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Donnerstag, 12. August 2021

Der Friedhof der vergessenen Bücher (Hörbuch) - Carlos Ruiz Zafón (Autor), Uve Teschner (Sprecher)

 

Der Friedhof der vergessenen Bücher
Carlos Ruiz Zafón (Autor)
Uve Teschner (Sprecher)
Argon Hörbuch
Originaltitel: La Ciudad de Vapor




Kurzbeschreibung:

Eine letzte Reise in die magische Erzählwelt von Carlos Ruiz Zafón.

Der Friedhof der vergessenen Bücher ist der geheimnisvolle Ort, um den das gesamte Erzähluniversum von Carlos Ruiz Zafón kreist: Eine tief unter Barcelona verborgene Bibliothek, in der die Bücher darauf warten, ihre Seele an ihren Leser weiterzugeben.

Zafóns letztes Projekt war es, diesen Ort in Erzählungen weiterwachsen zu lassen. Es entstand ein Geheimfach von Geschichten, das hier zum ersten Mal vollständig geöffnet wird. Es war sein großer Wunsch, diese Texte in einem Buch zu sammeln, nun wurde es zum letzten Geschenk an seine Hörerinnen und Hörer.



Dienstag, 28. November 2017

Heller nun die Glocken klingen / Mit 24 Geschichten durch den Advent - German Neundorfer (Hrsg.)



Klappentext:
24 Geschichten und Gedichte laden ein, sich die Weihnachtszeit literarisch und nostalgisch zu versüßen. Erinnerungen an längst vergangene Tage werden wach, Weihnachten wird wieder das, was es einmal war, als noch Kinderaugen den strahlenden Baum bestaunten.

Mit Geschichten und Gedichten von Rainer Maria Rilke, Fanny Lewald, Kurt Tucholsky, James Krüss, Hans Fallada, Heinrich Heine, Marie von Ebner-Eschenbach u.a.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Geistergeschichten weltberühmter Autoren - Hörbuch


Diese CD-Box mit Geistergeschichten weltberühmter Autoren ist ein richtiger kleiner Schatz. Auf insgesamt acht CDs sind neun Klassiker untergebracht, die alle eins gemeinsam haben: es geht in irgendeiner Form um Gespenster bzw. gruselige Erscheinungen.
Die meisten Geschichten beanspruchen eine CD für sich. Sir Arthur Conan Doyles „Der Hund von Baskerville“ ist mit 196 Minuten die längste Geschichte und auf drei CDs untergebracht. Dafür befinden sich auf CD Nr. 2 gleich vier kürzere Geschichten: „Eine Geistergeschichte“ von Mark Twain mit 23 Minuten, „Geistererscheinung“ von Heinrich von Kleist mit 11 Minuten, „Die Geschichte vom Gespensterschiff“ von Wilhelm Hauff mit 26 Minuten und Ludwig Bechsteins „Der fliegende Holländer“, als kürzeste Geschichte der Sammlung, mit gerade mal 6 Minuten.

Freitag, 22. September 2017

Ein Schutzengel an deiner Seite - Maria Wiesinger



Dieses kleine, hübsch und hochwertig gebundene Büchlein enthält eine bunte Sammlung kurzer Geschichten, Episoden und Segenswünsche. Keiner der enthaltenen Beiträge ist länger als zwei Seiten, und jede Erzählung, jeder Spruch und jeder Segen dreht sich, wie könnte es bei diesem Titel auch anders sein, in irgendeiner Form um das Thema „Schutzengel“.

Montag, 3. April 2017

Montagsgedanken - Ellen Nieswiodek-Martin (Hrsg.)

Ein Buch mit dem Titel „Montagsgedanken“, da ist es naheliegend, dieses auch an einem Montag vorzustellen. Die Herausgeberin, von der ich bereits „Im Vertrauen weitergehen“ vorgestellt habe, hat auch hier wieder kleine Geschichten von ganz unterschiedlichen Frauen jeden Alters und aus verschiedenen Lebensbereichen gesammelt und in diesem schön gestalteten Bändchen veröffentlicht.
Die Aufmachung des Buches ist bezaubernd, das muss ich gleich zu Beginn erwähnen! Die Gestaltung des Einbands ist wunderschön und stimmungsvoll und wird von dem silberfarbenen Buchrücken mit türkisfarbener Metallic-Schrift bestens ergänzt. Jede der enthaltenen Geschichten hat ein sich wiederholendes Tassenmotiv als kleine Illustration über dem Titel. Die Idee, hier gerade 52 Geschichten in einem Band zu veröffentlichen, ist prima und sinnvoll, denn so kann man das Büchlein auf dem Nachtkästchen deponieren und jede Woche des Jahres mit einer neuen kleinen Geschichte am Montagmorgen starten.
In den kurzen Erzählungen, die meist über zwei bis drei Seiten gehen, berichten Frauen aus ihrem eigenen Alltag, erzählen von ihren Problemen oder Zweifeln und wie sie diese lösen konnten oder sprechen über ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrem Glauben und mit Gott. Es sind kleine Episoden, die zum Nachdenken anregen, die Mut machen und inspirieren. Es sind gute Gedanken, stets auch durch einen passenden Bibelspruch ergänzt, auf den sich die jeweilige Geschichte bezieht.
„Damit Montage zu Lieblingstagen werden“, das ist der Wunsch der Herausgeberin. Mit diesen liebenswerten Geschichten ist schon einmal ein guter Start am Montag garantiert, und mit einem Blick auf das ordentliche Regal, wo Tassen und Müslischalen gut sortiert stehen und aufs Frühstück warten, starte ich „aufgeräumt“ in die neue Woche.

