Sonntag, 15. Februar 2015

Racheengel küsst man nicht - Rose Snow


Betrüger müssen sich warm anziehen, denn die schöne Rachel betreibt erfolgreich ihre Racheagentur. Zusammen mit ihren Mitarbeitern kommt sie Fremdgehern und Halsabschneidern auf die Schliche und verhilft den Opfern zu ihrem Recht. Leider scheint es in ihrer eigenen Agentur ein Sicherheitsloch zu geben, denn plötzlich wendet sich das Blatt, und Rachel selbst wird zum Opfer einer ganzen Serie von fiesen Manipulationen. Schnell muss sie erkennen, dass die Machenschaften anscheinend von einem ihrer eigenen Mitarbeiter arrangiert wurden. Um ihre Agentur zu retten reist Rachel quer durch Deutschland, um betroffene Klienten aufzusuchen.
Bei der Durchführung gibt es so manche Schwierigkeit, so dass Rachel letztendlich auf einen Kontrahenten angewiesen ist, was ihr ganz und gar nicht behagt. Unterwegs muss sie nicht nur einmal erkennen, wie sehr man sich in einem Menschen täuschen kann...

Dies ist der zweite Roman des sympathischen Autorinnen-Duos „Rose Snow“. Obwohl sie locker zusammenhängen, kann auch jede Geschichte für sich alleine gelesen werden, aber genau da hatte ich vermutlich meine Einstiegsprobleme. Ich muss gestehen,dass ich einige Zeit gebraucht habe, mich einzulesen und mit den Protagonisten „warm“ zu werden, denn ich habe den ersten Teil noch nicht gelesen. Gerade Rachel lässt sich nicht so leicht in die Karten schauen und in ihre Gefühle schon gleich gar nicht. Auch Gérard führt sich nicht gerade sympathisch bei den Lesern ein, was sicher auch an Rachels persönlicher Einschätzung ihm gegenüber liegt. Aber dafür gehen wir mit den beiden auf große Fahrt, die uns quer durch die Republik führt. Unterwegs müssen sie nicht nur Rachels Kunden der Rache-Agentur betreuen und vertrösten, sondern sie erleben auch noch so einige Pannen, mit dem Auto und auch im zwischenmenschlichen Bereich. So nach und nach wird man dann auch näher mit den einzelnen Personen vertraut, um die es geht, wobei man sein gefasstes Urteil bei manchem zwischendurch revidieren muss. Der flotte Schreibstil ist kurzweilig und lässt auch häufig Humor durchblitzen, der den Roman so erfrischend macht und ihm seine Leichtigkeit gibt. Mit der Zeit lernt man die einzelnen Personen auch besser kennen und kann ihre Handlungen und Beweggründe verstehen, aber man sollte sich seiner Meinung nie zu sicher sein, denn bis zuletzt muss man mit überraschenden Wendungen rechnen. Rachel gewinnt ganz neue Erkenntnisse im Bezug auf die Einschätzung ihrer Mitmenschen, und so ganz nebenbei nutzt sie eine Zwangspause während der Reise, um Missverständnisse auszuräumen und ein paar Menschen glücklich zurück zu lassen. Alles in allem legen die beiden Autorinnen hier einen temporeichen und vergnüglichen Roman vor, der nicht nur spannend ist, sondern so ganz nebenbei auch ein wenig für romantisches Herzflattern sorgt.



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