Dienstag, 31. Januar 2017

Monatsrückblick Januar 2017


SAM_6330
Der Januar hatte wieder schöne Bücher im Gepäck. Ich habe sechs Bücher gelesen, das waren insgesamt 2226 Seiten
Mein Favorit von diesen sechs Büchern war Daniel Wolfs “Das Gold des Meeres”, der dritte Band der Fleury-Reihe. Allerdings muss sich das Buch den Favoriten-Rang noch mit folgendem Roman teilen:
Eine weitere Rezension ist im Januar online gegangen, nämlich zu Elisabeth Büchles neuestem Roman “Der Korsar und das Mädchen”. Das Buch ist am 16. Januar 2017 erschienen. Ich durfte es als PDF-Datei bereits im November vergangenen Jahres vorab lesen, aber eben die Rezension erst zum offiziellen Erscheinungstermin posten.
Schon im November habe ich geschrieben, dass dies eigentlich mein Monatsfavorit gewesen wäre, aber das Buch zählt eben erst jetzt im Januar
Nun habe ich als kleines Dankeschön für meinen Vorab-Leseeindruck auch noch das gebundene Buch für meine Sammlung im Regal erhalten, worüber ich mich sehr gefreut habe.
SAM_6311
StarStarStarStarStar
Neben dem soeben erwähnten Neuzugang, den ich ja bereits gelesen habe, gab es noch weitere Bücher, die im Januar bei mir eingezogen sind.
SAM_6329
Die beiden links stehenden Bücher sind Rezensionsexemplare. “Montagsgedanken” ist eine Anthologie von der gleichen Herausgeberin wie “Im Vertrauen weitergehen” (siehe bei meinen im Januar gelesenen Büchern). “Jahrhunderttraum ist die Fortsetzung von “Jahrhundertsturm”, den ich zwar bereits habe, aber noch vorab lesen muss bzw. möchte. Ich bin also auch in den kommenden Wochen gut beschäftigt. Winking smile Dazu kommen noch die vier daneben liegenden Bücher, die ich teils ertauscht teils gekauft habe. Ulf Schiewes “Der Sturm der Normannen” ist bereits der vierte Band der großartigen Normannensaga. “Der Spion des Dogen” von Stefan Maiwald hat mich vom Cover und auch von der Inhaltsbeschreibung her angesprochen, ebenso “Der Galgenvogel” von Antonia Hodgson. Petra Durst-Bennings “Winterwind” stand schon lange auf meiner Wunschliste, und nun habe ich es mir endlich bestellt.
Nun folgt der kürzeste Monat des Jahres, und ich bin gespannt, ob und wie sich die drei fehlenden Tage auf mein Lesepensum auswirken. Ich wünsche euch eine schöne, lesereiche, gemütliche Zeit mit hoffentlich tollen Büchern.

Duo mit Beretta - Ella Theiss


Jahrelang hat Isabell ihre kranke Mutter gepflegt. Nun ist diese gestorben, und Isabell muss die gemeinsame Wohnung auflösen. Allein auf sich gestellt, muss sie sich auch um eine Arbeitsstelle kümmern. Als wären das noch nicht genug Probleme, entkommt Isa mit letzter Not einer Horde Jugendlicher, die sich ihr in den Weg stellen. Der Überfall löst bei der stillen Einzelgängerin einen Schock aus, der zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führt, die sich in einer gespaltenen Persönlichkeit äußert.
Isa hat plötzlich ein Alter Ego namens Billie. Billie ist das ganze Gegenteil von Isabell. Sie gibt sich schrill, sowohl von ihrer Art als auch in ihrem Äußeren. Sie schwingt gerne revolutionäre Parolen und will die Welt retten. Um jeden Preis möchte sie in die Fußstapfen des attraktiven Nikos Tamouridis treten, der als Streetworker arbeitet. Da es bei einer gespaltenen Persönlichkeit gar nicht anders möglich ist, müssen Isa und Billie an einem Strang ziehen. Sie arrangieren sich recht gut in ihrem gemeinsamen Körper, und je nachdem, ob eher Zurückhaltung oder forsches Auftreten gefragt ist, tritt die geeignetere Persönlichkeit von ihnen in die Öffentlichkeit.
Als sie ein Praktikum in der Sozialstation „KeinZoff“ erhalten, geben sie ihr Bestes, um etwas zu bewirken. Sie legen sich mit der Zuhältermafia an, um eine junge Zwangsprostituierte zu schützen.
Auch ein Mitglied der Gang, die Isabell überfallen hatte, taucht wieder auf, aber glücklicherweise leidet er unter einer Amnesie und kann sich nicht mehr an Billie und an das, was damals genau geschah, erinnern. Als dann auch noch zwei ihrer Schützlinge in ein fragwürdiges Waisenhaus nach Ungarn verfrachtet werden, ist Billie misstrauisch. Zusammen mit Isa setzt sie alles dran, die beiden jungen Mädchen zu befreien. Wie tief sie bereits in der dubiosen Sache mit den Menschenhändlern steckt und in welche Gefahr sie sich und Isa damit bringt, ist Billie zuerst gar nicht bewusst.