Ich finde, dieses schöne Buch eignet sich auch sehr gut als kleines Geschenk für eine gute Freundin oder einfach für einen Menschen, der einem nahe steht.
Kleiner Tipp: Schaut doch mal ins Lydia-Lädchen, dort gibt es nicht nur viele gute Geschenkideen, sondern auch regelmäßig neue "Montagsgedanken".


Sonntag, 22. Januar 2017

Im Vertrauen weitergehen - Wahre Geschichten, die Mut machen

An dieser Stelle ein Zitat der Herausgeberin: „Wer an Gott glaubt, ist nicht vor Krankheit und Leid geschützt. Aber: Gott lässt uns nicht damit allein.“ Ellen Nieswiodek-Martin (Hrsg.)


Dies ist eine Anthologie, herausgegeben von Ellen Nieswiodek-Martin, und schon von der äußerlichen Gestaltung her finde ich das Buch sehr schön und gelungen. Über die Zeitschrift „Lydia“ haben Leserinnen ihre Geschichten eingeschickt. In diesem Buch erfahren wir über die Schicksale von insgesamt sechsunddreißig Frauen. Die Geschichten sind thematisch sortiert und in neun Kapitel aufgeteilt. Da geht es beispielsweise im ersten Kapitel darum, „Wenn ich Angst und Sorgen habe“ oder im Kapitel 2: „Wenn es anders läuft als geplant“. Jedes Kapitel wird mit einem stimmungsvollen Foto eröffnet, das jeweils sehr schön zum Thema der Geschichten passt. Am Ende eines jeden Kapitels findet man einen besonderen Spruch, ein Gedicht, ein Bibelzitat oder einen Segenswunsch.
Es sind sehr unterschiedliche Erlebnisse und Lebensgeschichten, die hier erzählt werden. Da geht es um Alltags- oder Verlustängste, um Probleme in der Liebe und Partnerschaft, um örtliche oder berufliche Veränderungen, um Vorurteile oder um Sorgen wegen Krankheit und Tod. So verschieden wie die Verfasserinnen, so unterschiedlich sind auch ihre Sichtweisen und Geschichten. Aber sie haben alle eines gemeinsam, und das ist ein tiefes Gottvertrauen.
Nicht alle Erzählungen konnte ich gleich gut nachvollziehen, manche fand ich eher banal, andere haben mich tief berührt. Aber bei dieser Fülle an unterschiedlichen Erfahrungen und Schicksalen ist es ganz klar, dass jeder Leser seinen eigenen Blickwinkel einbringt und seine persönlichen Favoriten hat, die ihn besonders berühren. Glaubensfragen sind eben etwas sehr Individuelles. Vielen der Frauen, über die ich gelesen habe, bin ich sehr nahe gekommen, andere habe ich für ihren Mut bewundert. Weil es sich bei allen enthaltenen Geschichten um wahre Begebenheiten und sehr persönliche Erfahrungen der verschiedenen Frauen handelt, möchte ich mir eine gesamte Wertung dieses Buches nicht erlauben. Ich kann nur sagen, dass ich es für lesenswert und nutzbringend erachte, denn sicher kann so mancher auch persönliche Erkenntnisse daraus mitnehmen oder Kraft schöpfen. Gerade Menschen, die ein vergleichbares Schicksal teilen oder von ähnlichen Sorgen geplagt sind, können hier Trost finden.

Noch ein paar allgemeine Informationen zu Buch und Verlag:
„Im Vertrauen weitergehen“ ist im Lydia Verlag erschienen, der zum christlichen Verlagshaus „Gerth Medien“ gehört. Ellen Nieswiodek-Martin, die Herausgeberin des Buches, ist zugleich Chefredakteurin von „Lydia“.
In erster Linie wird hier die Zeitschrift gemacht, aber es gibt auf der Verlags-Website auch das „Lydia-Lädchen“, in dem besondere Empfehlungen an schöner Literatur, Musik, Filmen, Kalendern und Geschenken zusammengestellt wurden.

Nun habe ich in diesem Beitrag schon so häufig die Zeitschrift „Lydia“ angesprochen, dass ich sie hier auch noch etwas ausführlicher vorstellen möchte.


„Lydia“ ist eine christliche Frauenzeitschrift, die vier mal im Jahr erscheint. Sie behandelt ein großes Spektrum an Themen, die gerade für Frauen wichtig sind, egal in welchem Alter und welcher Konfession zugehörig. Die Zeitschrift setzt sich für verschiedene Projekte ein und berichtet über außergewöhnliche Aktivitäten, über Aktionen der Nächstenliebe und über modernes Christentum. Viele Berichte bieten Lebenshilfe für den Alltag, andere erweitern den Blick über den Tellerrand hinaus. Auch begegnet man immer wieder bekannten Frauen aus der Bibel und kann entdecken, wie aktuell deren Anliegen auch heute noch ist. Es sind fröhliche Geschichten, aber auch traurige Erfahrungen in der „Lydia“ zu finden. Außerdem wird man über wichtige Termine informiert und erhält interessante Tipps zu Büchern, Filmen oder Musik. Auch kreative Ideen kann man in jedem Heft entdecken.

