruders. Ehe er sich versieht, wird er mit der Aufgabe betraut, das jüdische Volk künftig anzuleiten, nach den strengen Regeln der Thora zu leben. Angesichts dieser großen Verantwortung wagt er sich einige Jahre später vor den König, um diesen zu bitten, den babylonischen Juden die Rückkehr ins geheiligte Land ihrer Vorväter zu erlauben. Als sie die Erlaubnis und großzügige Unterstützung des Königs Artaxerxes erhalten, scheint das Glück vollkommen, aber es gibt neue Herausforderungen und unbekannte Hindernisse, nicht nur auf der langen Reise nach Jerusalem, sondern auch, als sie am Ziel angelangt sind, denn nun ist es Esras Aufgabe, die Verhältnisse im gelobten Land zu ordnen und den Glauben zu stärken. Dabei gerät er in schwere Gewissenskonflikte.
Unterstützung und so manchen lebensklugen Rat findet er bei seiner geliebten Frau Deborah, die so ganz anders ist als die meisten Ehefrauen, denn sie sagt offen, was sie denkt. Es ist für Esra nicht immer angenehm oder bequem, aus ihrem Mund die Wahrheit zu hören, aber Deborahs Worte bieten ihm oft eine wichtige Entscheidungshilfe.
Es gibt zwei weitere Erzählstränge, die erst später mit Esras Geschichte zusammenlaufen. Hier geht es einmal um Ruben, den Sohn eines jüdischen Schmieds. Er ist erst zwölf, als sein Vater an diesem tragischen 13. Tag des Adar getötet wird. Als Ruben auch noch sein Erbe, die geliebte Schmiede seines Vaters, verliert, kommt er vom Glauben ab und gerät auf die schiefe Bahn.
Und dann ist da noch Amina, eine junge Edomiterin. Sie hat einen verkrüppelten Fuß, und ihre Familie verachtet sie deswegen. Schelte und Schläge prägen ihre unglückliche Kindheit. Sie verliert am 13. Adar ihre ganze Familie, als die Edomiter gesammelt gegen die Juden in den Kampf ziehen. Obwohl sie zu den Feinden gehört, findet die junge Waise in einer jüdischen Familie freundliche Aufnahme. Im Lauf der kommenden Jahre findet sie zum jüdischen Glauben, doch gerade als sie ihr großes Glück gefunden hat, werden all ihre Hoffnungen und Träume zerstört.

Lese ich die entsprechenden Bibelstellen, so empfinde ich diese meist als sehr sachlich, trocken und emotionslos. Es werden Fakten und Namen aufgezählt, und es fällt mir schwer, mich anhand dieser kurzen Abschnitte in die Geschichte hinein zu denken. Lynn Austin ist es ganz hervorragend gelungen, diese vielschichtige Handlung mit Leben zu erfüllen und mich damit zu fesseln. Sie beschreibt die einzelnen Personen so gut und ausführlich, dass man sich in ihre Lage hineinversetzen kann. Man bangt mit den Juden, wenn sie dem schicksalhaften Tag im Adar entgegensehen, an dem sie ihr Todesurteil erwartet. Die Autorin schreibt sehr einfühlsam und lässt einen an den Gefühlen und Gedanken der Protagonisten teilhaben. Jeder geht aufgrund seiner Wesensart anders mit den Problemen um. Es wird auch deutlich, dass nicht alle Juden fest in ihrem Glauben waren, sondern oft zweifelten und dass schwere Schicksalsschläge manche zur Abkehr von ihrem Gott brachten. Selbst Esra, der Gelehrte, der die Thora kennt wie kein anderer, ist über Zweifel nicht erhaben und muss seine Beweggründe immer wieder hinterfragen.

Es gäbe noch so viel zu diesem Roman zu sagen, denn viele Passagen haben mich zum Nachdenken angeregt oder manchmal schwer ins Grübeln gebracht. Das ist wirklich ein Buch, das ich sicher nach gegebener Zeit erneut lesen werde, denn hier wird nicht einfach nur ein historischer Roman erzählt, sondern man erkennt beim Lesen vieles, was man vorher, anhand der kurzen Bibelstellen, nicht gesehen hat. Es gibt auch, besonders im letzten Teil des Buches, einige Themen, die ich nicht so ganz verstehe bzw. die ich nicht nachvollziehen kann und mit denen ich mich noch ausgiebiger beschäftigen möchte, weil sie in mir Zweifel erwecken, beispielsweise wenn es um ein „Verbot von Mischehen“ geht, wie es in der Thora steht. Dies ist ein Begriff, der bei mir einen schalen Beigeschmack hat und den ich bisher nur in anderem Zusammenhang kannte, wo dieses Verbot auch von ganz anderer Seite und aus anderen Gründen erlassen wurde. Meine Gedanken haben oft unwillkürlich eine Brücke zur Gegenwart geschlagen, und ich habe mich nach dem Warum gefragt, denn wenn man die Geschichte betrachtet, war das jüdische Volk schon immer großen Anfeindungen ausgesetzt, schon hunderte Jahre vor Christus, aber auch bis heute kam dieses Volk kaum jemals zur Ruhe, denn immer wieder gab es wahnsinnige Despoten, die ein ganzes Volk einfach auslöschen wollten.

