Freitag, 31. Juli 2015

Monatsrückblick Juli 2015


Im Monat Juli 2015 habe ich sieben Bücher gelesen, vier Romane und drei Sachbücher:

Das waren insgesamt 2430 Seiten. Zeitweise hatte mich eine Leseflaute im Griff, denn es gab viele andere Termine und Angelegenheiten zu regeln, und ich war selten zuhause. Wenn ich dann mal Zeit zum Lesen hatte, war die Konzentration dahin. Glücklicherweise fiel mir dann "Ein Sommer in Irland" in die Hände und hat mich aus der Flaute wieder herausgeholt. 
Flop gab es keinen, denn ich konnte allen gelesenen Büchern  Vier- und Fünf-Sterne-Bewertungen geben. Einen Favoriten gibt es aber schon.
Das Buch, das mich ganz besonders beeindruckt und nachhaltig berührt hat, ist
"Der dunkle Weg" von Susanne Goga. Die Rezension habe ich, wie gewohnt, oben nochmal verlinkt.

Und auch Neuzugänge sind wieder jede Menge zu vermelden. 

Zwei Rezensionsexemplare, auf die ich sehr gespannt bin.

Ein weiteres Rezensionsexemplar, das mir von Literaturtest angeboten wurde, und hiervon habe ich sogar ein zweites Exemplar bekommen, zur Weitergabe an meine lieben Blogleser. Dazu wird es Anfang der kommenden Woche ein Gewinnspiel geben. Schaut einfach ab und zu auf meinem Blog vorbei, damit ihr es nicht verpasst.

Bei einem Besuch unseres öffentlichen Bücherschranks fiel mir dieses Buch in die Hände und durfte mit nach Hause.


Gekauft und ertauscht habe ich auch jeweils ein Buch.

Von einer Teilnehmerin unserer Facebook-Überraschungsgruppe kam dieses schöne Buch, mit Zugaben, gestern bei mir an.

Und das war meine größte Überraschung des Monats. Ich hatte beim Gewinnspiel des DVA-Verlags kommentiert und wurde tatsächlich als Gewinnerin gezogen!
Bisher gab es ja nur ein einziges Buch von Harper Lee: Wer die Nachtigall stört.
Es gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Umso überraschter war ich, als ich erfahren habe, dass ein verschollenes Manuskript zu einem weiteren Roman der Autorin, den sie in den 50er Jahren geschrieben hat, aufgetaucht ist und nun aufgelegt wurde. Sieht es nicht wunderschön aus? Eine Broschüre mit weiteren Informationen zum Manuskript und zu Harper Lee war auch dabei. Da schlägt mein Sammlerherz höher!

In meiner monatlichen Tee-Ecke möchte ich euch heute mein Lieblingsgetränk des Sommers vorstellen. Es ist ein ganz besonderer Grüntee, den man kalt aufgießen kann und der trotzdem ein tolles, kräftiges Aroma entwickelt. Ich liebe diesen Tee mit der intensiv grünen Farbe und möchte ihn in den heißen Monaten nicht mehr missen. Den Morimoto Mizudashi gibt es im Onlineshop von Pure Tea, und er kommt pro Packung in 20 robusten Pyramidenbeuteln aus Reispapier. Die müssen etwas aushalten, denn da man den Tee kalt aufgießt, muss man den Teebeutel im Wasser etwas "ausstampfen" bzw. "durchwalken", was gut mit einem Kochlöffelstiel geht. Man kann mit einem Beutel mehrere Aufgüsse machen, so dass er diese Prozedur mehrmals unbeschadet überstehen muss. Daher sind die Beutel besonders reißfest. Der Tee ist aromatisch und erfrischend zugleich, und ich kann mir an heißen Sommertagen nichts Besseres vorstellen.
Nun hoffe ich auf einen sonnigen, warmen August, damit ich meinen Morimoto Mizudashi noch möglichst oft genießen kann.
Euch, meine lieben Blogbesucher, wünsche ich einen wunderschönen August, eine tolle Ferienzeit und jede Menge spannender Sommerlektüre.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Welche Medizin wollen wir? - Michael de Ridder



