Posts mit dem Label Klassiker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Klassiker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 24. Juni 2024

Das letzte Feuer - Maria Borrély

Das letzte Feuer
frz. OT: Le dernier feu
Maria Borrély
Kanon Verlag
ISBN: 
978-3985681136



 Klappentext:


Mein Eindruck:

Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Marseille geborene Autorin hat vier Romane geschrieben. Ihr zweiter Roman "Das letzte Feuer" wurde erstmals 1931 veröffentlicht und war, wie auch ihre anderen Werke, lange Zeit in Vergessenheit geraten. Nun wurde er, in einer sehr sorgfältigen und einfühlsamen Übersetzung von Amelie Thoma, neu aufgelegt.

Die Geschichte spielt in dem kleinen Bergdorf Orpierre-d'Asse. Das Leben dort ist hart, die Arbeit schwer und das Essen knapp. Als die Asse, vormals ein reißender Fluss, eingedeicht wird, beschließen immer mehr Bewohner von Orpierre-d'Asse, ins Tal zu ziehen, wo der Boden fruchtbar ist und den Menschen einen gewissen Wohlstand verspricht.

Nur die alte Pélagie weigert sich, ihr Haus in dem alten Bergdorf zu verlassen. Sie bleibt allein zurück, auch als ihre Enkelin Berthe heiratet.

Es ist sehr eindrucksvoll beschrieben, wie das Dorf immer leerer und einsamer wird und sich die Natur Haus um Haus zurückholt. Pélagie traut dem Frieden nicht, denn sie ist der festen Überzeugung, dass kein Deich die Asse aufhalten kann und das Klima am Fluss für die Menschen ungesund ist. So begleitet man die alte Frau während ihrer letzten Jahre, die sie immer noch rüstig verbringt und nicht nur einmal den beschwerlichen Weg hinunter ins Tal auf sich nimmt, um ihre Enkelin zu besuchen. Die Handlung schildert weitgehend den Alltag der Menschen in dem kleinen Dorf. Man erfährt, was sie umtreibt, welche Entscheidungen sie treffen und welche Verbindungen sie eingehen.

Was den Roman jedoch ausmacht, ist die Eloquenz, mit der Maria Borrély die Naturgewalten beschreibt. Ihre Schilderungen sind ausdrucksvoll und mächtig und haben mich fasziniert. Dieses literarische Kleinod sollte man vor allem wegen seiner wundervollen Sprache genießen. Daneben hat der Roman auch noch eine Botschaft, denn er zeigt, dass sich die Natur nicht vom Menschen eindämmen lässt, sondern ihre Kraft weiterhin entfaltet.

⭐⭐⭐⭐⭐


Donnerstag, 16. Mai 2024

Top Ten Thursday - 10 Klassiker, die ich gelesen habe

 


Top Ten Thursday ist eine wöchentliche Aktion, die von Aleshanee vom Blog Weltenwanderer organisiert wird. Heute geht es um Klassiker, die ich bereits gelesen habe oder noch lesen möchte.

In meinem Fall habe ich zehn Klassiker gewählt, die ich alle schon gelesen habe. Leider habe ich zu den Büchern keine Rezensionen, denn es ist schon sehr lange her, dass ich sie gelesen habe. Einige habe ich in Leserunden bei der Büchereule gelesen und dort besprochen. Das war alles noch vor der Zeit, als ich angefangen habe, alle gelesenen Bücher zu rezensieren. Zu den wenigen Büchern, wo es einen Beitrag auf dem Blog gibt, habe ich diesen verlinkt. 


