Dienstag, 31. Juli 2012

Mein Lesemonat Juli 2012

Im Juli habe ich 10 Bücher gelesen, das waren insgesamt 3145 Seiten, also rund 100 Seiten pro Tag.

Gabriel Weston: Wir Halbgötter (warum dieses Buch keine Sterne-Wertung von mir bekommen hat, könnt ihr in der verlinkten Rezension lesen)
Britta Sabbag: Pinguinwetter * * * * *
Aimee Bender: Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen * * * * *
Britta Strauss: Nocona - Eine Liebe stärker als Raum und Zeit * * * * *
Frau Freitag: Voll streng, Frau Freitag * *
Doris Lessing: Katzenbuch * * * *
Simona Ahrnstedt: Ein ungezähmtes Mädchen * * * * *
Marie Velden: Lilienrupfer * * *
Amanda Eyre Ward: Was im Schatten blieb * * * * *
Chris Fabry: Junikäfer flieg * * * * *
Für mich war es ein erfolgreicher Monat, ich habe viel geschafft. Die Bücher waren diesmal ziemlich bunt gemischt, nicht nur von den Themen her, sondern auch in Hinsicht darauf, wie sie mir gefallen haben.
Es waren tolle Sachen dabei, aber es gab auch Bücher, von denen ich mir mehr erwartet hatte (Frau Freitag, Lilienrupfer), und eines habe ich nur widerwillig gelesen, da mir das Thema so gar nicht zugesagt hat (Halbgötter).
Aber es waren auch gute und sehr gute Bücher dabei, und diesmal ist mir die Entscheidung für eine Siegerehrung nicht schwer gefallen, denn es war für mich eindeutig.
Platz 3: Ein ungezähmtes Mädchen - ein sehr schöner historischer Roman
Platz 2: Junikäfer flieg - mit einer ganz zauberhaften kleinen Heldin
und Platz 1, mein absolutes Highlight des Monats: Nocona.  


die ausführlichen Rezensionen dazu habe ich euch oben verlinkt.

Und es gibt auch nochmal Neuzugänge zu vermelden.
ertauscht: 
Martha Sophie Marcus: Der Rabe und die Göttin
Stephanie Grace Whitson: Wie ein leuchtender Stern
Wanderbuch von büchereule.de:
Martina Rauen: Die Seidenbaronin
und gekauft:
Nicole C. Vosseler: Das Herz der Feuerinsel (dieses Buch lese ich aktuell)
sowie fürs Leibliche Wohl: Vegetarisch! Das Goldene von GU (sind schon auf den ersten Blick ganz viele tolle Rezepte drin)


Getrunken:
Auch neuen Tee habe ich im Juli ausprobiert. Der Earl Grey vom Kilimanjaro ist aus fairem Handel und schmeckt sehr lecker. Die Beutel sind einzeln aromadicht verpackt, was man wirklich am kräftigen Geschmack merkt. Das Teepaket, mit fünf verschiedenen Sorten, habe ich beim Jubiläums-Gewinnspiel "125 Jahre Tee-Maass" gewonnen. Noch habe ich nicht alle Tees probiert, aber was ich bisher getestet habe, hat mir hervorragend geschmeckt. Besonders toll ist ein Rooibos mit dem interessanten Namen "Champagnerblüte", der sein feines Aroma von Holunderblüten erhält.
Und nun wünsche ich uns allen einen schönen August, mit hoffentlich reichlich interessanter Lektüre und vielleicht auch ein wenig Wärme und Sonne.


Montag, 30. Juli 2012

Junikäfer flieg - Chris Fabry

Junikäfer flieg
Chris Fabry
Gerth Medien
ISBN: 3865916414

Die neunjährige Juni lebt mit ihrem Vater in einem Wohnmobil. Sie kennt es nicht anders, und sie ist es gewohnt, immer unterwegs zu sein. Aber je älter sie wird, umso mehr sehnt sie sich danach, feste Freunde und ein richtiges Zuhause zu haben. Dann sieht sie in einem Supermark zufällig ein Plakat, auf dem nach einem vermissten Mädchen gesucht wird, und das Kind auf dem Bild sieht genauso aus wie sie. Diese Entdeckung lässt Juni nicht mehr los, und sie macht sich Gedanken über ihre Vergangenheit, von der sie nur so wenig weiß. Ist sie etwa diese Natalie Anne? Und wenn ja, was ist damals mit ihr passiert?