Die Geschichte wird in der 1. Person erzählt, aus Sicht der Progatonistin(nen), wo man sich nie ganz sicher ist, ob man in der Einzahl oder Mehrzahl von ihr bzw. ihnen sprechen soll. Mal kommt Isabell zu Wort, dann wird wieder Billies Sicht der Dinge geschildert. Diese gespaltene Sichtweise der zwei Seelen in einer Brust verleiht dem Roman einen ganz besonderen Reiz.
Es sind ernste und brisante Themen, die Ella Theiss hier anspricht,und auch wenn Personen und Handlung frei erfunden sind, so entbehren sie nicht eines reellen Vorbilds, denn vieles ist in irgendeiner ähnlichen Weise schon vorgekommen.
„Duo mit Beretta“ ist ein Darmstadt-Krimi. Zum Lokalkolorit kann ich nichts sagen, denn ich war noch nie in Darmstadt und weiß auch sonst nur sehr wenig über die Stadt. Aber wie die Autorin im Nachwort verrät, hat sie viele real existierende Örtlichkeiten in die Handlung eingebunden, und so denke ich, dass Leser, die in der Gegend leben oder bereits dort waren, die Stadt sicher in dieser Geschichte wiedererkennen können.
Im Krimi-Genre nimmt der Roman eine außergewöhnliche Stellung ein, denn hier ist kein polizeilicher Ermittler oder Hobby-Detektiv am Werk, sondern eine ganz „normale“ junge Frau, wenn auch mit gespaltener Persönlichkeit, aber immer mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Manchmal kommt man direkt ein wenig ins Schleudern und muss überlegen, wer denn nun gerade die Oberhand hat, ist es die gewissenhafte Isa oder die quirlige, manchmal etwas leichtsinnige Billie. Oft streiten die beiden miteinander, aber immer öfter, vor allem in den wirklich wichtigen Dingen, sind sie auch einer Meinung. Ich mochte sie beide! Die Gewissenskonflikte unserer Heldin sind so locker und leicht, so kurzweilig dargelegt, dass es ein Vergnügen ist, mit dem außergewöhnlichen Duo zu ermitteln. Ausgesprochen interessant und amüsant war auch, zu verfolgen, wie sich Isa und Billie mit den doch recht unterschiedlichen Vorstellungen ihres Liebeslebens arrangieren. 
Auch die anderen Charaktere im Buch sind durchweg interessant. Bei den Dialogen und der Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen hat mir der trockene, hintergründige und bisweilen auch recht bissige Humor gefallen.

Alles in allem bietet dieser locker geschriebene Roman ein großartiges Lesevergnügen, mit außergewöhnlichen Charakteren, einer interessanten und beängstigend realitätsnahen Handlung und einem starken Spannungsbogen.  

