Dienstag, 28. Februar 2017

Das war mein Lesemonat Februar 2017

Im kurzen Monat Februar habe ich sechs Bücher gelesen, und ich kann sagen, sie waren alle gut bis sehr gut, jedes auf seine Art! Man kann hier wirklich sagen: Qualität vor Quantität. Es waren "nur" 1656 Seiten, aber die hatten es in sich.


Bei so schönen Büchern fällt wieder einmal die Wahl des Favoriten sehr schwer, und es war wirklich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen allen Fünf-Sterne-Büchern. Letztendlich fiel meine Wahl auf Tilman Röhrigs wunderbaren Roman, der für mich einfach die Nase vorn hatte. 


Und auch ein paar Neuzugänge kann ich noch vermelden.


"Scharfe Hunde" vonNicola Förg kam als Rezensionsexemplar. Ich habe kürzlich über die Neuerscheinung berichtet: Klick
"Der Ruf der Bäume" vonTracy Chevalier habe ich ertauscht, und
"Wainwood House - RachelsGeheimnis" von Sarah Stoffers sowie
"Das Sommerversprechen" von Elin Hilderbrand waren Überraschungsbücher aus meiner Facebook-Gruppe. Da bereits in der ersten Februarhälfte fünf neue Bücher bei mir eingezogen sind, hat sich wieder ziemlich viel Lesestoff angesammelt, aber bei manchen Büchern kann ich eben einfach nicht widerstehen. 😉

Gleich  drei meiner gelesenen Bücher haben durch ihr Cover oder den Titel schon ein wenig Frühling vermittelt. Ich hoffe, dass er auch wirklich bald einzieht, auch wenn es heute schon wieder geschneit hat. Aber die Natur lässt sich nicht mehr zurückhalten, und die ersten Frühlingsblüher spitzen schon. Ich wünsche euch, ihr lieben Leseratten oder Bücherwürmer da draußen, einen wundervollen März mit tollen Büchern und recht viel Lesezeit.







Atlas frei zum Abschuss - Martin Calsow



Klappentext:
»Bleib hier, so lange du kannst. In deiner Heimat hast du einen Vorteil: Du kennst das Spielfeld.« Sie klopfte ihm auf die Schulter. »Jagdzeit in Westfalen, Atlas.« Ihn lebend zu bekommen, ist einem mexikanischen Drogenkartell ein hohes Kopfgeld wert: BKA-Zielfahnder Andreas Atlas ist in seiner alten Heimatstadt im Teutoburger Wald untergetaucht, nachdem seine Tarnung als verdeckter Ermittler aufflog. Zu seinem eigenen Erstaunen fühlt er sich unerwartet wohl in der westfälischen Idylle. Der einzige Wermutstropfen: Er kommt nicht an seine unterschlagenen Millionen heran. Denn sein autistischer Ziehsohn Lars hat das Geld entdeckt und versteckt aus Angst, dass Atlas wieder weggehen könnte. Die Angst ist berechtigt: Einige Zwischenfälle und mehrere Tote später wird Atlas klar, dass die Mexikaner ihn gefunden haben ...

