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Mittwoch, 14. Mai 2025

Die Mündung - Tim Pieper

 

Die Mündung
Tim Pieper
emons:
ISBN: 978-3-74082172-2
⭐⭐⭐⭐

Kurzbeschreibung:

Eine starke Heldin mit erschreckenden Flashbacks, die nicht ruht, bis der Täter gefasst ist. Kommissarin Lena Funk nimmt sich eine Auszeit auf einer abgeschiedenen Insel. Fernab der Erinnerungen, fernab des Schmerzes. Doch in einer stürmischen Nacht wird in den Dünen ein Toter freigespült. Offenbar brutal ermordet. In seiner Jackentasche findet Lena eine Handvoll Schmuckstücke. Und nicht irgendwelche: Es sind die Trophäen des Gezeitenmörders – jenes Mannes, dem auch ihre Schwester zum Opfer fiel. Endlich gibt es eine Spur, endlich eine Chance auf Gerechtigkeit. Aber je tiefer Lena in den Fall eintaucht, desto gefährlicher wird er. Jemand beobachtet sie. Jemand spielt mit ihr. Und die Wahrheit, die sie enthüllt, ist weitaus grausamer, als sie je befürchtet hatte.

Montag, 11. November 2013

Ghostman - Roger Hobbs


Klappentext:
Kein Coup ist zu heiß für ihn, kein Job ist zu gefährlich ...
Sich unsichtbar zu machen, ist sein tägliches Geschäft. Alles Mögliche verschwinden zu lassen, damit kennt er sich aus. Diesmal geht es um einen misslungenen Überfall auf ein Kasino. Er soll aufräumen, die Spuren beseitigen. Eine Millionen Dollar in bar stehen auf dem Spiel – 48 Stunden hat er Zeit. Und da draußen gibt es jemanden, der es auf seinen Kopf abgesehen hat. Aber auch der wird ihn zuerst einmal finden müssen. Sie nennen ihn schließlich nicht umsonst „Ghostman“.

Mein Eindruck:
Wer meinen Blog schon länger verfolgt und meine Lesevorlieben kennt, wird sich wundern, hier bei mir "Ghostman" zu finden, denn das ist eigentlich so gar nicht mein Genre. Da ich jedoch überraschenderweise ein Leseexemplar vom Goldmann-Verlag erhalten habe (an dieser Stelle vielen Dank für das Buch), war dies für mich eine Herausforderung, den Thriller zu lesen.

Es geht um einen Kasinoraub, der nicht so verlaufen ist wie geplant. Jack, dem Ghostman, bleiben genau 48 Stunden, um zu retten, was noch zu retten ist. Er ist Marcus Fairlan, dem Organisator des Überfalls, wegen einer alten Sache verpflichtet, und Marcus zählt nun auf ihn, die Beute zu sichern, denn einer der beiden Männer, die den Überfall ausgeführt haben, ist tot, der andere auf der Flucht.

So ein Coup muss von langer Hand und bis ins kleinste Detail geplant sein, und die Ausführenden sollten ihre Sinne klar beisammen haben. Zumindest letzteres war bei Hector Moreno und Jerome Ribbons nicht der Fall, denn sie waren zum Zeitpunkt des Überfalls völlig zugedröhnt, was natürlich keine guten Voraussetzungen für den Erfolg bietet. An dieser Stelle habe ich mich schon gewundert, dass sich ein alter Hase wie Marcus auf zwei derartige Blindgänger verlassen hat. Bei so einer gigantischen Sache kam mir das doch recht blauäugig vor.

