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Dienstag, 28. Mai 2024

Willkommen im falschen Film - Monika Gruber, Andreas Hock

 

Willkommen im falschen Film
Monika Gruber, Andreas Hock
Hörbuch gelesen von den Autoren
Osterwold Audio

Kurzbeschreibung:

Ja, sind denn alle endgültig verrückt geworden? Kaum ist die Pandemie vorbei, geht der Wahnsinn weiter, wie Monika Gruber und Andreas Hock feststellen müssen. Egal, ob grüne Wärmepumpenfetischisten oder notorische PS-Protzer, verblendete Woke-Aktivisten oder ideologisierte Lehrer, besserwisserische Medienmacher und weltfremde Politiker: hier bekommt jeder sein Fett weg, der den gesunden Menschenverstand gegen Hysterie oder ein paar Gendersternchen eingetauscht hat.


Donnerstag, 22. Januar 2015

Oma Else startet durch - Thomas Letocha


Oma Else ist vielen bereits durch ihre Vorgeschichte „Oma Else kann's nicht lassen“ bekannt. Mittlerweile lebt die 81-Jährige, zusammen mit Mario, einem guten Freund, in einem kleinen Häuschen in Süditalien. Aber plötzlich muss Mario dringend zurück nach Deutschland, und Else bleibt allein zurück. Schnell fühlt sie sich einsam, und als Marios Freund Hardy mit dem VW-Bus kommt, um einige von seinen Möbeln abzuholen, zögert sie nicht lange und fährt mit Hardy zurück nach Deutschland. Unterwegs passiert so einiges, was Elses Leben wieder einmal komplett durcheinanderwirbelt.

Oma Else ist außergewöhnlich, genau wie ihre Lebens-Situation. Ihre spontanen Aktionen und Entschlüsse sind nicht gerade typisch für die Generation 80 plus. Die Art, wie sie über sich selbst spricht, ist immer irgendwie, als würde sie von einer ganz anderen Person erzählen. Alles, was sie selbst betrifft, verniedlicht sie gerne. Auf ihrer Fahrt, von Süditalien in den Norden Deutschlands, passieren wieder allerhand aufregende Dinge, die ich jedoch meist nicht so ganz nachvollziehen konnte, denn viele der anstehenden Abenteuer wirken doch recht hanebüchen. Elses spontane Aktionen und die daraus resultierenden Folgen sind nicht so recht glaubwürdig, besonders wenn man Elses Alter bedenkt. Auch Hardy, ihr Reisebegleiter, tut einige Dinge, die nicht zu ihm passen. Ich möchte damit nicht sagen, dass man im Alter keinen Spaß mehr haben darf oder keine Abenteuer mehr erleben kann, aber eine gewisse Vernunft setze ich eigentlich schon bei viel jüngeren Menschen voraus, und die beiden Protagonisten benehmen sich manchmal recht kindisch. Die Art, wie Else sich immer wieder in Schwierigkeiten bringt, weil sie sich grundsätzlich an Orte begibt, wo sie absolut nichts zu suchen hat, ist schon ziemlich absurd. Ich möchte gar nicht auf die einzelnen Episoden eingehen, denn dann würde ich zu viel vom Inhalt des Buches verraten.
Elses Geschichte liest sich wie eine Slapstick-Komödie in Romanform; dies ist mir diesmal noch stärker als beim ersten Teil aufgefallen. Amüsant ist sie allemal, wenn auch die wenigen ernsten Passagen, die es im Buch gibt, nicht so recht ins Gesamtbild passen wollen.
Auch das Ende der Geschichte wirkt, wie schon der ganze Roman, ziemlich konstruiert und auf Happy End zurechtgeschnitten.
Man sollte also nicht zu viel erwarten, wenn man das Buch zur Hand nimmt. Als unterhaltsame Lektüre zwischendurch, wenn man einfach mal abschalten möchte, ist die Story jedoch durchaus gut.


Hier geht es zu meiner Rezension vom ersten Buch: KLICK

Samstag, 6. September 2014

Onkel Humbert guckt so komisch - Brigitte Kanitz


Nach einem üblen Sturz an ihrem dreißigsten Geburtstag kommt Maja Glück im Krankenhaus zu sich. Nur komisch, dass sie nun überall Stimmen hört. Die Erklärung des Phänomens erhält sie von ihrem Onkel Humbert, der ihr eröffnet, dass sie, wie auch er selbst, den Familienfluch geerbt hat. Sie kann plötzlich die Gedanken ihrer Mitmenschen lesen bzw. hören. Das ist einerseits recht angenehm, wenn sie zum Beispiel auf diese Weise erfährt, was der nette und attraktive Arzt Carlo Friedenslieb von ihr hält. Andere Meinungen sind weniger erfreulich, und sie möchte das eigentlich alles gar nicht wissen. Aber immerhin erfährt sie durch ihre neue Gabe, dass die schöne alte Schaunbecker Innenstadt in Gefahr ist, und sie hat das Zeug dazu, dies zu verhindern. Zusammen mit Onkel Humbert, den sie mittlerweile nur allzu gut verstehen kann und auch begreift, warum er sich oft so seltsam verhält, schmiedet Maja nun einen Plan. Aber es verläuft alles nicht so geradlinig wie gedacht.

