Sechs neue Bücher sind in den ersten beiden Wochen des Juni bei mir eingezogen. Die vier Bücher auf dem linken Stapel sind alle von meiner Wunschliste, und ich konnte nicht widerstehen. 😏
Donnerstag, 15. Juni 2017
Mittwoch, 14. Juni 2017
Das Geheimnis von Chaleran Castle - Elaine Winter
Die
Reisejournalistin Felicia wird nach Schottland geschickt, um für ihr
Magazin einen Bericht mit Insider-Tipps zu schreiben. Als sie auf der
Isle of Skye ankommt, hat sie schnell das Gefühl von Vertrautheit,
als wäre sie hier zuhause. Während ihres Aufenthalts wohnt sie auf
Chaleran Castle. In Tagebuchaufzeichnungen und Briefen, die Amelia
Chaleran, die Besitzerin des Castles, ihr zu Recherchezwecken
überlässt, erfährt sie vom tragischen Schicksal eines Vorfahren.
Die Geschichte führt nach Spanien, zu einem Obsthof, den Logan
Chaleran um 1900 aufsuchte, um Zitronenbaumsetzlinge zu erwerben.
Dabei lernt er die Tochter des Obstbauern kennen und verliebt sich
Hals über Kopf in sie. Doch diese Verbindung mit Sofia hat keine
Zukunft, denn Logan ist in seiner Heimat bereits verlobt.
Auf
der rauen Insel taucht Felicia nicht nur in die tragische
Familiengeschichte der Chalerans ein, sondern sie beginnt, auch über
ihre eigene Vergangenheit nachzudenken, denn da gibt es ein
„schwarzes Loch“. Mit Hilfe der liebenswürdigen Menschen, die
sie kennenlernt, findet sie auch zu sich selbst.
Der
Schreibstil dieses Romans ist sehr schön, kurzweilig und fesselnd.
Besonders die detaillierten und lebendigen Landschaftsbeschreibungen
der schottischen Insel haben es mir angetan. Ich konnte Felicia nur
allzu gut verstehen, dass sie am liebsten bei jedem Stein Halt
gemacht hätte, um den Anblick des Landes und der Natur in vollen
Zügen zu genießen.
Die
Hauptgeschichte spielt in der Gegenwart, aber es gibt noch einen
zweiten Handlungsstrang, der im Jahr 1900 spielt und den Leser nach
Spanien entführt. Sofias und Logans Schicksal ist sehr berührend
geschildert.
Auch
die Handlung in der Gegenwart ist unterhaltsam und farbig
dargestellt. Allerdings waren die Ereignisse hier für mich nicht
immer realistisch. Das beginnt schon damit, dass Amelia Chaleran
ihrem Gast schon kurz nach der Ankunft Sofias Tagebücher und Briefe
überlässt. Immerhin hat sie Felicia gerade erst kennengelernt, und
ich fand es nicht unbedingt glaubwürdig, dass sie einer Frau, über
die sie kaum etwas weiß, so persönliche Unterlagen anvertraut.
Felicias
Geschichte entwickelt sich überraschend und weist einige Höhen und
Tiefen auf. Es ist ein unterhaltsamer Roman, in dem man auch einiges
über die Isle of Skye erfährt. Aber bei so einigen Ereignissen und
Wendungen beschlichen mich immer wieder leise Zweifel, weil der
Zufall hier schon sehr kräftig zur Hilfe kommen musste, um die
Handlung zum gewünschten Ende zu führen. Ich habe die Geschichte
sehr gerne gelesen und auch genossen, aber eben immer mit einer
gewissen Skepsis im Hinterkopf, weil sich alles einfach zu glatt
entwickelte.
