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Sonntag, 20. Juli 2025

The Last Bookstore on Earth - Lily Brown Arnold

 

The Last Bookstore on Earth
Lily Brown-Arnold
Übersetzung: Mareike Weber
Fischer-Sauerländer, Rotfuchs
ISBN: 978-3733608781
⭐⭐⭐⭐

Kurzbeschreibung:


Ein apokalyptischer Sturm hat die Welt heimgesucht. Verfolgt von Erinnerungen an ihre Familie, die sie nicht retten konnte, verschanzt sich die 17-jährige Liz in einer Buchhandlung, dem einzigen Ort, an dem sie sich sicher fühlt. Sie nutzt den Laden zum Handeln und als Anlaufstelle für Nachrichten, die Menschen auf der Durchreise hinterlassen. Doch eines Tages dringt jemand in ihre kleine Welt ein: Maeve, eine verschlossene und vermutlich gefährliche Fremde. Gleichzeitig zieht ein weiterer Sturm auf, und eine Gruppe von Flüchtlingen droht, die Buchhandlung zu stürmen. Liz ist gezwungen, Maeve zu vertrauen. Und während die beiden um ihr Leben kämpfen müssen, entwickelt sich inmitten ihrer dystopischen Welt zwischen ihnen eine zarte Liebesgeschichte.


Montag, 30. August 2021

1984 - George Orwell

 

1984
George Orwell
Anaconda Verlag
ISBN: 978-3730609767

Kurzbeschreibung:

London, 1984: Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne und geheimnisvolle Julia. Gemeinsam beginnen sie, die totalitäre Welt infrage zu stellen, als Teil derer sie bisher funktioniert haben. Doch bereits ihre Gedanken sind Verbrechen, und der Große Bruder richtet seinen stets wachsamen Blick auf jeden potenziellen Dissidenten. George Orwells Vision eines totalitären Staats, in dem Cyberüberwachung, Geschichtsrevisionismus und Gedankenpolizei den Alltag gläserner Bürger bestimmen, hat wie keine andere Dystopie bis heute nur an Brisanz gewonnen.


Dienstag, 15. Oktober 2013

Eden und Orion, Lichtjahre zu dir - Helen Douglas

Helen Douglas: Eden und Orion - Lichtjahre zu dir
Verlag Fischer/Sauerländer

Kurzbeschreibung des Verlags:
Als der gut aussehende Ryan an ihrer Schule auftaucht, verliebt Eden sich Hals über Kopf in den Neuen. Auf den ersten Blick scheint Ryan ein ganz normaler amerikanischer Teenager zu sein. Aber wieso kennt er dann keine Pizza und hat noch nie von Gandhi oder Mandela gehört? Und warum interessiert er sich so brennend für sie? Eines Tages findet Eden ein Buch in Ryans Zimmer, dessen Inhalt eine ferne Zukunft vorwegnimmt. Eden versucht fieberhaft, das Geheimnis zu lüften. Sie entdeckt, dass Ryan eine unglaublich wichtige Mission erfüllen muss ... und sie vielleicht seine einzige Chance zerstört hat.

Mein Eindruck:
Auf den ersten Blick geht es in der Geschichte um eine Gruppe ganz normaler Jugendlicher, die gerade dabei sind, sich auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten. Als ein sehr attraktiver Neuer an die Schule kommt, versetzt das die gesamte weibliche Schülerschaft in Aufruhr. Ausgerechnet mit Eden freundet sich der Junge an, sehr zum Missfallen von Connor, Edens bestem Freund seit der Kindergartenzeit, der sich jedoch allem Anschein nach in sie verliebt hat.
Eden findet Ryan schon ein wenig seltsam, denn er hat einerseits ein enormes Wissen, besonders in den Naturwissenschaften, kennt aber anscheinend selbst die bekanntesten historischen Persönlichkeiten nicht, und er weiß nicht, was Pizza ist. Als Eden hinter Ryans Geheimnis kommt, ist es schon fast zu spät, denn sie spürt, dass sie sich hoffnungslos in den Jungen verliebt hat, aber sie weiß auch, dass diese Liebe keine Zukunft hat.
Bei der Handlung dieses Jugendromans steht eindeutig der romantische Aspekt im Vordergrund. Die Ich-Erzählerin Eden schildert ihre Eindrücke und Gefühle, als sie Ryan begegnet. Von ihrer Seite ist es schnell Liebe, aber sie weiß nicht, ob Ryan diese erwidert. Bald erkennt sie, wieso der rätselhafte Junge immer etwas auf Distanz bleibt.
Eden, die anfangs als sehr sicherheitsbewusst und vernünftig beschrieben wird, scheint nun vor lauter Verliebtheit ihren Verstand auszuschalten. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sie grundsätzlich vergisst, ihre Jacke mitzunehmen, egal welches Unwetter gerade draußen tobt, was zur Folge hat, dass sie mehrmals völlig durchnässt oder durchgefroren bei Ryan ankommt. Das passt so gar nicht zu dem Bild, das ich anfangs von ihr gewonnen habe.
Es ist ein Jugendbuch und für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen gedacht. Im Hinblick darauf hat mich der ziemlich sorglose Umgang der jungen Protagonisten mit Alkohol und auch mit dem Autofahren ohne Führerschein doch ziemlich befremdet.
Die Zeitreise-Idee, die in der Handlung zum Ausdruck kommt, ist faszinierend, aber sie konnte mir hier nicht glaubwürdig vermittelt werden. Auch wenn es völlig phantastisch ist, muss ich es beim Lesen in gewisser Weise logisch nachvollziehen können. Auch das Ende war für mich nicht schlüssig. Da gab es meines Erachtens einige Ungereimtheiten.
Ein Highlight der Story waren wiederum für mich die Einblicke in die Wissenschaft der Astronomie. Hier ist es der Autorin gelungen, die Faszination für die Gestirne und den Wunsch, mehr darüber zu erfahren, zu wecken.
Wenn auch nicht herausragend, so ist es insgesamt eine kurzweilige Geschichte, schön und unterhaltsam geschrieben, und ich bewerte sie mit drei hell leuchtenden Sternen.



