Posts mit dem Label Historischer Liebesroman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Historischer Liebesroman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 7. Januar 2025

Der Traum der Lady Flower - Kristin MacIver

 

Der Traum der Lady Flower
Kristin MacIver
Knaur
ISBN: 9783426530306

⭐⭐⭐

Kurzbeschreibung:

Schottland, 1485: Lady Flower, die älteste Tochter von Gregor MacKay träumt davon, bei einer Tierheilerin im entfernten Dorf Portskerra das Heilen zu lernen, um die Hochlandrinder ihres Clans zu versorgen. Ihre Eltern haben jedoch andere Pläne für die fürsorgliche Tochter: Sie soll einen Lord heiraten. Ausgerechnet Flowers heimliche Jugendliebe Cailan Sinclair, ein Frauenheld mit unentrinnbarer Vergangenheit, soll einen Ehemann für sie finden. Obwohl es zwischen Flower und Cailan knistert und funkt, weicht Flowers Traum von Cailans Pflichten als Clanerbe so weit ab, dass eine gemeinsame Zukunft für sie undenkbar ist. Bis ein verheißungsvoller Kuss alles verändert und sich die junge Frau fragen muss: Wie viel ist sie bereit, für die wahre Liebe aufzugeben?

Mein Eindruck:

Schottland in den Highlands, 1485: Flower, die älteste Tochter von Gregor MacKay, hat vor, Tierheilerin zu werden. Dafür müsste sie in das Dorf Portskerra reisen, um von der dortigen Heilerin lernen zu können. Dieser Wusch ist jedoch nicht mit den Plänen ihrer Eltern vereinbar, die Flower in einer guten Ehe wissen möchten. Ausgerechnet der attraktive und arrogante Cailan Sinclair, in den Flower heimlich verliebt ist, soll einen guten Ehemann für sie finden. Als Flower Cailans Cousin Finley kennenlernt, sieht sie in ihm die Chance, ihre Pläne zu verwirklichen. Nun steht sie zwischen zwei Männern, der eine bietet ihr die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen zu verwirklichen, der andere sieht sie als Mutter seiner Kinder, denn er braucht einen Clanerben, und in ihn ist Flower verliebt. Wie soll sie sich entscheiden?

Ich habe mich hier von dem schönen Cover verführen lassen und war neugierig auf den Roman, da der dritte Band dieser Reihe, in dem es um eine von Flowers Schwestern geht, beim Lovelybooks Community Award 2024 den dritten Platz bei den historischen Romanen belegt hat. Erst beim Lesen habe ich gemerkt, dass es sich hier um den ersten Band einer historischen Liebesroman-Reihe handelt und dem Genre "New Adult" zuzuordnen ist. Von einem historischen Roman, wie ich ihn erwartet habe, ist dieses Buch weit entfernt, denn die Geschichte könnte auch in einem anderen Jahr oder sogar Jahrzehnt spielen, ohne dass es auffallen würde. Außer dem historischen Setting, das jedoch auch nicht unbedingt glaubhaft auf mich gewirkt hat, handelt es sich einfach nur um einen Liebesroman. Ich muss zugeben, die Gedankengänge und Handlungen der Protagonisten konnte ich oft nicht nachvollziehen. Klar, Flower hat ihre Vorstellungen von der Zukunft, und Cailan gibt sich nach außen hin stark und handelt als zukünftiger Clanchef. Dass er in seinem Innern nicht so selbstbewusst ist wie er wirkt, wird zwar angedeutet, das Thema aber nicht wirklich vertieft. Das ganze Hin und Her, die "Dreiecksgeschichte" mit Finley und dass zwischen Flower und Cailan anscheinend kein vernünftiges Gespräch möglich ist, fand ich aber auf Dauer doch ein wenig nervig. Der Schreibstil ist leicht und eingängig, und wer reine Liebesromane mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Mir waren die Protagonisten zu sprunghaft und unentschlossen, und in Erwartung eines historischen Romans wurde ich enttäuscht. Als leichte Unterhaltung ohne Tiefgang war es okay. Ich denke mal, junge Leser(innen) werden durchaus Gefallen an der Story finden und bekommen vielleicht dadurch einen ersten Zugang zu historischen Romanen.


Donnerstag, 19. Dezember 2024

Rebellin mit Herz - Elisabeth Büchle

 

Rebellin mit Herz
Elisabeth Büchle
Gerth Medien


Kurzbeschreibung:

England, 1811: Auf Wunsch von Lady Henrietta Murray reist Lily Thomson nach London, um der vereinsamten Dame als Gesellschafterin beizustehen. Mit Lilys Unterstützung gelingt es Henrietta, in die Kreise des britischen Hochadels zurückzukehren. Doch ihr Auftreten bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch Kontroversen mit sich. Während Henrietta und Lily in der Aristokratie für Wirbel sorgen, entdecken sie gemeinsam eine Leidenschaft für die vernachlässigten Kinder an den Docks der Themse. In ihrem Bestreben, den verarmten Familien zu helfen, wählt Lily einen eher unkonventionellen Weg … Und dann tritt auch noch der charmante und eigenwillige Earl of Kantley auf den Plan, der Lily vor eine neue Herausforderung stellt.

Dienstag, 7. September 2021

Die Rebellinnen von Oxford / Verwegen - Evvie Dunmore

 

Die Rebellinnen von Oxford - Verwegen
Evie Dunmore
LYX
ISBN: 978-3736315426
Originaltitel: Bringing Down the Duke
(A League of Extraordinary Woman 01)

Kurzbeschreibung:

Sie kämpft für ihre Rechte und für ihre Liebe!

Annabelle Archer ist überglücklich, dass sie als eine der ersten Frauen überhaupt in Oxford studieren darf. Als Gegenleistung für ihr Stipendium soll sie die Frauenbewegung unterstützen. Es gelingt ihr durch ein geschicktes Manöver, auf das Landgut des einflussreichen Sebastian Devereux eingeladen zu werden - diesen für ihre Sache zu gewinnen, wäre unbezahlbar! Von Anfang an fliegen die Funken zwischen ihr und dem kühlen Herzog, der fasziniert ist von ihrer Intelligenz und Willenskraft. Aber für Annabelle wird die Anziehung zu Sebastian zur Zerreißprobe, denn er steht für alles, wogegen sie kämpft...


Dienstag, 30. März 2021

Wo der Himmel die Prärie berührt - Rebecca Maly

 

Wo der Himmel die Prärie berührt
Rebecca Maly
Edel Elements






Kurzbeschreibung:

Montana, 1871: Solange sie denken kann, zieht die rebellische Mary mit ihrem Vater, dem gestrengen Wunderheiler Joshua Jerobe, in einem Planwagen durch die Prärie. Nichts wünscht sie sich sehnlicher als einen Ort, an dem sie sesshaft werden kann.
Als ihr Vater nach einer schweren Verletzung beschließt, sich als Lehrer an einer Schule für indianische Waisenkinder in dem beschaulichen Dörfchen Ulyssus‘ Rest niederzulassen, verliebt sich die junge Frau gegen alle Widerstände in den Halbblut-Cree Timothy.
Doch der ist mit einem gefährlichen Auftrag nach Ulyssus‘ Rest gekommen, und schon bald muss Mary für die Liebe alles aufs Spiel setzen.