Wer sich ausführlicher über das Konzept von Lydia informieren möchte, kann auch erst einmal den kostenlosen und unverbindlichen Newsletter abonnieren, der ungefähr einmal im Monat erscheint.

Montag, 11. Januar 2016

Kriminelle Weihnachten auf den Nordseeinseln - Ella Theiss (Hrsg.)


Wie der Titel schon verrät, befinden sich in diesem etwas anderen Weihnachtsbuch 17 Kriminalgeschichten verschiedener Autoren, gesammelt von der Herausgeberin Ella Theiss, und alle diese Geschichten spielen auf einer der Nordseeinseln. Lediglich die letzte Geschichte spielt auf dem Festland, im Norden Deutschlands. Wo die einzelnen Erzählungen jeweils handeln, das steht im Inhaltsverzeichnis dabei.
Ich finde es immer schwierig, eine Anthologie zu bewerten, denn da hat man ja meist eine sehr bunte Mischung an Kurzgeschichten, und jede ist anders und individuell. Man entdeckt beim Lesen Storys, die einem gut gefallen und andere, mit denen man vielleicht nicht so viel anfangen kann, und man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren.
Ich entschloss mich daher, jede Geschichte für sich zu bewerten, wie sie mir gefallen hat, und so habe ich dann einen Durchschnittswert von 4,5 Sternen herausbekommen und auf fünf Sterne aufgerundet, ein toller Schnitt für ein schönes Buch, wie ich finde.

Aber nun hier zu den einzelnen Geschichten mein persönlicher Eindruck:

  1. Die Helgoländer Weihnachtsgesellschaft
    Hintergründig, mit offenem Ende, was hier aber gut passt. Eine gute Geschichte für „Gedankenspinner“ ****
  2. Rien ne va plus
    So makaber und raffiniert ausgeklügelt, dass ich am Ende fast lachen musste, in Anbetracht der Skurrilität *****
  3. Keine Tafelrunde auf Hooge
    Die Geschichte liest sich sehr vergnüglich, unterhaltsam und ein wenig mystisch, denn es gibt diverse Anspielungen auf „Die Nebel von Avalon“. Aber man versteht die Pointe auch ohne diesbezügliches Insiderwissen. *****
  4. Die entführte Maria
    Amüsant geschrieben und überraschend, was die Verknüpfungen angeht, die sich ergeben. Aber ich fand die Gedankengänge des Ermittlers etwas verwirrend, und seine Schlussfolgerungen haben mich verblüfft. ****
  5. Die Fuge
    Eine rätselhafte, auch ein wenig mystische Geschichte, deren Ende ich leider nicht so ganz verstanden habe bzw. bei der ich das Gefühl hatte, da fehlt noch etwas. ***
  6. Alle Jahre (nie) wieder
    Wenn eine Schwiegermutter zur Plage wird. Amüsante Geschichte mit tragischem Ende. ****
  7. Alle Neune auf Norderney
    Handfeste, kurzweilig geschriebene Kriminalgeschichte, aber mir haben hier ein wenig Spannung und Überraschung gefehlt, den die Handlung war für mein Empfinden frühzeitig vorhersehbar. ****
  8. Strandkorb 7007, mit der Lizenz zum Sterben
    Witwe betreibt auf Juist Trauerbewältigung, weil sie hier immer mit ihrem verstorbenen Mann Urlaub gemacht hatte. Wie sich die Dinge dann entwickeln, ist verblüffend, mit spektakulärem Ausgang. *****
  9. Der Weihnachtsretter
    Ein Dieb auf Baltrum zwecks Weihnachtsentzug – sehr vergnüglich zu lesen *****
  10. Nicht ohne meinen Papa
    Raffiniert eingefädelt, eine super Geschichte, obwohl man ab der Mitte bereits erahnen kann, worauf die Sache hinausläuft. *****
  11. Weihnachten bei Oma
    „Weihnachten rockt“ oder: Da werden Weihnachtstraditionen eisern verteidigt. - Gut geschrieben und spannend zu lesen. *****
  12. Time to say Goodbye
    Von der Gefahr, sich an geistigem Gut zu bereichern, das einem nicht gehört. Durchaus nachvollziehbar, mit einer plausiblen Lösung. *****
  13. Stille
    Handelt von einer zerrütteten Ehe und den Folgen der Garstigkeit. Eine faszinierende Geschichte. *****
  14. Moppe und Kloppe
    Scheinbar bin ich für derartige Geschichten zu arglos. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die „Auflösung“ richtig verstanden habe, denn irgendwie blieben mir die Beweggründe schleierhaft. ***
  15. Das letzte große Ding
    Zwei Freunde planen den letzten großen Coup, eine Geschichte mit überraschender Wendung, toll gemacht und amüsant zu lesen. *****
  16. Ein Steuerfahnder auf Wangerooge
    Seemannsgarn auf Wangerooge? Das nennt sich wohl dann eher „Inselgarn“, eine Geschichte zum Schmunzeln. ****
  17. Warnung
    Von einem Täter mit Weihnachtsmann-Phobie – Humorvoll und ein wenig makaber. *****

Wie bereits oben an entsprechender Stelle erwähnt, sind zwei Geschichten dabei, bei denen sich mir das jeweilige Motiv nicht erschlossen hat. Irgendwie stand ich da wohl auf der Leitung. ;-)
Aber der Großteil der Geschichten hat mich gut bis sehr gut unterhalten, und das Büchlein bietet abwechslungsreiche Lektüre für die dunklen, kalten Monate des Jahres.