👍👍👍👍👍


Montag, 30. Januar 2017

Floras Traum von rotem Oleander - Annette Hennig

Coverbild mit freundlicher Genehmigung der Autorin

Klappentext:
Eine weiße Villa, eine adlige Familie und der Traum vom großen Glück Im Frühjahr 1939 träumt die 19-jährige Flora Hoffmann von einem besseren Leben. Mit fünf Schwestern in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, ist der Alltag der Familie in der ländlichen Idylle der Insel Rügen von Arbeit und Entbehrungen geprägt. Doch Flora sehnt sich nach Reichtum und Macht, eben jener Art von Wohlstand, die sie in ihrer Stellung als Hausmädchen täglich erlebt. Bald schon kennt die junge Frau nur noch ein Ziel. Den Weg dorthin verfolgt sie mit aller Kraft und trifft dabei Entscheidungen, die nicht nur ihr Leben für immer verändern. Fünfzig Jahre später kehrt Flora Gräfin von Langenberg zum ersten Mal in den kleinen Badeort an der Ostseeküste zurück, an dem alles begann. Seinem letzten Wunsch entsprechend trägt sie ihren verstorbenen Mann in heimatlicher Erde zu Grabe. Noch einmal streift die Gräfin durch die alte Villa, der einst ihre ganze Sehnsucht galt. Einsam und zugleich entschlossen beginnt die fast Siebzigjährige eine Reise in die Vergangenheit, die ihr weit weniger Hoffnung als Schmerzen bereitzuhalten scheint. Doch auch dieses Mal geht sie unbeirrt ihren Weg. Wird Flora letztlich finden was sie längst verloren glaubte?

Mein Eindruck:
Rügen im Frühling 1939: Flora Hofmann ist unzufrieden. Die junge Frau, die in einer kinderreichen Familie aufwuchs und als Zimmermädchen arbeitet, wünscht sich mehr vom Leben und setzt all ihren Ehrgeiz daran, in die bessere Gesellschaft aufzusteigen. Das gelingt ihr auch, und wenige Jahre später führt sie ein Leben in Wohlstand. Sie hat einen Grafen geheiratet und ist Mutter einer reizenden kleinen Tochter. Aber sie hat kein Interesse an dem Kind und überlässt die Erziehung einem Kindermädchen. Gefühle kennt sie nicht, sondern ist nach wie vor nur davon besessen, erfolgreich zu sein. Reichtum ist alles, was sie sich vom Leben wünscht, so sieht es zumindest aus. Der zweite Weltkrieg nimmt jedoch keine Rücksicht darauf, ob jemand reich oder arm ist. Alle müssen Opfer bringen, und Flora sieht sich in der Verantwortung für das Anwesen und die Firmenangelegenheiten.
Fünfzig Jahre später kommt sie dem letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes nach, der in heimatlicher Erde die letzte Ruhestätte finden wollte.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, einmal beginnend im Frühling 1939, als Flora Hofmann sich mit all ihrem Ehrgeiz dem Ziel auf ein besseres Leben widmet und dann 1990, fünfzig Jahre später, als sie nach Rügen zurückkehrt, um ihren Mann in heimatlicher Erde zu begraben.
Im früheren Handlungsteil erfährt man, wie Flora es geschafft hat, gesellschaftlich aufzusteigen, und man begleitet sie während der Zeit des Krieges. Nachdem ihr Mann zum Kriegsdienst einberufen wurde, schlägt sie sich im Alleingang durch, um das Anwesen und die Firma zu erhalten, nicht immer mit redlichen Mitteln.
In dem Teil, der 1990 spielt, begegnet man Floras Tochter Viola, die inzwischen mit ihrem Mann in Frankreich lebt. In der Vergangenheit scheint Schlimmes vorgefallen zu sein, denn aus den Gesprächen des Paares kann man heraushören, dass sie auf der Suche nach ihrer verlorenen Tochter sind.

Überhaupt gibt es im Roman sehr viele Andeutungen und vage Bemerkungen, die dazu führen, dass sich die Spannung immer mehr aufbaut.
Der Schreibstil ist kurzweilig und eingängig. Die verschiedenen Charaktere sind in beiden Handlungssträngen plastisch ausgearbeitet, und nach kurzer Zeit meint man, die beschriebenen Menschen zu kennen. Die Handlung entwickelt sich besonders im historischen Teil dramatisch und fesselnd.
Aber... - ... ja es gibt ein „Aber“ an der Geschichte, denn die Spannung baut sich bis zur letzten Seite auf, und dann ist der Roman plötzlich zu Ende! Mir war zwar bewusst, dass es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, und ich weiß aus Erfahrung, dass bei Trilogien immer ein paar Punkte ungeklärt bleiben und sich manches Rätsel erst im Folgeband lösen lässt, aber hier ist alles offen. Ich muss sagen, ich war einigermaßen verdutzt, als ich die letzte Seite gelesen hatte und feststellen musste, dass keine meiner Fragen, die sich mir im Verlauf der Handlung gestellt hatten, beantwortet wurde. Es gibt nicht nur ein Geheimnis, sondern mehrere, und kein einziges davon wurde am Ende dieses ersten Bandes offen gelegt. Die Spannung verpufft beim letzten Satz.

