Freitag, 31. Oktober 2014

Monatsrückblick Oktober 2014

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Im Monat Oktober habe ich insgesamt neun Bücher gelesen, das waren 3444 Seiten. Naja, genau genommen muss ich einige Seiten noch dem September zuschreiben, denn “Tochter der Elbe” habe ich in einer Leserunde, über mehrere Wochen verteilt, gelesen. Es waren wieder einige sehr schöne Bücher dabei.

Und das ist mein Oktober-Favorit: Nicole C. Vosselers “Zeit der wilden Orchideen”
Was mir an dem Buch so sehr gefallen hat, könnt ihr in meiner Rezension nachlesen, die ich hier oberhalb in der Aufstellung verlinkt habe.

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In Sachen Neuzugänge war der Oktober (bis heute) recht ruhig, denn während dieser Zeit waren “nur” drei Bücher in mein Regal eingezogen. Heute brachte dann der Postbote das Rezensionsexemplar  “Die Heilerin und der Feuertod”. Auf das Buch warte ich schon lange, aber anscheinend ist die erste Büchersendung des Verlags auf dem Postweg verloren gegangen. Der zweite Versuch hat nun glücklicherweise geklappt.SAM_2677

Und dann war da noch das obligatorische Halloween-Wichteln bei Lovelybooks, wo ich auch wieder teilgenommen habe. Bei Lovelybooks wird meist vier mal im Jahr gewichtelt, und ich mache immer sehr gerne mit, weil die Wichtelaktionen sehr gut organisiert sind und wirklich Spaß machen. All die schönen Sachen auf dem folgenden Foto waren in einem richtig toll und halloween-mäßig dekorierten Paket. Es waren gleich vier Bücher dabei und noch viele andere schöne Dinge. 

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Womit wir schon beim Tee wären, denn auch da habe ich eine neue Sorte in meinem Wichtelpaket vorgefunden; es ist die Städte-Edition für Dortmund von Teegschwendner, und in der neuen originellen Teetasse werde ich den Tee dann demnächst genießen. Ich warte mit dem Probieren noch, bis mein Geschmackssinn wieder voll da ist, denn der ist gerade durch einen Schnupfen beeinträchtigt, und das wäre schade um das feine Aroma, das ich gar nicht wahrnehmen könnte.

In den letzten Tagen habe ich verstärkt die folgenden Tees getrunken:

  • Salbeitee aus eigener Ernte, mit viel Zitronensaft, der hilft super bei Halskratzen und –schmerzen, und ich setze ihn gerne als erste Hilfe ein, wenn mich mal eine Erkältung erwischt.
  • Einen Rest Schoko-Minz-Tee von Schuhbeck, schmeckt wie die leckeren Schokolinsen (mit rosa oder weißer Glasur), die es früher gegeben hat und
  • den Kräutertee “Spirit of Chigong”, welcher nicht spektakulär ist, sondern recht durchschnittlich schmeckt. Aber besonders abends trinke ich in gerne, denn er beruhigt. Bei dem Tee gilt allerdings: “Wenn weg, dann weg”, denn er wird nicht nachgekauft.

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Da momentan nicht nur meine Geschmacks- sondern auch die Geruchsnerven nur eingeschränkt ihrer Tätigkeit nachgehen, verzichte ich auch weitgehend auf Raumdüfte, denn ich würde sie ja eh nur abgeschwächt wahrnehmen. Daher duftet es bei mir lediglich nach Eukalyptusöl. Aber ich freue mich schon auf das süße Duftkerzenglas, das ich in meinem Wichtelpaket vorgefunden habe. Die Sorte “Erdbeer-Rhabarber”klingt lecker. Wenn ich sie ausprobiere, werde ich berichten.

