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Donnerstag, 28. Dezember 2023

Winterglück auf dem kleinen Pferdehof in Island - Christiane Lind

 

Winterglück
auf dem kleinen Pferdehof in Island
Christiane Lind
Ullstein
ISBN: 978-3548067452



Kurzbeschreibung:

Über dir Polarlichter, unter dir die schneebedeckte Weite Islands

Lauras Welt bricht zusammen: Ihr Mann verlässt sie – und das kurz vor Weihnachten! Die gemeinsame Reise nach Island, Lauras Sehnsuchtsziel schlechthin, fällt damit ins Wasser. Oder? Auf Drängen ihrer Freundin stürzt sie sich allein ins Abenteuer. Am Flughafen erwartet sie ein äußerst mürrischer Isländer. Als Laura erfährt, dass sie die kommenden Wochen an der Seite dieses Mannes verbringen wird, macht sie sich Sorgen um ihr Weihnachtsfest. Doch auf dem Rücken ihres Islandpferds findet sie unter den atemberaubenden Polarlichtern endlich wieder den Glauben an sich selbst. Und vielleicht auch an die Liebe?


Freitag, 25. September 2020

Kalmann - Joachim B. Schmidt

 




Kurzbeschreibung:

Er ist der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfn. Er hat alles im Griff. Kein Grund zur Sorge. Tag für Tag wandert er über die weiten Ebene um das beinahe ausgestorbene Dorf, jagt Polarfüchse und legt Haiköder im Meer aus, um den Fang zu Gammelhai zu verarbeiten. Doch in Kalmanns Kopf laufen die Räder manchmal rückwärts. Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet er alles zum Guten. Kein Grund zur Sorge.


Mittwoch, 10. April 2013

Elvancor 1 / Das Land jenseits der Zeit - Aileen P. Roberts


Die 18-jährige Lena muss Sozialstunden in einem Altenheim ableisten. Dabei lernt sie Frau Winter kennen. Diese war früher Malerin, und immer wenn Lena ein wenig Zeit hat, erzählt ihr Frau Winter von einem geheimnisvollen Land und einem verborgenen Schatz. Lena ist natürlich der Meinung, dass all die mystischen Geschichten der Phantasie der alten Dame entsprungen sind. Als Frau Winter stirbt, geschieht so einiges, was Lena zweifeln lässt. Sie überlegt, ob nicht doch etwas Wahres an den phantastischen Erzählungen sein könnte. Frau Winter hat auf ihren Bildern einige Szenen des geheimnisvollen Landes Elvancor festgehalten, aber auch viele Motive der Umgebung gemalt. Zusammen mit Frau Winters Enkelsohn begibt sich Lena auf Schatzsuche, denn auch Ragnar glaubt an eine tiefere Bedeutung der verborgenen Zeichen, welche die Beiden auf einigen der Malereien entdeckt haben.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich mit den Protagonisten anfreunden konnte, denn sowohl Lena als auch Ragnar zeigen sich anfangs nicht gerade von ihrer besten Seite. Doch je mehr ich von ihrer Vorgeschichte erfahren habe, umso sympathischer wurden mir die Beiden. Im Lauf der Handlung erfährt man nicht nur, was es mit Lenas Sozialstunden auf sich hat, sondern auch Ragnars seltsames Verhalten wird nach und nach klar.
Auch die weiteren Charaktere, die in der Geschichte vorkommen, sind größtenteils sehr lebendig und teilweise auch recht originell beschrieben. Besonders Lenas Oma hatte ich schnell ins Herz geschlossen, denn bei ihr halten sich Gefühl und Verstand die Waage, und in ihrer ganzen Art entspricht sie so gar nicht dem gängigen Großmutter-Klischee.
Die Handlung, die sehr realitätsnah beginnt, wird mit der Zeit immer phantastischer und packender. Immer, wenn man gerade denkt, hinter ein Geheimnis gekommen zu sein, ergeben sich aus dieser Lösung weitere Rätsel. Ich war so vertieft, dass ich kaum wahrgenommen habe, wie schnell ich  diesen Roman fertig gelesen hatte.
Begeistert war ich von der Wahl der Schauplätze. Da die Story nicht allzu weit von meiner Heimat entfernt spielt, habe ich mich gleich heimisch gefühlt, denn viele der erwähnten Orte habe ich schon selbst besucht und konnte mir alles besonders bildreich vorstellen. Das schafft natürlich gleich noch intensivere Eindrücke beim Lesen. Gerade die Fränkische Schweiz bietet für einen Roman dieser Art viele ideale Orte, mit starker Ausstrahlung.
Am Ende des Buches angekommen, war ich direkt ein wenig traurig, denn nun wird es eine Zeitlang dauern, bis ich erfahre, wie es mit Lena und Ragnar weitergeht. Ich freue mich schon ganz ungeduldig und voller Erwartung auf die Fortsetzung dieses Zweiteilers "Das Reich der Schatten", die glücklicherweise schon heuer im August erscheinen wird.


Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für die Überlassung eines Rezensionsexemplars.