Jack, der Ghostman, erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Bei Büchern, die in der Ich-Form geschrieben sind, kann ich normalerweise einen stärkeren und persönlichen Bezug zum Erzähler aufbauen, jedoch nicht hier. Der Ghostman machte seinem Namen alle Ehre, denn er blieb für mich gesichtslos und unnahbar. Er gibt nur wenig von sich preis und wirkt berechnend, nüchtern und eiskalt. Emotionen sucht man bei ihm vergebens.
Man begleitet den Ghostman bei seinen geschickten und gut organisierten Aktionen, wundert sich aber häufig, wie schnell und präzise ihm seine Widersacher immer auf den Fersen sind und sich seinen gewagten Ablenkungsmanövern gegenüber resistent zeigen. Im Grunde genommen erzählt der gesamte Thriller davon, wie Jack seinen Job erledigt und seinen Verfolgern immer wieder entkommt, indem er die Handys häufiger wechselt als seine Hemden und rasante Verfolgungsjagden anzettelt. Es gibt noch einige Tote, brenzlige Momente und unappetitliche Szenen, aber dies alles hat mich nicht wirklich gefesselt oder überzeugt, und ich konnte vieles nicht logisch nachvollziehen.

Es war einen Versuch wert, aber ich habe wieder einmal festgestellt, dass blutige Thriller, in denen mächtig viel geballert wird, einfach nicht mein Ding sind. Da Ausnahmen manchmal die Regel bestätigen, habe ich mit „Ghostman“ einen Ausflug in dieses Genre gewagt, der mich jedoch leider wieder einmal enttäuscht hat, obwohl ich sagen muss, dass der Schreibstil grundsätzlich nicht schlecht ist.


mit Tendenz zu



Sonntag, 15. Mai 2011

Fräulein Smillas Gespür für Schnee - Peter Hoeg


Die 37-jährige Smilla Jasperson ist die Tochter einer Grönländerin und eines dänischen Arztes. Sie liebt nichts mehr als ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Die Mutter, eine Robbenjägerin, ist gestorben, zum Vater ist das Verhältnis eher gespannt.
Als ein kleiner Nachbarsjunge vom Dach stürzt, glaubt Smilla nicht an einen tödlichen Unfall. Sie kennt sich aus mit Schnee und Eis und liest aus den Spuren, dass Jesaja verfolgt worden ist. Ihre Nachforschungen bringen Smilla bald in Schwierigkeiten und sogar in Lebensgefahr.
Selten habe ich ein Buch gelesen, das die Leserschaft derart spaltet. Inzwischen habe ich den Eindruck gewonnen, entweder man liebt es oder man hasst es.
War mir am Anfang die Ich-Erzählerin Smilla noch einigermaßen sympathisch, so wurde ihr Verhalten für mich immer unverständlicher. Ich konnte weder ihre Gedankengänge noch ihre Handlungen nachvollziehen. Manches erschien mir auch schlichtweg unglaubwürdig. Bei den ersten Kapiteln schwankte ich stetig zwischen Faszination und gähnender Langeweile, wobei mit fortschreitender Handlung immer mehr das zweite Gefühl überhand nahm. Vieles, wie beispielsweise die Einrichtung eines Raumes, wird bis ins klitzekleinste Detail beschrieben, wobei mir letztendlich egal ist, ob sich in einer Kiste nun zwei oder auch drei Paar Gummihandschuhe befinden. Dafür blieben die Charaktere blass und fremd. Selbst zu Smilla, der Hauptperson, konnte ich keine rechte Verbindung aufbauen. Auch die manchmal wirren Gedankensprünge und Rückblicke in ihre Kindheit haben mir Smilla nicht näher gebracht.
Ich hatte schon Probleme, das Buch einzuordnen. Als Thriller betrachtet war mir die Handlung zu langatmig, verworren und zu wenig spannend. Vom literarischen Aspekt hat der Roman sogar einiges zu bieten, was beispielsweise Smillas fast poetische Betrachtungen zu Schnee und Eis betrifft. Ab und zu kommt auch der trockene, teilweise sarkastische Humor der Protagonistin zu Tage, leider viel zu selten. Wenig anfangen konnte ich mit ihren „philosophischen“ Lebensweisheiten, die mir eher fadenscheinig vorkamen.
Auch der Schluss war für mich sehr enttäuschend. Zwar klären sich zuletzt die Todesumstände von Jesaja, aber es bleiben so viele Zweifel offen, so viele Fragen ungeklärt. Man könnte es mit einem selbst gestrickten Pullover vergleichen, bei dem kein einziger der vielen losen Fäden vernäht wurde. Das Ergebnis wirkt ausgefranst und unfertig.