Patrik Süskind: Das Parfum

E.T.A. Hoffmann: Lebensansichten des Katers Murr

Alexandre Dumas der Ältere: Der Graf von Monte Christo

Marie von Ebner-Eschenbach: Lotti die Uhrmacherin

Franz Werfel: Das Lied von Bernadette

Alexandre Dumas der Jüngere: Die Kameliendame

Theodor Fontane: Effi Briest

Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

Charles Dickens: David Copperfield

Honoré de Balzac: Vater Goriot

Wie gesagt, es ist sehr lange her, dass ich die Bücher gelesen habe, aber ich muss sagen, beeindruckt haben sie mich alle sehr. "Das Parfum" gehört sowieso zu meinen Lieblingsbüchern, und ich habe es schon mehrfach gelesen, ebenso wie Effi Briest. "Das Lied von Bernadette" war ein Highlight für mich, und ich habe von Franz Werfel noch "Die vierzig Tage der Musa Dagh" auf dem SuB. 

Es gäbe noch viele erwähnenswerte Klassiker, die ich gelesen habe, beispielsweise "Das Glasperlenspiel", "Unterm Rad" oder "Siddhartha" von Hermann Hesse. Von ihm möchte ich auf jeden Fall noch lesen: "Der Steppenwolf", "Demian" und "Narziß und Goldmund", um nur ein paar Beispiele zu geben.
Auch "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi stehen noch auf meiner To-do-Liste, und ich hoffe, dass ich mich irgendwann dazu durchringen kann, diese Wälzer zu lesen.


Freitag, 7. Januar 2022

Meistererzählungen - Charles Dickens

 

Meistererzählungen
Charles Dickens
übersetzt von Heike Holtsch
Anaconda Verlag
ISBN:  978-3730610404




Kurzbeschreibung:

Beim großen englischen Schriftsteller Charles Dickens denkt man zunächst an seine Romane. Doch wie »David Copperfield« oder »Oliver Twist« begeistern auch seine Erzählungen durch die einprägsamen Charaktere und pointierten Figurenzeichnungen. Besonders deutlich wird in ihnen aber die Vielseitigkeit des Autors: Denn neben gesellschaftskritischen Skizzen und Portraits stehen in dieser zweisprachigen Ausgabe auch Kriminalerzählungen und sogar Geistergeschichten – allesamt neu übersetzt von Heike Holtsch.

Montag, 30. August 2021

1984 - George Orwell

 

1984
George Orwell
Anaconda Verlag
ISBN: 978-3730609767

Kurzbeschreibung:

London, 1984: Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne und geheimnisvolle Julia. Gemeinsam beginnen sie, die totalitäre Welt infrage zu stellen, als Teil derer sie bisher funktioniert haben. Doch bereits ihre Gedanken sind Verbrechen, und der Große Bruder richtet seinen stets wachsamen Blick auf jeden potenziellen Dissidenten. George Orwells Vision eines totalitären Staats, in dem Cyberüberwachung, Geschichtsrevisionismus und Gedankenpolizei den Alltag gläserner Bürger bestimmen, hat wie keine andere Dystopie bis heute nur an Brisanz gewonnen.


Freitag, 29. November 2019

Krippenspiel - Rudolf Borchardt




Kurzbeschreibung:
Eine selbstbewusste, pragmatische Maria, ein demütiger Josef, vorausschauende Hirten und eine ungewöhnliche Konstellation der drei Könige machen Rudolf Borchardts Krippenspiel zu einem echten literarischen Fundstück. Gemeinsam mit Hugo von Hoffmannsthal verkehrte er vor hundert Jahren in einem Künstlerkreis, dessen Zentrum das Schlosses Neubeuern im Inntal war. Das Stück schrieb er binnen einer Nacht nieder. Diese Preziose ist endlich in einer bibliophilen Neuausgabe wieder zugänglich, herausgegeben und erläutert von der Literaturwissenschaftlerin Gunilla Eschenbach.

Montag, 13. August 2018

Der geheime Garten - Frances Hodgson Burnett

Der geheime Garten
Frances Hodgson Burnett
Anaconda
ISBN: 978-3-7306-0035-1

Endlich habe ich mal wieder einen Klassiker für die Challenge gelesen!