Sonntag, 7. März 2021

Das Licht der Highlands - Kathleen Givens (Hörbuch) Sprecherin: Nora Jokhosha

 

Das Licht der Highlands (Hörbuch)
Kathleen Givens
Sprecherin: Nora Jokhosha
Engl. Originaltitel: On a Highland Shore
dp Digital Publishers



Kurzbeschreibung:

Eine schicksalhafte Begegnung in den Highlands.
Schottland, 1263: Der schönen Margaret MacDonald, der Tochter des Lairds von Somerstrath, wurde ein schweres Schicksal prophezeit, das sie mit dem richtigen Gefährten an ihrer Seite bezwingen kann. Kurz vor ihrer Hochzeit mit dem adeligen und gutaussehenden Lachlan Ross ist sie überzeugt, diesen Mann gefunden zu haben. Doch ihr Glück ist nicht von Dauer. Als sie von einer Reise zum Königshof nach Hause zurückkehrt, findet sie das Dorf verwüstet und geplündert vor. Ihr Bruder wurde entführt und der Rest ihrer Familie getötet. Nur einer kann ihr helfen, ihren Bruder zu finden - der Ire Gannon MacMagnus. Schafft sie es, mit der Hilfe dieses anziehenden Kriegers ihr Schicksal zu wenden?


Samstag, 28. Juli 2018

Der Ritter und die falsche Nonne - Meriel Fuller



Klappentext:
England, 1265. Wagemutig befreit die junge Lady Alinor ihre Freundin Bianca aus den Fängen einer mordlustigen Verwandten und bringt sie in Sicherheit. Aber dafür muss sie Biancas Bruder Guilhem, Duc d’Attalens, Rede und Antwort stehen. Der französische Ritter erfüllt sie mit vager Unruhe, die sie aus ihrem Kloster nicht kennt! Und als Guilhem ihr hilft, den Übergriffen ihres entsetzlichen Stiefbruders zu entkommen, ist Alinors Schicksal endgültig besiegelt: Sie verrät ihm, wo Bianca ist. Aber auf ihrem Weg dorthin lauern nicht nur Intrigen, Fallen und Verderben. Auch Alinors Herz gerät mit jedem Kuss ihres Retters in höchste Gefahr

Dienstag, 12. Juni 2018

Der Duft der Wälder - Patricia Gaffney

Der Duft der Wälder
Patricia Gaffney
Heyne (2003)
ISBN: 978-3453864160

Heute stelle ich euch einen etwas älteren Roman vor, den ich für die Challenge "18für2018" aus meinem SuB gekramt habe. Das Buch ist offiziell nicht mehr im Handel, aber es lohnt sich meiner Meinung nach durchaus, es gebraucht zu suchen, denn ich finde, die Geschichte hat einen ganz eigenen Charme.

Sonntag, 14. Januar 2018

Die Schmuggler-Lady - Lisa McAbbey



Kurzbeschreibung des Verlags:
Nach außen eine Lady, im Herzen eine Schmugglerin!

England 1784: Nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters Lord Farlay steht die junge Lysia vor einer großen Herausforderung: Während ihre Schwestern damit beschäftigt sind, geeignete Ehemänner zu finden, muss sie den geheimen Schmugglerring ihres Vaters fortführen, um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern. 
Doch in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, ist gar nicht so einfach. Umso glücklicher ist sie, als sie mit Jack Ryder einen tatkräftigen neuen Schmuggler an ihrer Seite hat. Zudem ist der Neue gutaussehend und charmant und lässt Lysias Herz trotz des Standesunterschieds höher schlagen. Doch als der Earl of Darrington auftaucht, scheint auf einmal alles in Gefahr - der hat nämlich den Auftrag, dem Schmuggel in der Gegend einen Riegel vorzuschieben -

Donnerstag, 8. Juni 2017

Der Spion mit dem Strumpfband - Lisa McAbbey


London, Mitte des 18. Jahrhunderts:
Clarissa Greenly, Tochter eines Barons, muss sich mit verschiedenen Arbeiten über Wasser halten und auch für den Unterhalt ihres Vaters aufkommen, der im Gefängnis sitzt, weil er das Vermögen der Familie verspielt hat. So arbeitet Clarissa tagsüber in einem Buchladen und betätigt sich nebenbei als Geheimagentin. Dabei erhält sie den Auftrag, ein kleines rotes Notizbuch an sich zu bringen, das sich im Besitz des Earl von Hawkhurst befindet. Zum ersten Mal in ihrer Laufbahn als Agentin hat sie große Schwierigkeiten, ihren Auftrag zu erfüllen, denn der Earl, allgemein als sehr nüchterner, strenger Mensch bekannt, stürzt die junge Frau in einen wahren Gefühlsaufruhr. Ihr gegenüber gibt der sonst so unnahbare Earl jede Zurückhaltung auf. So sehr sich Clarissa auch bemüht, es gelingt ihr nicht, das geheimnisvolle Notizbuch zu finden und dem Earl zu entwenden. Bei ihren Versuchen, für die sie sich einiges einfallen lässt, kommt es immer wieder zu äußerst amüsanten Situationen.
Wortgewandt und sehr kurzweilig beschreibt die Autorin mehrere Zusammentreffen, die alle in einem Fiasko enden. Aber nicht nur die Situationen sind sehr lebendig wiedergegeben, sondern auch die Charaktere stellt Lisa McAbbey so plastisch dar, dass ich die Protagonisten vor meinem geistigen Auge sehen konnte.
Auch wenn Clarissa so mancher Zufall zur Hilfe kommt, was nicht unbedingt völlig realistisch ist, so habe ich mich mit diesem Roman doch bestens unterhalten. So manche Szene hat mich zum Lachen gereizt, und über die liebenswerte Clarissa mit ihren originellen Ideen musste ich immer wieder schmunzeln.
Der Roman bietet beste Unterhaltung mit einer guten Portion Humor und auch einem Quäntchen Erotik. Dabei kommt auch der historische Hintergrund nicht zu kurz, denn die Handlung spielt zur Zeit der politischen und auch kriegerischen Auseinandersetzungen um Menorca.

Ich fand die Lektüre herzerfrischend, und es hat mir leid getan, dass die Geschichte so schnell zu Ende war und ich mich von den sympathischen Protagonisten verabschieden musste.

⭐⭐⭐⭐1/2


Donnerstag, 16. April 2015

Der Highlander und die Eiskönigin - Joanne Rock


Der Highlander und die Eiskönigin,
Joanne Rock,
Deutsche Erstausgabe,
Cora Historical

Klappentext:
Stolz, schön und kalt wie eine Eiskönigin steht Cristiana vor ihm. Doch Duncan the Brave weiß genau, dass sein heißer Kuss ihr Herz zum Schmelzen bringen könnte! So war es damals, als er mit ihr verlobt war, und so wird es wieder sein, wenn die Leidenschaft zwischen ihnen erneut ihren Tribut fordert. Doch nicht um die Widerspenstige zu erobern, ist der Highlander im Wintersturm zum Sitz der verfeindeten Domhnaills geritten. Sondern weil er hier mithilfe eines Amuletts einem uralten Geheimnis auf die Spur kommen will. Und noch während Cristana sein Verlangen weckt, spürt Duncan das mysteriöse Medaillon auf seiner nackten Brust brennen…

