Freitag, 3. Februar 2012

Inseln im Wind - Elena Santiago


Als im Jahr 1649 Charles I. in London hingerichtet wird, muss Elizabeth Raleigh um die Sicherheit ihres Vaters fürchten, denn als Königstreuer wird er von nun an verfolgt. Um seine Existenz zu retten, entschließt sich Elizabeth, eine Vernunftheirat mit dem Kolonisten Robert Dunmore einzugehen, dessen Vater der Besitzer einer großen Zuckerplantage auf Barbados ist und voll hinter der neuen Regierung steht. Zusammen mit Ehemann und Schwiegervater sowie mit ihrer Cousine macht sie sich nach der Hochzeit auf die lange und gefährliche Reise in die neue Heimat. Bereits bei Charles’ Hinrichtung ist sie dem Freibeuter Duncan Haynes zum ersten Mal begegnet, als er sie bei einem Tumult davor beschützt hat, von der aufgebrachten Menge niedergetrampelt zu werden. Während der Seereise und auch später kreuzen sich immer wieder ihre Wege. Elizabeths Ehe entwickelt sich nicht sehr erfreulich, und schon bald ist sie sich ihrer Gefühle nicht mehr sicher. denn jede Begegnung mit Duncan stürzt sie erneut in Gewissensnöte und Verwirrung.

Eine große Stärke der Autorin ist es, Atmosphäre und Situationen zu beschreiben. Ob unterwegs auf dem Schiff, während der langen Reise, mit all ihren Gefahren und Unannehmlichkeiten, oder später auf Barbados, alles ist sehr lebendig und umfassend dargestellt. Ich konnte die farbintensiven Landschaftsbeschreibungen und die Schilderungen der Lebensweise auf der Insel absolut genießen. Auch hat der Roman sehr viel Spannung zu bieten, und bis zuletzt gab es immer wieder überraschende und erstaunliche Wendungen. Größtenteils stehen Elizabeths Erlebnisse und Erfahrungen auf Barbados im Vordergrund.  Historische Begebenheiten und die politische Situation bilden einen soliden Rahmen für die Ereignisse, mit denen die Protagonisten konfrontiert werden.
Nicht so gut ausgearbeitet fand ich zum Teil die Charaktere, denn hier gab es hauptsächlich „Schwarz“ oder  „Weiß“, wobei ich nicht die Hautfarbe meine, sondern eine relativ glatt verlaufende Linie zwischen Gut und Böse. Hier haben mir die verschiedenen Schattierungen von negativen und positiven Wesenszügen gefehlt, die einen Roman real wirken lassen. Zwischen Elizabeth und Duncan besteht von Anfang an eine starke Anziehungskraft, die sich meines Erachtens, besonders am Beginn der Geschichte, hauptsächlich auf körperliche Aspekte ausrichtet. Elizabeths Verhalten kam mir nicht so ganz passend vor für ein junges Mädchen zur damaligen Zeit. Manche Episoden fand ich auch schlichtweg übertrieben und nicht so ganz glaubhaft. Am Ende hat sich einiges geklärt, die meisten Fäden laufen zusammen, aber es gibt auch Handlungsstränge, die anscheinend im wütenden Hurrikan der letzten Kapitel untergegangen sind. So könnte man jedenfalls meinen, wäre da nicht das Nachwort der Autorin, mit dem Versprechen auf eine Fortsetzung. Schade ist nur, dass man auf diese wohl noch einige Zeit warten muss.
Mein Fazit: Der Roman bietet schöne, kurzweilige Unterhaltung, aber aus diversen schon genannten Gründen reicht meine Bewertung nur für ein „Gut“.


1 Kommentar:

  1. Huhu Klusi, meine erste eigene Challenge ist jetzt online. Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen? Hier der Direktlink: http://bookaddicted.de/?p=457 Würde mich freuen! LG, Katharina

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