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Eight Shades of Love: Liebe achtmal anders



Isabella Benz: Federleichte Liebe
Natascha Kribbeler: Schneeblüten
Bettina Kiraly: Mein Deckel
Lisa McAbbey: Miss Blaustrumpf zweifelt an der Liebe
Daniela Blum: Eine zweite Chance
Linne van Sythen: Die Dame mit dem roten Hut
Dorothea Stiller: Sommer
Stefanie Gregg: Die Doppelgängerin


Acht Autorinnen aus unterschiedlichen Genres haben für diese Anthologie eine Geschichte beigetragen. So verschieden die Erzählungen auch sind, so haben sie doch eines gemeinsam: sie handeln alle in irgend einer Form von der Liebe.
Die Liebe hat viele Facetten, und dem wird schon der Titel „Eight Shades of Love“ gerecht. Man sollte sich nicht abschrecken lassen, denn mit dem ähnlich klingenden Titel, über die fünfzig Schattierungen eines gewissen Herrn Grey, hat das hier vorgestellte Buch nichts gemein. Jede der enthaltenen Geschichten ist gut geschrieben und trägt die individuelle Handschrift ihrer Autorin, und jede ist außergewöhnlich. Manche sind magisch, geheimnisvoll oder märchenhaft, andere vergnüglich und humorvoll und wieder andere melancholisch, mit einem Hauch von Schwermut. Auch die Erotik darf natürlich beim Thema Liebe nicht fehlen. Die meisten Erzählungen spielen in der Gegenwart, aber es ist auch etwas Historisches dabei.
Da die Geschichten alle sehr kurz sind, möchte ich nicht näher auf die jeweiligen Inhalte eingehen. Wie es bei Geschichtensammlungen dieser Art ist, empfindet man sie als Leser recht unterschiedlich. Man hat seine persönlichen Favoriten, die einen begeistern, und man hat sicher auch Geschichten, die einem nicht ganz so zusagen. Mich konnte jede der Geschichten schon nach wenigen Sätzen fesseln, und die Anthologie hat mich insgesamt sehr gut unterhalten. Obwohl ich alle gut fand, habe natürlich auch ich meine absoluten Favoriten bei diesen Liebesgeschichten. Aber die behalte ich für mich, denn hier sollte sich jeder selbst ganz unvoreingenommen darauf einlassen, sein eigenes Urteil bilden und seine persönliche Lieblingsgeschichte (Liebesgeschichte) finden.
Im Anhang werden die beteiligten Autorinnen und ihre bisherigen Werke ausführlich vorgestellt, und es gibt auch Leseproben zu einigen ihrer Romane, denn sicher ist man nach der Lektüre dieser Anthologie auf den Geschmack gekommen und möchte die eine oder andere Autorin besser kennenlernen und mehr von ihr lesen. 

Dienstag, 29. September 2015

Rache auf Türkisch - Askim Utkuseven


In ihren Kurzgeschichten beleuchtet die Autorin verschiedene Situationen aus dem Alltag auf „Türkisch“. Egal ob es da um Ehekrach auf Türkisch, Führerschein auf Türkisch oder Rache auf Türkisch geht, Askim Utkuseven gelingt es innerhalb weniger Sätze, typische Klischees über unsere türkischen Mitbürger auszuräumen. Zugleich erfährt der Leser jedoch sehr viel Interessantes über Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten der türkischen und der deutschen Kultur. So manches könnte man sich auch mit deutschen Protagonisten vorstellen, andere Geschichten, wo es beispielsweise ums Heiraten und die damit verbundenen Vorbereitungen geht, laufen doch auf Türkisch ein wenig anders ab als auf Deutsch. Aber auch wenn so manche Sitten und Bräuche der Kulturen sich unterscheiden, so sind doch die Emotionen überall gleich. Egal ob sich jemand auf Deutsch oder auf Türkisch verliebt, ob sich jemand auf Deutsch oder auf Türkisch ärgert, die Gefühle sind nicht landesabhängig, sondern einfach menschlich, ebenso wie die Reaktionen darauf.
Die Geschichten sind raffiniert aufgebaut, von hintergründigem Humor und meist bis zuletzt undurchschaubar. Man ahnt lange nicht, worauf es hinausläuft und erlebt am Ende einer jeden Story eine Überraschung.
Schon nach wenigen Sätzen war ich immer so vom Geschehen gefesselt, dass ich die begonnene Geschichte unbedingt sofort zu Ende lesen „musste“, zu neugierig war ich, was sich die Autorin diesmal wieder hat einfallen lassen. Ihre Geschichten sprühen geradezu vor Ideenreichtum, und die meisten haben mir ein Schmunzeln entlockt, manchmal musste ich auch lauthals lachen.
Ich habe mich grandios amüsiert und wünsche mir mehr von diesen köstlichen Geschichten!



Samstag, 28. Februar 2015

Liebe unter dunklem Stern–Carolyn Lucas

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“Nur ein tragisches Ende lässt Liebesgeschichten unsterblich werden”, so steht es schon auf der hinteren Buchklappe, und dieses Zitat verwirklicht sich in den enthaltenen vier Liebesgeschichten, denn auch wenn sie ganz unterschiedlich sind, so haben sie doch eines gemeinsam, sie schließen nicht mit einem klassischen Happy End, sondern haben ein schicksalhaftes, außergewöhnliches Finale.