Wer diesen Roman gerne lesen möchte, dem muss bewusst sein, dass dieser Band alleine nichts bringt, weil die Handlung nicht in sich abgeschlossen ist. Wenn es im zweiten Band ähnlich ist, dann wird der Leser auf eine arge Folter gespannt, denn Band 3 ist meines Wissens noch gar nicht erschienen. Ich überlege daher, erst einmal abzuwarten, bis auch der letzte Band veröffentlicht ist, denn dann wird sicher das komplette Familiengeheimnis geklärt. So gut mir der erste Band gefallen hat, so zögere ich doch momentan, schon mit Band 2 weiter zu lesen, denn eigentlich ist die Handlung ja total spannend angelegt, nur ist es kaum auszuhalten, wenn man dann plötzlich mit dem offenen Ende konfrontiert wird.

👍👍👍👍



Donnerstag, 26. Januar 2017

Das Gold des Meeres - Daniel Wolf


„Das Gold des Meeres“ ist der dritte Teil der Fleury-Saga. Diesmal lernt man auch bereits die dritte Generation der Fleurys kennen. Die Handlung beginnt im Jahr 1256, hier wird im Prolog die Vorgeschichte erzählt. Drei Jahre später steht das erfolgreiche Handelshaus Fleury vor dem Ruin. Vom Großvater Michel Fleury gegründet und zu wahrem Wohlstand gebracht, ist die Firma nun am Ende. Balian Fleury musste nach dem gewaltsamen Tod seines Bruders die Geschäfte alleine weiterführen, aber im Gegensatz zu seinem verstorbenen Bruder hat er die kaufmännischen Fähigkeiten seines Großvaters nicht geerbt.
Um nicht im Schuldturm zu landen, sieht Balian nur eine Möglichkeit, um das Handelshaus und die Familienehre zu retten. Zusammen mit seiner Schwester Blanche schließt er sich einer Gruppe von Kaufleuten an, die eine riskante Reise auf sich nehmen, um ihr Glück auf Gotland zu machen. Die langwierige Reise birgt viele Gefahren, und als die Gruppe in Varennes Saint Jacques aufbricht, haben die Kaufleute keine Ahnung, was unterwegs auf sie wartet. Ihre abenteuerliche Handelsfahrt führt sie von Lothringen aus quer durch das heilige römische Reich, bis weit in den Nordosten. Bereits unterwegs geraten sie nicht nur einmal in Situationen, wo sie gerade noch mit den nackten Leben davon kommen. Ihre Pläne und ihr Vorhaben, in Gotland Handel zu betreiben, ist so manchem ein Dorn im Auge, und so sehen sie sich mit mächtigen Gegnern konfrontiert, gegen die sie kaum gewinnen können. Unterwegs erhält Balian, der als Kaufmann keine Anerkennung erfahren hat, nun immer wieder die Gelegenheit, seine wahren Fähigkeiten gewinnbringend einzusetzen. Aber bei allen Bemühungen, das Handelshaus Fleury zu retten, gibt es noch etwas, das Balian antreibt, denn im Hinterkopf hat er den Wunsch, den Tod seines Bruders zu rächen.