Mein Eindruck:
Das Buch lag nun einige Wochen auf meinem SuB. Es wurde mir überraschend zugeschickt, und als ich den Klappentext las, klang es so gar nicht danach, als könnte es mir gefallen. Aber wie man sich doch täuschen kann! Dieser Krimi hat mir mal wieder gezeigt, dass es gar nicht so verkehrt ist, sich ab und zu einem anderen Genre zuzuwenden, denn da kann man durchaus auch positiv überrascht werden.
Dies ist bereits der zweite Band um den BKA-Zielfahnder Andreas Atlas. Den ersten Teil habe ich nicht gelesen, hatte aber keinerlei Probleme, mich in die Handlung hinein zu finden. Trotzdem kann dieses Buch nicht für sich allein stehen, worauf ich am Ende der Rezension noch eingehen werde.
Atlas ist ein sympathischer Charakter, wirkt aber, bedingt durch seine Vergangenheit, etwas verloren in seiner alten Heimatstadt. Aber er hat auch Freunde wiedergefunden und lebt mit Grete, einer Lehrerin und ihrem autistischen Sohn zusammen auf einem alten Gutshof. Er hätte nie gedacht, dass er sich in der Gegend seiner Kindheit jemals wieder so wohl fühlen könnte. Eigentlich möchte er nur das Leben mit seiner Grete und mit Lars genießen und in Ruhe gelassen werden. Aber da gibt es noch das Problem mit den Millionen, die er bei seiner Flucht aus Mexiko zur Seite geschafft hatte. Sie waren seine Sicherheit, um irgendwo ein neues Leben anfangen zu können. Der autistische Lars, der sehr an Andreas hängt, hat jedoch den Koffer mit dem Geld versteckt, und Atlas weiß nicht, wohin.
Nun ist ihm auch noch das Drogenkartell auf den Fersen und bedroht nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der Menschen, die ihm nahe stehen. Eigentlich will er Grete nicht verlassen, aber um ihrer Sicherheit willen sieht er sich dazu gezwungen, denn das Drogenkartell hat einen Mann auf ihn angesetzt, der ihm bedrohlich nahe kommt und bei seinem Job über Leichen geht.

Martin Calsows Schreibstil ist sehr einnehmend und fesselnd. Dabei bringt er ab und zu auch eine Portion trockenen Humor in die an sich ernste Handlung ein. Man hat sehr intensives Kopfkino, wenn der Autor diverse Situationen so lebendig beschreibt, und bei manchen Szenen bleibt einem glatt vor Spannung die Spucke weg. Atlas, der nach außen hin gerne sein Pokerface aufsetzt und auf den ersten Blick knallhart wirkt, was er in der Vergangenheit, in einer Welt der Drogenkriminalität durchaus sein musste, hat jedoch auch eine sensible Seite und trägt jede Menge Ängste mit sich herum. Das nimmt man ihm auch jederzeit ab, und besonders sein gutes Verhältnis zu Lars, dem autistischen Sohn seiner Partnerin, wie er auf ihn eingeht und sich für ihn einsetzt, hat ihn mir sehr sympathisch gemacht. Auch die weiteren Charaktere in seinem Umfeld haben etwas Liebenswertes.
Dieser Krimi ist gut und kurzweilig geschrieben und bringt jede Menge Spannung mit. Auch wenn man so manches über die Gegend um den Teutoburger Wald erfährt und stellenweise die Atmosphäre direkt spüren kann, würde ich ihn nicht unbedingt als typischen Heimatkrimi sehen.

Die Geschichte hat einerseits ein gutes Ende, aber im Epilog geschieht etwas, das mich auf eine Fortsetzung hoffen lässt, denn ich empfand das als starken Cliffhanger, der geradezu nach einem weiteren Band schreit.

👍👍👍👍1/2


Sonntag, 26. Februar 2017

Bartleby, der Schreiber - Herman Melville



Diese kleine Geschichte spielt an der Wallstreet. Es sind keine Zeitangaben gemacht, aber die Erzählung wurde im Jahr 1853 veröffentlicht, und ich vermute, dass auch die Handlung ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts spielt. „Bartleby, der Schreiber“ entstammt der Feder von Herman Melville, dem Verfasser des weltberühmten Klassikers „Moby Dick“.

Die Ereignisse sind aus der Sicht eines älteren Notars geschildert. Der Ich-Erzähler hat seine Kanzlei an der Wallstreet. Die Aussicht aus seinem Büro ist trist, denn man starrt auf die Mauern der umstehenden Hochhäuser. Der Notar, der durchgehend anonym bleibt, hat mehrere angestellte Schreiber, deren Charakterzüge und Eigenheiten er zuerst ausführlich darlegt. Da die Arbeit im Büro ständig zunimmt, sieht sich der Notar genötigt, einen weiteren Schreiber bzw. Kopisten einzustellen. Auf seine Anzeige hin meldet sich ein junger Bewerber namens Bartleby, und er nimmt den stillen Mann auch gleich unter Vertrag. Bartleby erweist sich in der ersten Zeit als fleißig und gewissenhaft. Aber als der Notar ihn eines Tages bittet, eine extra Aufgabe für ihn zu erfüllen, antwortet Bartleby: „Ich würde vorziehen, das nicht zu tun.“ Im ersten Augenblick ist sein Chef empört, dann verstört, denn mit einer Weigerung hat er nicht gerechnet. Allerdings erfolgte diese so sanft und leise, dass dem Notar der Wind aus den Segeln genommen wurde. In der folgenden Zeit werden derartige Weigerungen Bartlebys häufiger und erfolgen immer mit den Worten: „Ich würde vorziehen, das nicht zu tun“. Sie führen letztendlich zur völligen Selbstaufgabe des Schreibers.