       

Freitag, 7. Oktober 2011

Im Schatten des Vogels - Kristín Steinsdóttir

Pálina Jónsdóttirs Geschichte ist weitgehend in der Ich-Form erzählt. Geschildert werden die Träume und Erfahrungen einer heranwachsenden jungen Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts am Fuße eines Gletschers in Island lebt, inmitten der wilden Landschaft, umgeben von ihrer großen Familie.
Auf 252 Seiten wird fast ihr ganzes Leben abgehandelt, was unweigerlich zu großen Zeitsprüngen führt, die jedoch den Fluss der Geschichte nicht stören.
Pálina verbringt ihre Kindheit, umgeben von Eltern und Geschwistern, dem Gesinde und den Tieren, die zum Hof gehören. Besonders den Vater liebt sie von ganzem Herzen, aber im Lauf der Zeit merkt sie, dass er auch eine andere Seite hat, die sie so gar nicht verstehen kann und mag. Als sie älter wird, stellt sie fest, dass sie mehr Geschwister hat, als ihr bisher bewusst war, denn ihr Vater ist ein wahrer Frauenheld. Seine Eskapaden sind weithin im Umkreis bekannt und liefern den Nachbarn viel Stoff für Klatsch und Tratsch. Die Mutter leidet sehr darunter und zerbricht fast daran. Pálina und ihre Geschwister bekommen viel Ablehnung von außerhalb zu spüren, und diese Erfahrungen bringen ihre heile Welt sehr bald ins Wanken.
Der Vater ist nebenbei auch Gemeindevorsteher und versteht sich auf das Heilen mit homöopathischen Mitteln. Darum kommen oft Fremde auf den Hof, um sich von ihm behandeln zu lassen; einige bleiben für längere Zeit. Zu den Patienten gehört auch Sveinn, der an der Schwindsucht leidet und sich hier Heilung erhofft. Er ist ein sensibler junger Mann, und Pálina erlebt mit ihm die erste große Liebe. Aber der Vater stellt sich gegen diese Verbindung und schickt sie, zusammen mit ihrer Schwester, nach Reykavik auf eine Mädchenschule. Pálina leidet sehr unter ihrem Heimweh und unter gebrochenem Herzen. Zu diesem Zeitpunkt macht sich ihre Krankheit erstmals deutlicher bemerkbar. Sie spricht davon, als wäre ein Vogel in ihrem Inneren, der von Zeit zu Zeit aufgeregt flattert, ihr aber auch manchmal die Luft raubt, wenn er in ihrem Hals steckt und nach draußen will. Aber es gibt auch Zeiten, da kann sie sich unter seinem Gefieder vor der Welt verstecken.
Eine Vernunftehe bringt der jungen Frau weder das große Glück noch genügend Zuneigung und Verständnis. Ihre Kinder liebt sie, kann ihnen aber nicht immer eine gute Mutter sein. Sie ist seelisch krank und in ihrer eigenen Welt gefangen. Eine Zeitlang findet sie Ruhe und Trost bei ihren Näharbeiten und dem geliebten Orgelspiel, aber auch das ist nicht von Dauer.

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Man muss sich einlassen, auf die Mystik des Landes und den damit verbundenen, tief verwurzelten Aberglauben der Menschen in Island vor hundert Jahren, deren Denken und Handeln sehr von geheimnisvollen Sagen und düsteren Geschichten über Elfen und Ungeheuer bestimmt wird. In diesem Umfeld wächst Pálina auf. Das Verhältnis zum Vater ist zwiespältig, denn einerseits liebt sie ihn und hängt sehr an ihm (er nennt sie liebevoll „Engelchen“), aber sie muss erfahren, dass er nicht unfehlbar ist, sondern ein sehr dominanter Mensch, mit vielen Schwächen und einer großen Portion Egoismus, und sie verurteilt vieles, was er sagt oder tut.
Ihre Lebensumstände und einige Erfahrungen tragen sicher dazu bei, dass sich Pálina immer mehr in ihre Ängste und Befürchtungen verstrickt. Langsam erwacht die Krankheit, welche ihre Seele befällt und wohl schon länger in ihr schlummert. Dass sie von einem Vogel spricht, der ihr die Luft zum Atmen raubt, lässt sich vermutlich auf die enge Bindung der Isländer an die wilde Natur und ihre Geheimnisse zurückführen und ist Pálinas persönliche Art, ihre Seelenqualen in Worte zu fassen. Wie die Landschaft Islands, von karger Schönheit, so wirkt auch der Schreibstil dieses Romans. Die klare, einfache und doch poetische Sprache ist von vielen Auslassungen geprägt, besonders fällt der häufige Verzicht auf Pronomen ins Auge. Pálinas Schilderungen wirken wie Tagebucheinträge. Gerade in ihrer Schlichtheit sind sie sehr eindrucksvoll und bewegend.
Im letzten Drittel des Buches werden manche Kapitel aus der Sichtweise von Pálinas ältester Tochter Kathrin erzählt. Hier erinnert der Schreibstil an ein Selbstgespräch. Der permanente Versuch der Kinder, die Normalität im Alltag aufrecht zu erhalten und aus Liebe stets Verständnis für die Handlungen der kranken Mutter aufzubringen, hat etwas sehr Rührendes. Der Roman hat mich sehr nachdenklich gemacht, zeigt er doch, wie hilflos damals die Menschen einer Geisteskrankheit gegenüberstanden.
Kristín Steinsdóttir hat mit diesem, zum Teil autobiographischen Roman, ihrer Großmutter ein eindrucksvolles und sehr berührendes Denkmal gesetzt
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"Im Schatten des Vogels" habe ich im Zuge der Island-Aktion bei Blogg-dein-Buch gelesen. Es ist bei C.H.Beck erschienen und u.a. auch hier zu beziehen.
Herzlichen Dank an Blogg-dein-Buch und den Verlag für das Rezensionsexemplar.