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Montag, 26. Dezember 2022

Andere Sterne - Ingvild H. Rishøi

Andere Sterne
Ingvild H. Rishøi
Dumont
ISBN: 9783832182144





Kurzbeschreibung:

»Manchmal gibt es einfach keinen Ausweg, und dann geschieht ein Wunder.«

Ronja, ihre große Schwester Melissa und ihr Vater leben in Tøyen, einem Arbeiterviertel in Oslo. Sie haben nicht viel, aber sie haben einander. Nun steht Weihnachten vor der Tür – und Ronja wünscht sich endlich einen eigenen Tannenbaum. Nur hat ihr Vater, der viel zu oft viel zu viel trinkt, leider gerade mal wieder seinen Job verloren. Ronja besorgt ihm mit Hilfe eines Freundes, dem Hausmeister, eine neue Anstellung auf dem Weihnachtsbaummarkt. Für ein paar Tage scheint sich alles zum Guten zu wenden: Ihr Vater bleibt nüchtern, es gibt anständiges Essen und vielleicht sogar Weihnachtsgeschenke. Doch als er wieder zu trinken beginnt, ist seine Arbeit – und damit das Einkommen der Familie – erneut in Gefahr. Melissa sieht keinen anderen Ausweg, als auf dem Weihnachtsbaummarkt einzuspringen. Ronja unterstützt ihre große Schwester nach Kräften. Die Arbeit ist hart, der Chef streng und das Wetter eisig. Aber da sind auch drei weise Männer, ein Stern und ein magischer Wald …

Ingvild H. Rishøi hat ein eigenwilliges, anrührendes und doch kitschfreies Weihnachtsbuch geschrieben, das durch die Stimme der jungen Ronja besticht: ein Märchen für unsere Zeit.

Freitag, 30. September 2022

Nordische Märchen - Volksmärchen aus Norwegen, Schweden, Finnland, Island und Dänemark

 

Nordische Märchen
Volksmärchen aus Norwegen, Schweden, Finnland, Island und Dänemark
Impian
ISBN:978-3962691417 

Klappentext:

Trolle spuken in verschneiten Wäldern, Ungeheuer schlängeln sich durch das tiefe Meer. Menschen verwandeln sich in wilde Tiere und Tiere helfen wehrlosen Menschen. Eine junge Frau bricht auf zum Ende der Welt und ein Junge weiß nicht, was Angst bedeutet. Die Geschichten in diesem Buch nehmen dich mit in die verzauberte Welt der nordischen Sagen und Märchen. Sie sind witzig, gruselig, lauschig oder bezaubernd – und werden durch die wundervollen Bilder erst richtig lebendig. Ulla Thynell arbeitet als Illustratorin und Designerin in Helsinki in Finnland.

Samstag, 8. Januar 2022

Ein Weihnachtsgeschenk für Walter - Barbara Wersba

 

Ein Weihnachtsgeschenk für Walter
Barbara Wersba
Originaltitel: Walter, the Story of a Rat
Aus dem Amerikanischen von Barbara Küper
Illustriert von Donna Diamond
Oetinger 
ISBN:  978-3841503596



Kurzbeschreibung:

Walter ist keine gewöhnliche Ratte, denn er kann lesen. Kein Wunder, dass er sich nach Sir Walter Scott benannt hat! Er lebt im Haus von Miss Pomeroy, einer alten Dame, die Kinderbücher schreibt und eine herrliche Bibliothek besitzt. Dort macht Walter jedoch eines Tages eine erschütternde Entdeckung: Der Held in Miss Pomeroys Kinderbüchern ist ausgerechnet eine Maus!
Walter, der als kultivierte Ratte sehr unter dem schlechten Ruf seiner Artgenossen leidet, ist zutiefst gekränkt und beschließt, Miss Pomeroy einen Brief zu schreiben. So beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft. Und am Weihnachtstag wartet eine wunderbare Überraschung auf Walter...


Freitag, 27. August 2021

Junge mit schwarzem Hahn - Stefanie vor Schulte

 

Junge mit schwarzem Hahn
Stefanie vor Schulte
Diogenes
ISBN: 978-3257071665
Die Bildrechte liegen beim Diogenes Verlag



Kurzbeschreibung:
Der elfjährige Martin besitzt nichts bis auf das Hemd auf dem Leib und seinen schwarzen Hahn, Behüter und Freund zugleich. Die Dorfbewohner meiden den Jungen, der zu ungewöhnlich ist. Viel zu klug und liebenswürdig. Sie behandeln ihn lieber schlecht, als seine Begabungen anzuerkennen. Als Martin die Chance ergreift und mit dem Maler zieht, führt dieser ihn in eine schauerliche Welt, in der er dank seines Mitgefühls und Verstandes widerstehen kann und zum Retter wird für jene, die noch unschuldiger sind als er.


Samstag, 18. April 2020

Die schönsten Märchen aus 1001 Nacht


Es begab sich einst, dass Sultan Scheherban, enttäuscht von der Untreue seiner Frau, jeden Abend eine andere Fürstentochter zu sich kommen ließ, sie zur Frau nahm und am nächsten Morgen hinrichten ließ. Eines Tages beschloss Scheherezade, die Tochter des obersten Wesirs, den Mordtaten ein Ende zu setzen und begab sich freiwillig zum Sultan, um mit ihm verheiratet zu werden. Der verzweifelte Wesir hatte keine andere Wahl, als seine geliebte Tochter dem Sultan zuzuführen. Scheherezade aber unterhielt den Sultan mit Geschichten, und immer an der spannendsten Stelle brach sie im Morgengrauen ab.
Scheherban ist so gefesselt von den Erzählungen der jungen Frau, dass er sie verschont, nicht nur am nächsten Morgen sondern an vielen folgenden Tagen, denn immer weiß Scheherezade eine neue Geschichte zu erzählen.