Kurzbeschreibung
Niemand kümmert sich um das Waisenkind Mary auf dem Schloss voller verborgener Zimmer und verbotener Gänge. Als sie eines Tages im Garten umherläuft, entdeckt sie ein mit Efeu beranktes Tor. Hinter einer Mauer liegt ein geheimer Garten, der seit Jahren verschlossen ist. Gemeinsam mit Colin, ihrem zehnjährigen Cousin, beginnt Mary, vor der Welt der Erwachsenen ein paar Dinge geheim zu halten. Dieses einfühlsame Buch der Schöpferin des 'Kleinen Lord' ist ein Kinder- und Jugendbuch-Klassiker voller Magie.

Samstag, 17. März 2018

Die Sanfte: eine fantastische Erzählung - Fjodor Dostojewski



Klappentext:
»Denken Sie sich einen Mann, der vor der Leiche seiner Frau steht, einer Selbstmörderin, die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat.« Fantastisch und realistisch zugleich – so bezeichnet Dostojewski im Vorwort seine meisterhafte Erzählung »Die Sanfte«, 1876 erschienen. In einem inneren Monolog lässt er den Witwer sein Leben überdenken: An Leid und Gram und Schuld zerbrochen, ist er ebenso sehr Opfer wie Täter. Ein ergreifendes Stück Weltliteratur über Verletzlichkeit und Rachsucht, über späte Reue und die schmerzliche Plötzlichkeit der Liebe.

Freitag, 23. Februar 2018

Lotti, die Uhrmacherin - Marie von Ebner-Eschenbach




Marie von Ebner-Eschenbach erzählt in diesem Roman die Geschichte der Uhrmacherin Lotti. Es ist keine genaue Zeit angegeben, aber ich vermute, die Handlung spielt sich zum Ende des 19. Jahrhunderts ab, ungefähr zu der Zeit, als der Roman veröffentlicht wurde.
Mit Lotti hat die Geschichte eine für damalige Verhältnisse sehr emanzipierte Protagonistin, denn es war nicht an der Tagesordnung, dass eine Frau so selbstverständlich ihren Beruf ausübte. Aber Lotti ist die Tochter eines Uhrmachermeisters und tritt in seine Fußstapfen.
Lotti hält sich selbst nicht für sonderlich attraktiv, und sie wird im Roman eher als konservativer Typ beschrieben. In der Liebe hat sie kein Glück, und so wird auch ihre Verlobung mit dem Poeten Hermann Halwig wieder gelöst. Jahre später begegnet sie ihrem damaligen Verlobten dann wieder. Dieser ist inzwischen mit einer schönen Frau verheiratet, die jedoch kränkelt, und das Ehepaar befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten. In selbstloser Art und Weise hilft Lotti, so dass sich für die Halwigs alles zum Guten zu wenden scheint, aber dieser Eindruck ist nur von kurzer Dauer. Letztendlich findet Lotti selbst doch noch ein spätes Glück.

Dienstag, 28. November 2017

Heller nun die Glocken klingen / Mit 24 Geschichten durch den Advent - German Neundorfer (Hrsg.)



Klappentext:
24 Geschichten und Gedichte laden ein, sich die Weihnachtszeit literarisch und nostalgisch zu versüßen. Erinnerungen an längst vergangene Tage werden wach, Weihnachten wird wieder das, was es einmal war, als noch Kinderaugen den strahlenden Baum bestaunten.

Mit Geschichten und Gedichten von Rainer Maria Rilke, Fanny Lewald, Kurt Tucholsky, James Krüss, Hans Fallada, Heinrich Heine, Marie von Ebner-Eschenbach u.a.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Geistergeschichten weltberühmter Autoren - Hörbuch


Diese CD-Box mit Geistergeschichten weltberühmter Autoren ist ein richtiger kleiner Schatz. Auf insgesamt acht CDs sind neun Klassiker untergebracht, die alle eins gemeinsam haben: es geht in irgendeiner Form um Gespenster bzw. gruselige Erscheinungen.
Die meisten Geschichten beanspruchen eine CD für sich. Sir Arthur Conan Doyles „Der Hund von Baskerville“ ist mit 196 Minuten die längste Geschichte und auf drei CDs untergebracht. Dafür befinden sich auf CD Nr. 2 gleich vier kürzere Geschichten: „Eine Geistergeschichte“ von Mark Twain mit 23 Minuten, „Geistererscheinung“ von Heinrich von Kleist mit 11 Minuten, „Die Geschichte vom Gespensterschiff“ von Wilhelm Hauff mit 26 Minuten und Ludwig Bechsteins „Der fliegende Holländer“, als kürzeste Geschichte der Sammlung, mit gerade mal 6 Minuten.