Mittwoch, 2. März 2011

Die Ludwig-Verschwörung - Oliver Pötzsch



"Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat."  
Der Spruch von Voltaire ganz vorne im Buch ist gerade für dieses Thema absolut treffend gewählt!
Nach dem Besuch eines freundlichen älteren Herrn findet der Münchner Antiquar Steven Lukas ein geheimnisvolles Kästchen zwischen seinen Büchern. Darin enthalten sind alte Fotos, eine Haarlocke und ein Buch. Kurz darauf geschieht in der Nähe der Stadt ein brutaler Mord an dem ehemaligen Geschichtsprofessor Paul Liebermann. Als wenig später ein Kunde im Trachtenanzug sehr bestimmt nach Augenzeugenberichten aus der Zeit Ludwigs II. fragt, ahnt Steven, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Mann und dem rätselhaften Kästchen geben muss. Dann wird Steven auf dem Heimweg über die Theresienwiese verfolgt, und am Tag darauf steht er vor den Trümmern seines verwüsteten Ladens. Von nun an wird Steven in eine Reihe von dramatischen Ereignissen verwickelt, die ihn in die Vergangenheit führen. Der alte Band aus dem Kästchen entpuppt sich als Tagebuch, welches ein Vertrauter  Ludwigs II. in einer geheimen Kurzschrift verfasst hat, und es gibt mehrere Interessenten, die diesen historischen Schatz unbedingt haben möchten, egal um welchen Preis!  Unerwartete Hilfe erhält Steven von der Kunstdetektivin Sara. Mit ihr gemeinsam versucht er, dem Geheimnis des Tagebuchs und somit dem wahren Schicksal Ludwigs II. auf die Spur zu kommen.

Für mich ist der neue Roman von Oliver Pötzsch ein absoluter Pageturner. Steven versucht, die geheime Schrift des Tagebuchs zu übersetzen, und so spielt die Geschichte auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen.  In die Rahmenhandlung der Gegenwart mischen sich regelmäßig die bereits entschlüsselten Kapitel der Aufzeichnungen eines Theodor Marot, dem Assistenten des königlichen Leibarztes und zugleich Zeugen der damaligen Ereignisse. Um das Leben und den Tod des Königs ranken sich bis heute viele Gerüchte und Rätsel, die zum Teil wahrscheinlich nie endgültig geklärt werden können. Oliver Pötzsch hat für sich und seine Leser eine interessante Lösung gefunden, die durchaus einleuchtend erscheint. Aus Wahrheit, Legende und einer guten Portion Phantasie hat er einen spannenden Roman geschaffen, der nicht nur durch die eigentliche Handlung fasziniert, sondern eine Fülle an Informationen über Ludwig II. und seine Schlösser vermittelt. Die Glaubwürdigkeit wird noch verstärkt durch die vielen realen Personen und Gegebenheiten, die einen großen Teil des Geschehens mit bestimmen. Wie der Autor selbst im Nachwort berichtet, beruhen gerade viele unglaubliche Details seiner Erzählung auf Wahrheit.
Mit der attraktiven und mutigen Kunstdetektivin Sara und dem liebenswerten, etwas eigenbrötlerischen Steven hat die Geschichte zwei tolle Protagonisten, die sich immer wieder perfekt ergänzen.
„Die Ludwig Verschwörung“ lässt sich in keine Genre-Schublade stecken. Es ist nicht nur ein packender Thriller, sondern daneben auch ein historischer Roman und zugleich eine Familiengeschichte. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz. Das Ergebnis ist eine gelungene, gut durchdachte Mischung, raffiniert und mitreißend erzählt, die daneben viel Raum für eigene Spekulationen lässt.
Die Karten am Anfang des Buchs, mit Grundrissen der drei Schlösser Ludwigs, ein Verzeichnis der historischen Personen und eine ausführliche Begriffserklärung im Anhang bilden eine perfekte Abrundung und Ergänzung zur Handlung. Auch die Covergestaltung mit einem düsteren, geheimnisvollen Blick auf Neuschwanstein ist bestens gelungen.