Äußerlich passt sich auch dieser dritte Band perfekt den Vorgängern an. Das Cover ist ganz im Stil mittelalterlicher Buchmalerein gestaltet, indem die Initiale des Titels den Rahmen für eine Miniatur bildet. Diese Gestaltung passt wunderbar zur Saga um das Handelshaus Fleury, denn sowohl Balians Vater als auch seine Schwester üben den Beruf des Buchmalers aus.
Schon vorab und auch während des Lesens ist es interessant, immer einmal einen Blick auf die inneren Buchdeckel zu werfen. Diese können aufgeklappt werden, und vorne im Buch findet man den Stammbaum der Fleurys. Der hintere innere Buchdeckel zeigt eine Karte, auf der man die Reise der Händler aus Varennes Saint Jacques mitverfolgen kann. Hier sieht man die Ausdehnung des Heiligen Römischen Reiches, und man erkennt, wie groß der Machtkreis des Deutschen Ordens war, der im Roman auch eine große Rolle spielt. Dass einige der Gefährten sogar bis nach Nowgorod kommen, hätten sie sich vorher nicht träumen lassen. Sowohl bei der Reisegesellschaft als auch unterwegs begegnet man Charakteren ganz unterschiedlicher Art. Daniel Wolfs Protagonisten sind klar gezeichnet und vielschichtig dargestellt, und manch einer ist für eine Überraschung gut, sei es im Negativen oder im Positiven.
Was die Handlung insgesamt betrifft, unterscheidet sich dieser dritte Band gravierend von seinen Vorgängern, denn diese spielten weitgehend direkt in Varennes Saint Jacques oder der näheren Umgebung der Stadt. Diesmal hat die Heimatstadt der Fleurys eher eine untergeordnete Rolle, denn ein Großteil der Handlung dreht sich um die beschwerliche und äußerst gefährliche Reise der Geschwister Balian und Blanche und ihrer Handelsgefährten. Unterwegs müssen sie sich mit Wegelagerern und Raubrittern herumschlagen und werden für Angelegenheiten zur Rechenschaft gezogen, mit denen sie eigentlich gar nichts zu tun haben. Dies alles ist sehr authentisch und lebendig erzählt. Obwohl Varennes Saint Jacques und die Familie Fleury sowie die meisten Charaktere fiktiv sind, so lässt der Autor doch sehr viel wahre Geschichte in die Handlung einfließen. Besonders die Situation von Reisenden der damaligen Zeit ist sehr realistisch dargestellt. Durch die verschiedenen Handlungsorte ist der Roman überaus kurzweilig und mitreißend, denn man stürzt sich quasi von einem Abenteuer ins nächste. Der Schreibstil ist leicht verständlich, dabei aber der damaligen Zeit gut angepasst. Ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher Leichtigkeit Daniel Wolf die überaus komplexe Handlung seiner Romane in Worte fasst. Wie bereits die Vorgänger, so habe ich auch diesen Band verschlungen. Die Bücher der Fleury-Saga sind nicht gerade dünn, aber sie haben die Eigenschaft, dass man sich regelrecht daran fest liest und erst hinterher staunend und mit Bedauern merkt, dass die Geschichte schon wieder zu Ende ist. Aber zu meiner großen Freude steht bereits fest, und der Autor hat es auch schon verraten: die Fleury-Saga geht weiter! Ich freue mich jetzt schon auf den vierten Band, der noch umfangreicher werden soll als die bisherigen Bücher und daher noch mehr Abenteuer und damit sicher auch jede Menge Lesespaß bieten wird.  

😍😍😍😍😍




Die bisher erschienenen drei Bände der Fleury-Saga:




Es gibt noch eine ergänzende e-Kurzgeschichte, die, soweit ich informiert bin, zeitmäßig zwischen dem zweiten und dritten Band angesiedelt ist.

Sonntag, 22. Januar 2017

Im Vertrauen weitergehen - Wahre Geschichten, die Mut machen

An dieser Stelle ein Zitat der Herausgeberin: „Wer an Gott glaubt, ist nicht vor Krankheit und Leid geschützt. Aber: Gott lässt uns nicht damit allein.“ Ellen Nieswiodek-Martin (Hrsg.)


