Samstag, 3. Februar 2018

Die Salzpiratin - Beate Maly

Das eBook wurde mir,
im Auftrag der Ullstein Buchverlage,
über Netgalley zur Rezension überlassen,
wofür ich mich ganz herzlich bedanke.
 


Klappentext:
Ursel ist die Tochter der Herren von Orth, die den lebenswichtigen Salzhandel auf dem Traunsee kontrollieren und die Händler vor Piraten schützen. Kurz nach der Sonnenwendfeier im Jahre 950 wird ihre Familie vom machthungrigen Grafen Wilhelm von Chiemgau überfallen. Nur Ursel und ihr Bruder können fliehen. Und Ursel schwört Rache. Als Mann verkleidet schließt sie sich den Salzpiraten an und wird bald zum gefeierten Mitglied der Räuberbande. Gegen ihren Willen verliebt sie sich in den Kaufmann und Gelehrten Steffen, den sie eigentlich als ihren Feind betrachtet. Als Ursels Tarnung aufgedeckt zu werden droht, geraten die beiden in große Gefahr.


Mein Eindruck:
Am Traunsee im Jahr 950: Ursel, ist eine außergewöhnliche junge Frau. Gerade sechzehn geworden, findet sie keine Freude an typisch weiblichen Tätigkeiten wie Blumen pflücken, Handarbeiten oder sich auf eine Ehe vorbereiten. Viel lieber geht sie auf die Jagd. Sie ist eine ausgezeichnete Bogenschützin und schnitzt Pfeil und Bogen selbst. Ihre Familie lebt auf einer Halbinsel am See unterhalb des Traunsteins. Reinhart, ihr Vater und der Gutsbesitzer, steht in Diensten der Herren von Orth und kontrolliert den Salzhandel auf dem Traunsee, indem er die Schiffe der Händler vor den Piraten schützt, die in der Gegend ihr Unwesen treiben.
Bei einem grausamen Überfall durch die Männer des Grafen Wilhelm von Chiemgau kommt Ursels ganze Familie ums Leben. Nur sie und ihr Bruder Nikolaus können entkommen. Ursula ist verbittert, denn sie hat alles verloren. Sie möchte Rache und schließt sich den Salzpiraten an. Nach einem gelungenen Raubzug fällt der Kaufmann Steffen in die Hände der Piratenbande. Obwohl Steffen im Dienste des Grafen Wilhelm und somit auf der anderen Seite steht, fühlt sich Ursel in seiner Gesellschaft wohl. Steffen hat ihr Geheimnis entdeckt und ist fasziniert von der außergewöhnlichen jungen Frau. Aber sie stammen aus so verschiedenartigen Welten, dass es keine Zukunft für sie gemeinsam zu geben scheint. Neben diesen beiden Protagonisten kann der Roman noch mit einigen beeindruckenden, vielschichtigen und interessanten Charakteren aufwarten.
Man erfährt die Geschichten, die hinter den verschiedenen Schicksalen stecken, und so nach und nach fügt sich alles zu einem klaren Bild zusammen.
Ursel und Steffen sind zwei richtige Sympathieträger, die mein Herz sehr schnell erobert hatten. Auch der struppige Hund Nero wirkt so anrührend in seiner Treue zu Ursel, das man ihn einfach gern haben muss. Andere Charaktere sind nicht so leicht einzuschätzen, und einige haben sich ganz anders entwickelt als ich erwartet habe.

In gewohnt flüssiger und fesselnder Art erzählt Beate Maly hier einen Roman, der sich in einer Zeit abspielt, über die es nur wenige historische Fakten gibt. Ob die Salzpiraten in der beschriebenen Form oder ähnlich wirklich existiert haben, ist nicht bekannt, aber es gibt dazu wohl einige Überlieferungen. Graf Wilhelm von Chiemgau und auch die Äbtissin Ata haben, den Erklärungen im Nachwort zur Folge, tatsächlich gelebt. Der Roman, den die Autorin auf die eher spärlichen Tatsachen aufgebaut hat, wirkt äußerst authentisch. Vor einigen Jahren wurde ein Film über die Salzpiraten im Salzkammergut gedreht, und diesen nahm Beate Maly zum Anlass, sich ausführlicher mit der Thematik zu befassen. Besonders fasziniert war ich jedoch nicht nur von der fesselnden Handlung, sondern auch die beschriebene Umgebung am Traunsee hat mich interessiert, und ich konnte nicht widerstehen, Fotos der Örtlichkeiten im Internet zu suchen. Das mache ich immer sehr gerne, denn wenn ich die Umgebung kenne bzw. sie mir gut vorstellen kann, dann wirkt die Handlung noch viel lebendiger. Die Gegend, wo der Roman spielt, ist traumhaft, und ich habe mir vorgenommen, die beschriebenen Schauplätze einmal zu besuchen.
So ganz nebenbei erhält der Leser Einblicke in die damalige Zeit, insbesondere die Stellung der Frauen wird hier thematisiert, denn die war zum Ende des zehnten Jahrhunderts nicht gerade rosig und das nicht nur in den niedrigeren Gesellschaftsschichten.

Fazit: Ein kurzweiliger und sehr schön geschriebener Roman mit tollen Charakteren und einem interessanten historischen Hintergrund.  

⭐⭐⭐⭐⭐

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Kommentare:

  1. Liebe Susanne,
    schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Ja, die Gegend um den Traunsee ist sehr schön! Hallstatt am Hallstätter See ist mein Lieblingsort in Österreich, den ich immer wieder gerne ebsuche, wenn ich in diese Gegend kommen.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina,
      den Bildern nach ist die Gegend wirklich traumhaft. Ich muss wohl meinem Mann mal einen Urlaub in der Gegend schmackhaft machen ;-)
      Liebe Grüße
      Susanne

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  2. guten Abend:)
    Ich suche für meine Mama noch ein schönes Geschenk und ich glaube, da ist dieses Buch perfekt dafür:)
    Deine Rezension ist sehr ansprechend und trifft auch auf den Geschmack meiner Mama zu.
    Danke für die wundervolle Vorstellung.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Freut mich, dass ich dir mit dem Buch einen guten Tipp geben konnte, liebe Andrea. Ich hoffe, das Buch wird deiner Mutter gefallen. :-)
      Liebe Grüße
      Susanne

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  3. Liebe Susanne,

    Romane aus dem Frühmittelalter habe ich bisher nur wenige gelesen. Da kann ich mir vorstellen, dass damals die Rolle der Frau noch sehr niedrig angesetzt wurde. Auf diesem Hintergrund interessiert mich die Protagonistin besonders.
    Aber ich habe hier noch ein anderes historisches Buch auf dem Lesestapel.

    Liebe Grüße und danke fürs Vorstellen.
    Barbara

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  4. Hey Susanne,

    Vielen Dank für deine Rezension zum Buch, die mich auf jeden Fall neugierig macht, allerdings werde ich das Buch wohl eher für später aufbewahren. ;)
    Derzeit brauch ich erstmal ein Buch mit vielen historischen Ereignissen und Fakten. Die letzten Romane in dieser Richtung konnten mich leider nicht überzeugen, deshalb mach ich in diese Richtung erstmal eine Pause.

    LG; Moni

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