Juni, von ihrem Papa liebevoll „Junikäfer“ genannt, ist eine liebenswerte kleine Protagonistin. Aus ihrer Sicht, mit geradliniger Lebensklugheit, wie sie nur Kindern eigen ist, schildert sie ihre Erlebnisse und Eindrücke von ihrem bisherigen Leben.
Johnson, der Mann, den sie für ihren Vater hält, macht nicht den Eindruck eines Entführers, und man spürt von Anfang an, dass er alles Menschenmögliche für das Mädchen tun würde. Auf ihre Fragen antwortet er liebevoll und geduldig, aber man merkt schnell, dass er seine Geheimnisse hat und nicht über alles mit ihr sprechen möchte.
Auch wenn sie nur das Leben im Wohnmobil kennt, immer unterwegs und selten länger als einige Tage an einem Ort, gehört sie nicht hierher, denn ihre Wurzeln scheinen in einer kleinen Stadt namens Dogwood zu liegen. Juni sehnt sich nach einem richtigen Haus, in dem sie wohnen möchte und nach guten Freunden, die sie gerne besuchen würde.  
Was ist wirklich geschehen, damals als die kleine Natalie Ann verschwand? Nach und nach erfährt man, wie die Dinge zusammenhängen, teils aus Junis Sicht erzählt, teils aus einem neutralen Blickwinkel heraus geschildert. Nur langsam kommt Licht ins Dunkel.
Ein wirkliches Urteil über die Vorgänge kann man sich erst ganz zuletzt erlauben, denn es spielen so viele Sachen mit in diese Geschichte hinein, dass man schnell einem Irrtum erliegen kann. Man darf nicht voreingenommen sein, denn die Meinung, die man sich während des Lesens bildet, wird man sicher nicht nur einmal revidieren müssen.
Es gibt bis zum Schluss immer wieder überraschende Wendungen, und es kommen Vorfälle zutage, die alles wieder in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Es bleibt spannend und rätselhaft bis zuletzt.
Die Geschichte hat auch einen religiösen Bezug, denn nicht nur die Großmutter der Kleinen hält unbeirrbar an ihrem Glauben fest, der ihr auch in finsteren Tagen eine Stütze war. Auch von Junikäfer und von Johnson, ihrem vermeintlichen Vater, erfährt man, dass sie beide auf ihre eigene Art Erfahrungen mit Gott gemacht haben.
Es ist ein durchgehend spannender und zugleich anrührender, nachdenklicher Roman, über Gottvertrauen und Hoffnung, dessen kleine Heldin einem sofort ans Herz wächst, und auch wenn Juni nicht alles über sich und ihre Vergangenheit weiß, spielt das letztendlich keine Rolle.




Samstag, 28. Juli 2012

Nocona - Britta Strauss


Während ihrer Recherchereise für einen Bildband, durch den mittleren Westen der USA, macht die Ethnologin und Fotografin Sara auch in einem kleinen Museum Halt. Vor einem Schaukasten, mit Fotos und persönlichen Alltagsgegenständen Quanah Parkers, eines der letzten großen Freiheitskämpfer der Indianer, wird sie nicht nur von sentimentalen Gefühlen und einem überraschenden Tagtraum heimgesucht, sie begegnet auch einem attraktiven und sympathischen Comanchen, der sich ihr als Makah vorstellt. Von Anfang an spüren beide eine seltsame Vertrautheit, und in dem Indianer findet Sara auch das perfekte Motiv für ein einzigartiges Foto. Schweren Herzens trennen sie sich kurz darauf, denn Sara muss zurück nach New York, zu ihrem Verlag. Die Begegnung hat bei beiden ihre Spuren hinterlassen. Eine rätselhafte, große Anziehungskraft weckt in Sara und auch in Makah den Wunsch auf ein Wiedersehen. In den kommenden Tagen werden beide, unabhängig voneinander, von starken Visionen heimgesucht, die sie in die Vergangenheit führen, in eine Zeit, als die indianischen Völker noch in Freiheit lebten und eins mit der Natur und mit ihrem Land waren. Sara erkennt, dass es zwischen den Visionen und der Vertrautheit, die sie von Anfang an zu Makah gespürt hat, einen Zusammenhang geben muss. Sie versucht, Kontakt mit dem Reservat aufzunehmen und den Mann, in den sie sich verliebt hat, wieder zu finden, was sich als nicht einfach herausstellt. Als sie in den Nachrichten von einem Tornado erfährt, macht sie sich voller Sorge auf die Suche nach Makah und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr.
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Es fällt mir nicht leicht, in Worte zu fassen, was mich während dieser emotionalen Berg- und Talfahrt durch die Zeiten bewegt hat. Da ist einerseits die Gegenwart und damit die unverhoffte Begegnung von Sara und Makah, die sofort eine gewisse Seelenverwandtschaft zueinander spüren. Für die Beiden stellt sich die Aufgabe, den Sinn ihrer Visionen zu ergründen, die im Lauf der Zeit immer häufiger und intensiver werden. Dabei kommen ungeahnte Probleme auf sie zu. Ihre beängstigend realistischen Träume führen sie in eine ungewisse Vergangenheit, etwa hundert Jahre zurück, in die Welt der Comanchen im 19. Jahrhundert, zu einem stolzen Volk, das bis zum letzten Atemzug um die Freiheit gekämpft hat, aber durch die fortschreitende Zivilisation und Ausbreitung der weißen Bevölkerung doch am Ende dem Untergang geweiht war. Die realen Hintergründe zu diesem Roman lassen die Handlungsweise der Weißen, den Indianern gegenüber, in keinem guten Licht erscheinen, und die negativen Einflüsse sind bis heute zu spüren. Auch das spricht die Autorin an, indem sie auf die zum Teil miserablen Zustände im Reservat und die ungerechte Behandlung der indianischen Bevölkerung hinweist, die immer noch greift.

