Dienstag, 30. September 2014

Schatten über Allerby - Rebecca Michéle

Mabel Clarence' dritter Fall

Mabel Clarence ist erstaunt, als sie von Lady Michelle Carter-Jones zum Tee eingeladen wird. Es stellt sich heraus, dass Michelle, als Überraschung für ihren gelähmten Mann, ein Fest zu dessen Geburtstag planen möchte, welches auf Higher Barton stattfinden soll. Als Mabel wenige Tage später versucht, die Lady telefonisch zu erreichen, um noch ein paar Einzelheiten bezüglich der Party zu klären, erfährt sie, dass sich Michelle Carter-Jones das Leben genommen hat. Mabel kann nicht glauben, dass die sympathische junge Frau lebensmüde gewesen sein soll. Die Angelegenheit lässt ihr keine Ruhe, und Mabel vermutet, dass mehr hinter der Sache steckt. Der Zufall will es, dass gerade eine Pflegerin für Lord Carter-Jones gesucht wird, und spontan beschließt sie, diese Stelle anzunehmen. Auf Allerby House, dem Herrensitz der Familie Carter-Jones, unternimmt sie eigenmächtige Recherchen und spürt so manches Geheimnis auf. Allerdings gerät Mabel dabei selbst in große Gefahr.

Wer schon die bisherigen Abenteuer der ehemaligen Krankenschwester verfolgt hat, wird sich nicht wundern, dass Mabel auch im aktuellen Fall wieder eigene Wege geht, sehr zum Missfallen von Chiefinspektor Warden, der mittlerweile schon rot sieht, sobald ihm Mabel über den Weg läuft, da er wieder ihre Einmischung befürchtet, denn insgeheim muss er ja zugeben, dass sie schon mehrmals den richtigen Riecher hatte, wenn es um einen Mordfall ging. Das Verhältnis der Beiden erinnert schon manchmal an die klassische Miss Marple aus den alten Filmen, wenn auch unsere Protagonistin sehr viel moderner auftritt. Im aktuellen Fall muss sie sich sogar ausgiebig mit Computern und dem Internet auseinandersetzen, und auch das meistert sie mit Bravour. Der etwas mürrische Tierarzt Victor Daniels, dem Mable den Haushalt führt, macht sich ernsthaft Sorgen um sie, auch wenn er sich das selbst nie eingestehen würde, aber er hat sich schon sehr an ihre Fürsorge und die guten Kochkünste gewöhnt, und insgeheim findet er sie durchaus sogar sympathisch. Die Dialoge, die sich zwischen den Beiden entspinnen, sind wieder herzerfrischend, und man muss häufig schmunzeln.
Ich liebe die Art und Weise, wie Rebecca Michéle ihre Krimis erzählt. Die Romane sind nicht blutrünstig und brutal, sondern haben schon fast etwas Gemütliches, was zum großen Teil an den schönen Beschreibungen der Autorin liegt, die sie immer wieder von Cornwall und den Gepflogenheiten der Gegend einfließen lässt. Für mich sind die Bücher dieser Reihe ideale „Herbstgeschichten“, denn sie eignen sich hervorragend dazu, sie an einem kühlen Herbstabend, in der heimeligen Leseecke, richtig stilecht, mit gutem Tee und frischem Gebäck, zu genießen.
Man muss nicht alle vorherigen Bände kennen, sondern kann durchaus jedes der Bücher für sich allein lesen, aber ich für meinen Teil möchte keines der kurzweiligen Abenteuer versäumen und freue mich immer, wenn es wieder „Nachschub“ gibt.


Kommentare:

  1. Huhu,

    ich liebe diese Reihe auch - am besten hat mir bisher der letzte Band gefallen - "Ein tödihcer Schatz", der ja gerade erst erschienen ist. Kennst du den auch schon?

    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Hallo Sabine,
      der vierte Band steht quasi schon in den Startlöchern für den Oktober, und ich freue mich darauf.
      Liebe Grüße
      Susanne

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