Der Notar weiß nicht, was er tun soll, denn irgendwie hat Bartlebys Verhalten etwas Anrührendes. Wie sich herausstellt, verlässt er die Kanzlei nicht, sondern lebt in seinem Büro. Einerseits hat sein Chef Mitleid, und doch möchte er ihn am liebsten loswerden, aber etwas hält ihn davon ab, den Mann auf die Straße zu setzen. Bartleby widersteht allen Überredungskünsten, die Kanzlei mit einer Abfindung zu verlassen. Der Inhaber sieht keine andere Möglichkeit, als sein Büro zu verlegen. Die Folgen dieses Umzugs sind fatal. Der Notar kann zwar Bartleby damit aus seinem Gesichtsfeld bannen, aber nicht aus seinen Gedanken, und immer noch fühlt er sich für den einsamen, stillen Mann verantwortlich.

Die Geschichte umfasst gerade einmal siebzig Seiten, und doch schafft es dieses kleine Büchlein, mehr Emotionen freizusetzen als so mancher Wälzer. Ich habe Bartlebys Schicksal mit sehr gemischten Gefühlen verfolgt und wurde ständig hin und her gerissen zwischen Unverständnis und Mitgefühl. Der Ich-Erzähler bleibt anonym und gesichtslos bis zuletzt, und doch gelingt es dem Leser, sich in den Notar hinein zu versetzen. Man kann seine Zweifel und Befürchtungen gut verstehen. Es spricht für ihn, dass er sich so lange um Bartleby bemüht. Man kann nur erahnen, was in dem stillen Schreiber vorgeht. Seine ganze Erscheinung wirkt so einsam und anrührend. Obwohl man nur wenig über ihn erfährt, hofft man auf eine Wendung zum Guten. Erst ganz zuletzt erfährt man ein wenig über Bartlebys Vorgeschichte, die wohl sein Leben geprägt hat.

Die Person Bartlebys mutet einerseits grotesk an, aber dabei ist diese Erzählung so dicht und ergreifend geschrieben und so eindrucksvoll, dass sie einen einfach berühren muss. Ich für meinen Teil werde Bartleby sicher so schnell nicht vergessen.

👍👍👍👍👍


Donnerstag, 23. Februar 2017

Die Donauprinzessin und die Toten von Wien - Beate Maly



Der Roman spielt in Wien im Jahr 1531.
Seit der Belagerung der Stadt durch die Türken sind zwei Jahre vergangen. Das Leben geht seinen normalen Gang, aber in den Außenbezirken sind die tragischen Verluste und die Zerstörung aus der Belagerungszeit Zeit noch sichtbar. Eines Tages wird ein Toter gefunden, vom Pfeil einer Armbrust niedergestreckt. Der Mann war auf der Suche nach einer alten Schatulle, die er gerade ausgraben wollte, als ihn der Pfeil tötete. Dies ist nur der Anfang, denn es folgen weitere Todesfälle, denen eindeutig ein Mord zugrunde liegt. Der Mathematiker Sebastian Grün, der als Bauingenieur für die Stadt arbeitet, wird mit der Aufklärung der Verbrechen beauftragt. Darin hat er bereits Erfahrung, wie man im Lauf der Geschichte erfährt, denn bereits ein Jahr zuvor war er auf Mördersuche, unter Mithilfe seiner geliebten Fanny, der Winzertochter vom Nussberg. Aber trotz aller Zuneigung wartet Fanny vergeblich auf einen Heiratsantrag. Die junge Witwe wohnt wieder auf dem Gut ihres Vaters und keltert ihren eigenen Wein, was ihr als Frau eigentlich gar nicht offiziell erlaubt wäre. Gerade jetzt würde sie Sebastian besonders brauchen, denn ihr Vater beabsichtigt, sie wieder zu verheiraten und hat auch schon einen geeigneten Mann für sie ausgesucht. Mit dieser Ehe möchte der Winzer vermeiden, dass seine Weinberge in falsche Hände kommen, falls ihm etwas zustoßen sollte. Fanny muss mit ansehen, wie ohne ihr Einverständnis einfach über ihr Schicksal entschieden wird, aber sie weiß auch, dass etwas geschehen muss, denn ihrem Vater geht es gesundheitlich immer schlechter.
Sebastian ist im Auftrag des Bürgermeisters unterwegs und soll die Morde klären. Dabei ahnt er nicht, dass er Fanny für immer zu verlieren droht.