Mittwoch, 5. September 2018

Nur der Hamster war Zeuge - Heike Hoyer


Kurzbeschreibung:
Hamster Filou steht unter Schock. Gerade war Elsbeth noch quietschfidel und hat sich mit ihrem Neffen Marcel gestritten, und jetzt liegt sie vollkommen reglos auf der Couch und Filou kann aus seinem Käfig heraus rein gar nichts machen. Er weiß, dass Marcel dahinter steckt. Doch die Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus, immerhin hatte Elsbeth Diabetes. Wie soll Filou denen nur beibringen, dass es Mord war? Zusammen mit einer Dohle, einer lesenden Ratte, einem sprungsicheren Kater und einem Kampfhund, der sich nach Zuneigung sehnt, gründet er die Soko Elsbeth. Gemeinsam unternehmen die Tiere alles, um den Täter hinter Gitter zu bringen. Doch ihre Kommunikationsversuche führen zu folgenschweren Missverständnissen und der Mörder ist gewarnt...

Montag, 20. Februar 2017

Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen - Clara Maria Bagus


Es ist Winter, und draußen ist es grau und eisig kalt, die Natur ist tief verschneit. Ein Mann sitzt am Fenster und blickt nach draußen, als ein wunderschöner, bunter Vogel angeflogen kommt. Als dieser sich auf einem Ast niederlässt, sprießen dort plötzlich frische Frühlingstriebe. Der Vogel erhebt sich wieder in die Lüfte, und schon ist das zarte Grün verschwunden, aber überall, wo der Vogel landet, grünt und blüht es, und die Luft in der Nähe erwärmt sich. Der Mann ist hingerissen und beschließt, dem gefiederten Frühlingsboten zu folgen. Er macht sich auf eine lange Reise, stets auf der Suche nach dem Vogel. Oft verliert er diesen aus den Augen, aber immer wieder entdeckt er ihn, und überall wo der Vogel auftaucht, wird Frühling. Auf seiner Reise begegnet der Mann vielen unterschiedlichen Menschen. Er führt zahlreiche Gespräche und lernt die verschiedensten Sichtweisen und Lebenseinstellungen kennen. Dabei erkennt er, was wirklich wichtig ist im Leben und findet zu sich selbst.

Die Schreibweise dieses wunderschön aufgemachten Büchleins ist märchenhaft. Die Sätze sind einfach und gut verständlich gehalten, und doch entbehren sie nicht einer gewissen Poesie. In den Gesprächen mit Anderen erfährt der Mann, der durchgehend namenlos bleibt, viel über das Leben und auch über sich selbst. Die Menschen, die mit ihm sprechen, haben alle ihre Lebensweisheiten parat. Die geschilderten Situationen wirken irreal, denn alle Begegnungen laufen anonym ab, der Mann erfährt von seinen Gesprächspartnern keine Namen. Auch die Orte sind namenlos und machen einen unwirklichen Eindruck, eben märchenhaft. Viele Elemente der Handlung können so überhaupt nicht ablaufen, und in einem Roman würde man sie als unglaubwürdig abtun. Nicht so jedoch in dieser magischen Geschichte, denn die beschränkt sich auf das Wesentliche, und das braucht in diesem Fall keine Namen und Ortsbezeichnungen.
So manches an dieser Erzählung hat Erinnerungen an andere Bücher in mir geweckt, so gibt es durchaus Ähnlichkeiten zu Klassikern wie „Der kleine Prinz“, und letztendlich hat mich die Geschichte auch ein wenig an das zauberhafte Bilderbuch „O wie schön ist Panama“ erinnert. Gemeinsam ist den hier erwähnten Büchern der philosophische Anstrich und auch die Suche der Protagonisten nach der Essenz, nach dem wahren Sinn des Lebens und nach ihrem eigenen Platz darin.
Untertitel dieses Buches ist „Eine Reise zur Leichtigkeit“, und eben diese Leichtigkeit wird schon durch den Umschlag vermittelt, denn dieser zeigt filigrane Äste und ein ausgestanztes Vögelchen auf dem farblich eher trist gehaltenen Schutzumschlag. Durch die Ausstanzung leuchtet der kleine Vogel jedoch wunderschön, denn der eigentliche Buch-Einband schimmert irisierend durch. So blitzt bereits hier ein wenig vom Zauber der Geschichte hervor.
Neben der traumhaft anmutenden Handlung hat dieses Büchlein auch noch einen wahren Schatz an schönen Zitaten und Lebensweisheiten zu bieten, aus denen man durchaus in diversen Lebenslagen Kraft schöpfen kann.

Als Beispiel füge ich zum Schluss hier mein persönliches Lieblings-Zitat an: „Dein Leben ist das Einzige, das du hast. Sei lieber das Meisterstück deiner selbst statt das Imitat eines anderen“.