Dies ist eine Anthologie, herausgegeben von Ellen Nieswiodek-Martin, und schon von der äußerlichen Gestaltung her finde ich das Buch sehr schön und gelungen. Über die Zeitschrift „Lydia“ haben Leserinnen ihre Geschichten eingeschickt. In diesem Buch erfahren wir über die Schicksale von insgesamt sechsunddreißig Frauen. Die Geschichten sind thematisch sortiert und in neun Kapitel aufgeteilt. Da geht es beispielsweise im ersten Kapitel darum, „Wenn ich Angst und Sorgen habe“ oder im Kapitel 2: „Wenn es anders läuft als geplant“. Jedes Kapitel wird mit einem stimmungsvollen Foto eröffnet, das jeweils sehr schön zum Thema der Geschichten passt. Am Ende eines jeden Kapitels findet man einen besonderen Spruch, ein Gedicht, ein Bibelzitat oder einen Segenswunsch.
Es sind sehr unterschiedliche Erlebnisse und Lebensgeschichten, die hier erzählt werden. Da geht es um Alltags- oder Verlustängste, um Probleme in der Liebe und Partnerschaft, um örtliche oder berufliche Veränderungen, um Vorurteile oder um Sorgen wegen Krankheit und Tod. So verschieden wie die Verfasserinnen, so unterschiedlich sind auch ihre Sichtweisen und Geschichten. Aber sie haben alle eines gemeinsam, und das ist ein tiefes Gottvertrauen.
Nicht alle Erzählungen konnte ich gleich gut nachvollziehen, manche fand ich eher banal, andere haben mich tief berührt. Aber bei dieser Fülle an unterschiedlichen Erfahrungen und Schicksalen ist es ganz klar, dass jeder Leser seinen eigenen Blickwinkel einbringt und seine persönlichen Favoriten hat, die ihn besonders berühren. Glaubensfragen sind eben etwas sehr Individuelles. Vielen der Frauen, über die ich gelesen habe, bin ich sehr nahe gekommen, andere habe ich für ihren Mut bewundert. Weil es sich bei allen enthaltenen Geschichten um wahre Begebenheiten und sehr persönliche Erfahrungen der verschiedenen Frauen handelt, möchte ich mir eine gesamte Wertung dieses Buches nicht erlauben. Ich kann nur sagen, dass ich es für lesenswert und nutzbringend erachte, denn sicher kann so mancher auch persönliche Erkenntnisse daraus mitnehmen oder Kraft schöpfen. Gerade Menschen, die ein vergleichbares Schicksal teilen oder von ähnlichen Sorgen geplagt sind, können hier Trost finden.

Noch ein paar allgemeine Informationen zu Buch und Verlag:
„Im Vertrauen weitergehen“ ist im Lydia Verlag erschienen, der zum christlichen Verlagshaus „Gerth Medien“ gehört. Ellen Nieswiodek-Martin, die Herausgeberin des Buches, ist zugleich Chefredakteurin von „Lydia“.
In erster Linie wird hier die Zeitschrift gemacht, aber es gibt auf der Verlags-Website auch das „Lydia-Lädchen“, in dem besondere Empfehlungen an schöner Literatur, Musik, Filmen, Kalendern und Geschenken zusammengestellt wurden.

Nun habe ich in diesem Beitrag schon so häufig die Zeitschrift „Lydia“ angesprochen, dass ich sie hier auch noch etwas ausführlicher vorstellen möchte.


„Lydia“ ist eine christliche Frauenzeitschrift, die vier mal im Jahr erscheint. Sie behandelt ein großes Spektrum an Themen, die gerade für Frauen wichtig sind, egal in welchem Alter und welcher Konfession zugehörig. Die Zeitschrift setzt sich für verschiedene Projekte ein und berichtet über außergewöhnliche Aktivitäten, über Aktionen der Nächstenliebe und über modernes Christentum. Viele Berichte bieten Lebenshilfe für den Alltag, andere erweitern den Blick über den Tellerrand hinaus. Auch begegnet man immer wieder bekannten Frauen aus der Bibel und kann entdecken, wie aktuell deren Anliegen auch heute noch ist. Es sind fröhliche Geschichten, aber auch traurige Erfahrungen in der „Lydia“ zu finden. Außerdem wird man über wichtige Termine informiert und erhält interessante Tipps zu Büchern, Filmen oder Musik. Auch kreative Ideen kann man in jedem Heft entdecken.

Wer sich ausführlicher über das Konzept von Lydia informieren möchte, kann auch erst einmal den kostenlosen und unverbindlichen Newsletter abonnieren, der ungefähr einmal im Monat erscheint.