In zwei der Geschichten spielen Engel die Hauptrollen. Eine weitere  erzählt vom Schicksal eines Vampirs und seiner Geliebten, und in der vierten geht es um Gargoyles, die gotischen Wasserspeier.
Als Märchen mit gutem Ausgang nimmt die fünfte Geschichte in mehrfacher Hinsicht eine Außenseiterrolle ein.

Schon äußerlich ist das gebundene Büchlein, das auch über ein Lesebändchen verfügt, sehr schön ausgestattet, denn das dunkle Cover hat eine mystische und zugleich romantische Ausstrahlung und passt somit hervorragend zum Inhalt.

Ich mag diese kleinen, geheimnisvollen und wunderschön geschriebenen Geschichten, die sich in einem Rutsch durchlesen lassen. Da man sie in relativ überschaubarer Zeit schafft, eignen sie sich bestens als schöne Lektüre vor dem Einschlafen, denn sie sind faszinierend und geheimnisvoll, dabei aber nicht zu aufregend. Das Büchlein hatte daher in der letzten Zeit seinen Stammplatz auf meinem Nachttisch. Auch wenn ich nun weiß, wie sich die einzelnen Schicksale fügen und die Erzählungen ausgehen, so werde ich sicher noch häufiger in dem schönen Buch blättern und mich gerne immer wieder erneut von der Welt der übernatürlichen Wesen verzaubern lassen.

5sterne

Samstag, 8. November 2014

Lies oder stirb!

Mörderisches aus dem Bücherdschungel

Der Grafit Verlag feiert heuer sein 25-jähriges Jubiläum, das war ein Vierteljahrhundert beste Krimiliteratur!
Im Jubiläumsjahr gibt es einige interessante Neuerscheinungen. Unter anderem haben sich wieder 15 treue und bekannte Autor(inn)en bzw. Autorenduos des Verlags zusammengetan und einen Beitrag für die neue Anthologie „Lies oder stirb“ geschrieben.
Folgende Autor(inn)en sind beteiligt:
Ralph Gerstenberg, Ella Theiss, Ilka Stitz, Leo P. Ard, Niklaus Schmid, Lucie Flebbe, Gabriella Wollenhaupt und Friedemann Grenz, Peter Gozagar, Jan Zweyer, Jacques Berndorf, Christoph Güsken, Petra Würth, Theo Pointner, Wilfried Eggers, Christiane Bogenstahl und Reinhard Junge.

Herausgekommen ist eine ganz besondere Kurzgeschichtensammlung. Es ist eine Anthologie, in der sich alle Geschichten rund um das Thema Literatur und Bücher drehen. Außerdem gibt es natürlich in jeder Story mehr oder weniger ein Verbrechen, denn es sind ja allesamt Kriminalgeschichten. Das muss kein Mord sein, es gibt auch Betrug, Diebstahl und vieles mehr. Es geht in den Storys um Autoren, Buchhändler und Leser. Dabei können sie alle sowohl als Täter aber auch mal als Opfer auftreten. Die Kriminalfälle sind vielfältig und zum Teil skurril, und sie bieten die Möglichkeit, den Schreibstil der verschiedenen Autoren in kleinen Häppchen kennenzulernen. So unterschiedlich sie auch sind, jede der Geschichten hat etwas Besonderes an sich, das gewisse Etwas, das sie so spannend und originell macht.
Das Buch war mir in den letzten Wochen immer wieder eine vergnügliche Gutenachtlektüre. Gerade spätabends, wenn man eigentlich müde ist und sich auf keine längere Handlung mehr einlassen möchte, sind die kurzen Geschichten ideal, und so manches Mal war beim Lesen nach kurzer Zeit meine Müdigkeit wie weggeblasen, weil mich die Geschichten so gefesselt haben. Die Tatsache, dass es durchweg um Bücher und Literatur geht, macht die Anthologie unverzichtbar für alle, die Bücher lieben. Sie darf bei keiner Leseratte und keinem Bücherwurm in der heimischen Bibliothek fehlen.  




Montag, 30. Juni 2014

Endlich Schnurrlaub - Christiane Lind

Endlich Schnurrlaub
Katzen auf Reisen
Christiane Lind
rororo, 223 Seiten
ISBN: 3499268337


Acht „fabel“hafte Katzengeschichten

In allen acht Geschichten dieser Anthologie geht es um Katzen, die eine Reise unternehmen, von zuhause ausbüxen oder auf der Straße leben, aus welchen Gründen auch immer.
Die Erzählungen handeln von ganz unterschiedlichen Situationen und Katzen-Charakteren:

  • Hopes long way home
    ist die Geschichte einer Katze, die, nach dem Umzug ihrer Familie, durch ganz Australien wandert, um nach Hause zurück und zu ihrem Bruder zu gelangen. Unterwegs macht sie viele, teilweise recht außergewöhnliche Bekanntschaften und gerät in so manch gefährliches Abenteuer. Letztendlich wächst sie an ihren Erfahrungen.

  • Ick bin een Berliner
    erzählt von einem Kater, der von Berlin in ein Tierheim nach Braunschweig versetzt wird und sich sämtlichen Vermittlungsversuchen gegenüber resistent zeigt. Aus Sehnsucht nach seiner alten Heimat  findet er einen Weg, nach Berlin zurückzukehren. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

  • Ein Zuhause für Struppi
    schildert das Schicksal eines armen, hungrigen Straßenkätzchens auf Madeira, das doch noch sein Glück findet. In dieser Geschichte erfährt man mehr über die Möglichkeit einer Flugpatenschaft für Tiere und über das großartige Engagement entsprechender Tierschutzorganisationen.

