Freitag, 2. Dezember 2016

Das war mein Lesemonat November 2016



Der November war sehr gemischt, was das Lesen angeht. Ich habe 9 Bücher gelesen, mit 2602 Seiten und ein Hörbuch mit 449 Minuten gehört.
Eigentlich waren es ja zehn Bücher, mit 3046 Seiten, denn ich hatte die tolle Gelegenheit, Elisabeth Büchles neuen Roman, der im Januar erscheint, vorab zu lesen. Die Rezension ist geschrieben, wird aber erst Mitte Januar 2017, wenn das Buch offiziell erschienen ist, auf meinem Blog veröffentlicht. Ich kann euch aber schon so viel verraten, dass mir der Roman sehr gefallen hat. Ich verspreche sicher nicht zu viel, wenn ich sage, ihr könnt euch auf das Buch freuen, aber mehr dazu dann im Januar.

Und das waren meine gelesenen Bücher vom November:
Es ist wieder schwer, einen Monatsfavoriten zu küren, denn es war bei einigen Büchern ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die niedlichen Kinderbücher laufen separat, und "Der Korsar und das Mädchen" von Elisabeth Büchle wäre es normalerweise geworden, da dieses Buch aber erst im Januar "zählt", habe ich mich für 
"Die Eroberung des Normannen" entschieden. 

Diesmal gab es auch einen Flop bei meinen gelesenen Büchern, denn "Herbstmagie" war für mich so ganz und gar nicht magisch, leider.

Gehört habe ich den Krimi "Inspector Jury und die Frau in Rot" von Martha Grimes. 👍👍👍👍


Es sind auch noch ein paar neue Bücher bei mir eingezogen:


Die beiden Bücher von Richard Dübell gehören zur Tuchhändler-Reihe, die ich hiermit vollständig habe. Die beiden Romane von Johanna Marie Jakob waren schon länger auf meiner Wunschliste, und eine Vorstellung der Bücher von Padi Lovebooks auf ihrem Youtube-Kanal: Link zum Video hat mich endgültig davon überzeugt, dass ich diese Bücher "brauche" 😉 



Außerdem ist noch ein Rezensionsexemplar bei mir eingetrudelt. Falls ihr euch wundert, wieso das Buch doppelt ist - die liebe Ella Theiss hat mir ein zweites Exemplar, von ihr persönlich signiert, mitgeschickt, für eine geplante Adventsverlosung, die ich in den nächsten Tagen starte. Das Cover des neuen Krimis sieht doch schon mal toll aus, wie ich finde. Wenn euch das Buch interessiert, schaut einfach in den nächsten Tagen mal vorbei, damit ihr die Verlosung nicht verpasst. Dann gibt es den Darmstadt Krimi und noch einiges mehr zu gewinnen.


Bis dahin wünsche ich euch eine schöne, stimmungsvolle Advents-Lesezeit. Ich hoffe, ihr könnt Trubel und Stress ab und zu aussperren und es euch mit euren Lieblingsbüchern gemütlich machen.



Dienstag, 29. November 2016

Rica erzählt - Es weihnachtet sehr / Sebastian Tonner: Text, Johanna Ignjatovic: Illustrationen


Rica ist ein kleines, neugieriges Schaf. Aus ihrer Sicht erzählt sie in diesem Bilderbuch die schönsten und wichtigsten Geschichten zur Weihnachtszeit, beginnend mit dem Laternenfest zu Sankt Martin bis hin zum Dreikönigstag.

Folgende fünf Einzelgeschichten sind in dem Büchlein enthalten:
  • Wir feiern Sankt Martin
  • Nikolaus und die drei Geschenke
  • Jesus ist geboren
  • Wir feiern Weihnachten
  • Sie haben den Stern gesehen.

Rica erzählt, und sie schlägt dabei eine Brücke zwischen den biblischen Geschichten von damals und dem Weihnachtsfest unserer Zeit. Als stille Beobachterin ist sie beim Martinsfest dabei, sie berichtet über Nikolaus von Myra, sie begleitet die Hirten und die anderen Schafe zur Krippe und zum neu geborenen Jesus. In der Gegenwart kann sie von ihrem Stall aus den Kindergarten und das ganze Dorf überblicken, und sie schaut bei den Vorbereitungen auf das nahende Weihnachtsfest zu, wie im Kindergarten die Weihnachtsgeschichte erzählt wird und wie die Familie den Baum schmückt. Sie erlebt das Krippenspiel in der Kirche mit und wie die ganze Familie das Weihnachtsfest feiert. Den Abschluss bildet die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland, die dem Stern folgen und nach Bethlehem ziehen, um das neu geborenen Königskind zu begrüßen und ihm ihre Geschenke zu überbringen. Auch hier gibt es wieder eine gut verständliche Überleitung zum heutigen Dreikönigstag, und es wird erklärt, warum dieser gefeiert wird.
Die Geschichten sind mit kurzen, eingängigen Sätzen erzählt und werden von liebevollen, sehr schönen Illustrationen begleitet. Schon die Kleinsten können die hier übermittelte Weihnachtsbotschaft, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht, gut verstehen.
Das ist ein Weihnachtsbüchlein für die Jüngsten, wie man es sich wünscht. Nicht nur der Inhalt überzeugt, sondern auch die Aufmachung, mit dem gepolsterten Einband, ist sehr gelungen und schön.

Ich kann dieses Büchlein als Geschenkidee für kleine Kinder wärmstens empfehlen. Es gibt auch eine Ausgabe, da kommt die kleine Rica als niedliches Plüschschaf mit, so dass die Kinder sich mit der Ich-Erzählerin direkt auseinandersetzen und die gehörten Geschichten nachspielen können.