Nun wünsche ich euch allen einen guten Start in den November, der hoffentlich nicht allzu grau wird. Aber gerade wir “Bücherwürmer” haben ja die Möglichkeit, uns in Gedanken die Welt bunt zu machen, indem wir die geeignete Lektüre lesen. Daher wünsche ich euch ein gutes Händchen, damit ihr die richtigen Bücher für den trüben Spätherbst findet.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Das geliehene Kind - Kishwar Desai


In einer Klinik in Delhi bringt eine indische Leihmutter ein Kind zur Welt. Auftraggeber und künftige Eltern sind ein Paar aus London. Als bei dem Baby festgestellt wird, dass es HIV-Positiv ist und kurz darauf die Leihmutter spurlos verschwindet, ist die Bestürzung groß. Aber dies ist noch nicht das Ende der Tragödie, denn das englische Paar kommt durch einen Unfall ums Leben. Nun hat die kleine Amelia niemanden mehr; innerhalb kürzester Zeit ist sie vom Wunschkind zum Problemfall geworden.
Simran Singh nimmt sich der Sache an und reist nach London, um eventuelle Angehörige des Elternpaars zu finden, für das Amelia bestimmt war.
Bei ihren Recherchen und ihrem dringenden Versuch, dem kranken Baby zu helfen, ist es, als würde die Sozialarbeiterin in ein Wespennest stoßen, denn sie findet ein Gewirr aus Korruption, Täuschung und Verschleierung der Abläufe, und sie scheint schlafende Hunde geweckt zu haben. Als auf sie selbst ein Anschlag verübt wird, kommt ihr die Tragweite des Falls und die Gefährlichkeit dieses Netzwerks erst so richtig zum Bewusstsein. Wem kann sie noch vertrauen und wo sitzen die eigentlichen Drahtzieher?

Bei Simran Singhs zweitem Fall habe ich mir mit dem Einstieg ziemlich schwer getan. Das lag ganz sicher nicht an der Schreibweise , denn auch dieser Roman ist wieder flüssig verfasst und sprachlich gut ausgearbeitet. Allerdings war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, dass die Autorin bei ihrer Erzählung sehr häufig zwischen Orten und Zeiten hin und her springt. Man bewegt sich jedoch nicht auf einigen wenigen, überschaubaren Zeitebenen, sondern die Handlung in der Gegenwart wird immer wieder von Rückblenden unterbrochen, die einmal 7 Monate, dann 8 Monate, beim nächsten Mal vielleicht 4 Monate etc. zurückführen und dabei die Ereignisse an verschiedenen Orten schildern. Ich hatte meine liebe Mühe, mit dem Tempo der Zeitsprünge mitzuhalten. Erschwerend kamen die Vielzahl an ungewohnten indischen Namen dazu. Ich muss gestehen, dass ich nach dem ersten Drittel schon fast aufgeben wollte, aber ich bin froh, es nicht getan zu haben. Ich habe mich intensiv auf die Handlung, mit all ihren Besonderheiten, konzentriert, mir die Zeiten der Kapitel notiert und so dann bis zuletzt durchgehalten. Was Simran Singh da aufdeckt, macht sprachlos, denn wie die Autorin im Nachwort versichert, sind zwar ihre Protagonisten fiktiv, die geschilderten Ereignisse jedoch leider nur allzu real.
Für mich war das Thema absolutes Neuland, denn bisher habe ich mich noch nie mit dieser Art von Erfüllung eines Kinderwunsches befasst. Dass für Leihmutterschaft inzwischen anscheinend ein starker Markt besteht und auf diesem Sektor lange nicht alles mit rechten Dingen zugeht, sondern öfter ins Illegale ausufert, ist eine Folge von Habgier und Größenwahn der Verantwortlichen. Was in westlichen Ländern verboten ist, lässt sich in ärmeren Ländern, wie Indien, anscheinend leicht verwirklichen, denn hier bietet sich gerade für die armen Familien eine Chance, auf eine bessere finanzelle Situation. Wieder einmal macht die Autorin auf einen schweren Missstand aufmerksam, der hauptsächlich die Frauen betrifft, denn deren Lage wird leider oft ausgenutzt.
Mit ihrer Protagonistin hat die Autorin zudem einen außergewöhnlichen starken Charakter geschaffen, denn Simran Singh ist ganz und gar nicht so, wie man sich eine indische Sozialarbeiterin vorstellt. Sie tritt meist burschikos auf, raucht und trinkt auch schon gerne mal einen über den Durst, und sie kann sehr hartnäckig sein, wenn sie ein Ziel verfolgt. Dabei scheut sie auch die Gefahr nicht, nur wenn sie eine Flugreise unternehmen muss, reagiert sie panisch. Ihre kleinen Schwächen machen sie sympathisch, und ich kann mir nur allzu gut vorstellen, wieso Simran Singh bei indischen Frauen mittlerweile Kult-Status erreicht hat.
Für mich sind die Romane von Kishwar Desai etwas Besonderes, denn sie liefert nicht nur fesselnde Krimikost, sondern nimmt sich auch kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, Gesellschaftskritik zu üben und sich mutig für die Frauen Indiens einzusetzen.