Montag, 12. April 2010

Der Trakt - Arno Strobel




Kurzbeschreibung:
»Und wer bist du wirklich?«
Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?


Meine Meinung: * * * * *
Eine dringende Empfehlung möchte ich gleich an den Anfang stellen: Der Leser sollte möglichst viel Zeit am Stück mitbringen, wenn er sich auf dieses Buch einlässt. Einmal damit angefangen, kann man nicht mehr davon lassen, bis sich endlich alles aufklärt.
Sibylle Aurich erwacht aus einem Alptraum und findet sich in einer schrecklichen Situation wieder. In einem düsteren Krankenzimmer, inmitten von Monitoren und Kabeln, erklärt ihr ein Arzt, dass sie nach einem Unfall zwei Wochen im Koma gelegen habe. Erinnern kann sie sich nur an Bruchstücke. Als sie nach ihrem kleinen Sohn fragt, erklärt ihr der Arzt, sie hätte kein Kind. Nach und nach muss sie feststellen, dass alle ihr vertrauten Menschen behaupten, sie nie gesehen zu haben. Als ihr von ihrem Hochzeitsfoto eine fremde Frau entgegenlacht, zweifelt sie an ihrem Verstand…
Mehr möchte ich zum direkten Inhalt nicht schreiben, um nicht zu viel zu verraten und die Spannung vorweg zu nehmen.
Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Meine eigenen Spekulationen zur Geschichte haben mich nicht nur einmal in die Irre geführt, denn jedes Kapitel hat wieder neue Überraschungen parat. Begleitet vom flotten Erzählstil des Autors irrt man im Geiste, zusammen mit Sibylle, durch Regensburg, immer auf der Suche nach deren Identität. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel, ihr Misstrauen sowie auch die begleitenden Charaktere sind sehr plastisch und ausführlich dargestellt, und doch wird der Leser davon häufig in die Irre gelenkt.
Mit diesem Roman ist Arno Strobel ein Psycho-Thriller der Extraklasse gelungen, spannend und mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite. Thriller lese ich normalerweise eher selten, aber „Der Trakt“ hat mir dieses Genre wirklich schmackhaft gemacht!

Freitag, 9. April 2010

Mörderische Küsse - Linda Howard




Klappentext:
Für die Agentin Lily Parks ist keine Gefahr zu groß. Seit Jahren übernimmt sie für eine Spezialeinheit der CIA die brisantesten Aufträge. Doch in der letzten Zeit scheint sie sich für unbesiegbar zu halten: Sie geht immer größere Risiken ein und gefährdet ihr eigenes Leben. Deshalb hat die Einheit ihren Kollegen Lucas Swain auf sie angesetzt. Er soll Lily sanft aber bestimmt zur Seite stehen - und sie zurückhalten, bevor sie die verdeckten Ermittlungen gefährdet. Doch Lily ist alles andere als angetan von ihrem neuen - zugegebenermaßen äußerst attraktiven - Beschützer.....

Meine Meinung: * * * *
Wieder einmal frage ich mich, ob der Verfasser des Klappentextes das Buch überhaupt gelesen hat. Schon der Name der Protagonistin weicht ab, sie heißt im Buch Lily Mansfield. Der obige Text läßt auf Uneinigkeiten zwischen Lily und Lucas schließen, aber dem ist ganz und gar nicht so. Für mein Empfinden ist Lily ihm gegenüber fast zu vertrauensselig. Das paßt nicht zum übrigen Bild, welches man von einer Auftragskillerin des CIA hat. Sowohl Lily als auch Lucas werden äußerst sympathisch und liebenswert beschrieben. Aber dieser absolute Widerspruch zwischen Privatpersonen und Agenten war für mich sehr schwer nachvollziehbar.
Ein weiterer Punkt im Klappentext, Lily würde sich für unbesiegbar halten, ist so nicht ganz richtig. Sie gefährdet ihr Leben nicht aus Größenwahn oder Überheblichkeit, sondern es ist bittere Rache, die sie treibt, da ihr das Liebste im Leben genommen wurde.
Insgesamt ist die Story sehr interessant und packend geschildert, wie man es von Linda Howard gewohnt ist. Trotz meiner zwiespältigen Gefühle den Protagonisten gegenüber, war ich gefesselt von der spannenden Handlung. Zwischendurch geht die Autorin zwar etwas zu sehr ins Detail, so dass ich mehrmals versucht war, ein wenig vorzublättern, aber das ist nur wenige Male der Fall. Im Großen und Ganzen ist es ein lesenswerter, flüssig geschriebener Roman.