😍😍😍😍😍


Montag, 28. November 2016

Unter dem Banner des Kreuzes - Astrid Fritz



Freiburg im Jahr 1212: Ein Schildknappe ruft auf dem Jahrmarkt die Bevölkerung dazu auf, mit ihm nach Straßburg zu kommen. Dort sammeln sich die Gläubigen, um das heilige Kreuz zu nehmen und gemeinsam nach Jerusalem zu ziehen und das Heilige Grab von den Sarazenen zu befreien. Einem Hirtenjungen namens Nikolaus sei ein Engel erschienen und hätte diesen erwählt, den friedlichen Kreuzzug anzuführen. Die siebzehnjährige Anna, die unter ihrem jähzornigen Vater leidet, beschließt, das Wagnis auf sich zu nehmen. Hauptsächlich junge Leute folgen dem Knappen und wandern nach Straßburg, wo sie sich mit Gläubigen aus anderen Orten treffen. Tausende junger Menschen, hauptsächlich Kinder und Frauen, begeben sich auf diese lange, gefährliche Pilgerreise. Mit Anna sind noch einige Freiburger unterwegs. Als der angehende Priester Konrad zu den Pilgern stößt und sie von dieser weiten, gefährlichen und seiner Meinung nach sinnlosen Reise abhalten möchte, stoßen seine Argumente auf taube Ohren. Aber er hat seinem Oheim, dem Freiburger Stadtpfarrer, versprochen, die Kinder zurück zu holen. Da sich die Freiburger Schar nicht umstimmen lässt, folgt er den Pilgern schweren Herzens, um ihnen wenigstens seinen Schutz angedeihen zu lassen. Obwohl immer mehr Zweifel aufkommen, weil sich ihr Anführer Nikolaus feiern lässt wie ein König, zieht die riesige Pilgerschar weiter, in dem Glauben, dass sich in Genua für sie das Meer teilen wird, wie es ihnen der Hirtenjunge prophezeit hat. Es wartet ein riskantes und mühevolles Abenteuer auf die Pilger, denn Hunger, Durst und Erschöpfung sind ihre ständigen Begleiter.

Diesem Roman von Astrid Fritz liegt eine wahre Begebenheit zugrunde, denn im Jahr 1212 brachen wirklich zwei Kinderkreuzzüge auf, um das Heilige Land zu retten. Neben dem deutschen Kinderkreuzzug unter Nikolaus, gab es eine ähnliche Bewegung auch in Frankreich.
Über die Hintergründe zu diesem wahnsinnigen Unterfangen kann man heute nur spekulieren, aber die Autorin hat hier eine enorme, sehr gründliche Recherchearbeit geleistet und die damaligen Vorgänge so realitätsnah wie möglich rekonstruiert. Anhand der Freiburger schildert sie sehr ausführlich und detailgetreu, wie es den Menschen auf dieser gigantischen Reise erging. Nicht überall waren sie willkommen, und nicht wenige fanden unterwegs den Tod. Es ist uns heute bewusst, dass das Wunder, auf das die Pilger in Genua warteten, nämlich die Teilung des Meeres, nicht eintraf. Wie es den Menschen, die an dem Kreuzzug teilnahmen, erging, kann man hier gut nachempfinden. Das fiktive Schicksal der Freiburger Protagonisten macht das Ausmaß des Unterfangens sehr deutlich. Es treffen hier ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander. Da ist einmal Anna, die ihr Elternhaus klammheimlich verlässt, weil sie unter der ungerechten Strenge ihres Vaters leidet. Der angehende Priester Konrad versucht, ihr die Augen zu öffnen, dass vieles, was sie glaubt, nicht der Realität entspricht. Konrad ist ein vernünftiger, sehr umsichtiger Mann, der den größtenteils zu gutgläubigen Pilgern aus Freiburg zur Seite steht. Aber Anna wirkt sehr naiv, was vermutlich für ein Mädchen der damaligen Zeit auch normal war.
Es sind auch weniger sympathische Charaktere dabei, wie beispielsweise der junge Taglöhner Jecki, der stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und unterwegs nicht nur einmal zu unlauteren Mitteln greift, um das, was er will, zu kriegen.
Auch der Anführer Nikolaus und seine Beschützer, die Knappen, sind gut charakterisiert. Bei dem Hirtenjungen wird die Diskrepanz deutlich, zwischen dem, was er vorgibt zu sein und dem, was er wirklich ist.
Das Thema ist insgesamt sehr interessant dargestellt, und auf den inneren Buchdeckeln gibt es jeweils eine Karte, wo man den Weg des Kreuzzugs der Kinder mitverfolgen kann. Es ist auch ein ausführliches Nachwort der Autorin enthalten, wo sie weitere Informationen zu den historischen Tatsachen gibt. Ein umfangreiches Glossar schließt sich an.
Der flüssige Schreibstil der Autorin liest sich leicht und angenehm, und doch habe ich für diesen Roman unverhältnismäßig lange gebraucht, denn so manche Passage hat sich für mich ziemlich in die Länge gezogen. Es gibt auf dieser langen Reise viele Situationen, die sich häufig in immer ähnlicher Weise wiederholen. Hier hätte es für mich gerne ein wenig knapper gefasst sein dürfen.

Aber der Roman ist, trotz mancher Längen, auf jeden Fall sehr interessant und lesenswert. Insgesamt hat er mir gut gefallen und konnte mich nachhaltig beeindrucken.

👍👍👍👍