Im neuesten Roman von Brigitte Kanitz lernt man die Familie Glück kennen. In Majas Fall hat sie den Namen nicht unbedingt mit der Tat, denn sie könnte nicht gerade behaupten, dass sie übermäßig glücklich ist. Die Entwicklung der Geschichte ist sehr amüsant und kurzweilig dargestellt. Durch ihre neue Fähigkeit kommt Maja plötzlich in völlig skurrile Situationen, und obwohl sie nun Gedanken lesen kann, versteht sie nicht immer richtig, was alles auf sie einströmt. In ihrer liebenswert-schusseligen Art stolpert sie von einem Fettnäpfchen ins nächste. Um dem geistigen Wirrwarr zu entgehen, der sich ihr ständig offenbart, unternimmt sie lange Waldspaziergänge, die sich langfristig gesehen positiv auf ihr Äußeres auswirken. Maja gewinnt an Selbstbewusstsein und sonnt sich in den wohlwollenden Gedanken, die ihr nun plötzlich entgegengebracht werden. Nur wenn es um die Liebe geht, traut sie sich selbst nicht über den Weg. Gut, dass es auch noch den alten Onkel Humbert gibt, der ihr ein wenig den Kopf zurecht rückt. Wenn man wissen möchte, ob Maja nicht nur „Glück“ heißt, sondern auch ihr persönliches Glück findet, dann sollte man unbedingt diese witzige, sehr turbulente und herzerfrischende Geschichte lesen. Der Autorin und ihrer neuen Heldin ist es gelungen, mich wunderbar zu unterhalten, meinen Tag zu erheitern und mich zum Lachen zu bringen. Der Roman entbehrt auch nicht einer gewissen „Tragik“, so dass ich ein paar Tränchen vergossen habe, aber es waren samt und sonders Lachtränen!


Donnerstag, 26. August 2010

Saugfest - Steffi von Wolff


Zur Handlung:
Taxifahrerin Helene ist schlecht gelaunt und das nicht nur ab und zu, sondern es handelt sich bei ihr um einen Dauerzustand. Mit hängenden Mundwinkeln und ewig schlechtem Benehmen verdirbt sie sogar ihrer besten Freundin die Hochzeit. Aber wenn man denkt, es könnte ihr leid tun, hat man sich gewaltig geirrt, denn Helene ist immer im Recht, schuld sind grundsätzlich die Anderen. Eines Tages bekommt sie einen Anruf ihres allzeit liebenswürdigen Kollegen Malte, sie soll um Mitternacht zu einem abgelegenen Gebäude kommen und dort Fahrgäste abholen. Missgelaunt macht sie sich auf den Weg und landet bei einer alten Ruine. Die blassen Gestalten, die sie dort antrifft, sind äußerst merkwürdig, außerdem wartet noch ein faszinierender Mann auf sie, Hubertus, mit einer Stimme wie Zedernholz. Auch er scheint nie zu lachen, was gerade auf Helene sehr anziehend wirkt.
Die seltsamen Leute machen ihr das Angebot, eine Liste mit ihren größten Feinden zu erstellen, diese aufzusuchen und mit ihnen abzurechnen. So ganz nebenbei outen sie sich als Vampire. Mit dem kaufsüchtigen Ali, der seine Mutter bei der französischen Revolution verloren hat, und einem ängstlichen, etwas moppeligen Wolf namens „Satan“ macht sich unsere Protagonistin auf die Suche nach den Personen auf ihrer Liste. Die Fahrt mit dem Taxi wird chaotisch, und unterwegs stellt sich heraus, dass Satan ein Weibchen ist und Junge bekommt. Helene findet ihre „Opfer“ und bringt sie zur Ruine, aber dann läuft alles ganz anders, als sie sich das vorgestellt hat. Zu allem Überfluss verliebt sie sich noch in Hubertus und muss ihr bisheriges Leben überdenken……

Meine Meinung: 
Es fällt mir nicht leicht, ein abschließendes Urteil über dieses Buch zu verfassen, da es so völlig anders ist als erwartet. Zwar wusste ich vorab, dass Steffi von Wolff Spezialistin für Comedy und schwarzen Humor ist, aber diese Geschichte war für meinen Geschmack doch reichlich verwirrend. Zwar kommen viele Szenen vor, über die ich schmunzeln musste, teilweise ist der Humor wirklich rabenschwarz, hintergründig und voller Zynismus. Hier werden viele Bereiche aus dem alltäglichen Leben auf die Schippe genommen. Beeindruckend und amüsant fand ich auch die Momente, wenn Helene mit ihrem enormen cineastischen Wissen brilliert.
Aber es gibt auch Passagen in der Geschichte, wo mir das tiefere Verständnis gefehlt hat. Vielleicht wäre das auch gar nicht erforderlich, aber ich hatte häufig das Gefühl, nicht zu wissen, was mir die Autorin eigentlich sagen will. Vielleicht habe ich mich fast zu sehr in die Story hineingedacht und bei manchen Szenen vergeblich auf eine Pointe gewartet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Abschnitte völlig sinnfrei gedacht waren. Insgesamt ist die Handlung sehr temporeich, und viele Episoden sind stark überspitzt dargestellt. Das Ende ist völlig überraschend und ganz anders, als vermutet. Es gibt sogar eine „Moral von der Geschicht’“.
Auch wenn „Saugfest“ nicht gerade meinen Lesegeschmack getroffen hat, war es doch einmal interessant, in dieser turbulenten Mischung aus Satire, Comedy und Persiflage zu schmökern.