Montag, 14. März 2011

Wenn die Liebe siegt - Janette Oke



Band 1 der Kanada-Serie

Im April 1910 verlässt die junge Lehrerin Elisabeth Thompson die Geborgenheit ihres Elternhauses in Toronto, um in den wilden Westen Kanadas zu übersiedeln, wo ihr Halbbruder Jonathan mit seiner Frau Mary und den Kindern lebt. Eigentlich möchte sie bei seiner Familie in Calgary bleiben, aber das Schicksal will es anders und verschlägt sie in die etwa hundert Meilen weiter nördlich liegende kleine Siedlung Palm Springs, inmitten der Wildnis, wo dringend eine Lehrerin gesucht wird. Kinder unterrichten ist für Elisabeth eine Berufung, und so zögert sie nicht, diese Stelle anzunehmen.
Die Ich-Erzählerin berichtet von ihren ersten Erfahrungen und der Eingewöhnung in ihrer neuen Heimat, von den Problemen, die sich anfangs ergeben, von der Alltagsbewältigung und den Herausforderungen, denen sie sich mit Zuversicht und Freude stellt.
Sehr schnell schließt sie die Menschen dort in ihr Herz und teilt Freud und Leid mit ihnen.
Als Elisabeth einen guten Freund ihres Bruders, den Mountie Wynn Delaney kennen lernt, ist sie gleich fasziniert von dem gut aussehenden und sympathischen Mann. Ihre feste Überzeugung, nie zu heiraten, gerät stark ins Wanken. Aber auch Wynn ist eingefleischter Jungeselle, denn sein Beruf als berittener Polizist verschlägt ihn häufig in wilde, abgelegene Gebiete Kanadas, und er ist der festen Meinung, dies würde sich nie mit der Gründung einer Familie vereinbaren lassen.  Zudem gibt es mehrere Missverständnisse zwischen den Protagonisten, die geklärt werden müssen. Es ist keine stürmische Liebe, und ich würde die Geschichte auch nicht in die Kategorie „Liebesroman“ einordnen, denn die sich zaghaft anbahnende Beziehung zwischen Elisabeth und Wynn spielt eigentlich nur am Rande eine Rolle. Die Schwerpunkte des Romans liegen bei der Schilderung der Lebensumstände und der Probleme in der damaligen Zeit. Die Bücher der Autorin werden meist in die Kategorie „Inspirationals“ eingeordnet, denn es sind Romane mit eindeutig christlicher Prägung, wenn dies auch sehr dezent zum Ausdruck kommt. Wie die Protagonisten ihre Religiosität im Alltag leben, wirkt sehr glaubwürdig und passend, besonders für die Zeit, in der die Handlung spielt. Die Art, wie die Menschen miteinander umgehen, zeugt von Herzenswärme und Mitgefühl.
Obwohl sich das Buch sehr schnell und leicht liest, ist es alles andere als oberflächlich. Es ist ein wundervoller, historischer Roman mit traumhaften Schauplätzen und liebenswerten Charakteren, ein wahrer Lesegenuss. Natürlich möchte ich wissen, wie es mit Elisabeth und Wynn weitergeht und bin schon sehr gespannt auf Band 2 „Wenn es Frühling wird“.

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