  • In Trims Märchen
    geht es um eine Katzenfamilie und um eine märchenhafte Gutenachtgeschichte, die viel Wahres enthält und von einer großen Liebe erzählt. Genau genommen ist es eine historische Erzählung.

  • Linus Langnase, Ausbrecherkönig
    ist ein neugieriger Kater, der alle Möglichkeiten und jede offene Türe nutzt, um kleine und große Abenteuer zu erleben und mehr über die Welt draußen zu erfahren. Zusammen mit seinen Menschen muss er eine Möglichkeit finden, seinen Freiheitsdrang und Frauchens Wunsch nach Sicherheit unter einen Hut zu bringen.

  • Das Abenteuer seines Lebens
    Hier stellt ein verwöhnter Kater fest, dass Bequemlichkeit und Wohlstand nicht alles sind in einem Katzenleben. Er blickt über den Rand seiner Futterschüssel hinaus und macht sich auf die Suche nach einem geliebten Menschen.

  • Ich und die Landeier
    schildert Kätzchen Mimis Erlebnisse, als diese von ihrer Familie, für die Dauer der Sommerferien, aufs Land geschickt wird und sich dort gegen zwei ziemliche Macho-Kater durchsetzen muss. Letztendlich kann sie Hilfe für eine Artgenossin herbeiholen und wird Patin. Sie stellt fest, dass das Leben auf dem Lande gar nicht so schlecht ist.

  • In Coming home
    letztendlich macht die Katze Cookie eine lange Reise, als sie auf der Straße von einer Tramperin mitgenommen wird und dieser auf Umwegen zu Familienglück verhilft.
Nach „Weihnachtspunsch und Weihnachtskater“ ist dies nun die zweite Kurzgeschichtensammlung der Autorin, in der es um Katzen geht. Standen im ersten Buch noch ihre eigenen Lieblinge für die vierbeinigen Helden Pate, so hat Christiane Lind diesmal wahre Ereignisse und Zeitungsberichte über abenteuerliche Katzenschicksale hergenommen, um eigene Geschichten darum zu schreiben. So gesehen hat jede Story einen wahren Kern. Ich empfehle, die Geschichten wirklich in der Reihenfolge zu lesen, in der sie im Buch erscheinen, denn zwischendurch gibt es immer kleine Hinweise oder es fallen Bemerkungen, die sich auf die vorherigen Ereignisse beziehen. Die Geschichten sind durchweg warmherzig und fesselnd geschrieben, und meist ist auch eine gute Portion Humor mit dabei. Außerdem bestechen alle Erzählungen durch sehr viel Feingefühl, den vierbeinigen Protagonisten gegenüber und sind eine gelungene Mischung aus Realität und Fiktion. Schon das Foto auf dem Buchcover ist hinreißend und strahlt Wärme und Sommerfeeling aus. Man bekommt richtig Lust, im Gedanken auf Reisen zu gehen und die schnurrenden Pelzträger zu begleiten.

Eine Anthologie mit acht Katzengeschichten, von denen eine bezaubernder ist als die andere.


Mittwoch, 28. Mai 2014

Der katzegorische Imperativ - Karin Tamcke

Der katzegorische Imperativ
Karin Tamcke
Mariposa Verlag
ISBN: 3927708933

Die Anthologie enthält kurze Episoden, in denen die Autorin Begebenheiten aus ihrem Leben mit Katzen schildert. Es sind Situationen, die wohl jeder kennt, der schon mal eine Zeitlang mit einer oder mehreren Katzen zusammengelebt hat. Karin Tamcke erzählt humorvoll, und ihre kleinen Geschichten zeugen von einer phantastischen Beobachtungsgabe. Sehr schön, fast poetisch geschrieben, mit liebevollen, phantasiereichen Wortspielereien, bringt es die Autorin so treffend auf den Punkt, dass ich häufig laut lachen musste. Wer Katzen kennt und liebt und jemals mit den eigensinnigen und zugleich bezaubernden Samtpfoten zusammengelebt hat, wird sich selbst in vielen der Situationen wieder erkennen und sich oft das Schmunzeln nicht verkneifen können. Man kann sich dem Charme und dem Wahrheitsgehalt der Erzählungen nicht entziehen. Es sind Geschichten wie Pralinen, kleine Häppchen, unwiderstehlich, süß und köstlich.

Ein Buch, das erheitert und bezaubert, das sich nicht nur wundervoll liest, sondern auch mal so zum Betrachten der vielen ausdrucksstarken Schwarzweiß-Fotos (natürlich alles Aufnahmen von Katzen) einlädt und das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.