Dies ist bereits der zweite Band um die Donauprinzessin. Den ersten Teil kenne ich leider noch nicht, aber ich hatte trotzdem keinerlei Probleme, in die Handlung hinein zu finden, und alles, was man aus dem ersten Band wissen muss, wird in kleinen Rückblicken geschickt in die Handlung eingebunden.
Nun gibt es erneut mysteriöse Todesfälle in der Stadt. Je mehr man über Sebastian Grüns Recherchen erfährt, umso deutlicher werden die Zusammenhänge, und umso fesselnder entwickelt sich die Geschichte. Bis zuletzt gelingt es der Autorin, überraschende Wendungen in den Roman einzufügen und die Spannung auf einem hohen Level zu halten. Dabei bewegt sich die fiktive Handlung sehr nah an der Realität und wirkt dadurch sehr authentisch. Man erfährt so einiges über die politische Situation Wiens zu dieser Zeit, und auch der damalige Bürgermeister tritt mehrfach in Aktion.
Fanny ist eine sehr sympathische junge Frau, die ihre Arbeit auf dem Nussberg liebt und eigenverantwortlich einen Wein bester Qualität keltert. An ihrem Beispiel wird die Situation der Frauen im Mittelalter sehr deutlich dargelegt. Würde ihr Vater sterben und sie wäre noch unverheiratet, würden die Weinberge nicht in ihrem Besitzt bleiben, sondern an die Stadt fallen. Was wir heutzutage als ungerecht empfinden, war damals Gesetz und allgemein üblich. Bei all ihrem eigenen Kummer hat die junge Frau aber auch ein Herz für die Armen und hilft wo sie kann.
Die Ursache für Sebastians Zögern, sich seiner Fanny zu erklären, wird ebenfalls gut und verständlich dargestellt. Seine Beweggründe kann ich durchaus nachvollziehen, wenn ich ihm auch gerne ab und zu mal einen Schubs in die richtige Richtung gegeben hätte, weil man das Elend kaum mit ansehen konnte, wie er Fanny in ihr Unglück rennen lässt.
Der Schreibstil der Geschichte ist sehr gefällig, wie ich das schon von früheren Romanen der Autorin kenne und schätze. Beate Maly gelingt es, ihre Charaktere so lebendig zu beschreiben, dass sie einem sehr nahe kommen. Da spricht auch so mancher, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und man kann dies schriftlich bestens nachvollziehen, wie beispielsweise beim Glocken- und Kanonengießer Gregor Löffler, der (hier schwarz auf weiß festgehalten) ausgeprägten Dialekt spricht.

Alles in allem ist dies ein historischer Krimi vom Allerfeinsten, und ich hoffe, dass es noch mehr Bände geben wird und es die Autorin nicht bei den beiden bisher erschienenen belässt. Gerne würde ich Fanny und Sebastian auch noch weiter durchs Leben begleiten, denn langweilig wird es in ihrem Umfeld garantiert nicht.