Grundlage für die Ereignisse in der Vergangenheit ist das Schicksal eines Paares, das es wirklich gegeben hat: Cynthia Ann Parker, eine Weiße, die von den Comanchen „Naduah“ genannt wurde und bei diesem Volk eine neue Familie gefunden hat. Und Nocona, der „Wanderer“, ein tapferer und wilder Krieger, der Naduah zur Frau nahm. Es sind die Eltern des letzten großen Kriegerhäuptlings Quanah Parker. Um die wenigen realen Fakten, die über Naduah und Nocona bekannt und belegt sind, hat die Autorin eine schmerzlich-schöne und tiefgründige Liebesgeschichte gezeichnet. Obwohl ich vorbereitet war, da ich vieles über den historischen Ursprung dieser schicksalhaften Verbindung bereits wusste, wurde ich beim Lesen letztendlich dann doch von Gefühlen überrannt. Ich habe stark mit den Protagonisten gelitten und gefühlt. Wunderschöne, glückliche Zeiten wechseln sich ab mit tragischen, leidvollen Passagen, die das Ausmaß der verhängnisvollen Ereignisse deutlich machen.
Die Handlung ist so detailreich und intensiv geschildert, dass man sich in das Land und die Szenerie versetzt fühlt und fast selbst ein wenig den Duft der Freiheit atmet.

Dieser Roman hat mich völlig in seinen Bann gezogen und beschäftigt mich nachhaltig, nicht nur, weil er das damals an den Indianern begangene Unrecht aufzeigt, sondern auch durch die Art und Weise, wie die Autorin reale Begebenheiten erzählerisch umgesetzt hat. Sie beschreibt eine Synthese zwischen den Zeiten und das Schicksal zweier Paare, die in gewisser Weise miteinander verbunden sind. Die Übergänge sind fließend und machen es dem Leser leicht, den Wechsel zwischen den Jahrhunderten nachzuvollziehen.
Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Die Handlung ist gut recherchiert, und man spürt, dass die Autorin mit diesem Thema eine Herzensangelegenheit aufgegriffen hat. Durch die Verbindung zur Gegenwart kann man die Geschichte aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten, der mir sehr gut gefällt, denn er birgt Hoffnung. Noconas und Naduahs Schicksal hat hier eine phantastische Vollendung gefunden, wie man sie sich nur wünschen kann. 


Sonntag, 22. Juli 2012

Lilienrupfer - Marie Velden

Klappentext:
„Lieber Robbie Williams…..“ so beginnen die E-Mails von Undine Busch, Mitte dreißig, an eine erfundene Mailadresse des Superstars. Darin erzählt sie ihm von den kleinen und großen Dingen ihres Lebens, von ihren Träumen und von Christian, ihrer großen Liebe. Als dieser sie über Nacht verlässt, verkriecht sich Undine tief getroffen vor der Welt. Da erhält sie plötzlich eine Antwort auf ihre Mails…..