Ein tödlicher Schatz - Rebecca Michéle


Nachdem Mabel Clarence ein Versprechen gegeben hat, sich nicht mehr in polizeiliche Ermittlungen einzumischen, führt sie ein recht geruhsames Leben in Cornwall. Sie pflegt ihren geliebten Garten und führt dem eigenbrötlerischen Tierarzt Victor, der ihr mittlerweile ein guter Freund geworden ist, den Haushalt. Den Familienbesitz, das Herrenhaus Higher Barton, stellt sie häufig für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung. Nach einem schweren Unwetter, bei dem auch Higher Barton starke Schäden davongetragen hat, werden bei Reparaturarbeiten, in einem Hohlraum in der Mauer, die Knochen eines menschlichen Skeletts gefunden. Und wieder einmal gerät Mabel in den Brennpunkt des Falls, ohne es zu wollen. Ihre Cousine Abigail, die Mabel das Herrenhaus übereignet hat, als sie vor einigen Jahren nach Frankreich ging, wird als Zeugin geladen und gerät sogar unter Verdacht.

Wieder einmal verzweifelt Mabel fast an der Inkompetenz von Polizeiinspektor Warden, der wie so oft das Wesentliche übersieht und gute Ratschläge seiner Mitmenschen (besonders von Mabel) nicht annehmen möchte. Mabel sieht sich genötigt, ihr Versprechen zu brechen, tut dies allerdings diesmal mit der Zustimmung von Victor Daniels, der sie sogar bei ihren Nachforschungen unterstützt. Ihre Recherchen führen sie bei diesem neuen Fall sozusagen in die cornische Unterwelt, und sie machen erstaunliche Entdeckungen und fördern eine alte Geschichte zutage. Dabei stößt diesmal sogar Mabels Menschenkenntnis an ihre Grenzen, und es wird wieder richtig spannend und gefährlich.

Mit Kombinationsgabe, Intuition und Scharfblick gelingt es unserer couragierten Heldin auch diesmal, dem Verbrechen auf die Spur zu kommen. Dabei versäumt es die Autorin nicht, auch in der neuen Folge wieder jede Menge britisches Flair zu vermitteln, denn die obligatorische Teestunde darf nie fehlen, und gerade Mabel braucht ihre Tasse Tee in allen Lebenslagen, sei es um besser denken zu können oder auch, um sich nach einem besonders aufregenden Erlebnis zu beruhigen.
Trotz der traumhaften Umgebung und der wunderbaren Atmosphäre, die den Romanen dieser Reihe eigen ist, wird jedoch nichts schöngeredet, sondern auch auf die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Cornwalls hingewiesen.

Mabels mittlerweile viertes Abenteuer kann man jederzeit für sich lesen, aber natürlich ist es schöner, wenn man die Vorgeschichte schon ausführlich kennt. In jedem Fall bietet auch „Ein tödlicher Schatz“ wieder jede Menge Lesevergnügen, Spannung und cornische Atmosphäre.
Mehr über die vier Romane der Cornwall-Krimi-Reihe findet man auf der Website der Autorin.