Dienstag, 8. April 2014

Die kleine Komtess - Eva Ibbotson

Von ihren Romanen habe ich schon einige gelesen, und alle haben mir sehr gut gefallen. Darum war ich sehr gespannt auf diese Sammlung mit Kurzgeschichten von Eva Ibbotson. Es sind insgesamt 19 Geschichten enthalten, und wie es in Anthologien so ist, manche gefallen einem besser, manche vielleicht nicht so gut. So ging es mir auch hier. Amüsant geschrieben sind sie alle. Die Autorin hat ihren ganz eigenen Stil, und in ihren manchmal recht skurrilen Geschichten kommen auch immer sehr außergewöhnliche Charaktere vor. Viele ihrer Erzählungen spielen in der Vergangenheit, häufig am Ende des 19. oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es sind jedoch auch Storys dabei, die in der Gegenwart oder näheren Vergangenheit angesiedelt sind. Aber eines haben sie gemeinsam, denn sie handeln alle von der Liebe, wenn auch manchmal auf Umwegen. Gefallen haben mir eigentlich fast alle Geschichten. Bei einigen musste ich gewaltig schmunzeln, weil sie sich sehr originell entwickeln und oft zuletzt auch noch eine Überraschung in petto haben. Es war aber auch die eine oder andere dabei, wo ich am Schluss nicht recht wusste, was mir die Autorin mitteilen wollte.Insgesamt bietet aber dieses Büchlein eine bunte Mischung, so dass sicher die meisten Leser ein paar Lieblingsgeschichten für sich darin entdecken.

Einen wichtigen Warnhinweis hätte ich noch, um Enttäuschungen durch Doppelkäufe zu vermeiden, so wie es mir selbst ergangen ist. Die gleiche Anthologie ist nämlich noch unter dem Titel "Vicky und der Weihnachtsengel" erschienen. Es sind jedoch nur zwei weihnachtliche Geschichten enthalten.
Die Bücher sind von der Zusammenstellung der Geschichten identisch.


Sonntag, 8. Dezember 2013

Weihnachtspunsch und Weihnachtskater - Christiane Lind


Christiane Linds Geschichten, in diesem Büchlein sieben an der Zahl, handeln alle von Katzen. Da geht es um heimatlose, um verwöhnte, ängstliche oder selbstbewusste, wilde oder anschmiegsame, traurige und glückliche Vertreter dieser miauenden Spezies. Sie müssen so manches Missverständnis ausräumen, denn die Konversation, manchmal untereinander meist aber mit den Menschen, verläuft nicht immer reibungslos. Sie treten als Vermittler innerhalb ihrer Familie auf, stiften auch schon mal eine romantische Verbindung und nehmen in Kauf, das Weihnachtsfest gemeinsam mit einem Hund verbringen zu müssen.  Notfalls wandeln sie auch auf den Spuren von Charles Dickens und bringen uns den Geist der Weihnacht nahe. Auf jeden Fall schnurren und schmusen sie sich mit ihrem Charme in die Herzen der Großen, wie sie die Menschen nennen.
Mit ganz viel Katzenverstand, Herzenswärme und Humor hat die Autorin ihren eigenen Fellnasen, die für manchen der kleinen vierbeinigen Helden in den Geschichten Pate standen, in die Augen, auf die Pfoten und in die Seele geschaut. Hat man selbst schon jemals mit einer Katze zusammengelebt, kann man viele der geschilderten Situationen mit einem Schmunzeln nachvollziehen, denn so manches hat man dann sicher selbst in ähnlicher Weise schon erlebt. Aber diese Anthologie eröffnet auch ganz neue Sichtweisen auf die liebenswerten Vierbeiner.
Ganz sicher werden nicht nur eingeschworene Katzenfreunde ihre Freuden an diesem zauberhaften Buch haben.

Durch die schöne Ausstattung, zusammen mit dem handlichen Format, bietet sich dieses hübsche Buch ideal als Weihnachtsgeschenk für einen lieben Menschen an.



Freitag, 31. Mai 2013

Zügig ins Jenseits - Mörderische Geschichten für Bahnfahrer


Klappentext:
Sechzehn Kurzgeschichten, die sich mit allen Aspekten befassen, die das Bahnfahren liebenswert und so mörderisch unterhaltsam machen. Folgen Sie unseren KrimiautorInnen auf dem Schienennetz und überzeugen Sie sich selbst: Für manchen Reisenden kommt die Endstation früher als erwartet…
Zugestiegen sind:
Nina George, Ralph Gerstenberg, Tatjana Kruse, Michael Herzig, Peter Godazgar, Nicola Förg, Jutta Profijt, Edgar Franzmann, Romy Fölck, Angela Eßer, Niklaus Schmid, Stephan Hähnel, Kathrin Heinrichs, Ella Theiss, Roger M. Fiedler und Alexandra Trudslev.

Mein Eindruck: 
Anthologien lese ich immer dann, wenn ich wenig Zeit habe, mich in eine langwierige und ausführliche Handlung zu vertiefen. Für die kurze Pause zwischendurch ist so eine überschaubare Kriminalstory genau richtig. Auch vor dem Einschlafen finde ich sie praktisch, denn ich neige dazu, nach jeder beendeten Geschichte eine kleine Denkpause einzulegen, um die Handlung nachwirken zu lassen. So beschränke ich mich dann auf eine Geschichte pro Abend, und ausreichend Schlaf ist gesichert, weil ich mir nicht mit einem dicken, unendlichen Wälzer die Nacht um die Ohren schlage.
Unerschrockene Zeitgenossen können sich dieses Buch natürlich auch als Reiselektüre für die nächste Bahnfahrt einpacken. Sie werden die Ereignisse und die Fahrgäste unterwegs mit ganz anderen Augen betrachten ;-)