⭐⭐⭐⭐
Donnerstag, 8. Juni 2017
Der Spion mit dem Strumpfband - Lisa McAbbey
London, Mitte des 18. Jahrhunderts:
Clarissa Greenly, Tochter eines Barons,
muss sich mit verschiedenen Arbeiten über Wasser halten und auch für
den Unterhalt ihres Vaters aufkommen, der im Gefängnis sitzt, weil
er das Vermögen der Familie verspielt hat. So arbeitet Clarissa
tagsüber in einem Buchladen und betätigt sich nebenbei als
Geheimagentin. Dabei erhält sie den Auftrag, ein kleines rotes
Notizbuch an sich zu bringen, das sich im Besitz des Earl
von Hawkhurst befindet. Zum ersten
Mal in ihrer Laufbahn als Agentin hat sie große Schwierigkeiten,
ihren Auftrag zu erfüllen, denn der Earl, allgemein als sehr
nüchterner, strenger Mensch bekannt, stürzt die junge Frau in einen
wahren Gefühlsaufruhr. Ihr gegenüber gibt der sonst so unnahbare
Earl jede Zurückhaltung auf. So sehr sich Clarissa auch bemüht, es
gelingt ihr nicht, das geheimnisvolle Notizbuch zu finden und dem
Earl zu entwenden. Bei ihren Versuchen, für die sie sich einiges
einfallen lässt, kommt es immer wieder zu äußerst amüsanten
Situationen.
Wortgewandt und sehr kurzweilig
beschreibt die Autorin mehrere Zusammentreffen, die alle in einem
Fiasko enden. Aber nicht nur die Situationen sind sehr lebendig
wiedergegeben, sondern auch die Charaktere stellt Lisa McAbbey so
plastisch dar, dass ich die Protagonisten vor meinem geistigen Auge
sehen konnte.
Auch wenn Clarissa so mancher Zufall
zur Hilfe kommt, was nicht unbedingt völlig realistisch ist, so habe
ich mich mit diesem Roman doch bestens unterhalten. So manche Szene
hat mich zum Lachen gereizt, und über die liebenswerte Clarissa mit
ihren originellen Ideen musste ich immer wieder schmunzeln.
Der Roman bietet beste Unterhaltung mit
einer guten Portion Humor und auch einem Quäntchen Erotik. Dabei
kommt auch der historische Hintergrund nicht zu kurz, denn die
Handlung spielt zur Zeit der politischen und auch kriegerischen
Auseinandersetzungen um Menorca.
Ich fand die Lektüre herzerfrischend,
und es hat mir leid getan, dass die Geschichte so schnell zu Ende war
und ich mich von den sympathischen Protagonisten verabschieden
musste.
⭐⭐⭐⭐1/2
Samstag, 3. Juni 2017
Die Nächte, die Tage und das ganze Leben - Barbara Leciejewski
Als Fanni zusammen mit zwei Freundinnen
das Münchner Winter-Tollwood-Festival besucht ergibt sich die Frage,
ob es wirklich Hellseherei geben kann. Kurz entschlossen spricht Sie
einen jungen Mann an, der mit seiner Freundin am Nachbartisch sitzt,
ob er bereit wäre, mit ihr zusammen, als vorgetäuschtes Liebespaar,
die Hellseherin aufzusuchen, um zu beweisen, dass alles nur Schwindel
ist.
Horst, wie sich der angesprochene junge
Mann vorstellt, ist gleich dabei, und gemeinsam begibt sich das
fingierte Paar zu Tanna Divina, der Hellseherin. Dieser spontanen
Aktion folgt eine Reihe von Ereignissen, die Fannis und Horsts
bisheriges Leben auf den Kopf stellen und die beiden in ein heilloses
Gefühlschaos stürzen. Fanni findet die Liebe ihres Lebens, und
zugleich bricht ihr das Herz. Nach einer endlosen Achterbahnfahrt der
Emotionen landen die Protagonisten ein Jahr später erneut bei Tanna
Divina, und ihre Sicht der Dinge hat sich in der Zwischenzeit
grundlegend geändert.