Sonntag, 26. Februar 2017

Bartleby, der Schreiber - Herman Melville



Diese kleine Geschichte spielt an der Wallstreet. Es sind keine Zeitangaben gemacht, aber die Erzählung wurde im Jahr 1853 veröffentlicht, und ich vermute, dass auch die Handlung ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts spielt. „Bartleby, der Schreiber“ entstammt der Feder von Herman Melville, dem Verfasser des weltberühmten Klassikers „Moby Dick“.

Die Ereignisse sind aus der Sicht eines älteren Notars geschildert. Der Ich-Erzähler hat seine Kanzlei an der Wallstreet. Die Aussicht aus seinem Büro ist trist, denn man starrt auf die Mauern der umstehenden Hochhäuser. Der Notar, der durchgehend anonym bleibt, hat mehrere angestellte Schreiber, deren Charakterzüge und Eigenheiten er zuerst ausführlich darlegt. Da die Arbeit im Büro ständig zunimmt, sieht sich der Notar genötigt, einen weiteren Schreiber bzw. Kopisten einzustellen. Auf seine Anzeige hin meldet sich ein junger Bewerber namens Bartleby, und er nimmt den stillen Mann auch gleich unter Vertrag. Bartleby erweist sich in der ersten Zeit als fleißig und gewissenhaft. Aber als der Notar ihn eines Tages bittet, eine extra Aufgabe für ihn zu erfüllen, antwortet Bartleby: „Ich würde vorziehen, das nicht zu tun.“ Im ersten Augenblick ist sein Chef empört, dann verstört, denn mit einer Weigerung hat er nicht gerechnet. Allerdings erfolgte diese so sanft und leise, dass dem Notar der Wind aus den Segeln genommen wurde. In der folgenden Zeit werden derartige Weigerungen Bartlebys häufiger und erfolgen immer mit den Worten: „Ich würde vorziehen, das nicht zu tun“. Sie führen letztendlich zur völligen Selbstaufgabe des Schreibers.

Der Notar weiß nicht, was er tun soll, denn irgendwie hat Bartlebys Verhalten etwas Anrührendes. Wie sich herausstellt, verlässt er die Kanzlei nicht, sondern lebt in seinem Büro. Einerseits hat sein Chef Mitleid, und doch möchte er ihn am liebsten loswerden, aber etwas hält ihn davon ab, den Mann auf die Straße zu setzen. Bartleby widersteht allen Überredungskünsten, die Kanzlei mit einer Abfindung zu verlassen. Der Inhaber sieht keine andere Möglichkeit, als sein Büro zu verlegen. Die Folgen dieses Umzugs sind fatal. Der Notar kann zwar Bartleby damit aus seinem Gesichtsfeld bannen, aber nicht aus seinen Gedanken, und immer noch fühlt er sich für den einsamen, stillen Mann verantwortlich.

Die Geschichte umfasst gerade einmal siebzig Seiten, und doch schafft es dieses kleine Büchlein, mehr Emotionen freizusetzen als so mancher Wälzer. Ich habe Bartlebys Schicksal mit sehr gemischten Gefühlen verfolgt und wurde ständig hin und her gerissen zwischen Unverständnis und Mitgefühl. Der Ich-Erzähler bleibt anonym und gesichtslos bis zuletzt, und doch gelingt es dem Leser, sich in den Notar hinein zu versetzen. Man kann seine Zweifel und Befürchtungen gut verstehen. Es spricht für ihn, dass er sich so lange um Bartleby bemüht. Man kann nur erahnen, was in dem stillen Schreiber vorgeht. Seine ganze Erscheinung wirkt so einsam und anrührend. Obwohl man nur wenig über ihn erfährt, hofft man auf eine Wendung zum Guten. Erst ganz zuletzt erfährt man ein wenig über Bartlebys Vorgeschichte, die wohl sein Leben geprägt hat.