Mein Eindruck:
Unter dem Vorwand, Schutz vor dem Wintersturm zu suchen, verschafft sich Duncan der Tapfere Zutritt zur Burg der verfeindeten Domhnaills. Seit der Auflösung ihrer Verlobung vor fünf Jahren ist Christiana, die Tochter des Lairds, ihm nicht gerade wohlgesinnt. Aber als er nun an ihre Gastfreundschaft appelliert, lässt sie ihn und seine Männer ein. Der eigentliche Grund, nach Domhnaill zu kommen, ist ein verborgener Schatz, den Duncan sucht, denn er muss dringend zu Geld kommen, da sein Halbbruder auf dem Familiensitz der Culcanons schlecht gewirtschaftet hat, während er, Duncan, im Namen des Königs unterwegs war. Sollte er sich in Donegal getäuscht haben? Denn sein Halbbruder hat nicht nur die Burg der Culcanons aller Vermögensgegenstände beraubt, sondern auch noch Christianas Schwester Edwina entehrt, die ihm eigentlich zur Frau versprochen war. Das war auch der Grund für das schwer wiegende Zerwürfnis zwischen den beiden schottischen Clans.
Die Details zu diesem Zwist kommen erst nach und nach ans Licht, und sowohl Christiana als auch Duncan haben zu viele Geheimnisse, um sich gegenseitig vertrauen zu können. Besonders in der ersten Hälfte des Romans gestalteten sich die Dialoge und Gedanken der Protagonisten daher auch manchmal ziemlich rätselhaft. Ich hatte oft den Eindruck, Christiana und Duncan reden völlig aneinander vorbei, und letztendlich drehen sich beider Gedanken doch hauptsächlich um die körperliche Anziehungskraft, die auch nach einer Trennung von fünf Jahren immer noch, vielleicht sogar noch stärker, vorhanden ist. An erotischen Szenen wird nicht gerade gespart, denn obwohl sie sich vermeintlich weder vertrauen noch lieben, finden sie sich des öfteren in trauter Zweisamkeit in einer abgeschiedenen Kammer wieder. Die familiären Zwistigkeiten und der Schatz, der angeblich auf Domhnaill versteckt ist, geraten dabei leider oft in den Hintergrund. Auch das im Klappentext erwähnte Amulett spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle. Erst im letzten Viertel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf, und nach einem dramatischen Showdown kommt es zu einer glücklichen Lösung für fast alle Beteiligten, was bei Liebesromanen ja vorauszusehen ist.
Seinem Auftrag nach Unterhaltung wird der Roman sehr wohl gerecht, aber viele Gedankensprünge und eine manchmal etwas undurchsichtige Ausdrucksweise haben meinen Lesefluss leider immer wieder ausgebremst.




Freitag, 13. März 2015

Highlander meines Schicksals - Sharon Morgan

Eilidh aus Oklahoma besucht ihre Verwandten in Schottland. Bei einer Wanderung in den Culag Woods kommt sie vom Weg ab, weil sie eine junge Frau weinen hört. Während sie dieser zur Hilfe eilen will, wird sie plötzlich ohnmächtig, und als sie erwacht, findet sie sich in der Vergangenheit wieder. Nachdem ihr bewusst geworden war, dass sie vierhundert Jahre zurück durch die Zeit gereist ist, fragt sie sich nach dem Grund. Gefangen in einer fremden Zeit unter fremden Menschen muss sie sich neu zurechtfinden. Aber sie findet Anerkennung und gute Freunde, und sie begegnet der Liebe ihres Lebens. Gerade als ihr Glück vollkommen scheint, gerät sie erneut in ein Zeitloch. Wird sie jemals wieder glücklich werden?

Ich liebe Zeitreiseromane, besonders wenn sie in Schottland spielen. Dieser hier hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen, denn es ist nicht einfach ein Liebesroman in altertümlicher Kulisse, sondern man hat das Gefühl, selbst eine geistige Zeitreise zu machen, denn die Autorin versteht es bestens, die historischen Gegebenheiten farbig, lebendig und sehr authentisch wiederzugeben. Hier passt alles zusammen: die Sprache, die Umgebung, die Gewandungen und die Gepflogenheiten der Menschen. Man erfährt so einiges über Kräuter und ihre damalige Verwendung, und man kann sich in die schottische Landschaft hinwegträumen. Auch lernt man die alten Mythen kennen, die von Feen erzählen und die in Schottland immer noch lebendig sind.
Für mein Empfinden wurden die Themen Zeitreise und schottische Vergangenheit ganz wundervoll umgesetzt, denn Sharon Morgan versetzt ihre Helden an magische Orte. Die Schauplätze ihrer Geschichte existieren wirklich, so dass man sich die Handlung in dieser Umgebung sehr gut vorstellen kann, denn man findet ergänzend reichlich Bildmaterial über die Ruinen und Landschaften im Internet.
Zum Thema „Zeitreise“ gibt es viele verschiedene Vorstellungen und Konzepte in der Literatur. Sharon Morgans Idee dazu und die Ausführung in ihrem Roman fand ich sehr interessant und einleuchtend. Bis zum Schluss ist die Handlung fesselnd und auch für so manche Überraschung gut.
Mit dieser Geschichte konnte ich wunderbar abtauchen in eine andere Zeit, an geheimnisvolle Orte und mit sympathischen Protagonisten.



Montag, 9. Februar 2015

Mitternachtsspitzen–Susan Elizabeth Phillips

SAM_3019

Kurzbeschreibung:
Das Leben ist voller Überraschungen: Wutentbrannt reist die junge Kit Weston nach New York. Ihr Ziel: Der neue Besitzer ihrer Plantage muss weg! Doch Baron Cain durchschaut schnell, dass sein neuer Stallbursche in Wahrheit eine Lady mit teuflischem Temperament und viel Courage ist. Kurzerhand verfrachtet er die junge Dame in ein vornehmes Pensionat. Drei Jahre später begegnen sich Kit und Cain erneut. Sofort fliegen die Funken zwischen ihnen von neuem. Doch diesmal ist es nicht der Zorn, der ihre Herzen entflammt, sondern die Liebe. Das aber würden sich die beiden hitzigen Dickköpfe niemals eingestehen …

Der erste Roman von Bestsellerautorin Susan Elizabeth Phillips:
Eine historische Liebesgeschichte, unvergleichlich frech, sexy und romantisch – in deutscher Erstveröffentlichung.

Mein Eindruck:
Dieser Roman lag sehr lange auf meinem SuB, denn ich habe mich  mal wieder vom Cover leiten lassen und etwas völlig anderes dahinter vermutet. Auf den ersten Blick sieht das Buch für mich gar nicht so aus wie ein historischer Liebesroman, sondern man könnte eher meinen, es ist ein Buch aus dem Chick-Lit Genre. Das Foto wirkt viel zu modern, und bereits nach wenigen Seiten war mir klar, dass das Cover zur Geschichte ganz und gar nicht passt, denn die Protagonistin von “Mitternachtsspitzen” hat schwarze Locken! Was soll dann das blonde Mädchen auf dem Cover? Also war das wieder einmal ein Buch, das ich schnell in eine Hülle gesteckt habe Zwinkerndes Smiley

So ganz klar geht aus dem Text nicht hervor, wann die Handlung spielt. Auf jeden Fall müsste es gegen Ende des 19. Jahrhunderts sein, denn der Sezessionskrieg ist vorbei. Kit Westons Eltern sind beide tot und die Baumwollplantage der Familie verloren. Nun ist die junge Frau in New York unterwegs, um den neuen Besitzer aus dem Weg zu räumen, denn wenn auch mittlerweile sehr heruntergekommen und durch die Kriegsjahre sogar teilweise zerstört, ist “Risen Glory” doch Kits ganzer Lebensinhalt. Aber sie hat die Rechnung ohne den neuen Besitzer gemacht, denn Baron Cain entdeckt sehr schnell, dass der vorwitzige, verdreckte Junge, der sich als Pferdebursche bei ihm verdingen möchte, eigentlich ein Mädchen ist. Nach einer temperamentvollen Auseinandersetzung meldet Baron die junge Waise in einem Mädchenpensionat an, wo sie die Tugenden einer Lady erlernen soll. Sich zu fügen ist ihre einzige Chance, eines Tages wieder in den Besitz von Risen Glory zu kommen.

