Donnerstag, 23. Mai 2013

Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner - Edward Kelsey Moore



Drei Frauen - drei Schicksale - eine starke Freundschaft

In ihrer Heimatstadt kennt man sie als die Supremes:  Odette, Clarice und Barbara Jean, drei Frauen ganz unterschiedlicher Wesensart und aus verschiedenen sozialen Kreisen, was sie jedoch nicht davon abhält, seit fast vierzig Jahren eine tiefe Freundschaft zu pflegen. Es ist ihnen zur Gewohnheit geworden, sich jeden Sonntag, zusammen mit ihren Männern, in Earl’s Diner zu treffen und dort gemeinsam zu essen und zu plaudern.
In diversen Rückblicken erfährt man mehr über sie, ihre Herkunft und darüber, wie sie zu den Personen wurden, die sie mittlerweile darstellen. Sie hatten alle kein einfaches Schicksal, und auch in der Gegenwart hat jede ihr Päckchen zu tragen, und doch gelingt es ihnen,stets füreinander da zu sein, sich gegenseitig zu bestärken und Halt zu geben. Geht es einer von ihnen schlecht, kann sie sich auf ihre Freundinnen verlassen. Sie müssen viele Tragödien überstehen: Rassenfeindlichkeit, Untreue, Alkoholprobleme, Krankheit und Tod, aber gemeinsam schaffen sie es, damit umzugehen.

Geschildert wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Da ist einmal Odette, die mutigste der drei Freundinnen. Ihre Sicht der Dinge wird in der Ich-Form erzählt, was eine gewisse Nähe zu ihr schafft, während der Rest des Romans in der dritten Person geschrieben ist. Odette ist nicht nur mutig und stark, sondern sie hat auch eine ganz besondere Fähigkeit: sie kann die Geister der Verstorbenen sehen und mit ihnen kommunizieren, was dem Roman einen leicht mystischen Anhauch gibt.
Größtenteils erscheint die Geschichte jedoch realistisch, wie aus dem wahren Leben gegriffen.  Dramatisches und Vergnügliches halten sich in etwa die Waage.
Viele Ereignisse sind typisch amerikanisch, ein wenig schrill und überspannt; sie könnten nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Weise stattfinden. So manche Episode hat in ihrer Tragik etwas Komisches, und man hat ab und zu ein recht groteskes Szenarium vor Augen.
Großen Respekt muss ich dem Einfühlungsvermögen des Autors zollen, denn er hat mit seinen Supremes drei eindrucksvolle und sehr glaubwürdige Frauencharaktere entworfen. Die facettenreiche Sprache, die manchmal verschmitzt, etwas flapsig, oft ernst und gerne auch ein wenig sarkastisch daherkommt, zeichnet ein farbenprächtiges Potpourri diverser Szenen aus dem Leben der drei Freundinnen, die in guten wie in schlechten Zeiten zusammenhalten und jederzeit füreinander einstehen. Edward Kelsey Moore legt hier ein bemerkenswertes Debüt vor: humorvoll, ergreifend und liebenswert.


Montag, 20. Mai 2013

Rettung der Highlanderin - Laurin Wittig


Klappentext:
Schottland 1308: Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg gegen die Engländer in die schottischen Highlands wird Tayg Munro als Held empfangen – und vor ein Ultimatum gestellt. Bevor er in die Fußstapfen seines Vaters treten und dessen Nachfolge als Chief des Clans von Culrain antreten kann, muss er sich binnen eines Monats eine Ehefrau suchen ... andernfalls wird die Wahl für ihn getroffen. Wütend über die Anordnung seiner Familie schiebt Tayg das Unvermeidliche hinaus und meldet sich freiwillig für eine Mission des Königs, die ihn tief in die Highlands führt. In Gedanken über seine Heiratspflicht versunken macht sich der Krieger missmutig auf den Weg, ohne zu ahnen, weder in was für hinterhältige Intrigen er schon bald verstrickt werden soll, noch der gefährlichen Leidenschaft, die entflammen wird, nachdem er auf eine fast bewusstlose Schönheit im Wald stößt.

Mein Eindruck:
In den schottischen Highlands herrscht bittere Kälte, als Tayg Munro unverhofft die junge Frau trifft, die sich ihm als Catriona vorstellt. Hierzu eine kleine Anmerkung meinerseits: für eine „fast bewusstlose Schönheit“, wie sie im Klappentext genannt wird, hat sie von Anfang an ein ziemlich gutes Mundwerk. Bewusstlos sieht für mich eindeutig anders aus! Bald stellt sich heraus, dass es sich bei ihr um die Tochter des Chiefs vom Clan Leod von Assynt handelt, welche im ganzen Umkreis als “Das Biest“ verrufen ist. Als Tayg von einer Intrige gegen den König erfährt, beschließt er, das Mädchen mit sich zu nehmen. Eigentlich beschreibt der Roman hauptsächlich die gemeinsame Reise. Die erste Hälfte des Buches war für mich mühsam zu lesen, nicht wegen des Schreibstils, sondern weil es recht wenig Handlung gab. Taygs und Catrionas Ritt durch den Schneesturm zog sich endlos dahin, begleitet von immer wiederkehrenden Einblicken in die Gedankenwelt des Paares. Es gibt ellenlange Abhandlungen, aus Taygs Sicht, über die verlockende Form ihrer Lippen, über die Anziehungskraft, die sie auf ihn ausübt und seine Bedenken, weil sie ja „das Biest“ ist. Catriona hat wiederum Skrupel, weil sich Tayg ihr gegenüber als Barde ausgegeben hat, und einen einfachen Barden kann sie ja nicht heiraten, obwohl sie sein Lächeln schon verführerisch findet. So geht das fast 200 Seiten lang, mit vielen Wiederholungen und Ausschmückungen mit fortwährendem „Wenn und Aber“. Im letzten Drittel vermochte mich die Handlung dann doch einigermaßen zu fesseln. Bis die Irrungen und Wirrungen in der Geschichte ein halbwegs glückliches Ende nehmen, muss man schon einige Geduld aufbringen und auch so manches Hin und Her und jede Menge Klischees verkraften. Auch wenn das Coverbild nicht danach aussieht, so handelt es sich hier eindeutig um einen Liebesroman, der für mich jedoch nicht den Anspruch erfüllt, wirklich glänzende Unterhaltung zu bieten. Da das Cover, durch eine besondere Oberflächenbeschichtung, einigermaßen strapazierfähig ist und nicht zu Leseknicken neigt, kann ich den Roman für unterwegs, als Zerstreuung für eine längere Bahnfahrt oder den Aufenthalt in einem Wartezimmer empfehlen.


Wichtiger Hinweis: Dieser Roman ist bereits 2009 unter dem Titel „Retter in dunkler Nacht“ und 2007 unter dem Namen „Im Herzen des Hochlands“ (als Cora Historical) erschienen!
Bei den unten aufgeführten Ausgaben handelt es sich also jeweils um die gleiche Story.