16 Autor(inn)en haben jeweils eine Kurzgeschichte zur vorliegenden Anthologie beigetragen. Ihre Erzählungen haben eines gemeinsam: sie spielen sich in einem Zug oder in unmittelbarer Nähe eines Bahnhofs ab.
Jede Story wird mit einer informativen „Wussten Sie schon…-Frage“ eingeleitet, die in gewisser Weise auch immer zur jeweiligen Handlung passt. Als Handlungsorte haben die Autoren verschiedene Bahnstrecken ausgesucht und die Fahrgäste sowie auch die Angestellten unter die Lupe genommen.
Bei einer Bahnreise kommen ganz unterschiedliche Charaktere zusammen, die sich fremd sind und im Grunde genommen nichts voneinander wissen.
Welcher Fahrgast kann schon ahnen, welche Geheimnisse oder kriminellen Machenschaften sich hinter den Unschuldsmienen seiner Mitreisenden verbergen? Wer würde schon für den Sitznachbarn die Hand ins Feuer legen? Diese Aspekte greifen die Autoren auf und verarbeiten sie in ihren Geschichten. Man erfährt von gefährlichem und auch von makaberem Reisegepäck, von Liebeskummer und Einsamkeit, von Verschwörungen und dubiosen Aufträgen. Nicht alles klappt, wie vorgesehen, woran nicht zuletzt auch die Unpünktlichkeit mancher Züge schuld ist. So manche skurrile Situation sollte man mit Schmunzeln und einem Augenzwinkern betrachten. Nicht in jeder der 16 Geschichten gibt es Tote, aber alle enden überraschend und sind mörderisch gut!



Donnerstag, 20. Dezember 2012

Frostzauber - Tanja Heitmann (Hrsg)



Nach „Stille Nacht“ im letzten Winter ist mit „Frostzauber“ nun die zweite Anthologie dieser Art erschienen.
Sechs bekannte Autorinnen (Tanja Heitmann, Antonia Michaelis, Gesa Schwartz, Lilach Mer, Mechthild Gläser und Jennifer Benkau) haben je eine Kurzgeschichte beigesteuert.
Die geheimnisvolle Stimmung des Umschlagbilds setzt sich in allen Geschichten fort, welche einige Gemeinsamkeiten aufweisen und doch so völlig verschieden sind. Sie spielen alle in der kalten Jahreszeit, sind  rätselhaft, düster-geheimnisvoll, und sie handeln von einsamen Herzen die sich nach Liebe sehnen, welche alle Hindernisse überwindet. Da die Geschichten recht kurz gehalten sind, möchte ich auf den jeweiligen Inhalt nicht näher eingehen, denn die Gefahr wäre groß, dabei zuviel zu verraten.
Jede Erzählung für sich ist faszinierend, sprachlich sehr schön und ausdrucksvoll. Beim Lesen glaubt man fast, den Frost auf der Haut zu spüren, das Knistern des Eises zu hören und die Helligkeit des Schnees zu sehen. Man trifft auf geheimnisvolle Wesen und rätselhafte Ereignisse. Wenn man sich darauf einlässt, nimmt einen die Magie dieser kleinen Episoden gefangen. Dieses Büchlein ist eine zauberhafte Lektüre und perfekt für die Raunächte bzw. die Zeit zwischen den Jahren geeignet.

Folgende Geschichten sind im Buch
Tanja Heitmann: Unter dem Frosthauch
Lilach Mer: Cirque Indigo
Mechthild Gläser: Die gefrorene Zeit
Gesa Schwartz: Jenseits des Lichts
Antoina Michaelis: Preußischblau (mein ganz persönlicher Favorit im Buch – wunderschön und anrührend)
Jennifer Benkau: Das Lied des Eiswolfs



Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Montag, 16. Juli 2012

Doris Lessings Katzenbuch

Mein Buch im Juli, für die 2. Chance-Challenge bei Books-a-Week war
Doris Lessings Katzenbuch.
Dieses Buch steht schon sehr lange in meinem Regal, und es ist einige Jahre her, dass ich darin gelesen habe. Beim ersten Durchblättern habe ich nun ein Foto von meinem Kater Maunz im Buch gefunden, der mich vierzehn Jahre meines Lebens begleitet hat. Ich hatte das Bild passenderweise als Lesezeichen im Buch gelassen. Das sind doch die netten Überraschungen bei so einer Challenge, und beim Betrachten konnte ich erst einmal in Erinnerungen schwelgen.
Aber nun zum Inhalt:
Doris Lessings Katzenbuch enthält vierzehn Kurzgeschichten. Alle drehen sich um die Katzen, die entweder bei der Autorin selbst gelebt haben oder um Tiere aus der Nachbarschaft bzw. um Streuner, die ihr im Lauf der Jahre begegnet sind. Es sind keine niedlichen Geschichten, die das Wesen der Katze verklärt oder gar vermenschlicht zeigen, sondern sie beschreiben Abschnitte des wahren Lebens, das für Mensch und Katze nicht immer einfach war. Besonders die Schilderung der Autorin, wo sie sich an ein Erlebnis ihrer Kindheit in Afrika erinnert, ist distanziert und von erstaunlicher Nüchternheit. Doris Lessing hat ein eher realistisches Verhältnis zu ihren Katzen. Sie erzählt über einschneidende Ereignisse, die ihr Verhältnis zu den Tieren geprägt oder verändert haben. Die lustigen Episoden sind in der Minderzahl, in diesem Buch sind die ernsten Töne vorherrschend, und manches, was die Autorin berichtet, ist nicht gerade schön, denn sie erzählt auch von Krankheit und Tod. Und doch spürt man aus jeder Zeile, dass sie Katzen liebt.