Drei Jahre später, nach Beendigung ihrer Schulzeit, reist Kit kurz entschlossen in ihre alte Heimat, und es gibt ein Wiedersehen mit Baron, das jedoch ganz anders verläuft, als es sich die junge Frau vorgestellt hat. Baron ist fasziniert, wie sich Kit verändert hat, will das aber nicht zugeben, und auch Kits Sichtweise auf den attraktiven Mann hat sich gewandelt. Es entsteht eine Art Hassliebe zwischen ihnen, bei der auch öfter mal die Fetzen fliegen.

Besonders der Anfang der Story war sehr vielversprechend, als Kit in einem sehr abgerissenen Zustand bei Baron auftaucht und von allen für einen Jungen gehalten wird. Bei ihr ist es jedoch keine Verkleidungstaktik, sondern sie kennt nichts anderes, denn sie wuchs ziemlich wild auf der Plantage auf, ohne Schutz und Anleitung der Eltern.
Besonders die Dialoge zwischen Kit und Baron sind äußerst erheiternd, denn Kit hat ein loses Mundwerk, das wirklich jedem Gassenjungen zur Ehre gereicht. Nach und nach erfährt man, dass sowohl Kit als auch Baron “gebrannte Kinder” sind, denn sie haben beide in der Vergangenheit so einiges erlebt, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Beide haben in ihrer Kindheit keine Liebe und Geborgenheit erfahren, was sich in ihrem Verhalten niederschlägt, denn jeder hat auf seine Art einen Schutzwall um sich errichtet, der nicht so leicht zu knacken ist.
Gut hat mir das Umfeld der Handlung gefallen, denn man erfährt so einiges über den Baumwollanbau und die dabei auftauchenden Probleme. Auch wenn keine Jahreszahlen genannt werden, so lasten doch immer noch die Schatten des vergangenen Krieges auf dem Land, der das Leben der Menschen, besonders in den Südstaaten, sehr verändert hat. Der Konflikt zwischen Südstaatlern und Yankees schwelt weiterhin, was deutlich spürbar ist, denn vieles im Süden ist zerstört und die Menschen, ehemalige Plantagenbesitzer, leben nun in eher bescheidenen Verhältnissen. In diesem Umfeld ist das Verhältnis, das sich zwischen Kit und Baron anbahnt, eher außergewöhnlich, denn Baron ist ein Yankee und damit ein Eindringling, der im Süden nicht gerade herzlich aufgenommen wird. Eigentlich könnte diese Verbindung, würde sie denn gut gehen, ein Zeichen der Versöhnung setzen. Aber für eine harmonische Partnerschaft sind die Protagonisten zu impulsiv, wobei es einige Handlungen auf beiden Seiten gab, die mir dann doch ziemlich übertrieben und an den Haaren herbeigezogen erschienen. Ab und zu hatte ich den Eindruck, dass sich die Autorin ein klassisches Liebespaar der Literatur als Vorbild für ihre Protagonisten genommen hat, denn einige theatralischen Szenen haben mich an Scarlett und Rhett erinnert, Margaret Mitchells Helden aus “Vom Winde verweht”. Nur erreicht “Mitternachtsspitzen” lange nicht die Intensität und Komplexität dieses Klassikers, weder vom Sprachstil her noch bei der Handlung.
Der Roman ist leichte Kost, besonders geeignet für Zeiten,  wenn man einfach einmal abschalten und sich berieseln lassen möchte. Er ist temporeich, hat keine Längen und bietet amüsante und unterhaltsame Lesestunden.

3sterne

Dienstag, 27. Januar 2015

Geliebter Highlander - Sharon Morgan

"Geliebter Highlander" von Sharon Morgan

Auf Wunsch ihres Vaters und um den Frieden zwischen den schottischen Clans zu bewahren, soll die schöne Beatagh MacIntosh ein Handfasting mit Ewen Cameron, dem Erzfeind der MacIntoshs, eingehen. Sie weigert sich vehement gegen diese Verbindung, und letztendlich erpresst sie ihre Cousine Marsaili, die ihr sehr ähnlich sieht, die Rollen zu tauschen.
Da es sich um eine zeitlich auf ein Jahr begrenzte Verbindung handeln soll, willigt Marsaili schweren Herzens ein. Unter Beathags Namen trifft sie sich mit Ewen und folgt ihm nach Torcastle, wo die traditionelle Verlobung stattfinden soll. Womit Marsaili nicht gerechnet hat, ist die starke Anziehungskraft, sie sich schon sehr bald zwischen ihr und Ewen entwickelt.
Marsaili weiß, dass sie ihre wahre Identität irgendwann beichten muss, aber sie schiebt es vor sich her, denn ihr ist bewusst, dass Ewen sie hassen wird, wenn er erfährt, wer sie wirklich ist.

Dies ist ein historischer Liebesroman ganz besonderer Art. Zwar geht es in erster Linie um eine wunderbare Romanze, aber beachtenswert ist hier die authentische historische Kulisse, denn Marsailis und Ewens Geschichte basiert auf realen historischen Personen. Auch die politischen Entscheidungen und die kriegerischen Ereignisse hat es damals gegeben. Man bekommt ganz nebenbei auch einen interessanten Abschnitt schottischer Geschichte nahegebracht. Inmitten dieses faszinierenden Plots, der den Leser ins 15. Jahrhundert, mitten in die schottischen Highlands entführt, entwickelt sich langsam und anfangs fast unmerklich eine zarte Liebe zwischen Marsaili MacIntosh und Ewen Cameron, eine Verbindung, die eigentlich gar nicht sein darf, da die Protagonisten verfeindeten Clans angehören. Ursprünglich war alles ganz anders geplant, und das von Alexander MacDonald von Lochalsh arrangierte Handfasting war lediglich für die Dauer eines Jahres gedacht. Aber wie das Leben oft spielt, richten sich Gefühle nicht nach Befehlen oder Verboten, und das erleben hier auch die Protagonisten.
Es ist eine mitreißende Geschichte, die mit einer Reihe sehr sympathischer Charaktere aufwarten kann und die mich besonders durch ihren starken historischen Bezug beeindruckt hat. Wie die Autorin im Nachwort schreibt, musste sie den verschiedenen Personen erst einen Charakter verleihen, denn über die meisten ist nur wenig überliefert. Aber diese Aufgabe hat Sharon Morgan ganz hervorragend erfüllt. Nicht nur die Haupt-Charaktere sondern auch alle Nebenfiguren im Roman sind nie eindimensional, sondern stets vielschichtig und interessant dargestellt. Ewen ist so, wie man sich einen schottischen Clanführer vorstellt, einerseits streng und unerbittlich, manchmal gnadenlos, aber immer gerecht und in gewissen Situationen auch herzlich und gefühlvoll. Die liebenswerte Marsaili vereint genau die richtige Kombination aus Herzlichkeit, Natürlichkeit und Mitgefühl mit Widerspruchsgeist und Eigensinn. Ihre Cousine Beathag ist von ganz anderer Wesensart, und hier haben sich bei mir manchmal Zweifel geregt, dass die beiden jungen Frauen ihr Täuschungsmanöver so einfach und so lange aufrecht halten konnten. Dass Marsailis Eltern nichts bemerkt haben, ist nicht verwunderlich, denn sie haben sich kaum um die Tochter gekümmert, so dass eine Veränderung ihnen wohl gar nicht aufgefallen wäre. Aber dass Beathag sogar Marsailis Bruder bis zu einem gewissen Punkt täusche konnte, das erschien mir doch ein wenig zweifelhaft.
Da mir der Schreibstil und auch die Handlung insgesamt sehr gefallen haben, konnte ich jedoch über so kleine Ungereimtheiten, die mir aufgefallen sind, gut hinwegsehen, auch weil diese ja dazu gebraucht wurden, die Handlung in die richtigen Bahnen zu lenken.