👍👍👍👍👍


Montag, 20. Februar 2017

Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen - Clara Maria Bagus


Es ist Winter, und draußen ist es grau und eisig kalt, die Natur ist tief verschneit. Ein Mann sitzt am Fenster und blickt nach draußen, als ein wunderschöner, bunter Vogel angeflogen kommt. Als dieser sich auf einem Ast niederlässt, sprießen dort plötzlich frische Frühlingstriebe. Der Vogel erhebt sich wieder in die Lüfte, und schon ist das zarte Grün verschwunden, aber überall, wo der Vogel landet, grünt und blüht es, und die Luft in der Nähe erwärmt sich. Der Mann ist hingerissen und beschließt, dem gefiederten Frühlingsboten zu folgen. Er macht sich auf eine lange Reise, stets auf der Suche nach dem Vogel. Oft verliert er diesen aus den Augen, aber immer wieder entdeckt er ihn, und überall wo der Vogel auftaucht, wird Frühling. Auf seiner Reise begegnet der Mann vielen unterschiedlichen Menschen. Er führt zahlreiche Gespräche und lernt die verschiedensten Sichtweisen und Lebenseinstellungen kennen. Dabei erkennt er, was wirklich wichtig ist im Leben und findet zu sich selbst.

Die Schreibweise dieses wunderschön aufgemachten Büchleins ist märchenhaft. Die Sätze sind einfach und gut verständlich gehalten, und doch entbehren sie nicht einer gewissen Poesie. In den Gesprächen mit Anderen erfährt der Mann, der durchgehend namenlos bleibt, viel über das Leben und auch über sich selbst. Die Menschen, die mit ihm sprechen, haben alle ihre Lebensweisheiten parat. Die geschilderten Situationen wirken irreal, denn alle Begegnungen laufen anonym ab, der Mann erfährt von seinen Gesprächspartnern keine Namen. Auch die Orte sind namenlos und machen einen unwirklichen Eindruck, eben märchenhaft. Viele Elemente der Handlung können so überhaupt nicht ablaufen, und in einem Roman würde man sie als unglaubwürdig abtun. Nicht so jedoch in dieser magischen Geschichte, denn die beschränkt sich auf das Wesentliche, und das braucht in diesem Fall keine Namen und Ortsbezeichnungen.
So manches an dieser Erzählung hat Erinnerungen an andere Bücher in mir geweckt, so gibt es durchaus Ähnlichkeiten zu Klassikern wie „Der kleine Prinz“, und letztendlich hat mich die Geschichte auch ein wenig an das zauberhafte Bilderbuch „O wie schön ist Panama“ erinnert. Gemeinsam ist den hier erwähnten Büchern der philosophische Anstrich und auch die Suche der Protagonisten nach der Essenz, nach dem wahren Sinn des Lebens und nach ihrem eigenen Platz darin.
Untertitel dieses Buches ist „Eine Reise zur Leichtigkeit“, und eben diese Leichtigkeit wird schon durch den Umschlag vermittelt, denn dieser zeigt filigrane Äste und ein ausgestanztes Vögelchen auf dem farblich eher trist gehaltenen Schutzumschlag. Durch die Ausstanzung leuchtet der kleine Vogel jedoch wunderschön, denn der eigentliche Buch-Einband schimmert irisierend durch. So blitzt bereits hier ein wenig vom Zauber der Geschichte hervor.
Neben der traumhaft anmutenden Handlung hat dieses Büchlein auch noch einen wahren Schatz an schönen Zitaten und Lebensweisheiten zu bieten, aus denen man durchaus in diversen Lebenslagen Kraft schöpfen kann.

Als Beispiel füge ich zum Schluss hier mein persönliches Lieblings-Zitat an: „Dein Leben ist das Einzige, das du hast. Sei lieber das Meisterstück deiner selbst statt das Imitat eines anderen“.

👍👍👍👍👍


Donnerstag, 16. Februar 2017

Vorankündigung zum neuen Krimi von Nicola Förg


Am 1. März 2017 erscheint  im Piper Verlag "Scharfe Hunde" von Nicola Förg. Es ist bereits der achte Alpen-Krimi mit den sympathischen Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl. 
Nicola Förg, die Autorin und engagierte Naturschützerin, nimmt sich in ihren Romanen immer eines speziellen Problems an, und ihre Kriminalfälle haben meist mit brisanten Themen in Sachen Umwelt- und Naturschutz bzw. Tierschutz zu tun. Diesmal geht es im Krimi um den illegalen Handel mit Hundewelpen.
Da mich die vorherigen Bände überzeugt haben, bin ich schon sehr gespannt, ob mich auch "Scharfe Hunde" begeistern kann.

