Freitag, 2. September 2011

Evernight 1 - Claudia Gray

Bianca fühlt sich nicht wohl in Evernight, aber da ihre Eltern künftig als Lehrer an dieser Eliteschule unterrichten werden, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich dort so gut wie möglich einzugliedern. Gleich am ersten Schultag unternimmt Bianca einen Versuch, wegzulaufen, auch wenn es ihr mit diesem Entschluss nicht sehr ernst ist, aber sie möchte ein Zeichen setzen, um ihren Eltern zu zeigen, dass sie gegen diese Änderung in ihrem Leben ist. Noch auf dem Schulgelände begegnet sie Lucas. Er ist ein Einzelgänger wie sie, und beide fühlen sich auf Anhieb zueinander hingezogen. Spontan gibt Bianca ihren Fluchtversuch auf. Zu den anderen Schülern findet sie wenig Kontakt, sie wird von den meisten als Außenseiter behandelt und gewinnt nur langsam Freunde. Zum Glück kann sie die Wochenenden mit ihren Eltern verbringen, die viel Verständnis für sie aufbringen und versuchen, ihr ein liebevolles Umfeld  zu bieten. Aber etwas Seltsames geht in Evernight vor. Ihre einzige Freundin Raquel hört nachts unheimliche Geräusche auf dem Dach und gesteht Bianca ihre Ängste. Auch das Verhältnis zu Lucas gestaltet sich nicht einfach. Obwohl Bianca ihm gerne voll vertrauen möchte, spürt sie, dass er ein Geheimnis vor ihr verbirgt. Beim Herbstball, der von den meisten Schülern sehnlich erwartet wird, geschieht etwas, das alles verändert.
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Evernight ist ein Elite-Internat, und die ganze Atmosphäre dort hat mich am Anfang ein wenig an eine Mischung aus House of Night und Harry Potter erinnert. Da es inzwischen sehr viele Jugendromane gibt, deren Thema in eine ähnliche Richtung geht, ist es sicher gar nicht so einfach, eine völlig neue Handlung zu entwerfen, die keinerlei Ähnlichkeiten mit anderen Büchern hat. Zwangsläufig kommt es da immer schnell zu Vergleichen.
Zu den Protagonisten: Als Ich-Erzählerin verheimlicht Bianca so manche Tatsachen, nicht nur vor Lucas, sondern auch vor den Lesern, und als es beim Herbstball zum Eklat kommt, ist man sehr überrascht, denn ab diesem Zeitpunkt ändert sich so ziemlich alles. Was genau da vor sich geht, möchte ich nicht weiter ausführen, denn ich würde sonst leicht zu viel verraten.
Nach der ziemlich rasanten Wendung in der Handlung habe ich mir überlegt, wieso Bianca vieles bisher unerwähnt gelassen hat. Entweder ist sie eine geniale Schwindlerin oder sehr naiv. Vielleicht war dieses Verschweigen auch als besonderer Effekt von der Autorin gedacht, um die Spannung zu erhöhen und um sich so von ähnlich aufgemachten Romanen abzusetzen. Ich fand diese rapide Änderung jedoch etwas unglaubwürdig und irritierend. Auch Lucas wirkte auf mich sehr undurchsichtig und ist ebenfalls nicht ganz ehrlich zu Bianca.
Einerseits verschweigt er vieles über sich, andererseits plaudert er gleich bei der ersten Begegnung recht gefährliche Details aus, die später dramatische Auswirkungen nach sich ziehen. Das alles wirkt ein wenig konstruiert, aber vielleicht sehe auch nur ich das so, da ich schon mehrere Vampir-Reihen und –Bücher gelesen habe und mich nun häufig dabei ertappe, wie ich  nach Ähnlichkeiten suche. Ich werde auf jeden Fall auch die weiteren Bände lesen und bin gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt.
Der Schreibstil insgesamt ist eher unkompliziert und kurzweilig, und die Story hält einige nette Überraschungen bereit. Für Fans spannender Vampir-Romane mit einer schönen Portion Romantik sind die Evernight-Bücher sicher ein guter Griff.


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