Noch eine Bemerkung zum Cover. Es ist dunkel gehalten und mit keltischen Ornamenten geschmückt, was mir gut gefällt. Der Mann in Großaufnahme auf dem Einband soll sicher für Ewen Cameron stehen. Da sich jeder in der eigenen Vorstellung aber ein anderes Bild macht, finde ich Buchcover mit Personenabbildungen immer ein wenig irritierend und neige dann dazu, das Buch in eine Hülle zu stecken. Mir persönlich sind grundsätzlich Coverdesigns lieber, die einen nicht so festlegen, aber das wird jeder anders empfinden.
Ich bewerte das Buch mit dicken vier Sternen, mit starker Tendenz hin zur vollen Sternzahl.

 bis 



Samstag, 29. November 2014

Die Liebesbotin der Königin - Bettina Pecha


Norfolk, 1533: Die dreizehnjährige Elizabeth Ruscot soll auf dem Landsitz von Lady Agnes, der Witwe des 2. Dukes of Norfolk, eine angemessene Erziehung erhalten. In Chesworth House trifft sie viele junge Adlige, unter anderem auch Catherine Howard, die Enkelin von Lady Agnes. Die beiden Mädchen werden Freundinnen und verlieben sich gleichzeitig in den attraktiven Francis Dereham, der als Lady Agnes' Sekretär ebenfalls zum Haushalt gehört. Francis hat nur Augen für Catherine, und Elizabeth bleibt enttäuscht zurück. Sechs Jahre später, kurz nach ihrer Heimkehr, erfährt sie, dass sie gegen ihren Willen Lord Philip Hamilton heiraten soll. Der ernste und schweigsame Mann schüchtert sie ein. Nur widerstrebend fügt sie sich in dieses Arrangement, und es dauert lange, bis die jungen Eheleute erkennen, dass sie sich lieben. Ihr neu gefundenes Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Henry VIII. hat mittlerweile Catherine Howard zu seiner fünften Frau gemacht, und die junge Königin beruft Elizabeth als Hofdame zu sich. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft erfährt Elizabeth den wahren Grund, wieso Catherine sie bei sich haben möchte. Sie braucht ihre alte Vertraute und Freundin als Vermittlerin, um Thomas Culpeper, ihrem Geliebten, heimlich Nachrichten zukommen zu lassen. Aber der König erfährt, dass seine junge Frau ihm Hörner aufgesetzt hat. Als Catherines heimliche Machenschaften auffliegen, gerät auch Elizabeth in höchste Gefahr. Francis Dereham ist ebenfalls in Catherines Dienste getreten, eine Entscheidung, die sich als verhängnisvoll für ihn erweist.

Kurzweilig und lebhaft beschreibt Bettina Pecha das damalige Leben und das Treiben am Hof des Königs Henry VIII, so dass man sich in diese Zeit versetzt fühlt und den Eindruck hat, den Hofklatsch aus erster Hand zu erfahren. Im krampfhaften Bemühen um einen Thronfolger geht der König mehrere Ehen hintereinander ein und entledigt sich seiner vorherigen Frauen auf unterschiedliche Weise, wenn sie ihm nicht den Wunsch nach einem Sohn erfüllen können. Das alles erfährt man aus Elizabeths Sicht. Auch deren Entwicklung erlebt man hautnah mit, von der unerfahrenen und stürmischen Jugendlichen, die den Zauber der ersten Liebe erlebt, bis zur gereiften Frau, die nun ihren Scharfsinn einsetzt und mit Weitblick handelt. Aber trotz aller Vernunft gerät sie in den Sog der Gefahr, denn sie kann sich den Intrigen und dem Willen Catherines nicht entziehen. Wenn ich das schreibe, verrate ich nicht zu viel, denn auf diese Gegebenheit weist eigentlich schon der Titel des Romans hin. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn die damalige Zeit und alles, was mit Henry VIII. Und seinen Frauen zu tun hat, finde ich sehr interessant, und es ist im Roman auch schön ausführlich und informativ beschrieben. Alle Persönlichkeiten hat die Autorin plastisch und lebendig gezeichnet. Neben Elizabeth und Philip fand ich besonders Catherine Howard und Anna von Kleve sehr fein charakterisiert.

Leider ist das Ende der Geschichte etwas abrupt, und man entlässt die Protagonisten ins Ungewisse. Wie es mit Elizabeth und Philip weitergeht und was aus ihren Plänen wird, das hätte ich sehr gerne noch erfahren, beispielsweise in einem abschließenden Kapitel, das einen Blick in die Zukunft gewährt. Aber vielleicht besteht ja Hoffnung auf eine Fortsetzung, was ich sehr begrüßen würde.

Diesen Roman habe ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen und bedanke mich ganz herzlich für die Überlassung des eBooks. Wer sich für Henry VIII. und seine sechs Frauen interessiert und gerne die Schauplätze des Romans sehen möchte, dem möchte ich empfehlen, die Website der Autorin zu besuchen, denn dort hat sie jede Menge an Hintergrundwissen bereitgestellt: Zur Website vonBettina Pecha



Sonntag, 26. Oktober 2014

Die falsche Gouvernante - Jen Turano


New York 1880: Lady Eliza Sumner steht vor dem Nichts. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie um ihr Erbe betrogen und verlor ihren Verlobten. Nun hat sie die lange Reise nach New York auf sich genommen, um den Mann zu suchen, der ihr Vermögen veruntreut hat. Da sie völlig mittellos ist, arbeitet sie als Gouvernante. Während einer Einladung begegnet sie Hamilton Beckett. Der attraktive Witwer wird gerne zu Gesellschaften eingeladen, denn so ziemlich alle Eltern einer Tochter im heiratsfähigen Alter würden ihn nur allzu gerne als Schwiegersohn in ihre Familie aufnehmen. Aber er gibt sich mürrisch, und er hat zwei kleine Kinder, die allgemein als schwierig gelten, denn sie haben bisher schon jedes Kindermädchen in die Flucht geschlagen.

