Montag, 30. Januar 2012

Solange du schläfst - Antje Szillat



Zum Inhalt:
Die sechzehnjährige Anna zieht mit ihren Eltern aufs Land. In dem kleinen Dorf Malhausen haben sie ein altes Bauernhaus gekauft und renoviert, und Annas Mutter hofft, hier mehr Ruhe für ihre Arbeit als Schriftstellerin zu finden. Auch ist nun endlich Platz für ihre geliebten Pferde. Obwohl Anna ursprünglich mit der Entscheidung der Familie einverstanden war, bereut sie ihren Entschluss gleich am ersten Schultag. In der neuen Schule fühlt sie sich allein und spürt nur überall die neugierigen Blicke der anderen Schüler, bis ihr der gut aussehende und sympathische Jérome begegnet. Sie stellen fest, dass sie im gleichen Dorf wohnen und freunden sich an. Bald entwickelt sich aus der anfänglichen Sympathie für beide die erste Liebe. Aber Jérome ist ein Außenseiter, der von der Dorfjugend nicht akzeptiert wird. Außerdem hat es der Sohn des Bürgermeisters auf Anna abgesehen und macht Jérome das Leben schwer. Das junge Liebespaar muss sich mit Anfeindungen auseinandersetzen, statt die gemeinsamen Stunden glücklich genießen zu können. Bei einem Dorffest, das Jérome und Anna zusammen besuchen, kommt es zum Eklat, und am nächsten Tag ist Jérome verschwunden. Viel später wird er schwer verletzt gefunden und fällt ins Koma. Im Dorf wird gemunkelt, Jérome hätte mit Drogen gehandelt. Nur Anna ist von seiner Unschuld überzeugt und setzt alles daran, zu erfahren, was in der besagten Nacht nach dem Fest wirklich geschehen ist.
Was mit einer wunderschönen Liebesgeschichte begann, wird schon bald für Anna zum Albtraum. Sie muss sich entscheiden, ob sie Jérome vertraut oder den negativen Gerüchten glaubt, die sie über ihn hört. Bei ihrer Suche nach dem wahren Schuldigen stößt sie auf Schweigen und Unverständnis, und sie gerät selbst in gefährliche Bedrängnis. 

Meine Meinung: 
Mit dem dekorativen Cover, das durch ein ausgestanztes Herz und filigrane Rosenranken sofort positiv ins Auge fällt, ist dem Verlag ein absolutes designerisches Highlight gelungen.
Die ersten optischen Eindrücke und der Titel führen in gewisser Weise zum Inhalt der Geschichte hin, auch wenn diese alles andere als märchenhaft ist. Trotzdem gibt es gewisse, beabsichtigte Anklänge an „Dornröschen“.
Antje Szillat hat sich sicher ausführlich mit dem Thema „Koma“ beschäftigt, denn Jéromes Zustand wird sehr glaubhaft und anschaulich dargestellt. Mit der geistigen Ebene, auf der sie ihre Protagonisten kommunizieren lässt, wagt sich die Autorin in Grenzgebiete der Psychologie vor, denn Anna ist sensibel für telepathische Impulse und empfängt ungesprochene Botschaften von Jérome. Absolute Realisten werden hier sicher ihre Vorbehalte haben, aber ich konnte mich gut darauf einlassen, und es bleibt jedem selbst überlassen, ob er es für möglich hält, dass es derartige Gedankenübertragung zwischen Liebenden geben kann, wie sie hier beschrieben wird.
Vorherrschend in der Handlung sind auch eher reale und brisante Themen, welche Jugendliche bewegen, denn hier geht es einerseits um die erste große Liebe, um tiefe Zuneigung  und Vertrauen, aber es werden auch Probleme, wie Mobbing, Ausgrenzung, Aggressionen und Vorurteile angesprochen. Dazu kommt noch jede Menge Spannung um die Aufdeckung des Verbrechens. Was ist Jérome: Täter oder Opfer?
Insgesamt ist dieser Roman eine tolle und sehr gelungene Mischung aus romantischer Liebesgeschichte und fesselndem Jugendthriller, mit ganz dezenten, surrealen Elementen.

Vielen Dank für die Zusendung des wunderschönen Rezensionsexemplars an den Coppenrath-Verlag.

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