Mein Eindruck:
Auch nach längerem Überlegen bin ich mir nicht so ganz schlüssig, was ich von diesem Roman halten soll. Er ist so ganz anders als erwartet. Es war auf jeden Fall eindeutig das wunderschön gestaltete Cover, das mich bewogen hat, dieses Buch lesen zu wollen, denn optisch gesehen ist es wirklich eine Verlockung.
Aber ich gestehe, der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht leicht gefallen.
Ein Grund dafür, dass ich nicht recht mit der Story warm geworden bin, ist sicher der imaginäre Email-Empfänger, denn Robbie Williams wäre für mich ganz sicher keine Anlaufstelle, um mein Herz zu erleichtern. Ziemlich unglaubwürdig fan ich auch, dass die Emails wirklich angekommen sind. Sendet man Mails an eine erfundene oder fehlerhafte Adresse, bekommt man ja normalerweise höchstens Antwort von einem gewissen „Mailer Daemon“ ;-) Kommt nichts zurück, kann man davon ausgehen, dass eine Mail auch ihr Ziel gefunden hat. Was Undine unter diesen Voraussetzungen alles dem Worldwide Web anvertraut, ist unglaublich und auch ziemlich naiv.
Allgemein war es leider so, dass ich kaum einen Draht zu den Charakteren finden konnte. Weder Undine noch Christian waren mir sonderlich sympathisch, und ich konnte mich aus diesem Grund auch nur schwer in ihre Lage hinein versetzen.
An der sprachlichen Gestaltung des Romans lag es nicht, denn der Schreibstil ist wortreich und phantasievoll. Aber die Ich-Erzählerin konnte mich so gar nicht von sich überzeugen. Besonders am Anfang kokettiert sie mit ihrer kulturellen Bildung und macht auf mich einen etwas arroganten Eindruck. Mit Klischees wird nicht gespart. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Inhaber einer Firma für Metzgereibedarf kann anscheinend zwangsläufig nur gutmütig und ein wenig schlicht von Gemüt sein. Seine Gattin, die sich vegetarisch ernährt, ist natürlich völlig überspannt und humorlos, wenn auch sehr kulturbeflissen. Sie wird von Undine mit einem trockenen, bröckelnden Keks verglichen.
Ab der Hälfte des Buches kommt dann ein wenig Spannung auf, die aber schnell wieder verpufft.  Was ich von Christian halten soll und welchen Details aus seinem Leben ich Glauben schenken kann, hat sich mir nicht so ganz erschlossen, denn um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es ja auch noch die Geschichte in der Geschichte.
Unglaubwürdig waren für mich auch der Zufall, dass Undine plötzlich Antwort auf ihre Mails erhalten hat und die Umstände, unter denen sie Christian wieder begegnet. Für mich war das alles leider ziemlich an den Haaren herbei gezogen und ziemlich konfus.
Da das Buch jedoch sprachlich einiges zu bieten hat, bewerte ich es mit guten zwei Sternen.

⭐⭐



Samstag, 21. Juli 2012

Neu eingegangen

In der letzten Zeit sind wieder einige neue Bücher angekommen, die ich euch heute mal wieder zeigen möchte.
"Nocona" von Britta Strauss habe ich als Ebook erhalten, um damit an einer Vorab-Leserunde teilzunehmen. Ich habe den Roman bereits gelesen, und es ist ein tolles Buch. Ausführliches dazu erfahrt ihr am 5. August, denn das ist der offizielle Erscheinungstermin.
Ebenfalls schon gelesen habe ich "Ein ungezähmtes Mädchen" von Simona Ahrnstedt. Hierzu ist bereits die Rezension online.
"Where the Broken Heart still beats" von Carolyn Meyer erzählt die Geschichte von Cyntha Ann Parker. Ich habe das Buch entdeckt und gleich bestellt. Zurzeit lese ich es, quasi als Ergänzung zu "Nocona".
Weitere Bücher, die ich ertauscht bzw. gekauft habe:
Linda Belago: Im Land der Orangenblüten (Die Reise führt nach Südamerika)
Gwen Cooper: Homer und ich (die Geschichte eines blinden Kätzchens)
Gerit Bertram: Die Goldspinnerin (ein historischer Roman, der im 14. Jh in Lübeck spielt
Stefan Maiwald: Meine Suche nach der besten Pasta der Welt (Eine Abenteuerreise durch Italien)

"Feuerblume" von Sanna Seven Deers habe ich heute vom Merlin Verlag erhalten, denn ich hatte mich bei Blogg dein Buch für diesen Roman beworben. Mit im Päckchen war auch ein allerliebstes Janosch-Lesezeichen.

Den neuesten Roman von Sanna Seven Deers habe ich mir kürzlich gekauft: "Das Windlied des Bären"
Außerdem habe ich mir von Isabel Stadnick "Wo meine Seele wohnt" bestellt.



Und noch zwei Bücher habe ich vom Rowohlt Verlag erhalten:
"Was im Schatten blieb" von Amanda Eyre Ward (das lese ich gerade)
und "Der Himmel über der Heide" von Sofie Cramer.

Wie ihr seht, kann ich mit einer reichen Auswahl an tollen Schmökern aufwarten. Der Sommer ist gerettet, auch wenn das Wetter dauerhaft mies ist.