Die Person Bartlebys mutet einerseits grotesk an, aber dabei ist diese Erzählung so dicht und ergreifend geschrieben und so eindrucksvoll, dass sie einen einfach berühren muss. Ich für meinen Teil werde Bartleby sicher so schnell nicht vergessen.

👍👍👍👍👍


Mittwoch, 27. März 2013

Ein Sommernachtstraum - Daniela Drescher (Illustr.)

Ein Sommernachtstraum - nach der Komödie von William Shakespeare
Text: Frank Berger
Aquarelle von Daniela Drescher


Kindern eine klassische Komödie von Shakespeare nahe bringen? Ja, das geht sehr gut und auf spielerische Weise, wie dieses wunderschöne Bilderbuch beweist! In einfachen Worten erzählt Frank Berger die Geschichte nach, immer wieder ergänzt mit ausgewählten Reimen des Originals. Diese verlocken zum Wiederholen und immer wieder neu Lesen. Sie gehen ins Ohr, bleiben im Gedächtnis haften und wecken die Faszination für diesen Klassiker. Es wird nicht lange dauern, und die Kinder sprechen Teile der eingängigen Verse nach. Hier wird Shakespeare schon für die Jüngsten begreifbar gemacht und sehr unterhaltsam dargeboten. Natürlich würde ich das Buch nicht gerade für die ganz Kleinen empfehlen, aber schon im Alter von 5 oder 6 Jahren können die Kinder der Geschichte auf jeden Fall gut folgen. Das Buch lädt immer wieder neu zum Betrachten, Lesen und Vorlesen ein.

Die zauberhaften Aquarelle zur Geschichte sind nicht nur wunderbar anzusehen, sondern sie unterstreichen und ergänzen das Gelesene lebendig, stimmungsvoll und farbenprächtig.
Beim Betrachten ergeben sich jede Menge Anknüpfungspunkte für Gespräche, nicht nur zur Handlung selbst, sondern auch zu den vielen kleinen Details, die Daniela Drescher mit ihren Bildern zum Leben erweckt. Man entdeckt Nachtfalter, Wiesenblumen und vieles mehr. Es wimmelt nur so von Elfen, Kobolden, Feen und Geistern. Die Darstellungen führen uns durch die Geschichte und zugleich in eine märchenhafte, geheimnisvolle Welt. Sie sind sehr filigran und fein ausgestaltet, bis hin zum allerkleinsten Tautropfen.

Alles in allem ist dies ein hinreißend schönes und faszinierendes Bilderbuch, nicht nur für Liebhaber der Komödie von William Shakespeare und alle, die es noch werden wollen, sondern besonders auch für alle kleinen und großen Freunde der Aquarelle von Daniela Drescher, denn dieses Buch spricht nicht nur Kinder an, sondern zieht mit seiner besonderen Ausstrahlung auch Erwachsene in seinen Bann. Ich finde es einfach bezaubernd.

Herzlichen Dank an den Verlag Urachhaus für das Rezensionsexemplar.
Auf der Seite des Verlags kann man übrigens noch mehr Werke von Daniela Drescher bewundern.



