Samstag, 16. April 2011

Sommerroulette - Liz Ambros



Klappentext:
Hitzesommer 2003.Konzernchef Lothar Schumacher, Big Lo nennen ihn Angestellte und Kontrahenten ehrfürchtig, hat sein Ziel erreicht und feiert in Allgäumühle sein fünfundzwanzigjähriges Firmenjubiläum. Sein Unternehmen steht auf sicheren Beinen und trotzt seiner zweiten Leidenschaft. Bis jetzt! Die Götzen Macht, Geld und Gier haben ihn verändert. Lothar will mehr und riskiert viel. Zu viel?

Für Tina wird die Gala zur Nagelprobe. Sie hat seit Monaten nur einen Gedanken, sich zurückzuholen, was ihr und ihrem Mann Ralf gehört und den Verantwortlichen für ihr Familiendrama zur Rechenschaft zu ziehen. Wird es ihr gelingen?

Christa bereut keinen Tag ihres alten Lebens. Jetzt ist sie auf dem Sprung in ein neues. Zweifel peinigt sie. Verdient nicht jeder eine zweite Chance? Warum soll sie zur Wiederholungstäterin in der Kategorie Verzeihen und Vergessen werden?

Plötzlich entdeckt Tinas Freundin Anni auf dem Firmenfest die Person, die sie seit Monaten belästigt. Tina verlässt um Mitternacht die Party, entschlossen den Schleier der Täuschung zu zerreißen und die Wahrheit zu entblößen. Sie folgt Annis dubiosen Schattenmann und wird von einem folgenschweren Unwetter überrascht.

Es ist, wie es ist und nichts bleibt, wie es war.

Sommerroulette ist ein erregender Gegenwartsroman über Liebe, Freundschaft, Macht, Enttäuschung und Eifersucht. Konfliktgeladen und mit viel Gefühl bewegen sich die Charaktere in ihrem Kampf um persönliches Glück aufeinander zu. Sie haben einen Traum: Neuanfang auf La Gomera. Für wen wird er sich erfüllen?

Meine Meinung:
Der Leser begleitet mehrere Personen durch einen ereignisreichen und sehr turbulenten Sommer. Zum Teil gibt es von Anfang an Verbindungen zwischen den Protagonisten, andere Handlungsstränge laufen erst locker nebeneinander her, um sich nach und nach miteinander zu verknüpfen.
Es gibt immer wieder rasante Szenenwechsel. Fast jeder neue Abschnitt wendet sich einem anderen der Charaktere zu, so dass man immer wieder genau gucken muss, wo und bei wem man sich lesetechnisch gerade befindet.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Die Autorin wartet mit einer Vielfalt an phantasievollen Wortschöpfungen auf. Bei manchen Sätzen ist sie dabei ein wenig über das Ziel hinausgeschossen, denn die ungewohnte Ausdrucksweise ist nicht gerade alltagstauglich und erschwert das flüssige Lesen. Nach der ersten Verblüffung musste ich jedoch über so manchen ungewöhnlichen Begriff schmunzeln.

Jeder der verschiedenen Charaktere hat ein ganzes Bündel an Problemen zu bewältigen. Trotz abwechslungsreicher Beschreibungen fand ich zu den einzelnen Personen keinen rechten Zugang, was sicher mit daran lag, dass man sich so häufig auf immer neue Situationen einstellen muss. Ein weiterer Grund dafür ist sicher die zum Teil fehlende Interpunktion, besonders bei den Dialogen. Man tut sich manchmal schwer, zu erkennen, wer denn nun gerade spricht.

Ich musste mich durchwegs sehr konzentrieren, um den vielen Handlungssprüngen folgen zu können, was sicher auch teilweise daran lag, dass eben die Ausdrucksweise nicht die meine war. Die Art, wie sich am Ende alle Handlungsfäden finden, war mir dann wiederum zu glatt.

Da „Sommerroulette“ über Books on Demand erschienen ist, war vermutlich kein Lektor verfügbar, der die Autorin mit Rat und Tat vor der Veröffentlichung unterstützt hätte. Auch bei der Korrektur vor dem Druck war sie wohl ziemlich auf sich allein gestellt.

Auf diese Weise einen Roman zu veröffentlichen, ist ein mutiger Schritt und ganz sicher nicht einfach. Dies alles muss man berücksichtigen, und ich habe Verständnis dafür, wenn unter den gegebenen Voraussetzungen dieses Debüt nicht perfekt ist.

Mein Dank für die Zusendung des Rezensionsexemplars geht an Liz Ambros.

Da ich nicht alle meine gelesenen Bücher behalten kann, möchte ich mein Lese-Exemplar weitergeben. Wer von meinen Blogbesucher(inne)n sich einen eigenen Eindruck von dem Roman verschaffen möchte, kann hier bis morgen Abend, 21 Uhr einen Kommentar hinterlassen. Bei mehreren Interessenten entscheidet das Los.

Nachtrag am 17. April, 21 Uhr:

Das Buch ist noch zu haben. Übers Wochenende hat wohl das schöne Wetter gelockt, daher verlängere ich das Angebot. Der erste Kommentar hier im Post erhält das Leseexemplar.


Kommentare:

  1. Das klingt doch interessant, bin gerade auf die Seite hier gestoßen und bin begeistert. Ist das Buch noch zu haben?

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Sandra,
    das Buch ist noch zu haben. Leider habe ich keine Möglichkeit, mich mit dir in Verbindung zu setzen, da in deinem Profil keine Email-Adresse angegeben ist. Wenn du das Buch haben möchtest, schreibe mir bitte eine Email über die Addy im Impressum.
    LG
    Susanne

    AntwortenLöschen