👍👍👍👍👍


Samstag, 26. Dezember 2015

Das Licht in der Laterne - Georg Dreißig


Dieses kleine Buch kann wie ein Adventskalender gelesen werden. Für jede der vier Adventswochen gibt es sieben kleine Geschichten. Man kann sie entweder chronologisch der Reihe nach lesen bzw. vorlesen, aber für kleinere Kinder bietet es sich auch an, pro Woche nur eine Geschichte auszusuchen und diese mehrmals wiederholt zu lesen.
Die äußere Gestaltung dieses Büchleins ist eher einfach gehalten, und gerade das gibt den Aquarellen von Christiane Lesch, die Vorder- und Rückseite zieren, eine besondere Aussagekraft.
Vorne auf dem Einband sieht man den Ochsen im Stall mit einer Laterne. Beide spielen im Buch eine besondere Rolle. Die Rückseite zeigt Josef und Maria mit dem kleinen Esel auf ihrem langen und beschwerlichen Weg nach Bethlehem.
In den kurzen Geschichten, geht es genau um diese mühevolle Reise mit all ihren Erschwernissen. Die Abschnitte für die vier Adventswochen folgen einer bestimmten Ordnung. So geht es in der ersten Woche um leblose Dinge und die Elemente. Da wird eine Geschichte von den Steinen am Weg erzählt, da spielen Wind und Wasser eine Rolle, und schließlich geht es auch um das Licht, welches ebenfalls eine eigene Geschichte hat.
In der zweiten Woche kommt das Pflanzenreich dazu. Wir erfahren, warum die Äpfel rote Backen haben, wie die Silberdistel zu ihrer Gestalt kam oder welches Geheimnis die Rosen in sich tragen.
Die dritte Woche ist den Tieren gewidmet. Hier wird zum Beispiel von der kleinen Spinne erzählt, die einen besonderen Liebesdienst für Maria getan hat. Man erfährt, wieso die Hasen weiße Schwänzchen haben und warum das Schaf nicht geschoren werden wollte.
Die vierte Woche schließlich dreht sich um die Menschen, die Maria und Josef begegnen und um die Erfahrungen, die sie dabei machen.
Die Geschichten sind alle sehr liebevoll erzählt und zum Teil märchenhaft, denn hier können die Elemente und die Pflanzen fühlen und die Tiere sprechen. Gerade in ihrer Kürze und Einfachheit eignen sich die kleinen Geschichten für Kinder jeden Alters, beginnend schon bei den Dreijährigen. Aber auch den Erwachsenen wird dieses Büchlein den Zauber der Weihnachtszeit, mit all ihren Geheimnissen, offenbaren, allein schon, wenn man während des Vorlesens in die staunenden Kinderaugen blickt.
Das Büchlein ist ein Klassiker, den man lieb gewinnt und in jedem Jahr zur Adventszeit erneut gerne hervorholt, um darin zu schmökern.






Samstag, 28. Februar 2015

Liebe unter dunklem Stern–Carolyn Lucas

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“Nur ein tragisches Ende lässt Liebesgeschichten unsterblich werden”, so steht es schon auf der hinteren Buchklappe, und dieses Zitat verwirklicht sich in den enthaltenen vier Liebesgeschichten, denn auch wenn sie ganz unterschiedlich sind, so haben sie doch eines gemeinsam, sie schließen nicht mit einem klassischen Happy End, sondern haben ein schicksalhaftes, außergewöhnliches Finale.

In zwei der Geschichten spielen Engel die Hauptrollen. Eine weitere  erzählt vom Schicksal eines Vampirs und seiner Geliebten, und in der vierten geht es um Gargoyles, die gotischen Wasserspeier.
Als Märchen mit gutem Ausgang nimmt die fünfte Geschichte in mehrfacher Hinsicht eine Außenseiterrolle ein.

Schon äußerlich ist das gebundene Büchlein, das auch über ein Lesebändchen verfügt, sehr schön ausgestattet, denn das dunkle Cover hat eine mystische und zugleich romantische Ausstrahlung und passt somit hervorragend zum Inhalt.

Ich mag diese kleinen, geheimnisvollen und wunderschön geschriebenen Geschichten, die sich in einem Rutsch durchlesen lassen. Da man sie in relativ überschaubarer Zeit schafft, eignen sie sich bestens als schöne Lektüre vor dem Einschlafen, denn sie sind faszinierend und geheimnisvoll, dabei aber nicht zu aufregend. Das Büchlein hatte daher in der letzten Zeit seinen Stammplatz auf meinem Nachttisch. Auch wenn ich nun weiß, wie sich die einzelnen Schicksale fügen und die Erzählungen ausgehen, so werde ich sicher noch häufiger in dem schönen Buch blättern und mich gerne immer wieder erneut von der Welt der übernatürlichen Wesen verzaubern lassen.

5sterne

Sonntag, 16. November 2014

Ich will so gerne anders sein - Paul Biegel


Anders ist ein kleiner, rundlicher Junge. Er trägt eine Brille, bei der ein Glas abgeklebt wurde, um sein linkes Auge zu schonen. Oft ist er ein bisschen tollpatschig und stolpert über seine eigenen Füße. Auch in der Schule klappt nicht alles so, wie er es gerne möchte. Als er wieder einmal über seinen Hausaufgaben brütet, wünscht er sich von Herzen, anders zu sein, denn das Einmaleins mit Sieben bereitet ihm Kopfzerbrechen. Nachts, bei Vollmond, als Anders in seinem Bett liegt, taucht plötzlich ein klitzekleines Mädchen auf seinem Fensterbrett auf. Es stellt sich als Federchen vor und möchte Anders helfen. Plötzlich schrumpft der Junge und wird genauso winzig wie Federchen. Gemeinsam mit ihr macht sich Anders auf die Suche nach dem Zauberer, denn ihm angeblich helfen kann, anders zu werden. Unterwegs begegnet er verschiedenen kleinen Tieren, die jedoch plötzlich so viel größer sind als er selbst. Er hat gefährliche Abenteuer zu bestehen und kommt in schwierige Situationen, und bei jedem seiner Erlebnisse lernt er etwas zum Einmaleins mit Sieben dazu. Am Ende muss er eine schwierige Entscheidung treffen.

Paul Biegels Geschichte von Anders und Federchen ist märchenhaft und einfühlsam geschrieben und wurde von Linde Faas ganz zauberhaft und liebevoll illustriert. Sicher können sich viele Kinder mit Anders identifizieren und haben ähnliche Probleme in ihrem Alltag zu bewältigen. Manche haben vielleicht ebenso den Wunsch, anders zu sein.
Die Abenteuer, die der kleine Held der Geschichte bestehen muss, erfordern viel Mut, Geschicklichkeit und so manchen guten Einfall. Ganz nebenbei lernt Anders das Einmaleins mit Sieben, und auch die jungen Leser werden es sich auf diese Weise ganz spielerisch einprägen.
Zudem vermittelt das Buch den kleinen Lesern, dass Mut und Erfolg nicht von der Körpergröße oder vom Aussehen abhängen und dass Entscheidungen des Herzens so viel wichtiger sind, als alles perfekt zu können und zu wissen.
Durch die Unterteilung in viele kurze Kapitel ist das Buch auch wunderbar zum Vorlesen geeignet, beispielsweise vor dem Zubettgehen jeden Abend ein neues Abenteuer.