Schon beim ersten Treffen spüren Eliza und auch Hamilton eine gewisse Faszination. In der Tat haben sie einiges gemeinsam, wie sich herausstellt. Sie wurden in ihrem bisherigen Leben enttäuscht und haben das Vertrauen in andere Menschen verloren. Beide hegen daher nicht den Wunsch, eine neue Beziehung einzugehen. Außerdem ist nicht nur Eliza hinter dem betrügerischen Verwalter her, der sie um ihr Erbe brachte, auch Hamilton ist einer mysteriösen Sache auf der Spur, denn jemand scheint sein Unternehmen und seine Geschäfte zu sabotieren. Bei den Bemühungen, ihre Probleme zu lösen und ihren jeweiligen Kontrahenten zu stellen, kreuzen sich ihre Wege erneut...

Man muss sie einfach gerne haben, die bezaubernde Eliza Sumner. Anfangs macht sie einen etwas tollpatschigen Eindruck, der aber durchaus beabsichtigt ist, da sie unerkannt bleiben möchte. Den attraktiven Witwer Hamilton kann sie jedoch nicht täuschen, denn er durchschaut ihre Maskerade und blickt hinter die Fassade , die sie als Schutz um sich errichtet hat.
Als die beiden erkennen, dass ihre finanziellen Probleme gewissermaßen zusammenhängen, machen sie gemeinsame Sache. Dabei kommen sie sich auch persönlich näher, und Eliza stellt zu ihrem Erstaunen fest, dass Hamilton gar nicht so mürrisch ist, wie sie vermutet hat. Bei seinen beiden kleinen Kindern könnte man wirklich sagen, es ist Liebe auf den ersten Biss. ;-) Wer erfahren möchte, was ich mit dieser Wortspielerei meine, muss den Roman aber schon selbst lesen.

Die Heldinnen des Romans sind ganz und gar nicht die angepassten, zarten Frauchen, die immer auf die Gunst ihrer männlichen Begleiter angewiesen sind und rund um die Uhr beschützt werden wollen. Eliza und die anderen weiblichen Charaktere, die im Roman eine größere Rolle spielen, sind selbstbewusst und lassen sich nicht so leicht von den Herren der Schöpfung ins Bockshorn jagen. Sie können sich durchsetzen und sind durchaus in der Lage, auf sich selbst aufzupassen. Somit gibt der Roman sehr schön den Zeitgeist wieder, der zum Ende des 19. Jahrhunderts herrschte, denn damals nahm die Suffragettenbewegung ihren Anfang, und es wurde sozusagen der Grundstein für die Emanzipation der Frauen gelegt. Eliza ist ein Kind ihrer Zeit, denn sie kann einerseits ganz als adlige, elegante Dame auftreten, aber sie hat nicht nur im übertragenen Sinn die Hosen an. Sie beweist Tatkraft und Courage, und sie ist nicht auf den Mund gefallen, was häufig zu sehr amüsanten Dialogen führt, denn sie liefert sich mit Hamilton immer wieder interessante und auch vergnügliche Wortgefechte.
Aber es gibt durchaus auch ernste Töne in diesem Buch, denn Eliza erkennt, was ihr im Leben wirklich wichtig ist. Im Bezug auf ihre Mitmenschen erlebt sie so manche Enttäuschung, aber auch einige sehr positive Überraschungen. Es ist ein langer und abenteuerlicher Weg bis Eliza ihr Vertrauen in die Menschheit und ihren Glauben zurückerlangt.

Vieles ist sicher vorhersehbar, und so manche Situation wirkt ein wenig übertrieben, aber das sehe ich durchaus nicht als Makel der Geschichte, denn die Autorin hat viele Szenen geschaffen, die von ihrer heiteren Theatralik leben. Jen Turanos Debüt ist ein spannender und sehr humorvoller historischer Liebesroman, der einerseits einen hohen Unterhaltungswert bietet, sich dabei aber auch tiefgründig mit den wahren Werten im Leben befasst. Der christliche Glaube ist durchgehend ein wichtiges Thema in der Handlung, ohne dabei jedoch allzu dominant im Vordergrund zu stehen.


Dienstag, 11. März 2014

Mitternachtsträume - Iris Johansen


Kurzbeschreibung:
Die junge, schöne Heilerin Brynn wird an den Hof des mächtigen Eroberers Lord Gage Dumont befohlen. Sie soll den verwundeten Freund des Lords pflegen und kommt dabei Gage näher und näher – doch der Graben zwischen Sklavin und Herrscher scheint unüberwindbar. Wäre da nicht dieses sinnliche Feuer, das die beiden zu verbrennen droht …

Mein Eindruck:
Für die ABC-SuB-Minimierungs-Challenge habe ich diesen Roman aus meinem riesigen Bücherstapel gefischt. Auf der Suche nach Autoren mit Anfangsbuchstaben „J“ kam mir das Buch von Iris Johansen als erstes in die Finger.  
Diese Art „Nackenbeißer“-Cover war ja eine Zeitlang sehr im Trend und bei einigen Verlagen beliebt, egal ob es zum Inhalt passte oder nicht. Mich persönlich schreckt das Design eher ab, dazu kommt dass die Protagonisten in den seltensten Fällen eine Ähnlichkeit mit den abgebildeten Personen haben.
Das Konzept der Story ist anfangs recht gut; man erfährt ein wenig über die Entwicklungen und dem Kampf um die Thronfolge im Jahr 1066 in England. Letztendlich bleibt jedoch der historische Hintergrund nebensächlich, die Geschichte konzentriert sich fast ausschließlich auf Brynn und Gage. Zwischen Herrn und Sklavin entbrennt ein wahrer Machtkampf, und selten habe ich eine Frau so oft „nein“ sagen hören. Man hat bald das Gefühl, die Fronten hätten gewechselt, denn Gage, der harte Krieger, wird Brynn gegenüber lammfromm. Er  macht Zugeständnisse und erntet Abweisung. Vermutlich hatte die Autorin im Sinn, mit Brynn eine besonders starke Frauenfigur zu schaffen, aber man nimmt es ihr nicht wirklich so ab. Manches wirkte auf mich recht unglaubwürdig. Auch die Art, wie sich am Ende alles fügt, war mir dann zu schnell und zu glatt.

Es ist eine Story mit viel Herzschmerz und Erotik, ein historischer Liebesroman, der sich leicht liest, gut unterhält und ein Happy End bietet, aber auch nicht mehr. Der Bezug zu Artus, Camelot oder gar Avalon, den die Autorin im Sinn hatte, wie sie im Nachwort erklärt, ist für mich jedoch gar nicht gegeben.  


Montag, 22. Juli 2013

Die Pilgergräfin - Elizabeth Mittler




Klappentext:
Burg Eschenbronn, 1376: Gräfin Leonor ist verzweifelt. Durch ihre Schuld sind ihr Mann und ihr Sohn gestorben! Mit gebrochenem Herzen begibt sie sich auf eine Wallfahrt, um am Grab des Heiligen Paulus in Rom zu sühnen. Nur die Verkleidung als Knabe bietet der Pilgergräfin Schutz. Und so begegnet sie dem edelmütigen Chevalier Robyn de Trouville, der sie als Knappe in seinen Dienst nimmt. Doch sie darf sich nicht zu erkennen geben, will auch nie wieder lieben – und sieht die Verwirrung in Robyns Blicken. Darüber, dass er in heißem Verlangen zu dem vermeintlichen Jüngling entbrannt ist …

Mein Eindruck:
Gräfin Leonor ist verzweifelt, denn das Schicksal der jungen Witwe ist ungewiss. Ihr Schwager, der mittlerweile das Regiment auf Burg Eschenbronn übernommen hat, möchte sie unbedingt schnell wieder verheiraten. Dabei hat er jedoch nur seinen eigenen Nutzen im Sinn. Leonor will sich keinesfalls seinen Wünschen fügen. Sie wählt die Flucht nach vorn und geht auf eine Pilgerreise, denn sie fühlt sich am Tod ihres Mannes und ihres kleinen Sohnes schuldig.