Montag, 16. Januar 2012

Herrschaft der Alten - Alfred Bekker



Man schreibt das Jahr 2099. Deutschlands Bevölkerung ist völlig überaltet, genau genommen ist nur noch ein Viertel der Einwohner unter siebzig. Es gelten strenge Auflagen. Um die Staatsflucht zu unterbinden, ist es Bürgern erst ab einem Alter von 75 Jahren gestattet, Auslandsreisen zu unternehmen. Die arbeitende Bevölkerung lebt mit strengen Gesetzen und muss hohe Abgaben leisten, um die Versorgung der Alten und Kranken zu sichern. Schulen wurden aus Kostengründen abgeschafft, die Weiterbildung erfolg über Onlinekurse. Fast alle Lebensbereiche werden stark überwacht und staatlich geregelt. In dieser Zeit lebt Benn. Er hat nur wenige Freunde, denn es gibt kaum noch Jugendliche. Mit seinen 17 Jahren gehört er einer Minderheit an. Zusammen mit drei Gleichaltrigen schmiedet er Fluchtpläne, denn es gibt viele Länder, wo junge Menschen mit offenen Armen aufgenommen würden, wenn es ihnen erst einmal gelänge, ihr Heimatland zu verlassen.


Einen Großteil der Handlung nehmen die Fluchtvorbereitungen der vier Jugendlichen ein. Daneben wird Benns bevorzugter Zeitvertreib sehr ausführlich geschildert. Der Junge gestaltet virtuelle Charaktere für so genannte Holo-Drama-Events. Dies ist sehr umfassend beschrieben was für mich nicht von so großem Interesse war. Aber vermutlich hat der Autor dieses Thema so gründlich erörtert, weil sich dahinter Benns Zukunftstraum verbirgt, denn er möchte gerne irgendwann an einer richtigen „Holowood-Produktion“ beteiligt sein. Um dies verwirklichen zu können, bleibt ihm allerdings nur die Flucht aus Deutschland.
Für alle Bereiche des geschilderten Lebens hat sich der Autor einige phantastische Erfindungen einfallen lassen, wie beispielsweise der Verkehr und die Kommunikation zum Ende des 21. Jahrhunderts geregelt sein könnten.
Manches an dieser Zukunftsvision wirkt erschreckend real, und eine ähnliche Umsetzung in hundert Jahren wäre, zumindest ansatzweise, durchaus denkbar, besser gesagt, man muss vielleicht für die Zukunft befürchten, dass es zu vergleichbaren Problemen kommen kann. Die beschriebene Situation der Jugendlichen bietet jede Menge Denkanstöße und Material für Diskussionen und ist meines Erachtens für gemeinsame Leseprojekte, wie beispielsweise als Schullektüre, bestens geeignet.




Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Edition Zweihorn.

Sonntag, 8. Januar 2012

Beutewelt - Alexander Merow




Der Roman spielt im Jahr 2028. Es herrscht eine totalitäre Weltregierung; alles wird genau geregelt und überwacht. Privatsphäre gibt es fast nicht mehr, die Menschen werden nur noch mit einer Nummer registriert. Frank Kohlhaas, der Bürger mit der Nummer1-564398B-278843, ist ein eher unscheinbarer Zeitgenosse, der in einem Stahlwerk arbeitet und ein ziemlich trostloses Leben führt, bis er eines Tages mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Es ist nur eine Kleinigkeit, die sich der junge Mann zu Schulden kommen lässt, aber es bringt ihn, nach einem automatisierten Gerichtsverfahren, in eine Gefängnisanstalt mit einem völlig neuartigen, ausgeklügelten System, die Inhaftierten zu „bessern“. Viele Monate ist Frank dort, isoliert in einer so genannten „Holozelle“, einer unerbittlichen Gehirnwäsche ausgesetzt. Als er in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, geschieht etwas, das Franks Leben grundlegend verändert.

 

In dem Roman „Beutewelt“ zeichnet Alexander Merow das reinste Schreckensszenario von einer nicht allzu fernen Zukunft. Seine Schilderungen sind zum Teil sehr drastisch, und man kann sich nur von Herzen wünschen, dass die Realität nicht annähernd so aussehen wird. Nicht alles war für mein Empfinden einleuchtend und realistisch, es gibt einige Situationen, die mir doch recht unglaubwürdig erschienen. Auch blieben mir die Protagonisten allesamt fremd, was an dem sehr nüchternen, emotionslosen Schreibstil lag. Aber das Gesamtbild war dann doch recht stimmig, denn anders könnte man diese Welt gar nicht beschreiben.
Dystopien gehören normalerweise nicht zu meiner Lieblingslektüre, und trotzdem (oder auch gerade darum) hat mich die Geschichte gefesselt, denn diese Vision der politischen Weltlage, in naher Zukunft, bietet viel Stoff zum Nachdenken. Die beklemmende Atmosphäre wird hier schonungslos und in aller Deutlichkeit ausgemalt.