Die fabelhafte Geschichte von Anders und Federchen ist bei Urachhaus in einer sehr schönen, gebundenen Ausgabe mit Leinenrücken erschienen. Durch die attraktive Aufmachung wäre das Buch sicher auch eine schöne Geschenkidee.
Wer sich einen ersten Eindruck vom Schreibstil und den Illustrationen machen möchte, kann dies anhand der Leseprobe tun, die auf der Website des Urachhaus-Verlags zu finden ist.
Hier geht es zur Leseprobe


Sonntag, 9. November 2014

Wolfs letzter Tag – Oliver Bantle

Ein Lebenskunst-Roman
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Der alte Leitwolf weiß, dass sein irdisches Leben zu Ende geht. Er verabschiedet sich von seinem Rudel und überlässt dessen Führung seinen Kindern. Dann macht er sich auf seine letzte Reise ins Moor, um dort zu sterben. Auf dem Weg dorthin kommen die Erinnerungen an vergangene Tage und Erlebnisse, und Wolf hat einige interessante und aufschlussreiche Begegnungen. Was ihn dann im Moor erwartet, ist so ganz anders, als er sich vorgestellt hat.
Oliver Bantles neuer Roman, in dem es um die letzten Stunden eines alten Leitwolfs geht, ist eine Fabel, in der vieles gleichnishaft dargestellt wird. Wolfs Gedanken, Erinnerungen und Begegnungen könnte man genauso gut in die menschliche Gesellschaft übertragen. Obwohl nur 113 Seiten stark, ist das kleine Büchlein sehr tiefgründig und regt zum Nachdenken an. “Wolfs letzter Tag” wird als Lebenskunst-Roman vorgestellt. Aber eigentlich geht es dabei eher um die Kunst, mit sich selbst ins Reine zu kommen und das Leben würdevoll hinter sich zu lassen. Es geht um essentielle Glaubensfragen, und man wird in gewissem Sinn mit Wolfs Nahtoderfahrungen konfrontiert. Die sehr ruhige, eher sanfte Geschichte, mit vielen philosophischen Elementen, ist ein geeignetes Buch für Menschen, die sich viele Gedanken um Gott und die Welt, ums Werden und Vergehen machen. Auf jeden Fall ist dies kein Büchlein, das man schnell durchliest und dann weglegt, sondern man kann es immer wieder zur Hand nehmen, um ein wenig darin zu blättern und zu schmökern, und man wird immer wieder kleine Denkanstöße darin finden, die es sich lohnt, weiter zu verfolgen und ausgiebiger darüber nachzusinnen. Hier zitiere ich nur ein Beispiel für so einen amüsanten Satz, der bei genauer Betrachtung viel Tiefe aufweist: “Ist die Freude am Leben zu mager, muss man sie mästen”.

In diesem Sinn wünsche ich uns allen eine üppige, gut genährte und satte Lebensfreude!

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Zu meiner Rezension von Oliver Bantles erstem Buch geht es hier:
Yofi oder die Kunst des Verzeihens


Montag, 27. Januar 2014

Die Fee und die vier Elemente - Jens Lueck, Illustrationen von Antjeca


Eine kleine Elfe beobachtet eines Tages, wie sich Feuer, Wasser, Erde und Luft nicht einigen können, wer von ihnen denn nun der Stärkste und Beste ist. Um den Streit zu schlichten fasst die Elfe einen klugen Plan…
Die Grundidee zu dieser Geschichte für Kinder ab drei Jahren ist sehr schön und auch für die Kleineren gut verständlich dargestellt. Die farbenfrohen Illustrationen zu den einzelnen Szenen stammen von Antjeca. Sie sind kindgerecht einfach gehalten und doch sehr liebevoll, mit vielen kleinen Details ausgestaltet.

Zum Gesamtkonzept gehört auch eine CD, auf der die Geschichte aus dem Buch noch einmal erzählt wird. Die vier Elemente und die kleine Elfe werden von verschiedenen Interpreten gesprochen, wodurch die Geschichte besonders lebendig wirkt. Begleitet und untermalt wird der Text von jeweils passenden Musikstücken, die auf ganz unterschiedlichen Instrumenten den Elementen Charakter verleihen. Der liebliche Gesang stammt von Isgaard, die der Luft und der kleinen Elfe ihre bezaubernde Stimme verleiht.
Man kann beide Medien jederzeit getrennt nutzen, entweder das Buch ansehen und lesen, oder die CD hören.  Aber besonders schön wird die Geschichte in der Verbindung von Bildern und Musik, und so ist es sicher auch gedacht. Man betrachtet die Illustrationen und hört begleitend dazu die CD.

Leider ist im Buch ein Druckfehler passiert, der hoffentlich in der nächsten Ausgabe bereinigt wird, denn auf der letzten Seite wiederholen sich zwei Sätze. Gerade bei einem Bilderbuch mit insgesamt wenig Text sticht das besonders ins Auge, und aufmerksamen Kindern wird der Unterschied des Textes zwischen Buch und CD sicher auffallen.

Die Geschichte selbst jedoch, in ihrer vielschichtigen Umsetzung, ist wunderbar gelungen, unterhaltsam und zugleich lehrreich, und sie macht sensibel für die Themen  „Zusammenhalt“ und „Gemeinsamkeit“.


Samstag, 29. Juni 2013

Bruderliebe - Stefanie Heindorf, Kathrin Lange


Anfang des 19. Jahrhunderts, auf einer Burg in Norddeutschland

Die schöne, adelige Theresia führt ein sehr behütetes Dasein, unter der Obhut ihrer Stiefmutter Henriette. Auf ihrem ersten Ball macht sie die Bekanntschaft von Sebastian, einem Bürgerlichen. Die jungen Leute verlieben sich ineinander, aber nicht nur Henriette ist daran gelegen, eine Verbindung mit allen Mitteln zu verhindern. Aus falsch verstandener Liebe zettelt die Stiefmutter eine gefährliche Intrige an, die einen hohen Preis fordert.