Freitag, 19. März 2010

Die falsche Tochter - Nora Roberts



Kurzbeschreibung:
Die Archäologin Callie Dunbrook wird zu einem aufsehenerregenden Fund gerufen. In den Blue Ridge Mountains wurde ein 5.000 Jahre alter Schädel entdeckt. Kaum angekommen, muss sie feststellen, dass sie ausgerechnet mit ihrem Ex-Mann Jake Hand in Hand zusammenarbeiten soll. Und plötzlich sieht sich Callie auch noch mit einem dunklen Geheimnis aus ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert: Wurde sie als Kind ihren wahren Eltern entführt?Bei Nachforschungen stößt Callie tatsächlich auf ein dunkles Geheimnis.


Meine Meinung: * * * *
Callie, die ziemlich eigenwillige Protagonistin, wird mit einer unfassbaren Vermutung konfrontiert. Sie soll als kleines Kind entführt worden sein. Ausgerechnet ihr neues Forschungsprojekt bringt sie ganz in die Nähe der Frau, die behauptet, ihre Mutter zu sein. Callie kann das alles nicht glauben, denn sie ist in einem liebevollen und schönen Elternhaus aufgewachsen. Bei ihren Nachforschungen macht sie mehrere erstaunliche, bestürzende Entdeckungen und gerät nicht nur einmal in Lebensgefahr... Unerwartete Hilfe und Verständnis findet sie bei ihrem Ex-Eheman Jake Greystone, der mit ihr zusammen die Ausgrabungen leitet.
Kindesraub, archäologische Funde, verzwickte Familienangelegenheiten, Lebensgefahr und die Liebe, das alles bildet den Grundstock zu diesem fesselnden Hörbuch. Uta Kroemer liest ruhig und hat eine angenehme Stimme, nur hätte ich mir manche Szenen stärker betont gewünscht. Große Emotionen und gefährliche Situationen würden dann noch ausdrucksvoller zur Wirkung kommen. Bei Dialogen mußte ich mich stark konzentrieren, denn durch die stets gleichbleibende Stimmlage der Sprecherin konnte man nicht immer deutlich heraushören, wer gerade das Wort hatte.
Auch wenn vieles vorhersehbar ist und der Schluss für meinen Geschmack zu übertrieben und damit nicht ganz glaubwürdig erscheint , hat mir das Hörbuch insgesamt gut gefallen. Es bietet nette und kurzweilige Unterhaltung.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Lilien im Sommerwind - Nora Roberts



Kurzbeschreibung
Mit acht Jahren wurde Tory Bodeen Zeugin des gewaltsamen Todes ihrer besten Freundin. Jahre später kehrt die junge Frau in ihre Heimatstadt zurück, um den Mord an Hope aufzuklären. Doch ihre Nachforschungen verängstigen die Hinterbliebenen und auch der Mörder wird auf sie aufmerksam.

