Donnerstag, 3. September 2015

Der Schwur des Normannen - Ulf Schiewe



Kurzbeschreibung:
Süditalien 1054: Gerlaine, die Geliebte des jungen Normannen Gilbert, ist von Sklavenjägern entführt wurden. Die einzige Spur führt mitten in Feindesland nach Sizilien, dem Reich der Sarazenen. Nur zwei seiner Gefährten sind bereit, ihm zu folgen. Bald schon geraten sie in höchste Gefahr – Machtkämpfe zwischen Berberfürsten, tödliche Anschläge arabischer Gotteskrieger und die Heimtücke des berüchtigten schwarzen Emirs.

Mein Eindruck:
Auf ein Wiedersehen mit dem sympathischen Gilbert und seinen Gefährten habe ich mich schon richtig gefreut. Aber den jungen Normannen plagen die Sorgen, denn seine geliebte Gerlaine wurde entführt. Seine Nachforschungen ergeben, dass sie Sklavenjägern in die Hände gefallen ist, und er beschließt, deren Spur nach Sizilien zu folgen. Was er sonst noch bei seinem Aufenthalt in Kalabrien herausgefunden hat, darauf möchte ich gar nicht näher eingehen, denn sonst würde ich zu viel verraten. Auf jeden Fall empfehle ich, die Normannensaga von Anfang an zu lesen, denn man kann zwar der Handlung gut folgen, auch wenn man die Vorgeschichte nicht kennt, aber es sind die Feinheiten, die man auf diese Weise verpasst, denn so manche kleine Bemerkung, die sich auf frühere Ereignisse bezieht, kann man erst richtig einordnen, wenn man die Vorgeschichte kennt. Gilbert hat sich weiterentwickelt. Er ist reifer und vernünftiger geworden. Aus dem jugendlichen Draufgänger ist ein nachdenklicher Mann geworden, der besonnen handelt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, und doch wagt er alles, um die Frau wieder zu finden, die er liebt.
Mit seinem Plan, sie zu befreien, stößt er in seinem Umfeld auf Skepsis. Kaum einer seiner Freunde glaubt, dass es ihm gelingen könnte. Die Suche nach Gerlaine erweist sich dann auch als gefährliche und zeitraubende Odyssee, bei der Gilbert und seine Freunde mehr als einmal ihr Leben und ihre Freiheit riskieren.
Ich habe richtig mitgefiebert und war von der ersten Seite an völlig gefangen in der spannenden Handlung. Ulf Schiewes fiktive Helden kämpfen Seite an Seite mit realen historischen Persönlichkeiten. Die Gegend und die Charaktere sind sehr detailliert und authentisch beschrieben, und man erfährt so einiges über die politischen Verhältnisse, das Machtgefüge und auch über das Leben in dieser Zeit in Süditalien und auch über Sizilien, das damals unter sarazenischer Herrschaft stand.
Meines Erachtens ist der dritte und bisher letzte Band zugleich auch der beste. Gut waren sie alle, aber die Normannensaga hat für mich von Band zu Band eine Steigerung erfahren. Wenn ich Gilberts Worten glauben darf, ist die Saga aber noch nicht zu Ende, denn er verrät: „Aber was auch geschieht, das Leben geht weiter. Und auch meine Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt“. Diesem Zitat entnehme ich, dass wir uns mindestens noch auf einen weiteren Band freuen dürfen.





In dieser Reihenfolge sind die Bände der Normannensaga bisher erschienen.

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