Freitag, 27. April 2018

Die Frauen von Savannah - Beth Hoffman



Klappentext:
Nach dem Tod ihrer Mutter 1967 wird die zwölfjährige CeeCee Honeycutt von ihrer Großtante Tootie aufgenommen, die in Savannah, Georgia, ein wunderschönes Südstaatenhaus mit riesigem Garten bewohnt. Umsorgt von drei warmherzigen Frauen kann CeeCee ihre schwierige Kindheit in Ohio hinter sich lassen und blüht auf. Doch dann kommt es zu einem rassistischen Überfall, der CeeCees neu gefundenes Glück jäh in Gefahr bringt....
Ein zu Herzen gehender Roman, der von den starken Banden zwischen Frauen erzählt und die Freundschaft feiert.


Mein Eindruck:
CeeCee hat keine leichte Kindheit, denn der Vater ist kaum zuhause, hat der Familie den Rücken gekehrt, und die Mutter ist psychisch krank. Man kann sich gut in das Mädchen hinein versetzen, die quasi auf ihre Mutter aufpassen muss und dabei ihre Kindheit verliert. Da sich die Mutter in der Öffentlichkeit oft daneben benimmt, was CeeCee peinlich ist, hat das Mädchen auch keine Freunde, sondern verkriecht sich in jeder freien Minute bei ihren Büchern. Ihre einzige Vertraute ist Mrs. Odell, eine alte Dame in der Nachbarschaft. Nach dem plötzlichen Unfalltod der Mutter wird CeeCee bei ihrer Großtante Tootie aufgenommen. Diese lebt in einem schönen alten Haus in Savannah. Tooties Köchin, die anfangs ein wenig ruppig wirkt, entpuppt sich als warmherzige Frau, die CeeCee schnell zur mütterlichen Freundin wird. Die ganze Geschichte ist aus CeeCees Sicht, in der 1. Person, erzählt, was man an der geradlinigen, schlicht gehaltenen Erzählweise merkt, die jedoch, trotz aller Einfachheit, sehr schön und bilderreich ist. Es ist die Poesie und Weltsicht eines jungen Mädchens, das viel zu schnell vernünftig und erwachsen werden musste.
Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben, und wie gesagt, CeeCee, Mrs. Odell, Tootie und die Köchin Oletta sowie auch die Nebenfiguren sind überwiegend sympathisch gezeichnet. Aber nicht alles ist so idyllisch wie es scheint, auch bei CeeCees neuer Familie gibt es Sorgen, denn eines Tages erlebt das Mädchen einen rassistischen Überfall mit, was sie erst verarbeiten muss. Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, bis auf Kleinigkeiten, so kamen mir beispielsweise einige Charakterisierungen von Tooties Nachbarinnen etwas überspitzt vor. Aber das mindert keinesfalls die Lesefreude an diesem schönen Sommerroman, in dem CeeCee liebe Menschen und Freunde findet und ihr Schicksal eine glückliche Wendung nimmt, denn auch wenn es diverse Probleme gibt, die von den Protagonisten bewältigt werden müssen, so strahlt der Roman doch insgesamt eine positive, warmherzige Stimmung aus.


⭐⭐⭐⭐ 1/2


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