Freitag, 15. März 2013

Herr der Fliegen - William Golding

Buchclub Mitglieder-Exklusivausgabe
Umschlaggestaltung: Klaus Dempel

Nach einem Flugzeugabsturz können sich die Überlebenden auf eine einsame Insel im Pazifik retten. Es handelt sich um eine Gruppe englischer Schuljungen zwischen sechs und zwölf Jahren. Da kein Erwachsener überlebt hat, sind die Kinder auf sich gestellt. Schnell stellt sich die Frage nach einem Anführer. In der Hoffnung auf Rettung stellt Ralph, einer der älteren Jungen, klare und vernünftige Regeln auf. Er fordert, dass sie zusammen Hütten bauen und ein Signalfeuer unterhalten sollen. Aber diese sinnvollen Maßnahmen werden nicht von allen Kindern akzeptiert. Es kommt zum Streit, keiner fühlt sich wirklich zuständig, und letztendlich schließen sich viele Ralphs Rivalen Jack an, der sie auf die Jagd führt, um Schweine zu erlegen, was er für die wichtigste Tätigkeit überhaupt hält.
Bald gerät das Zusammenleben außer Kontrolle, die gerade entstandene Ordnung wird zerstört, und das anschließend entstehende Chaos fordert sogar Menschenleben.

William Golding hat eine Extremsituation geschaffen und seine Protagonisten dabei beobachtet, was sie daraus machen. Das Zusammenleben der Kinder wirkt anfangs so harmlos, jeder von ihnen ist bemüht, das Beste aus der Situation zu machen und zu hoffen, dass irgendwann Rettung naht. Doch schon bald eskaliert die Lage, und viele der Jungen schließen sich Jack an, was gut zu der These passt: „Wer schreit hat Recht“, denn eindeutig hat Jack das größere und lautere Mundwerk. Die anfängliche Ordnung zerfällt und endet in einer tödlichen Massenhysterie.
Die Geschichte ist voller bildhafter Vergleiche und Parabeln und in ihrer Art brutal und schonungslos. Dass die Kinder so völlig undiszipliniert und hemmungslos handeln, ist sicher auch in gewisser Weise durch die Ängste jedes Einzelnen bedingt, die so mancher mit Aggressivität zu vertreiben versucht. Den eigentlichen Inhalt findet man zwischen den Zeilen.
Es ist ein sehr tiefgründiger, vielschichtiger Roman, über den sich schon Generationen von Schülern den Kopf zerbrochen haben. Das Buch regt zum Nachdenken an und ist geeignet dem Leser eine schlaflose Nacht zu bescheren.Die Handlung ist beklemmend und beeindruckend, wobei ich jedoch gewisse Zweifel habe, ob die Ordnung im realen Ernstfall tatsächlich so völlig zerstört würde, wie in dem Buch geschildert ist.

Allerdings muss ich mich der Kritik anschließen, die immer wieder laut wird. Einige Textstellen sind irritierend und wirken sprachlich seltsam, was jedoch wohl nicht im Sinn des Autors war, sondern anscheinend an der stellenweise nicht so gelungenen Übersetzung liegt. Das ist ein guter Grund, diesem Roman noch eine weitere Chance zu geben und ihn in der Originalsprache zu lesen, denn dann kommt sicher der Eindruck noch besser zur Geltung, den der Autor vermitteln wollte.

Meine 3-Sterne-Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die deutsche Übersetzung


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Peter Hase und seine Freunde - Beatrix Potter

Ein Geschichten-Schatz

Die meisten Kinder kennen ihn, und auch viele Erwachsene können sich sicher noch aus ihrer eigenen Kindheit an den niedlichen Kerl erinnern. Die Abenteuer des kleinen Hasen und seiner Freunde konnten schon mehrere Generationen von Kindern begeistern, und auch viele Erwachsene können dem Charme der Geschichten, und ganz besonders der wunderbaren Illustrationen von Beatrix Potter, nicht widerstehen. Beatrix Potters Bildergeschichten sind Klassiker unter den Kinderbüchern und dürfen eigentlich in keiner Familienbibliothek fehlen.
Elf illustrierte Abenteuer mit Peter Hase und seinen Freunden sind nun, im Verlag Sauerländer, in einer neuen Geschichtensammlung erschienen, die besonders durch ihre hochwertige und sehr liebevolle Aufmachung besticht. Das großformatige, gebundene Buch hat einen mattgoldenen Einband, der mit einigen der schönen Bilder verziert ist, die zu den Geschichten gehören. Es kommt in einem stabilen Schuber, auf dem sich das Design des Covers wiederholt. Dunklere Schattierungen an den Rändern lassen den Anschein von Nostalgie entstehen, was ganz hervorragend zum Inhalt passt.  


