Sonntag, 6. Februar 2011

Der Schatten des Windes - Carlos Ruiz Zafón

Barcelona im Jahr 1945: Der 10jährige David Sempere begleitet seinen Vater zu einem geheimnisvollen Haus, es ist der „Friedhof der vergessenen Bücher“. Er darf sich ein Buch aussuchen und geht mit „Der Schatten des Windes“ von Julián Carax nach Hause. Der Roman fasziniert und berührt den Jungen sehr, und Daniel beginnt, sich für den Verfasser zu interessieren und über dessen Schicksal nachzuforschen. Niemand weiß, was aus Carax geworden ist, er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Daniels Leben ist von dieser Suche bestimmt, und er gerät dabei in Lebensgefahr, denn noch ein Mann ist Carax auf der Spur: der brutale und eiskalte Inspektor Fumero.

Bei „Der Schatten des Windes“ handelt es sich um einen Roman im Roman. Je länger Daniel sich mit dem Buch und seinem Autor beschäftigt, umso tiefer scheint sich sein Schicksal mit dem von Carax zu verstricken. Es erscheint, als würde Daniel die Geschichte noch einmal neu erleben. Aber vielleicht hat er die Chance, es besser zu machen…

Es ist einfach genial, wie Zafón mit der Sprache spielt, wie er mit Worten jongliert, als wären es bunte Bälle. Dramtisch, mystisch, dunkel aber auch mit schönen Momenten, durchwirkt von subtilem Humor, spinnt der Autor die Handlung um seine Protagonisten herum. Sehr schnell entwickelt dieser Roman eine Sogwirkung, der man sich als Leser kaum entziehen kann (und auch nicht will!). Man lebt und leidet mit dem Ich-Erzähler und taucht gemeinsam mit Daniel immer stärker in die Geschichte ein. Beim Lesen gewinnt man vielfach tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele, denn einige der Charaktere, denen Daniel begegnet, tragen dunkle Geheimnisse mit sich herum. Aber es gibt auch die glücklichen Momente im Roman, die von Freundschaft und Liebe erzählen.

Freundschaft ist überhaupt ein großes Thema der Geschichte, denn Daniel findet sie dort, wo er sie am allerwenigsten vermutet: quasi auf der Straße…. Es wäre schade, mehr zu verraten, denn dieses Buch muss man selbst ganz unvoreingenommen genießen, von der ersten bis zur letzten Seite.

Kommentare:

  1. Ich habe jede Seite von diesem Buch genossen. Eine Empfehlung wert.
    lg Claudia

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  2. Bin gerade auf deinen Blog gestoßen. Ist echt schön :)
    Deine Rezension ist echt gelungen *.*
    Ich hab dieses Buch noch auf dem SuB und freue mich schon sehr darauf :)
    Liebe Grüße

    (books-and-art.blogspot.de)

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