Hier kommt ihr zur Leseprobe und weiteren Infos: 
Piper Verlag - Nicola Förg: Scharfe Hunde

Für Interessierte hier im Anschluss einige Termin-Infos zur Buchpremiere und weiteren bereits fest geplanten Lesungen mit Nicola Förg:


Buchpremiere in Garmisch-Partenkirchen
Veranstalter: Tierheim Garmisch
Donnerstag, 16. März 2017
Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde«
Mit: Birgitt Thiesmann, Leiterin der VIER PFOTEN Kampagne gegen den Illegalen Welpenhandel
Tessy Lödermann, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern e.V.
Günther Keil (Moderation)
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Gasthaus Schranne, 82467 Garmisch Partenkirchen
Eintritt: 5,00 Euro (Der Erlös kommt dem Garmischer Tierheim zu Gute)


Buchpräsentation in München 
Dienstag, 4. April 2017
Nicola Förg und Michaela May präsentieren »Scharfe Hunde«
Im Rahmen des Krimifestival München.
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Drehleier, 81667 München


Weitere bereits feststehende Lesungen:

Aichach
Mittwoch, 22. März 2017
Nicola Förg und Michaela May präsentieren »Scharfe Hunde«
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Buchhandlung Rupprecht, Stadtplatz 38 ,

Peißenberg
Donnerstag, 06. April 2017
Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde«
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Tiefstollenhalle Peißenberg

Herrenberg
Dienstag, 25. April 2017
Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde«
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Herrenberg, Tübinger Strasse 36 ,

Fürstenfeldbruck
Donnerstag, 04. Mai 2017
Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde«
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek in der Aumühle

Donzdorf
Dienstag, 13. Juni 2017
Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde«
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Schloss, 73072 Donzdorf

Mittelberg
Donnerstag, 10. August 2017
Krimi-Dinner: Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde« auf dem Walmendingerhorn (A)
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Bergrestaurant Walmendinger Horn , A-6993 Mittelberg

Augsburg
Sonntag, 20.8. 2017
Nicola Förg und Michaela May präsentieren »Scharfe Hunde«
Zeit: 19 Uhr, Einlass 17.00 Uhr.
Ort: Biergarten 3 Königinnen

Sonthofen
Mittwoch, 27. September 2017
Nicola Förg liest aus »Scharfe Hunde«
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Heimathaus Sonthofen, 87527 Sonthofen


Mittwoch, 15. Februar 2017

Meine Neuzugänge in der ersten Februarhälfte


Der kurze Februar hatte gestern bereits Halbzeit. Bisher sind in diesem Monat fünf Bücher bei mir eingetroffen.
"Die zweite Herzogin" habe ich über meine Facebook-Überraschungsgruppe erhalten. 
"Die kleine Bäckerei am Strandweg" hat mich schon vom Cover und vom Titel her angesprochen, und an "Nora und die Novemberrosen" bin ich einfach nicht vorbei gekommen, da ich den Schreibstil von Tanja Krätschmar sehr mag. Diese beiden Bücher habe ich ertauscht.
Die zwei Bücher in der vorderen Reihe sind Rezensionsexemplare. Das neue Buch von Christopher Ross "Sophie Elisabeth, die Gesandte des Zaren" wurde mir überraschenderweise vom Weltbild Verlag zugeschickt, und da ich schon einige Bücher des Autors gelesen habe, bin ich schon gespannt auf den Neuling. Barbara Leciejewski hat mich gefragt, ob ich ihren neuen Roman lesen würde, und da ihr Buch "In all den Jahren" zu meinen Jahreshighlights 2016 gehörte, war das natürlich keine Frage, ich möchte auch ihren neuen Roman "Die Nächte, die Tage und das ganze Leben" lesen. Bei den fünf neu eingezogenen Büchern sind also drei dabei, deren Autor für mich schon quasi ein Garant für Lesegenuss ist. Am liebsten würde ich mich gleich auf die Neulinge stürzen, aber es liegen noch ein paar andere Bücher parat, die vorher gelesen werden wollen. Also immer schön der Reihe nach...