Auch das Vorsatzpapier ist dekorativ und stimmig gestaltet und zeigt die liebenswerten Helden sämtlicher Geschichten versammelt.


Der Band ist durchgehend wunderschön illustriert, und die einzelnen Seiten sind an den Rändern dunkler gehalten, so dass ein antiquarischer Eindruck entsteht.
Zu jeder der enthaltenen Geschichten sind außerdem noch viele kleine Briefe abgedruckt, von den liebenswerten Helden geschrieben, worin sie ihre Abenteuer und Streiche in humorvoller Weise kommentieren. Auch gibt es zu allen Episoden Hintergrundinformationen zu den Unständen und der jeweiligen Zeit der Entstehung. Ganz vorne im Buch findet man eine Seite über das Leben und Wirken der Autorin und Illustratorin Beatrix Potter. Ihr ganzes Werk zeugt von einem unabhängigen Geist und einer großen Liebe zur Natur. Diese neu erschienene Ausgabe ist rundum gelungen und konnte mich auf den ersten Blick begeistern.

Durch die ausgesucht schöne Gestaltung eignet sich dieser wundervolle Schmuckband auch sehr gut als Geschenk, mit dem man sicher nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt, sondern auch jedem Sammler und Liebhaber von Beatrix Potters Werken eine Freude machen kann.



Herzlichen Dank an den Verlag Sauerländer, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


So langsam kann man sich schon erste Gedanken über Geschenke für das kommende Weihnachtsfest machen. Ich nehme die Vorstellung dieses schönen Buches zum Anlass, als neues Stichwort den Punkt "Geschenkideen" in meiner Themen-Cloud (rechts in der Sidebar) einzuführen. Unter diesem Label werde ich künftig ausgewählte Schmuckbände oder schöne Accessoires rund um das Thema Buch vorstellen, von denen ich der Meinung bin, dass sie sich besonders gut als Geschenk eignen würden.

Dienstag, 20. April 2010

Der Graf von Monte Christo - Alexandre Dumas d.Ä.


Der Roman stammt aus dem Bücherregal meines verstorbenen Vaters, und ich habe es vor ca. 35 Jahren schon einmal gelesen. Im Zuge einer Leserunde bei den Büchereulen lese ich "Der Graf von Monte Christo" jetzt erneut. Da ich auch im Lauf der Jahre verschiedene Verfilmungen des Romans gesehen habe, ist mir die Handlung in den Grundzügen bekannt, aber es ist trotzdem immer wieder spannend und faszinierend. Gerade im Buch kommen viele Verbindungen, die der Graf zieht, viel ausführlicher und deutlicher zur Sprache.

