Montag, 29. September 2014

Bulu, ein kleiner Hund, der Leben rettet - Dick Houston


Als das Ehepaar Dolan nach Afrika auswandert, um im sambischen Busch ein Rehabilitationszentrum für verletzte oder verwaiste Tiere zu gründen, müssen sie ihren treuen Gefährten, den 15-jährigen Border-Collie Marty, schweren Herzens bei ihren Eltern in England zurücklassen, da Marty in seinem Alter den Strapazen der Reise und des Lebens dort nicht gewachsen wäre. Trotz vieler gegenteiliger Ratschläge möchten Steve und Anna auch in Sambia gerne wieder einen Hund bei sich aufnehmen. Als sie auf einer alten Krokodilfarm einen kleinen Jack-Russel-Mischling kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Obwohl der Welpe anders ist als seine Geschwister und ihn bisher niemand haben wollte, fühlen sich die Dolans gleich zu ihm hingezogen und nehmen ihn mit in ihr neues Heim. Sie taufen den kleinen Hund „Bulu“, was so viel wie „Der wilde Hund“ bedeutet, und sehr bald stellt sich heraus, dass Bulu seinem Namen wirklich zur Ehre gereicht. Er erkundet die Gegend rund um das Bildungszentrum, welches mitten im Busch entsteht, und er freundet sich bevorzugt mit kleinen, hilflosen Tieren an. So hütet er junge Warzenschweine und kümmert sich um zwei kleine Meerkatzen und einen Pavian. Auch für ein verwaistes Buschbockbaby wird er zum Beschützer und ständigen Begleiter. Wenn er irgendwo für seine kleinen Freunde eine Gefahr sieht, stürzt er sich mutig in den Kampf und legt sich auch schon mal mit großen, gefährlichen Wildtieren an. Das wird im mehrmals fast zum Verhängnis, aber es gibt auch andere Situationen, wo es Bulu gelingt, seine menschlichen Gefährten zu beschützen, weil er instinktiv richtig reagiert hat.
Bulus Geschichte entspricht der Wahrheit, und sie strahlt eine ungeheure Wärme aus. Nachdem ich das Buch nun zu Ende gelesen habe, komme ich zu dem Schluss, dass der kleine Jack-Russell-Mischling wirklich etwas Besonderes war. Während Anna und Steve Dolan mit Bulu in der Wildnis Sambias lebten, fragten sie sich oft, ob ein Hund die Fähigkeit haben kann, Mitgefühl zu verspüren. Sie waren immer wieder fasziniert von Bulus Einfühlungsvermögen in Schwächere.
Wenn er an seinem Lieblingsplatz, unter dem einsamen Mopane-Baum am Luangwa-Fluss, sitzt, hat man den Eindruck, dass der kleine Hund wirklich Ehrfurcht empfinden kann, vor der Großartigkeit der Natur.
Nicht nur seine großen und kleinen Abenteuer sind so lebendig und bildhaft beschrieben und durch viele Fotos ergänzt, so dass man sich alles wunderbar vorstellen kann, sondern das ganze Umfeld, das Entstehen des Naturschutz- und Bildungszentrums und ganz besonders die Schönheiten der atemberaubenden Wildnis Sambias sind sehr eindrucksvoll dargestellt.

Die Bewohner dieses kultivierten Fleckchens inmitten des sambischen Buschs habe ich im Lauf der Erzählung lieb gewonnen, allen voran natürlich den vierbeinigen kleinen Helden mit dem großen Herzen und dem starken Drang nach Freiheit. Ich habe mich mit Bulu gefreut und über seine drolligen Aktionen gelacht, und ich habe um ihn gebangt und geweint, wenn er es mit seinem Wagemut übertrieben hat und in Lebensgefahr schwebte. Nicht nur ausgesprochenen Hundefreunden wird dieses Buch gefallen, sondern ich möchte es allen Natur- und Tierliebhabern wärmstens ans Herz legen, vor allem, wenn sie sich auch für die Schönheiten Afrikas interessieren.



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