Basis für diesen historischen Roman ist das Märchen Rapunzel, dessen Thema hier völlig neu aufbereitet wurde. Ich gestehe, anfangs konnte mich die Geschichte nicht so recht packen, was nicht zuletzt an den manchmal recht nervigen Protagonisten lag. Theresia war mir insgesamt zu naiv und duldsam. Ihre Stiefmutter Henriette versucht, ihr ein Schicksal zu ersparen, das sie selbst durchleben musste. Wie sie dabei vorgeht, wirkt extrem besitzergreifend und zum Teil schon geisteskrank.  Theresias Vater hat weitgehend nur eine Statistenrolle und mischt sich nur sehr wenig in die Angelegenheiten der Frauen ein. Sebastians Bruder Ludwig ist der Böse, der im Märchen einfach nicht fehlen darf. Mein Lieblingscharakter in der ganzen Geschichte ist Friedrich Clemens Gerke, der einem realen historischen Vorbild nachempfunden ist und dessen wissenschaftliche Arbeit geschickt in den Roman eingebunden wurde. Betrachtet man es unter dem Blickwinkel der Märchenadaption, sind die Charaktere sicher sinnvoll, so wie sie dargestellt werden. Allerdings wirken gerade die Frauen ziemlich übertrieben in ihrer Art, was die Geschichte nicht unbedingt wirklichkeitsgetreu erscheinen lässt. Als Schauplatz für einen Großteil der Handlung hatten die Autorinnen die Trendelburg im Auge, die ja real existiert und  auf der, wenn man den Brüdern Grimm glauben mag, vor langer Zeit die schöne Rapunzel lebte. Ein Stich der Burg ist auch auf dem sehr schön gestalteten Cover des Buches zu sehen.
Der Roman ist gut geschrieben, die Szenen sind bildhaft dargestellt, und das Konzept finde ich interessant. Ein Märchen als historischen Roman umzusetzen, ist sicher nicht einfach, denn es gilt, gewisse Vorgaben zu berücksichtigen, besonders wenn man nah’ am Original bleiben möchte. Von der märchenhaften Seite betrachtet, ist es originell, als historischer Roman dagegen recht gewöhnungsbedürftig. Obwohl ich Märchen gerne mag und historische Romane liebe, konnte ich mich mit der Kombination dieser beiden Genres leider nicht uneingeschränkt anfreunden.
Das Konzept dieser Buchreihe, unter dem Sammeltitel „Die grüne Fee“ finde ich außergewöhnlich und insgesamt gut gelungen.


Herzlichen Dank an den Dryas Verlag und an Blogg-dein-Buch für die Überlassung des Rezensionsexemplars.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden, hier der Link:



Montag, 31. Dezember 2012

Yofi oder die Kunst des Verzeihens - Oliver Bantle




Klappentext:
Yofi ist ein griesgrämiger Nashornbulle. Er verdirbt sich die Freude am Leben, indem er stets zornig ist: mal auf den Mond, mal auf die Sonne, mal aufs Wetter. Am meisten aber auf das Rhinozeros im Nachbarrevier, mit dem er früher eng befreundet war. Eines Tages erscheint Yofis Großvater. Er belebt in ihm einen fast vergessenen Lebenstraum: eine Wanderung ans Meer. Die beiden Kolosse brechen auf. Während sie gemeinsam durch Afrika ziehen, erzählt der Großvater seinem Enkel, was er über das Leben weiß ...

Meine Meinung:
Ich habe mir dieses Buch bewusst bis zum Jahreswechsel aufgehoben, weil ich mir schon dachte, dass es ganz wunderbar in die Zeit passt, und meine Vermutung hat sich bestätigt. Es war sehr schön, im Geiste mit dem (anfangs) griesgrämigen Yofi und seinem Großvater Meru auf die Reise zu gehen. Yofi möchte endlich seinen Herzenswunsch verwirklichen und das Meer kennenlernen. Anfangs gibt es Spannungen zwischen den beiden Wanderern. Der ewig unzufriedene Yofi fühlt sich von seinem Großvater bevormundet. Aber je weiter sie sich ihrem Ziel nähern, umso mehr erkennt Yofi, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Geschichte ist liebevoll erzählt und manchmal ein wenig philosophisch. Viele Weisheiten, die der alte Meru von sich gibt, kann man auch gut auf uns Menschen übertragen, und so ist das Lesen dieser schönen Fabel eine gute Gelegenheit, selbst Rückschau zu halten und einmal ganz ehrlich über das vergangene Jahr nachzudenken. Sicher geht es uns allen manchmal ähnlich wie Yofi, dass wir über irgend etwas in unserem Leben unzufrieden oder verärgert sind, obwohl es uns eigentlich gut geht. Diese kleine Lektüre hält dazu an, gelassener zu werden und nicht allzu streng mit sich selbst und mit seinen Mitmenschen ins Gericht zu gehen. Das wunderschöne, besinnliche Büchlein eignet sich auch sehr gut als kleines Geschenk zum Jahreswechsel, zum Geburtstag oder einfach so, um einem lieben Menschen eine Freude zu machen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für das kommende Jahr, dass wir unsere Herzenswünsche und Ziele im Auge behalten und vielleicht auch zum Teil verwirklichen können. 



Herzlichen Dank an den Tigerbaum-Verlag für das Rezensionsexemplar.