Kurzbeschreibung aus dem Buch der Bücher:
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Graf von Monte Christo
OT Le Comte de Monte-CristoOA 1845/46 (1844 Vorabdruck in Journal des Débats)DE 1846 Form Roman Epoche Romantik
Der Roman Der Graf von Monte Christo behandelt die Themen Liebe, Ehre und Rache und zählt zu den spannendsten Romanen von Alexandre Dumas d.Ä.
Entstehung: Die Handlung basiert auf der Vorlage eines gewissen Peuchet (Der Diamant und die Rache, 1837), die wiederum auf historisches Polizeimaterial zurückgeht. Ab 1848 arbeitete Dumas mit dem Historiker Adrien Maques an einer Dramatisierung, deren vier Teile zwischen 1848 und 1851 an zwei Pariser Theatern uraufgeführt wurden.
Inhalt: Im Jahr 1815 wird der 19-jährige wohlhabende Kapitän Edmond Dantès am Tag seiner Hochzeit aufgrund der Skrupellosigkeit seiner Rivalen Danglars und Fernand Mondego in Marseille verhaftet und fälschlicherweise von dem politisch ambitionierten Richter Gérard Villefort der Treue zu Napoleon angeklagt. Ohne ein ordentliches Verfahren kommt Dantès ins Gefängnis Château d’If und bleibt dort 14 Jahre lang eingeschlossen.
Einer seiner Mitinsassen, Abbé Faria, vermacht ihm einen Schatz, der auf einer kleinen italienischen Insel mit Namen Monte Christo lagert. Als der Abbé stirbt, lässt sich Dantès als dessen angebliche Leiche ins Wasser werfen und begibt sich nach Monte Christo. Mit dem dort gefundenen Vermögen führt ihn sein Weg nach Paris, wo er als geheimnisumwobener Graf von Monte Christo erscheint und alle ehemaligen Widersacher antrifft. Danglars ist mittlerweile Baron und ein mächtiger Bankier, Villefort hat es bis zum obersten Staatsanwalt gebracht und Fernand firmiert als General Graf von Morcerf. Der Graf knüpft zu seinen Rivalen Kontakt, ohne dass sie in ihm den ehemaligen Häftling Dantès erkennen. Diesem gelingt es mit Hilfe seines Geldes, alle Gegner mitsamt ihren Familien ins Verderben zu führen. Fernand begeht Selbstmord, Villefort fällt dem Wahnsinn anheim, während Danglars schlimmste Erniedrigungen zu erdulden hat.
Aufbau: Der Roman lebt von dem Kontrast zwischen guten und schlechten Charakteren, um die Dumas eine fantasievolle Geschichte erzählt. Ein Novum besteht in der Tatsache, dass die Hauptfigur allein mit Hilfe ihres Geldes imstande ist, Rache zu üben. Dantès wirkt wie die Inkarnation eines strafenden Gottes, der sich seine eigenen Normen geschaffen hat.
Wirkung: Bis heute gilt der Roman als mitreißende Lektüre, der jedoch nicht an ihrer Glaubwürdigkeit gemessen werden darf. Einige der zeitgenössischen Kritiker warfen dem Verfasser vor, die Charaktere und Episoden zu kühn und bar aller psychologischen Wahrscheinlichkeit entworfen zu haben. Gerade das aber bewirkte die anhaltende Beliebtheit beim Publikum. Die erste Verfilmung stammt von 1942. Weitere Kino-Fassungen folgten 1961 und 1974. Ende des 20. Jahrhunderts feierte Gérard Dépardieu als Edmond Dantès Erfolge in einer mehrteiligen Fernseh-Version. C. V.


Und hier geht es zur Leserunde: Der Graf von Monte Christo

Freitag, 8. August 2008

Effi Briest - Theodor Fontane

Das Buch habe ich mir Anfang der siebziger Jahre gekauft, und schon damals hat es mich sehr beeindruckt und berührt. Für mich persönlich ist es das beste Buch von Fontane, das ich gelesen habe. Jetzt gab es eine Leserunde bei den Büchereulen, und ich konnte nicht widerstehen, den Roman erneut zu lesen. Ich habe es nicht bereut, es ist ein Klassiker, den man immer wieder zur Hand nehmen kann, und bei jedem Lesen entdeckt man das Buch neu.

* * * *
Kurzbeschreibung:
Die siebzehnjährige Effi von Briest heiratet den früheren Verehrer ihrer Mutter, Baron von Innstetten, und folgt ihm in ein Provinzstädtchen in Hinterpommern. Von ihrem Mann vernachlässigt und angeödet von der Provinzialität ihrer Umgebung, geht sie eine Liaison mit dem Frauenhelden Crampas ein. Durch die Entdeckung von Crampas Liebesbriefen wird der Fehltritt Jahre später entlarvt. Baron von Innstetten, durchaus wissend um die Hohlheit der ihm auferlegten Moral, fordert den Liebhaber seiner Frau zum Duell und tötet ihn; es folgt die Scheidung und Effi Briests gesellschaftliche Ächtung. Für Thomas Mann ist der Roman aus dem Jahr 1895 Fontanes »modernstes Werk, das am deutlichsten über die bürgerlich realistische Epoche hinaus in die Zukunft weist«.