Donnerstag, 24. Februar 2011

Der Maler Gottes - Ines Thorn

Schon als Kind ist Matthias ein Außenseiter. Die Leute munkeln, dass er anders ist, denn bereits seine Geburt stand unter einem schlechten Vorzeichen: er kam mit der Nabelschnur um den Hals zur Welt, wie ein Gehenkter. Als zweitgeborener Sohn soll er eigentlich ins Kloster gehen, aber schon früh wird seine große Begabung für die Malerei erkennbar und er lernt das Handwerk in der väterlichen Werkstatt. Als der Vater stirbt, jagt der eifersüchtige Bruder Matthias aus dem Haus, und dieser begibt sich auf Wanderschaft, um sich in Frankfurt eine Lehrstelle zu suchen. Unterwegs trifft er Magdalena, und die beiden jungen Menschen fühlen vom ersten Moment an eine Seelenverwandtschaft. Matthias malt sie, wie er sie sieht. Noch ahnt er nicht, dass Magdalena die große und einzige Liebe seines Lebens sein wird. Weitgehend bleibt diese Liebe jedoch unerfüllt, denn in Matthias’ Leben ist kein Platz für eine Frau, eine Familie. Seine größte Leidenschaft ist und bleibt die Malerei.

Ines Thorn hat einen ganz besonderen, unverkennbaren Schreibstil, der bereits bei ihrem Debüt auffällt. Ihre Romane bestechen durch eine ausdrucksvolle Sprache und die starke Darstellung der Gefühle, so auch hier. Ihre Charaktere sind besondere Menschen mit außergewöhnlichen, tragischen Schicksalen. Die Autorin lässt mit ihren Worten Bilder entstehen, von großer Intensität und Ausdruckskraft. Der Schreibstil im Präsenz schafft zusätzlich eine besondere Nähe zu den Protagonisten.

Matthias Grünwald ist besessen von der Malerei und seinem Streben nach absoluter Perfektion, getragen von seinem Glauben, der schon an Fanatismus grenzt. Sein ganzes Dasein ist eine große Suche nach sich selbst, nach der Liebe und nach Vollkommenheit in seinen Werken. Ines Thorn beschreibt sein Leben als fortwährendes Ringen. Es ist ein steter Kampf, den er auf Dauer nicht gewinnen kann.

„Der Maler Gottes“ hat mich gefesselt von Anfang an. Zwar mag uns diese leidenschaftliche Geisteshaltung des Malers heute fremd sein, aber es war eine andere Zeit, vieles war im Umbruch, auch die Religion. Die Autorin hat diese Stimmung sehr intensiv wiedergegeben. Grünwalds Werke werden so anschaulich beschrieben, dass ich sofort Lust verspürt habe, sie mir anzusehen. Die Beziehung der einzelnen Bilder zur Romanhandlung ist faszinierend, und man kann nur erahnen, wie viel Recherchearbeit dieser Geschichte vorausgegangen ist.

1 Kommentar:

  1. ich liebe den schreibstil von ines thorn !! brauche unbedingt nachschub von ihren büchern

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