Dienstag, 11. Dezember 2012

Sternenreiter - Jando

Kleine Sterne leuchten ewig

Der Ich-Erzähler Mats ist in einem großen, erfolgreichen Unternehmen angestellt. Seine Familie und sein Privatleben müssen meist hinter den beruflichen Verpflichtungen zurückstehen. Nur allzu oft kann er das Versprechen, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, nicht einhalten.
Ein schwerer Unfall zwingt ihn zu einer Auszeit. In einer Klinik am Meer, wo Mats auf seine baldige Genesung hofft, lernt er einen außergewöhnlichen kleinen Jungen kennen. Mit ihm führt er tiefgehende, bewegende Gespräche, über die Welt, das Leben, über geheime Wünsche und  Träume. Vieles sieht er von nun an mit anderen Augen. Der Junge öffnet ihm die Sicht für das Wesentliche.

Was auf den ersten Blick real erscheint, entpuppt sich bald als modernes Märchen.  Der kleine Junge wirkt in der sachlichen Umgebung der Klinik eigentümlich fehl am Platz, und doch verzaubert er alle, die ihm begegnen. Vom Stil erinnert das kleine Büchlein ein wenig an Geschichten wie „Der kleine Prinz“ oder „Hallo Mister Gott, hier spricht Anna“.  Auch hier sind sehr gekonnt reale mit phantastischen Elementen kombiniert. Sowohl die Geschichte als auch die Aufmachung des Buches sind sehr schön und stimmungsvoll.
Ein wenig irritiert war ich anfangs, weil viele Passagen im Buch durch kursiven Druck hervorgehoben sind. Schnell habe ich erkannt, dass es sich hierbei um Sätze handelt, die dem Erzähler besonders wichtig sind. Ein wenig schade eigentlich, denn als Leser wurde ich dadurch um das Vergnügen gebracht, unvoreingenommen meine ganz persönlichen Lieblingszitate zu entdecken. Realistisch betrachtet wirken viele Bemerkungen ein wenig altklug für einen kleinen Jungen, von dem man sonst kaum etwas erfährt. Aber es handelt sich ja um ein Märchen, und dem kleinen Sternenreiter ist es gelungen mich nachhaltig zu faszinieren und nachdenklich zurück zu lassen.
Das liebevoll gestaltete Büchlein, mit fünfzehn farbigen Illustrationen von Antjeca, der Schwester des Autors, ist auf jeden Fall eine ganz zauberhafte Geschenkidee.


Vielen Dank an den Verlag KoRos Nord für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Königin des Lichts - Nora Roberts




Das Buch enthält drei kurze Romane von Nora Roberts, die alle dem Bereich „Fantasy“ zugeordnet werden können:

1. Die Zauberin des Mondlichts
Die wunderschöne Aurora ist behütet aufgewachsen. Als sie Thane, den Mann aus ihren Träumen, trifft, verliebt sie sich unsterblich in ihn, aber ihre Liebe wird von feindlichen Mächten bedroht.

2. Das Schloss der Rosen
Auf der abgelegenen Winterinsel herrscht ewige Kälte. Die junge Königin rettet dem schwer verletzten Prinzen Kylar von Myrdon das Leben und er verliebt sich in sie. Doch wird Deirdre ihr Volk im Stich lassen und ihm in sein Land der Sonne folgen?

3. Die Dämonenjägerin
Der Dämonenkönig Sorak hat das geheime Tor zu einer anderen Welt entdeckt. Gelingt es der furchtlosen Kadra, ihn aufzuhalten? Da kommt ihr Harper Doyle zu Hilfe, ein äußerst attraktiver Mann aus der Welt jenseits der Nebel.

*** 
Mit dieser Anthologie lernt man Nora Roberts von einer völlig neuen Seite kennen. Die ersten beiden Geschichten sind eher märchenhaft, in einer nicht genauer definierten Vergangenheit angesiedelt. Sie handeln von tapferen Prinzen und schönen Prinzessinnen, von Verrat und Treue, von Liebe und Hass und von alten Flüchen und Prophezeiungen, die auf den Protagonisten lasten. Die dritte Story dreht sich um eine Dämonenjägerin, die aus ihrer Welt, in die Gegenwart New Yorks, katapultiert wird, um dort den Dämonenkönig Sorak aufzuhalten, der sich mit der Stadt ein neues Jagdgebiet erschlossen hat.
Für mich war es eine recht interessante Leseerfahrung, zu entdecken, was die Autorin aus diesem Genre macht. Ihre Fantasygeschichten sind nicht schlecht, aber leider bleiben die Charaktere alle recht blass und oberflächlich, was natürlich auch in der Kürze der Romane bedingt ist. Das Buch ist als nette Unterhaltung für zwischendurch recht gut geeignet, aber ich ziehe doch eindeutig die zeitgenössischen Romane der Autorin vor, die ja häufig auch ein paar magische Elemente zu bieten haben.


Donnerstag, 24. November 2011

Großer Märchen-Tag

Die Glimmerfeen haben einen Märchen-Tag auf ihrem YouTube-Kanal gestartet und sich dafür 21 Fragen ausgedacht. Das Thema ist so interessant, da konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich habe mich nun ausführlich damit auseinandergesetzt, und hier seht ihr das Ergebnis:

1. Welches ist dein Lieblingsmärchen und wieso?
Ein spezielles Lieblingsmärchen habe ich eigentlich nicht, aber zu meinen liebsten gehören u.a.  „Die sechs Schwäne“, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, „Der Tannenbaum“ und „Das hässliche Entlein“
Ersteres liebe ich, seit ich „Die Tochter der Wälder“ von Juliet Marillier gelesen habe, denn in diesem Roman hat die Autorin ja das Märchen von den sechs Schwänen ganz wunderbar umgesetzt.

Das Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern lese ich eigentlich fast alljährlich in der Vorweihnachtszeit, und ich muss jedes Mal heulen wie ein Schlosshund, es ist so tieftraurig, aber dabei wunderschön. Auch die anderen beiden Andersen-Märchen sind einerseits traurig, aber auch sehr weise.

2. Vor welchem Märchen hast du dich am meisten gefürchtet?
Das war eindeutig „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“. In meinem alten Märchenbuch sind ganz gruselige Bilder dazu, und es ist sowieso das schauderhafteste Märchen, das mir jemals untergekommen ist.