Meine Meinung: * * * 1/2
Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Roman, wie man sie von der Autorin gewöhnt ist, sondern sie hat diesmal einen Thriller geschrieben. Zwar gibt es eine Liebesgeschichte, wenn man es genau nimmt, sogar zwei, aber der Großteil der Handlung dreht sich um Tory und ihre Vergangenheitsbewältigung.
Victoria, wie sie eigentlich heißt, hat mit 8 Jahren ihre beste Freundin verloren, das Mädchen wurde grausam missbraucht und ermordet. Nach Jahren kommt Tory an den Ort ihrer Kindheit zurück, um dort einen Laden zu eröffnen. Aber die Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Die schlimmen Kindheitserfahrungen, die sie mit ihrem brutalen Vater gemacht hat, haben die junge Frau geprägt. Es dauert sehr lange, dass sie zu jemandem Vertrauen fasst. Nach außen gibt sie sich als clevere Geschäftsfrau. Aber sie hat ihre Rechnung ohne Cade gemacht. Der ältere Bruder ihrer damals ermordeten Freundin verliebt sich in sie und tut alles, um ihr Herz zu gewinnen.
Leider war Cade einer der wenigen liebenswerten Charaktere in der Geschichte. Die Frauen wirken fast alle recht zickig , auch zu Tory konnte ich bis zuletzt keine rechte Sympathie entwickeln. Der Verlauf der Story ist sehr spannend erzählt, allerdings hat mich das Ende dann ziemlich enttäuscht. Es wirkte auf mich ganz und gar nicht glaubwürdig.
Das Buch hat mir eindeutig gezeigt, dass die Stärken der Autorin nicht unbedingt im Thriller-Genre zu finden sind.

Montag, 10. November 2008

Marionetten - John le Carré


Klappentext:
Ein junger Moslem reist illegal über die Türkei und Dänemark nach Deutschland ein. Im Hamburger Stadtteil Altona bittet er eine türkische Familie um Hilfe. Nur langsam finden die verängstigten Gastgeber heraus, wer der Fremde ist und was er in der Hansestadt will. So beginnt John le Carrés meisterhaft komponierter Roman über unsere Gesellschaft des Verdachts nach dem 11. September 2001. In einem raffiniert gesponnenen Netz aus privaten und politischen Interessen bewegen sich seine Figuren zwischen Gewissenlosigkeit und Nächstenliebe, eiskaltem Kalkül und Gleichgültigkeit. Die Bedrohung durch den islamischen Terror wird zur Kulisse für ein skrupelloses Spiel der Geheimdienste.


Meine Meinung: * * * *

John le Carré beschreibt seine Charaktere so genau und ausführlich, dass man beim Lesen den Eindruck hat, als würde man die Protagonisten persönlich kennen. Die verschiedenen Personen werden jeweils aus unterschiedlichen Sichtwinkeln betrachtet, und man wird immer wieder hin- und her gerissen zwischen Mitleid und Misstrauen. Es stellt sich die Frage, ist der junge gesuchte Muslim kriminell und gehörte wirklich einer militanten Organisation an oder ist er ein zu Unrecht Verfolgter, dessen einziges Verbrechen ist, sich illegal in Deutschland aufzuhalten? Als „Operation Felix“ gerät Issa in den Fokus der Ermittlungen und mit ihm die Menschen, die ihm helfen und Obdach gewähren.

„Marionetten“ ist ein sehr passender Titel für diesen Roman, denn Issa und seine Helfer sind Darsteller in einem rücksichtslosen und grausamen Spiel. Die Fäden werden von allen möglichen Organisationen, Geheimdiensten und vom Verfassungsschutz gezogen. Jeder will immer bestens informiert sein, lässt sich aber selbst nicht in die Karten schauen. Vertrauen wird zum Fremdwort in diesem Netz aus Ermittlungen, Spionage, Korruption und Verrat. Erschreckend aber durchaus nicht erstaunlich ist die große Rolle, die auch hier das Geld spielt.

Ich habe mir überlegt, ob es bei realen Ermittlungen und Verfahren dieser Art annähernd ähnlich zugeht. Wenn dem so wäre, fände ich das sehr erschreckend. Da wird gefeilscht wie auf dem Jahrmarkt. Für jede Kooperation gibt es Zugeständnisse im Angebotspaket. Und am Ende ist doch alles anders….

Der Roman hat mich beeindruckt und gefesselt, und auch nachträglich beschäftigt mich die Geschichte noch sehr stark. Das ziemlich offene Ende lädt zum Nachdenken ein.