Dieser Roman ist der erste Band einer neuen Reihe im Cora-Verlag. Steht normalerweise bei den Historicals eher die Liebesgeschichte im Vordergrund, so liegt hier das hauptsächliche Augenmerk auf Leonors Schicksal. Sie beginnt ihre Pilgerreise, zusammen mit Anna, ihrer Kammerfrau und zugleich Vertrauten. Ihre Erwartungen sind anfangs recht naiv, aber im Lauf ihrer Wallfahrt bekommt sie die Strapazen ihres neuen Lebens schwer zu spüren und gerät in gefährliche Situationen. Ihre unbedarfte Einstellung ist für die damalige Zeit und für Leonors ursprüngliche Stellung in der Gesellschaft sicher nicht außergewöhnlich und wird glaubwürdig dargestellt. Im Verlauf ihrer langen Wanderschaft wächst sie an den Aufgaben, die das Schicksal für sie bereithält. Natürlich kommt auch in diesem Roman die Liebesgeschichte nicht zu kurz, aber sie entwickelt sich langsam und sehr dezent. Chevalier Robyn de Trouville ist ein interessanter Charakter, der sich weniger mit Waffengewalt, sondern lieber mit Verstand durchs Leben schlägt. Seine erste Begegnung mit dem „Knappen Leon“ und seine Gefühle und Gedanken, dem „jungen Mann“ gegenüber, sind gut nachvollziehbar. Dass er von Anfang an berechtigte Zweifel an der Identität des Jungen hegt, wirkt absolut realistisch.
Der Schreibstil der Autorin ist gefällig und einfühlsam und der damaligen Zeit gut angepasst.

Sehr nützlich finde ich das umfangreiche Namensregister, gleich am Beginn des Buches, denn es kommen sehr viele Personen in der Geschichte vor bzw. werden erwähnt. Mit diesem Verzeichnis behält man durchgehend die Übersicht, und ich habe es immer wieder gerne zur Hilfe genommen. Nicht nur alle menschlichen Charaktere sind dort zu finden, sondern es gibt auch einige vierbeinige und sehr liebenswerte Helden im Roman, die ebenfalls einen verdienten Platz dort erhalten haben. Insgesamt gefällt mir der Auftakt zur neuen „Historical Edition“ sehr gut, denn „Die Pilgergräfin“ ist flüssig und unterhaltsam geschrieben. Es bleiben zwar einige Dinge ungeklärt, aber im Profil der Autorin habe ich gelesen, dass sie bereits an ihrem zweiten Roman arbeitet, in dem es um Leonors Cousine geht. Vermutlich werde ich dort meine Fragen zu gegebener Zeit beantwortet bekommen.

Über die Autorin:
Elizabeth Mittler wuchs im Rheinland auf. Sie studierte Anglistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Bonn und Hamburg. Nach dem Magisterabschluss beschloss sie, ihr Hobby - Lesen und Schreiben - zum Beruf zu machen, und wurde Lektorin. Nach vielen Jahren der Arbeit mit Fremdtexten hat sie sich ihren Traum erfüllt und angefangen, selbst Romane zu schreiben – in ihrer Wahlheimat Hamburg, wo sie mit ihrem Hund lebt.
Sie ist fasziniert vom Mittelalter, das als dunkle Zeit gilt, aber auch die Fantasie weckt und viel Freiraum für schriftstellerische Kreativität bietet. In ihrem Erstling „Die Pilgergräfin“ hat sie mit der mutigen Gräfin Eleonore von Eschenbronn und dem französischen Ritter Robyn de Trouville, der lieber seinen scharfen Verstand benutzt, bevor er zum Schwert greift, zwei außergewöhnliche Menschen porträtiert, die nach einer langen, abenteuerlichen Reise zueinander finden. Und mit dem klugen, treuen Hund Tarras will sie all seinen Artgenossen ein kleines Denkmal setzen.

Zurzeit arbeitet die Autorin an ihrem zweiten Roman, in dem sie die spannende Geschichte von Mathilde, Eleonores Cousine, schildert.



Herzlichen Dank an den Cora-Verlag für das Rezensionsexemplar.


Montag, 20. Mai 2013

Rettung der Highlanderin - Laurin Wittig


Klappentext:
Schottland 1308: Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg gegen die Engländer in die schottischen Highlands wird Tayg Munro als Held empfangen – und vor ein Ultimatum gestellt. Bevor er in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Nachfolge als Chief des Clans von Culrain antreten kann, muss er sich binnen eines Monats eine Ehefrau suchen ... andernfalls wird die Wahl für ihn getroffen. Wütend über die Anordnung seiner Familie schiebt Tayg das Unvermeidliche hinaus und meldet sich freiwillig für eine Mission des Königs, die ihn tief in die Highlands führt. In Gedanken über seine Heiratspflicht versunken macht sich der Krieger missmutig auf den Weg, ohne zu ahnen, weder in was für hinterhältige Intrigen er schon bald verstrickt werden soll, noch der gefährlichen Leidenschaft, die entflammen wird, nachdem er auf eine fast bewusstlose Schönheit im Wald stößt.

Mein Eindruck:
In den schottischen Highlands herrscht bittere Kälte, als Tayg Munro unverhofft die junge Frau trifft, die sich ihm als Catriona vorstellt. Hierzu eine kleine Anmerkung meinerseits: für eine „fast bewusstlose Schönheit“, wie sie im Klappentext genannt wird, hat sie von Anfang an ein ziemlich gutes Mundwerk. Bewusstlos sieht für mich eindeutig anders aus! Bald stellt sich heraus, dass es sich bei ihr um die Tochter des Chiefs vom Clan Leod von Assynt handelt, welche im ganzen Umkreis als “Das Biest“ verrufen ist. Als Tayg von einer Intrige gegen den König erfährt, beschließt er, das Mädchen mit sich zu nehmen. Eigentlich beschreibt der Roman hauptsächlich die gemeinsame Reise. Die erste Hälfte des Buches war für mich mühsam zu lesen, nicht wegen des Schreibstils, sondern weil es recht wenig Handlung gab. Taygs und Catrionas Ritt durch den Schneesturm zog sich endlos dahin, begleitet von immer wiederkehrenden Einblicken in die Gedankenwelt des Paares. Es gibt ellenlange Abhandlungen, aus Taygs Sicht, über die verlockende Form ihrer Lippen, über die Anziehungskraft, die sie auf ihn ausübt und seine Bedenken, weil sie ja „das Biest“ ist. Catriona hat wiederum Skrupel, weil sich Tayg ihr gegenüber als Barde ausgegeben hat, und einen einfachen Barden kann sie ja nicht heiraten, obwohl sie sein Lächeln schon verführerisch findet. So geht das fast 200 Seiten lang, mit vielen Wiederholungen und Ausschmückungen mit fortwährendem „Wenn und Aber“. Im letzten Drittel vermochte mich die Handlung dann doch einigermaßen zu fesseln. Bis die Irrungen und Wirrungen in der Geschichte ein halbwegs glückliches Ende nehmen, muss man schon einige Geduld aufbringen und auch so manches Hin und Her und jede Menge Klischees verkraften. Auch wenn das Coverbild nicht danach aussieht, so handelt es sich hier eindeutig um einen Liebesroman, der für mich jedoch nicht den Anspruch erfüllt, wirklich glänzende Unterhaltung zu bieten. Da das Cover, durch eine besondere Oberflächenbeschichtung, einigermaßen strapazierfähig ist und nicht zu Leseknicken neigt, kann ich den Roman für unterwegs, als Zerstreuung für eine längere Bahnfahrt oder den Aufenthalt in einem Wartezimmer empfehlen.