3. Welche Märchenfigur wärst du gerne?
Ich wäre gerne die Prinzessin aus „Der Froschkönig“, aber ich würde das Märchen dafür umschreiben, denn so zickig wie diese Prinzessin würde ich mich nicht anstellen, sondern den Frosch gleich küssen. 

Ich mag Frösche 

4. Welchen Märchengegenstand würdest du gerne besitzen?
Eine Zauberspindel, mit der ich Stroh zu Gold spinnen könnte. Ich sammle und liebe Handspindeln, wie Besucher meines Handarbeitsblogs sicher schon wissen, aber so eine richtige Zauberspindel fehlt mir noch ;-)


5. Wenn du verzaubert würdest, welches Tier wärst du?
Vielleicht wäre ich ein starker, aber gutmütiger, knuddeliger Bär. Bären halten ja bekanntermaßen Winterschlaf, das würde mir sehr entgegenkommen. 


6. Welcher Märchenfilm gefällt dir am Besten?
Sehr gerne mag ich die Filme  Prinzessin Fantaghiro.


7. Magst du Märchenparodien?
Dazu fallen mir spontan nur die Otto-Filme mit den Zwergen ein. Es ist ganz amüsant, die Filme einmal anzusehen, aber so richtig begeistern kann ich mich nicht dafür.


8. Magst du moderne oder neu erzählte Märchen? 
Ja; die mag ich sehr gerne. Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich die „Liebesmärchen“ von Folke Tegetthoff gelesen, die haben mir sehr gut gefallen. Immer wieder gerne greife ich zu den Büchern von Heinz und Lucy Körner, beispielsweise „Wieviele Farben hat die Sehnsucht?“ oder zu den „Mondsteinmärchen“ von Roland Kübler.



9. Glaubst du an Märchenprinzen und für welchen würdest du dich entscheiden? 
Eigentlich glaube ich im wahren Leben nicht an Märchenprinzen, schade aber wahr.


10. Muss für dich ein Märchen mit 'Es war einmal' anfangen?
Es ist nicht zwingend erforderlich, aber ich finde es immer schön, wenn ein Märchen mit diesem Satz beginnt. Gerade bei Märchen anderer Völker ist dieser Anfang aber gar nicht so üblich.


11. Woher kennst du Märchen? Kassetten? Bücher? Hat man dir vorgelesen?
Als ich klein war, habe ich schon mit großer Faszination in zwei uralten Märchenbüchern meines Vaters  geblättert, der sie auch bereits von seinen Eltern geerbt hatte. Meine Eltern und meine Großmama haben mir auch sehr viel vorgelesen. 

Das ist eines dieser alten Bücher. Wie ihr seht, haben vier Generationen ihre Spuren hinterlassen.
 Besonders haben mich schon immer die Bilder fasziniert. Dieses Buch war ausschlaggebend für mich, möglichst schnell das Lesen (auch der alten deutschen Schrift) zu lernen. 


Später liefen dann manchmal Märchenfilme (damals noch schwarz-weiß) im Fernsehen, ich kann mich erinnern, ganz besonders in der Weihnachtszeit.
In den ersten Schuljahren hatte ich ein Lieblingsbuch: „Meine Märchenwelt“  Das waren allerdings keine klassischen Märchen, sondern Naturmärchen rund ums Jahr, wie beispielsweise „In des Tannenwalds Kinderstube“. Hier konnten die Tiere und Pflanzen sprechen, sogar die Eisblumen am Fenster kamen zu Wort. Ich habe das Buch auch heute noch, aber es ist in einer Truhe mit unseren alten Kinderbüchern verpackt.
Von meinem Großvater habe ich auch noch eine uralte Ausgabe von 1001-Nacht, auch sie ist in alter deutscher Schrift gedruckt. Das Buch gehört zu meinen sehr gehüteten Schätzen, und ich blättere und lese auch heute noch gerne darin.

Hier ein paar Innenansichten

12. Greifst du auch heute noch zu Märchenbüchern?
 Ja, hauptsächlich in der Adventszeit greife ich regelmäßig zu Märchenbüchern. „Dickens“ ist sozusagen Pflichtprogramm, und meine schön bebilderte Ausgabe der „Schneekönigin“, von Esslinger Atelier, ist immer wieder eine Augenweide. Eine Sammlung Grimms Märchen habe ich, ebenfalls von Esslinger Atelier, in der ich gerne schmökere.



Interessant finde ich auch Märchen anderer Völker, beispielsweise arabische Märchen.

13. Würdest du deinen Kindern Märchen vorlesen?
Das kommt auf die jeweiligen Märchen an. Meine Tochter mochte die klassischen Märchen gar nicht. Wenn schon Märchen, dann durfte ich ihr „Pflanzenmärchen“ vorlesen. Falls ich irgendwann in den Genuss kommen sollte, Enkelkinder zu haben, würde ich ihnen schon Märchen vorlesen, aber eine ganz gezielte Auswahl treffen. Wahrscheinlich würde dann auch eher „Meine Märchenwelt“ mit den Tier- und Pflanzenmärchen wieder zum Einsatz kommen.

14. Hältst du Märchen für wichtig? 
Eigentlich schon. Sie gehören einfach zur Kultur, zum Volksgut. Es gibt ja auch viele regionale Märchen oder die Märchen anderer Völker, die jeweils sehr viel über die Kulturen verraten und meist auch eine tiefere Weisheit bergen. Auch gibt es Märchen, die in bestimmten Situationen Stärke vermitteln und Mut machen können.
Dazu fällt mir das Buch "Märchen für mutige Mädchen" von Anja Zimmer ein. Das Buch habe ich vor Jahren auf einem Burgfest für meine Tochter gekauft. Diese Art von Märchen waren auch für sie akzeptabel. Das wären beispielsweise Geschichten, die ich meinen Enkelkindern vorlesen würde, siehe Frage Nr. 13.