Sonntag, 12. Februar 2017

Die Flügel der Freiheit - Tilman Röhrig


Die Geschichte behandelt die Ereignisse im Zeitraum zwischen 1522 und 1525, von dem Zeitpunkt an, als Luther sein Exil auf der Wartburg verließ, weil ihm zu Ohren kam, dass radikale Kräfte der Reformation in Wittenberg überhand nahmen und dem dramatischen Höhepunkt des Deutschen Bauernkriegs, der Schlacht bei Frankenhausen, die für die Aufständischen so tragisch endete.
Im Großen und Ganzen geht es im Roman um das Verhältnis zwischen Martin Luther und seinem früheren Mitstreiter Thomas Müntzer. Aus den ehemaligen Brüdern im Geiste sind mittlerweile erbitterte Gegner geworden.
Man erfährt ausführlich über die Beweggründe, die zu dem tiefen Zwist führten. Besonders Thomas Müntzers Rolle bei den dramatischen Entwicklungen wird deutlich aufgezeigt. Man erfährt, was Müntzer antreibt. Im Gegensatz zu Luther wählt er den radikalen Weg, die offene Konfrontation, fernab von jeglicher Diplomatie, und man vernimmt, wie ihm sein verbissener Fanatismus letztendlich zum Verhängnis wurde. Liest man ein wenig in Geschichtsbüchern über die damalige Zeit nach, dann wird einem bewusst, wie detailliert Tilman Röhrig auch für diesen Roman wieder recherchiert hat. Dies war nicht meine erste Begegnung mit den Werken des Autors. Was seine Bücher gemein haben, ist der bildhafte, außergewöhnliche und sehr markante Schreibstil, den ich bereits in seinem Roman „Die Könige von Köln“ schätzte und den ich auch hier wieder sehr genossen habe.

Um die historisch belegten Fakten, die diesen Roman ausmachen, rankt sich auch noch eine fiktive Geschichte um ein junges Paar. Barthel, ein Formenschneidergeselle bei Lucas Cranach, ist verliebt in die hübsche Imkerin Dorothea Gerlach. Bei ihrem Vater hält er um die Hand seiner Geliebten an, doch der Spenglermeister Konrad Gerlach gerät immer mehr in Thomas Müntzers Bann und tut alles, um dem radikalen Geistlichen zu gefallen, und so lässt er sich schnell überzeugen, Dorlein anderweitig zu verheiraten. Durch Konrad Gerlachs Vereinbarung mit Müntzer stürzen die verbohrten Männer gleich mehrere junge Menschen ins Unglück.

„Die Flügel der Freiheit“ ist ein ausdrucksstarker Roman, der einem die Geschichte der Reformation in sehr lebendiger Weise nahe bringt und auch die Hintergründe beleuchtet. Die eingeflochtene Liebesgeschichte zwischen Barthel und Dorlein bringt neue Aspekte in die Handlung und lockert diese auf.


Ein ausführliches Personenverzeichnis und eine Aufstellung der erwähnten Handlungsorte runden das Buch sehr gelungen ab. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die wunderschöne Einbandgestaltung und hochwertige Ausstattung, mit Lesebändchen und einer übersichtlichen Karte von Thüringen auf den inneren Buchdeckeln, die ich gerne zwischendurch zu Rate gezogen habe. Alles in allem ist dies ein großartiger Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte und noch lange in meinem Gedächtnis nachhallt. Gerade heuer, im fünfhundertsten Jubiläumsjahr der Reformation, ist dieser Roman besonders passend.