Barbara Leciejewski ist mir bereits von
ihrem Roman „In all den Jahren“ bestens bekannt, denn dieses Buch
gehörte zu meinen Jahreshighlights 2016. Schon deshalb war ich
gespannt auf das neueste Werk der Autorin, das mich gleich durch das
schöne Cover angesprochen hat. Die Illustration des Einbands wirkt
winterlich, und die Geschichte beginnt ja auch in der
Vorweihnachtszeit, aber es ist deshalb kein Weihnachtsroman und keine
reine Wintergeschichte, denn wir begleiten die Protagonisten ein
ganzes Jahr lang.
Barbara Leciejewski schreibt wunderbar
leicht, eingängig und dabei sehr humorvoll, und trotzdem lassen ihre
Geschichten auch eine gewisse Tiefgründigkeit nicht vermissen.
Ja, dies ist ein Liebesroman, jedoch
kein typischer Vertreter dieses Genres, denn die Handlung ist
vielschichtig und geht weit über die reine Liebesgeschichte hinaus.
Die Protagonisten machen eine starke Entwicklung durch, die für
beide einerseits wunderschön ist, aber auch sehr schmerzvolle
Erlebnisse für sie bereit hält.
Besonders Fanni
lernt man sehr intensiv kennen und erfährt so einiges über ihre
Einstellung und Beweggründe. Nicht nur einmal hätte ich sie am
liebsten geschüttelt, weil sie, in ihrem Bedürfnis, richtig zu
handeln, sich so oft selbst im Weg stand.
Insgesamt war ich
sehr angetan von der gründlichen Charakterisierung aller Personen,
die in der Geschichte vorkommen. Dass auch dieser Roman wieder in
München spielt, bringt ihm von mir einen zusätzlichen
Sympathiepunkt ein, denn da ich die Stadt liebe und schon häufig
besucht habe, kann ich mich hier besonders gut gedanklich an die
Schauplätze versetzen.
Zwar kommt die
Handlung dieses Romans nicht ganz an den Vorgänger heran, was die
Tiefe betrifft, aber es ist eine Geschichte zu Mitlachen und
Mitweinen, und sie hat mir einige schöne Lesestunden beschert, so
dass sie für mich auf jeden Fall ihre fünf Sterne wert ist.
⭐⭐⭐⭐⭐
Donnerstag, 1. Juni 2017
Monatsrückblick für den Mai 2017
Im Mai habe ich sieben Bücher beendet. Das waren 2577 gelesene Seiten.
- Die Nächte, die Tage und das ganze Leben-Barbara Leciejewski ⭐⭐⭐⭐⭐
- Töchter einer neuen Zeit - Carmen Korn ⭐⭐⭐
- Soweit uns Träume tragen (=Weiße Rosen und die Titanic) - Christiane Lind ⭐⭐⭐⭐⭐
- Ein Weinberg zum Verlieben - Kayte Nuhn ⭐⭐⭐⭐
- Die Liebe in diesen Zeiten - Chris Cleave ⭐⭐⭐⭐⭐
- Die Gesandte des Zaren - Christopher Ross ⭐⭐⭐⭐
- Der Spion mit dem Strumpfband - Lisa McAbbey ⭐⭐⭐⭐ 1/2
Und das ist mein eindeutiger Monatsfavorit: "Die Liebe in diesen Zeiten" von Chris Cleave
Auch ein paar neue Bücher sind bei mir eingezogen. Es sind alles historische Romane. Ich brauche ja wohl nicht zu erwähnen was mein Lieblingsgenre ist! 😉
Alle vier Bücher standen schon länger auf meiner Wunschliste, und alle vier konnte ich ertauschen.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Juni, der sich heute schon mal von seiner besten Seite zeigt. Außerdem wünsche ich euch, dass ihr stets ein lauschiges Plätzchen zum Schmökern findet und natürlich viele tolle Bücher.
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