Klappentext:
Patientenwohl und Empathie statt Cash flow, Fallpauschale und Bettenpolitik

Die Medizin ist einem Wandel unterworfen. Das Wohl des Patienten ist aus dem Blickfeld geraten, stattdessen wird ärztliches Handeln mehr und mehr von ökonomischen Vorgaben geleitet. Auf der Strecke bleibt dabei vor allem die Zeit: Zeit für ein Gespräch, Zeit für Zuspruch in der Einsamkeit schwerer Krankheit, Zeit für die Erläuterung von Eingriffen, Zeit für die Bewältigung von Angst.
Michael de Ridders eindringliche Schilderungen – auch der Erlebnisse in Zusammenhang mit seiner eigenen Erkrankung – führen uns den eklatanten Mangel an Menschlichkeit im Patientenalltag vor Augen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Arzt kann er den bedenklichen Zustand der Medizin und des Gesundheitssystems genau aufzeigen. Aber er weist auch den Weg in eine patientenfreundlichere Zukunft und macht deutlich, wie das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wiederhergestellt werden kann.

Meine Meinung:
Arztpraxen, medizinische Einrichtungen und Kliniken müssen sich immer mehr an wirtschaftlichen Kriterien orientieren. Sie alle sind darauf angewiesen, dass sie Ertrag erbringen. Es mangelt häufig an Platz, und immer weniger Fachpersonal muss sich um immer mehr Patienten kümmern. Dabei bleibt jedoch oft der Mensch auf der Strecke.

Am eigenen Beispiel gibt Michael de Ridder Einblicke in die Entwicklungslaufbahn eines Arztes. Zwar werden Mediziner im Studium theoretisch umfassend und immer besser ausgebildet, aber die Praxis sieht dann doch meist ganz anders aus, und junge Ärzte müssen erst Erfahrungen sammeln, zwangsläufig am lebenden Objekt, also am Patienten. Auch das Fehlen von Zeit für den einzelnen Patienten ist ein kritischer Faktor.
Freimütig berichtet der Arzt und Autor von seinem Werdegang, den frühen Erfahrungen, die ihn geprägt haben, von seinen Selbstzweifeln, die ihn quälten.
Seine Ausführungen sind sehr selbstkritisch. Er hält mit seinem Standpunkt nicht hinter dem Berg und geht mit dem gesamten Medizinwesen und der Ärzteschaft ziemlich streng zu Gericht. Aber er kritisiert nicht nur, sondern er handelt. Er zeigt, was man tun kann, welche Veränderungen für eine menschenwürdige Medizin und Pflege nötig und welche Verbesserungen möglich sind.

Der langjährige Chefarzt plädiert in seinem informativen Buch für mehr Menschlichkeit und Empathie, und er gibt Empfehlungen und Anregungen, wie wir das Medizinwesen dahin gehend verändern können und müssen. Sein Schreibstil ist sachlich und für einen Laien manchmal fast etwas zu wissenschaftlich, dabei aber auch mit viel Einfühlungsvermögen. Insgesamt kann man auch als Nicht-Mediziner gut folgen, und die Botschaft, die der Autor vermitteln möchte, kommt auf jeden Fall klar zum Ausdruck.