Meines Erachtens ist dies ein Roman, der nicht nur religiöse Menschen anspricht, sondern auch Zweiflern und Kritikern viele Denkanstöße liefert und Lust darauf macht, mehr zu erfahren.

Es handelt sich bei „Hüter des Erbes“ um den zweiten Teil einer Trilogie und somit die Fortsetzung von „Fremde Heimat“. Man kann jedes der Bücher aber auch problemlos einzeln lesen.



Sonntag, 26. Oktober 2014

Die falsche Gouvernante - Jen Turano


New York 1880: Lady Eliza Sumner steht vor dem Nichts. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie um ihr Erbe betrogen und verlor ihren Verlobten. Nun hat sie die lange Reise nach New York auf sich genommen, um den Mann zu suchen, der ihr Vermögen veruntreut hat. Da sie völlig mittellos ist, arbeitet sie als Gouvernante. Während einer Einladung begegnet sie Hamilton Beckett. Der attraktive Witwer wird gerne zu Gesellschaften eingeladen, denn so ziemlich alle Eltern einer Tochter im heiratsfähigen Alter würden ihn nur allzu gerne als Schwiegersohn in ihre Familie aufnehmen. Aber er gibt sich mürrisch, und er hat zwei kleine Kinder, die allgemein als schwierig gelten, denn sie haben bisher schon jedes Kindermädchen in die Flucht geschlagen.

Schon beim ersten Treffen spüren Eliza und auch Hamilton eine gewisse Faszination. In der Tat haben sie einiges gemeinsam, wie sich herausstellt. Sie wurden in ihrem bisherigen Leben enttäuscht und haben das Vertrauen in andere Menschen verloren. Beide hegen daher nicht den Wunsch, eine neue Beziehung einzugehen. Außerdem ist nicht nur Eliza hinter dem betrügerischen Verwalter her, der sie um ihr Erbe brachte, auch Hamilton ist einer mysteriösen Sache auf der Spur, denn jemand scheint sein Unternehmen und seine Geschäfte zu sabotieren. Bei den Bemühungen, ihre Probleme zu lösen und ihren jeweiligen Kontrahenten zu stellen, kreuzen sich ihre Wege erneut...

Man muss sie einfach gerne haben, die bezaubernde Eliza Sumner. Anfangs macht sie einen etwas tollpatschigen Eindruck, der aber durchaus beabsichtigt ist, da sie unerkannt bleiben möchte. Den attraktiven Witwer Hamilton kann sie jedoch nicht täuschen, denn er durchschaut ihre Maskerade und blickt hinter die Fassade , die sie als Schutz um sich errichtet hat.
Als die beiden erkennen, dass ihre finanziellen Probleme gewissermaßen zusammenhängen, machen sie gemeinsame Sache. Dabei kommen sie sich auch persönlich näher, und Eliza stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass Hamilton gar nicht so mürrisch ist, wie sie vermutet hat. Bei seinen beiden kleinen Kindern könnte man wirklich sagen, es ist Liebe auf den ersten Biss. ;-) Wer erfahren möchte, was ich mit dieser Wortspielerei meine, muss den Roman aber schon selbst lesen.

Die Heldinnen des Romans sind ganz und gar nicht die angepassten, zarten Frauchen, die immer auf die Gunst ihrer männlichen Begleiter angewiesen sind und rund um die Uhr beschützt werden wollen. Eliza und die anderen weiblichen Charaktere, die im Roman eine größere Rolle spielen, sind selbstbewusst und lassen sich nicht so leicht von den Herren der Schöpfung ins Bockshorn jagen. Sie können sich durchsetzen und sind durchaus in der Lage, auf sich selbst aufzupassen. Somit gibt der Roman sehr schön den Zeitgeist wieder, der zum Ende des 19. Jahrhunderts herrschte, denn damals nahm die Suffragettenbewegung ihren Anfang, und es wurde sozusagen der Grundstein für die Emanzipation der Frauen gelegt. Eliza ist ein Kind ihrer Zeit, denn sie kann einerseits ganz als adlige, elegante Dame auftreten, aber sie hat nicht nur im übertragenen Sinn die Hosen an. Sie beweist Tatkraft und Courage, und sie ist nicht auf den Mund gefallen, was häufig zu sehr amüsanten Dialogen führt, denn sie liefert sich mit Hamilton immer wieder interessante und auch vergnügliche Wortgefechte.
Aber es gibt durchaus auch ernste Töne in diesem Buch, denn Eliza erkennt, was ihr im Leben wirklich wichtig ist. Im Bezug auf ihre Mitmenschen erlebt sie so manche Enttäuschung, aber auch einige sehr positive Überraschungen. Es ist ein langer und abenteuerlicher Weg bis Eliza ihr Vertrauen in die Menschheit und ihren Glauben zurückerlangt.

Vieles ist sicher vorhersehbar, und so manche Situation wirkt ein wenig übertrieben, aber das sehe ich durchaus nicht als Makel der Geschichte, denn die Autorin hat viele Szenen geschaffen, die von ihrer heiteren Theatralik leben. Jen Turanos Debüt ist ein spannender und sehr humorvoller historischer Liebesroman, der einerseits einen hohen Unterhaltungswert bietet, sich dabei aber auch tiefgründig mit den wahren Werten im Leben befasst. Der christliche Glaube ist durchgehend ein wichtiges Thema in der Handlung, ohne dabei jedoch allzu dominant im Vordergrund zu stehen.