Freitag, 18. Oktober 2013

Die Puppenkönigin - Holly Black

Holly Black: Die Puppenkönigin
cbj Kinderbuch, empfohlen ab 10 Jahren

Kurzbeschreibung lt. Cbj-Verlag:
Zach, Poppy und Alice sind schon ihr Leben lang allerbeste Freunde. Sie lieben es, sich für ihre Actionfiguren aus der Kindheit Geschichten einer magischen Welt, die voller Abenteuer und Heldentum ist, auszudenken. Doch dieses Spiel nimmt eines Nachts eine schaurige Wendung. Alice und Poppy tauchen bei Zach auf und erzählen ihm von einer Reihe furchteinflößender Ereignisse. Poppy schwört, dass sie seit einiger Zeit von einer Porzellanpuppe ihrer Mutter heimgesucht wird, die behauptet, die Seele eines vor langer Zeit ermordeten Mädchens in sich zu tragen. Erst wenn die Freunde sie zu dem Ort des Verbrechens zurückgebracht und dort begraben haben, werde sie Ruhe geben. Andernfalls wird sie die drei Freunde verfolgen - bis in alle Ewigkeit!

Mein Eindruck:
Zach ist von klein auf eng mit Poppy und Alice befreundet, und die drei Kinder sind fast täglich zusammen. Sie haben sich ein Abenteuer ausgedacht, das sie, mit Hilfe von Puppen, in Fortsetzungen, immer wieder gerne spielen. Mit 12 Jahren sind die drei Freunde an der Schwelle zur Pubertät, und eines Tages beschließt Zachs Vater, die Spielpuppen seines Sohnes einfach verschwinden zu lassen. Er ist der Meinung, Zach sei nun alt genug, langsam erwachsen zu werden. Dass er mit der Entsorgung der Puppen ein Drama auslöst, ist ihm in diesem Moment noch gar nicht bewusst.
Als Zach die befreundeten Mädchen wieder trifft, ist es ihm unangenehm, den wahren Grund zu nennen, wieso er plötzlich das gemeinsame und bisher so beliebte Spiel ablehnt. Aber Poppy hat schon wieder eine geheimnisvolle Geschichte auf Lager. Es geht dabei um eine alte Porzellanpuppe und die Seele eines toten Mädchens. Die drei Freunde brechen auf, um dem Geist des angeblich ermordeten Mädchens zur ewigen Ruhe zu verhelfen.

In gewisser Weise spiegelt die Geschichte eine Situation wieder, die fast jeder, an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, in irgendeiner Form erlebt hat. Man ist irgendwann zu alt, um Kinderspiele zu spielen, zumindest ist die Umwelt dieser Meinung, aber im Grunde des Herzens ist man noch das Kind, das sich nach Abenteuern und phantasievollen Spielen sehnt. Die Erwachsenen nennen diesen inneren Widerspruch „Pubertät“. Viele der Konflikte, die Jugendliche in diesem Zeitabschnitt beschäftigen, kommen in der Handlung gut zum Ausdruck. Das Ganze ist hier eingegliedert in eine phantastische, leicht gruselige Geschichte. Leider ist das Spannungs-Level für mein Empfinden eher niedrig angesetzt, ich zitiere dazu Zachs eigene Gedanken, im Buch auf Seite 140: „Abenteuer konnten ganz schön langweilig sein.“  Irgendwie hat mir der Pep in der Handlung gefehlt; es plätschert größtenteils seicht dahin, und einige Ereignisse lassen sich auch im Nachhinein nicht klären oder einordnen. Ich hatte den Eindruck, dass manche Grusel-Effekte auf Kosten der Logik eingebaut wurden, um das Ganze fesselnder zu gestalten.. Beim Untertitel "Das Geheimnis eines Sommers", hat man den Eindruck, das Abenteuer der Freunde dauert länger. In Wirklichkeit sind die jungen Protagonisten nur wenige Tage unterwegs, und in der Geschichte ist es Herbst.
Insgesamt ist das Buch nett zu lesen, aber das war es dann auch schon. 
Einziges wirkliches Highlight ist für mich das faszinierend schön gestaltete Cover. Hier wird ganz wunderbar mit Licht und Schatten gearbeitet. Leider hielt der Inhalt für mich nicht, was der Umschlag versprochen hat.



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