👍👍👍👍👍


Montag, 6. Februar 2017

Gelber Krokus - Laila Ibrahim


Im April 1837 erblickt Miss Elizabeth,die Tochter eines Tabakplantagenbesitzers, das Licht der Welt. Sie wird sofort in die Obhut der Sklavin Mattie gegeben, die ihr in der nächsten Zeit als Amme zur Verfügung stehen soll. Mattie, die bisher als Feldarbeiterin auf der Plantage tätig war, hat Sehnsucht nach ihrem eigenen Sohn, den sie in der Sklavensiedlung zurücklassen musste. Sehr schnell wächst ihr die kleine Lisbeth, wie sie ihren Schützling liebevoll nennt, ans Herz. Je älter das Mädchen wird, umso unzertrennlicher wird das Band zwischen ihr und Mattie, denn bei ihren Eltern stößt sie nur auf Unverständnis. Sie fordern Gehorsam von ihr und können gar nicht verstehen, wieso sich Elizabeth überhaupt Gedanken um die Sklaven macht. Lisbeth begleitet Mattie regelmäßig zu deren Familie. Bei den Sklaven fühlt sie sich wohl, geborgen und verstanden. Je mehr sie sich mit Matties Schicksal und dem Leben der Sklaven beschäftigt, umso deutlicher wird Lisbeth die Ungerechtigkeit bewusst, und sie kann sich immer weniger mit den Konventionen der vornehmen Plantagenbesitzer abfinden.
Der Schreibstil dieser Geschichte ist klar und schlicht gehalten, schildert der Roman doch das Leben auf einer Tabakplantage aus der Sicht einer einfachen Sklavin, die bisher ein hartes und arbeitsreiches Leben auf dem Feld führte und nun zur Haussklavin „aufgestiegen“ ist. Aus diesem Blickwinkel fand ich die kurzen, prägnanten Sätze sehr passend. Die Charaktere der wichtigsten Personen sind fein ausgearbeitet, wobei besonders Mattie und Lisbeth sehr liebevoll dargestellt werden. Mit diesen beiden so unterschiedlichen Frauen, die sich doch so nahe stehen, hat der Roman zwei starke Protagonistinnen. Für die Plantagenbesitzer ist es Normalität, Sklaven zu halten, und Lisbeth wächst in dem Bewusstsein auf, dass dies einfach so gehört. Aber als das Mädchen älter wird und nachzudenken beginnt, stoßen ihr die Ungerechtigkeiten und die rohe Gewalt gegenüber den Sklaven immer mehr auf, und ihr wird bewusst, dass die farbigen Arbeiter auf der Plantage ihres Vaters über mehr Herz und Gefühl verfügen als ihre eigenen engstirnigen Eltern, denen es nur darum geht, bei ihren Nachbarn einen guten Eindruck zu machen und sich gegenseitig an Reichtum und Schönheit zu übertrumpfen. Das zeigt sich beispielsweise sehr deutlich, als es darum geht, ein Ballkleid für Miss Elizabeth zu wählen. Die junge Frau soll möglichst bald verheiratet werden und natürlich eine gute Partie machen. Nach Liebe und Zuneigung wird hier nicht gefragt. Aber die Eltern haben nicht damit gerechnet, dass ihre Tochter, die dazu erzogen wurde, sich anzupassen und gehorsam zu sein, einen eigenen, starken Willen entwickelt.

Der Roman spielt in den beiden Jahrzehnten vor dem amerikanischen Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten. Dieser wirft jedoch bereits seine Schatten voraus, denn schon zu dieser Zeit gab es eine Kluft zwischen Sklavenhaltern und Gegnern der Sklaverei. Die Atmosphäre des Romans erinnert unweigerlich ein wenig an den Anfang des alten Klassikers „Vom Winde verweht“. Leider gibt es über die Zeit vor und während des Bürgerkriegs und um die Problematik der Sklaverei nicht allzu viele Romane, was ich sehr bedauere. Umso interessanter fand ich es, in diese Geschichte einzutauchen und mehr über diese Zeit und ihre Sitten zu erfahren. Laila Ibrahim zeigt das damals herrschende Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß klar und deutlich auf, ohne zu beschönigen.


Das Coverbild auf der Vorderseite finde ich ebenfalls sehr gelungen und absolut zur Handlung passend. Nur beim Betrachten der Rückseite habe ich gestutzt und musste dann schmunzeln, denn da hat sich der Coverdesigner in der Blumenkiste vergriffen. Der Roman heißt „Gelber Krokus“, weil gelbe Krokusse Matties Lieblingsblumen sind, und so würde ich auch erwarten, einen Krokus abgebildet zu finden. 


Das Foto auf der Rückseite zeigt jedoch eindeutig eine Freesie. Diese gehört zwar ebenfalls zur Familie der Schwertliliengewächse, aber ein Krokus ist sie deshalb noch lange nicht. 😉


👍👍👍👍 1/2