15. Warst du schon in einem Märchenpark?
In meiner Kindheit habe ich mit meinen Eltern einen Ausflug zum Märchenwald in Neustadt bei Coburg gemacht. An diesen Tag kann ich mich heute noch gut erinnern.
Auch mit unserer Tochter waren wir viele Jahre später wieder dort. Da Coburg die „Puppenstadt“ ist, haben wir diesen Ausflug mit einem Besuch des Puppenmuseums verknüpft und zugleich den dortigen Puppendoktor aufgesucht, der unserer „kranken“ Puppe zu einer neuen Stimme verholfen hat.
Einen weiteren Märchenpark haben wir auch einmal in Saalburg besucht.

16. Magst du die Disney Märchen?
Manchmal sehe ich mir gerne die Filme an. Besonders gut gefallen mir „Peter Pan“, „Arielle“, „Aladdin“ und „Bambi“ (falls das auch als Märchen durchgeht)


17. Welches Märchenelement ist dir bei einem Märchen sehr wichtig (Rache / Wahre Liebe / Gerechtigkeit) ?
Es ist die Moral von der Geschichte und die Gewissheit bei den meisten Märchen, dass sie gut ausgehen.

18. Welches Märchen würdest du gerne von Disney verfilmt sehen?
Die Prinzessin auf der Erbse

19. Welches Märchen magst du nicht? 
Rumpelstilzchen mag ich gar nicht.

20. Mit welchem Märchen verbindest du die schönsten Erinnerungen?
Mit „Schneewittchen“. Dazu gab es vor vielen Jahren im Kindergarten meiner Tochter eine Märchenaufführung, von den Kindern ganz zauberhaft einstudiert. Tochter hatte die Rolle der Stiefmutter, und hat sie prima gespielt. Alle Eltern der beteiligten Kinder haben damals eine Einladung bekommen, und es war alles sehr stimmungsvoll dekoriert. Die kleinen Schauspieler hatten auch richtig tolle, authentische Gewänder an.

21. Dein Lieblingsmärchenautor?
Jeder Märchenautor hat schöne und weniger schöne Werke, darum fällt es mir nicht leicht, einen Lieblingsautor zu nennen. Aber ich tendiere eher zu Andersen, da gibt es mehr Märchen, die mir gefallen. Auch die Märchen von Astrid Lindgren mag ich sehr, und besonders in der Weihnachtszeit liebe ich Charles Dickens. Von ihm habe ich ein ganzes Buch, nur mit Weihnachtsmärchen. 


So, das waren meine Antworten zum Märchen-Tag. Vielleicht haben einige von euch Lust, mitzumachen, dann fühlt euch getaggt. Über eine Rückmeldung im Fall einer Teilnahme am Tag würde ich mich freuen, denn ich bin neugierig, wie ihr zu Märchen steht.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Alles Liebe! Alle Liebesmärchen von Folke Tegetthoff

Der Valentinstag ist nicht mehr weit, und vielleicht sucht der bzw. die eine oder andere von euch noch ein kleines Geschenk für einen lieben Menschen. Was könnte besser zu diesem Tag passen, als ein Buch mit Märchen, die alle von der Liebe handeln. Soeben im Haymon Verlag erschienen ist ein Sammelband mit allen Liebesmärchen von Folke Tegetthoff. Zusätzlich im Buch enthalten ist eine schöne Grußkarte, auf der sich das Bild des Einbands wiederholt. Gerade wenn man das Buch verschenken möchte, ist dies eine praktische Sache, und wer sich das Buch selbst gönnt, hat gleich ein wunderbares, passendes Lesezeichen.


Der Verlag schreibt über das Buch:

„Geschichtenerzählen bedeutet nicht das Herstellen von Leitungen zwischen meinem Mund und euren Ohren, es ist das Legen sehr feiner Fäden zwischen meinem und eurem Herzen“, sagt Folke Tegetthoff und verspricht damit nicht zu viel. Tatsächlich darf man ihn als den größten Märchenerzähler unserer Zeit bezeichnen, der vor allem mit seinen legendären Liebesmärchen die Herzen hunderttausender Menschen auf der ganzen Welt erreicht hat. Erstmals sind nun alle 45 Liebesmärchen von Folke Tegetthoff vollständig in einem Band vereint. In einer einzigartigen Mischung aus klassischen und modernen Märchenelementen durchdringt ihr Zauber unseren Alltag und versetzt uns für wunderbare Augenblicke in Schwerelosigkeit, der man noch lange nachspürt.


Der Autor:
Folke Tegetthoff, geboren 1954 in Graz, lebt in einem ehemaligen Kloster in der Steiermark. Seit 1979 als Märchendichter und Erzähler tätig, seit 1988 organisiert er Europas größtes Erzählkunstfestival fabelhaft!NIEDERÖSTERREICH. Bis 2011 sind 36 Bücher erschienen, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden.

Meine Meinung:
Es ist ein ganz zauberhaftes Buch voller Schätze: Märchenschätze, die zum Teil anmuten, als kämen sie aus alter Zeit, andere dagegen ganz modern, als könnte sich die Geschichte heute, in unmittelbarer Nachbarschaft ereignen. Folke Tegetthoffs Märchen sind herzlich, voller Wärme und Gefühl. Sie sprechen den Romantiker in uns an, laden zum Träumen ein und lassen uns auch hin und wieder schmunzeln, denn in ihnen steckt jede Menge Humor und meist ein Körnchen Weisheit. Sie erzählen von Königen und Prinzessinnen, von Zauberern und Feen, von Menschen, Tieren und einige von Pflanzen, aber alle haben sie eines gemeinsam: sie erzählen von der Liebe.
Es sind magische Geschichten, die Zufriedenheit und gute Laune vermitteln und sogar ein wenig Glück, wenn wir uns nur darauf einlassen.

Vielen Dank an Frau Oberdanner vom Haymon Verlag für die Übersendung des Rezensionsexemplars.