Mittwoch, 29. Juli 2015

Ein Sommer in Irland - Ricarda Martin


Eigentlich reist Caroline dienstlich nach Irland, denn ihr Chef, ein Kunsthändler, hat von einer Auktion erfahren, wo ein wertvolles altes Buch versteigert werden soll, und Caroline erhält den Auftrag, es zu ersteigern. Caroline hat private Probleme, denn ihre pubertierende Tochter Kim ist störrisch und unzufrieden und hat wenig Verständnis für ihre Mutter und deren zeitraubende Arbeit. Aber Caroline muss seit ihrer Scheidung alleine für sich und Kim sorgen und jeden Cent umdrehen, und sie möchte ihrer Tochter doch auch ab und zu einen Wunsch erfüllen. Nach anfänglichem Zögern beschließt Caroline, die Reise nach Irland anzutreten, nicht nur der Auktion wegen, sondern sie hofft, das Geschäftliche mit dem Angenehmen verbinden zu können und ein paar Tage Urlaub zu machen, und Kim soll sie begleiten. Das Mädchen ist alles andere als begeistert, möchte sie doch viel lieber zusammen mit ihren Freundinnen in ein cooles Feriencamp nach Florida fliegen.
Dass Kim ihren Willen nicht durchsetzen kann, erweist sich für Mutter und Tochter als Glücksfall, denn während der gemeinsamen Zeit in einem kleinen Cottage an der Westküste Irlands kommen sie sich wieder näher. Nicht so glücklich verläuft die Sache mit der Auktion, die in einem alten Schloss stattfinden soll, denn Caroline stößt auf eine Mauer des Schweigens. Egal wen Caroline danach fragt, alle reagieren abweisend und möchten nicht über Cardew Castle sprechen.
Als sie ein kleines Antiquariat entdeckt und sich mit dem Buchhändler unterhält, gibt dieser ihr ein älteres Buch eines irischen Autors. Während sie den Roman liest, entdeckt sie, dass sie sich auf den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit bewegt. Aber ihre Recherchen erweisen sich nicht nur als interessant und aufschlussreich, sondern auch als gefährlich.

Als ich auf den neuen Roman von Ricarda Martin alias Rebecca Michéle aufmerksam wurde, muss ich gestehen, dass ich gerade in einer Leseflaute feststeckte. Egal welches Buch ich zur Hand nahm, ich konnte mich nur schwer konzentrieren und kam nicht recht vorwärts. Dann entdeckte ich „Ein Sommer in Irland“ und ließ mich vom Titel und dem schönen Coverbild verführen, denn das erschien mir als die ideale Sommerlektüre.
Rebecca Michéles Schreibstil ist so eingängig und kurzweilig, dass ich sehr schnell an den Punkt gekommen bin, das Buch nicht mehr weglegen zu wollen, denn hier wird alles geboten, was man sich von einem guten Unterhaltungsroman nur wünschen kann.
Die Geschichte ist sehr fesselnd, denn man möchte natürlich erfahren, wieso alle Leute, die Caroline nach Cardew Castle fragt, so seltsam reagieren. Die Charaktere sind alle sehr plastisch dargestellt, so dass man sie sich gut vorstellen kann, und doch bleiben sie auch immer ein Stück weit mysteriös. Man weiß eigentlich nicht, wem man trauen kann, und für mich war die Handlung alles andere als vorhersehbar, denn es gibt viele Rätsel zu lösen, und die Geschichte verläuft nicht geradlinig, sondern schlägt einige Haken. Zwar wird es auch zwischendurch romantisch, und doch würde ich das Buch nicht als Liebesroman bezeichnen, obwohl er in Bücherlisten und Shops als solcher eingeordnet wird. Ich finde, dies wird dem Roman nicht gerecht, denn hier passiert weitaus mehr als nur eine Liebesgeschichte in idyllischer Atmosphäre. Viel besser passt dieses Buch in die Kategorie „Spannungsroman“. Mich konnte die Story von Anfang bis Ende fesseln, und ich habe alle Irrungen und Wirrungen mit Faszination verfolgt und die detaillierten Beschreibungen der irischen Landschaft genossen. Besonders wichtig ist für mich, dass ich mit dem „Sommer in Irland“ meine Lesefreude wieder in vollem Umfang zurückgewonnen habe.  


Wer nun ebenfalls auf den Geschmack gekommen ist, für den noch ein interessanter Hinweis: 
Für begrenzte Zeit ist das eBook zum günstigen Preis von 2,99 € erhältlich.
Erst im nächsten Jahr wird es als Taschenbuch erscheinen.