Wichtiger Hinweis: Dieser Roman ist bereits 2009 unter dem Titel „Retter in dunkler Nacht“ und 2007 unter dem Namen „Im Herzen des Hochlands“ (als Cora Historical) erschienen!
Bei den unten aufgeführten Ausgaben handelt es sich also jeweils um die gleiche Story.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Brautjagd - Georgette Heyer



Klappentext:
Miss Prudence Merriott ist eine außergewöhnliche, couragierte junge Dame. Und so zögert sie keinen Augenblick, in Männerkleidung zu schlüpfen, als ihr Gefahr droht. Doch dann begegnet sie dem eleganten Sir Anthony Fanshawe, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Nun bereut Prudence ihre Maskerade. Wie gern würde sie jetzt eine wunderschöne, tief dekolletierte Abendrobe tragen und mit dem attraktiven Gentleman flirten. Aber wenn sie ihre wahre Identität preisgibt, droht sie alles zu verlieren – vielleicht sogar ihr Leben …

Mein Eindruck:

Aus diversen, triftigen Gründen nehmen die Geschwister Prudence und Robin einen Tausch der Geschlechterrollen vor. Prudence schlüpft in die Rolle eines jungen Mannes mit Namen Peter Merriott, und Robin tritt in Frauenkleidern als Peters Schwester Kate auf. Die feine Londoner Gesellschaft lässt sich täuschen, und schnell wird das Geschwisterpaar in die erlauchten Kreise aufgenommen, aber dann verliebt sich Prudence in den stattlichen Sir Anthony Fanshawe. Wie gerne würde sie ihm ihr wahres Ich zeigen. Als der Vater des Geschwisterpaars auftaucht und seinen Anspruch auf den Titel „Viscount of Barham“ geltend macht, ist die Verwirrung komplett. Mylord strebt nicht nur nach Höherem, er hat auch einen Plan ausgetüftelt, wie er die gefährdete Existenz seiner Kinder retten und in geordnete Bahnen lenken kann. Ob es ihm gelingt?

Georgette Heyer bietet dem Leser hier ein Verwirrspiel der besonderen Art. Bruder und Schwester tauschen die Geschlechterrollen, und es ist sehr verwunderlich, dass sie die Maskerade so lange glaubhaft aufrecht erhalten können. Bald ist eine amüsante Verwechslungskomödie im Gange, die auch einiges von einer Mantel und Degen-Inszenierung hat. Die Verwicklungen, die sich im Lauf der Handlung ergeben, sind phantasievoll geschildert und äußerst amüsant zu lesen.
Die elegante Sprache malt farbenprächtige Bilder und passt wunderbar zu der beschriebenen Ära.
Es handelt sich um einen klassischen Regency-Roman, mit heiteren und zugleich geschliffenen, geistreichen Dialogen, facettenreichen Protagonisten in stilvoller Umgebung.und zum Teil kuriosen Charakteren. Besonders „Mylord“ wirkt in seiner selbstherrlichen Art ziemlich bizarr. Der alte Herr sprüht nur so vor Ideen und macht es seinen Kindern nicht leicht, an ihn zu glauben.
„Brautjagd“ ist ein herrlich romantischer Roman, ein wenig kitschig, ungeheuer dramatisch, herzerfrischend - kurzum: ein echter Heyer, brillant und mit viel Zeitkolorit erzählt.


Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Cora Verlag. Hier werden nach und nach Georgette Heyers Klassiker wieder neu aufgelegt.

Sonntag, 28. April 2013

Das wilde Herz der Highlands - Lynsay Sands



Schottland, 1395: Sie waren sich von Jugend an versprochen, doch dann wartete die schöne Seonaid Dunbar viele Jahre vergeblich auf ihren Bräutigam. Erst auf Befehl von König Richard II. begibt sich Lord Blake Sherwell widerstrebend nach Schottland, um Seonaid zu heiraten. Die junge Frau hat jedoch mittlerweile keine Lust mehr auf eine Ehe mit dem Engländer, denn zu tief sitzt die Schmach, die er ihr angetan hat, indem er sie so lange sitzen ließ. Bei seiner Ankunft auf Dunbar Castle muss Blake erfahren, dass seine Braut geflüchtet ist. Quer durch Schottland führt ihn seine Suche. Als er Senonaid dann gegenübersteht, ist er einer Ehe mit ihr doch nicht mehr so ganz abgeneigt, denn sie ist nicht nur schön, sondern auch eine Kriegerin und ganz anders als die Frauen, die er bisher kennengelernt hat.

Bei diesem soeben im Cora Verlag erschienenen Roman handelt es sich um den dritten Teil der „Deed-Reihe“ der Autorin. Man muss jedoch die anderen beiden Bücher nicht kennen, um an diesem Roman seine Freude zu haben, denn es kommen zwar einige Personen der anderen beiden Bände darin vor, aber der Schwerpunkt dieser Geschichte liegt eindeutig bei Seonaid Dunbar und Blake Sherwell.
Seonaid ist eine starke, mutige junge Frau, die zwar in Liebesdingen völlig unerfahren ist, sich aber schon häufig im Kampf bewähren konnte. Sie und auch ihre Cousine Aeldra entsprechen ganz und gar nicht dem damaligen Weltbild, was Frauen anbelangt. Jedoch gerade dieser Umstand verleiht der Handlung Pfiff. Zwischen den Brautleuten ergeben sich häufig sehr witzige Dialoge, denn Seonaid ist nicht gerade auf den Mund gefallen. Dass sie Blake Sherwell gerade mit ihren ganz und gar unweiblichen Eigenschaften faszinieren kann, ist ihr jedoch lange Zeit nicht klar.
Der historische Liebesroman kann mit viel Humor und auch mit einer guten Portion Romantik aufwarten und bietet einen kurzweiligen Lesespaß.
Irritierend fand ich lediglich das auf dem Cover abgebildete Paar, denn die Protagonisten des Romans sehen ganz anders aus: Lord Blake Sherwell hat blonde Locken und wird mit einem Erzengel verglichen, Seonaid ist der Beschreibung nach schwarzhaarig. Ich finde es zwar schade, dass das abgebildete Paar den Helden so gar nicht entspricht, aber dem Lesevergnügen tut das natürlich keinen Abbruch, das ist auf jeden Fall gegeben.



Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Cora Verlag.
Das vorliegende Buch ist aus der Cora Reihe "Historical Gold", wo im 4-wöchentlichen Abstand historische Liebesromane erscheinen. Die Bände sind auch im Jahresabo verfügbar.