Bei Favolas Geburtstags-Gewinnspiel hatte ich das Glück, und wurde als Gewinnerin für ein Set Magnetlesezeichen gezogen. Heute kam mein Gewinn an.
Zusammen mit der wunderschönen Karte sind nun diese drei allerliebsten Eulen-Lesezeichen bei mir eingezogen. Sie sind so wunderschön, danke liebe Favola, du hast mir eine große Freude mit diesem Gewinn bereitet.
Donnerstag, 12. Januar 2012
Wie Goldstaub auf zarter Haut - Elaine Coffman
Dies war mein drittes Buch von Elaine Coffman und damit auch der dritte Teil über die Mackinnon-Geschwister. Diesmal steht das Schicksal von Alex Mackinnon im Vordergrund. Er kennt die Simon-Schwestern von der Nachbarfarm schon seit Kindertagen, und er ist unsterblich in Karin Simon verliebt, eine junge Frau, die sich nicht damit abfinden möchte, arm zu sein. Sein Zwillingsbruder liebt Karins Schwester Katherine, wogegen diese wiederum nur Augen für Alex hat. Eines Tages brechen die Zwillingsbrüder nach Kalifornien auf, um als Goldgräber ihr Glück zu machen.
Nachdem sich die Brüder in der Fremde eine Existenz aufgebaut haben, beschließt Alex, seine Jugendliebe zu sich zu holen und zu heiraten. Leider ist er betrunken, als er den Brief an sie schreibt und verwechselt die Namen der Schwestern. Katherine reist nach Kalifornien, in dem Bewusstsein, dass Alex, ihre große Liebe, endlich zur Vernunft gekommen ist und sich für sie entschieden hat. Das stellt sich als tragischer Irrtum heraus...
Auch dieser Roman ist von der Autorin in der gewohnt feinfühligen und humorvollen Weise verfasst. Der Schreibstil von Elaine Coffman ist sehr schön, ihre Protagonisten zeichnet sie ausführlich und liebevoll. Auch die Idee der Handlung ist eigentlich vielversprechend. Aber hier hat mir die Ausführung nicht so gut gefallen. Im Vergleich zu den anderen Büchern, die ich von der Autorin kenne, ist dieses doch etwas langatmig. Über die zum Teil sehr ausgedehnten Passagen, in denen letztendlich nicht viel geschieht, sonder nur ein ewiges Hin und Her geschildert wird, wer denn nun wen liebt und dann doch wieder nicht, konnte auch die schöne Sprache nicht hinwegtrösten. Das Buch umfasst 411 Seiten. Auf 3/4 reduziert hätte der Roman noch die gleiche Aussagekraft gehabt, eben nur ohne "Füllmaterial". Auch sind mir in der Handlung immer wieder kleine Ungereimtheiten aufgefallen, die mich gestört haben, und so hat es der Roman, trotz des ansprechenden Schreibstils, nur auf drei von fünf Sternen meiner Wertung gebracht.
Montag, 9. Januar 2012
Die Gewürzhändlerin - Petra Schier
Bei diesem Roman handelt es sich um die Fortsetzung zu „Die Eifelgräfin“. War das erste Buch der Reihe noch stark auf Elisabeth von Küneburg und Johann von Manten konzentriert, so ist dieser Band mehr aus dem Blickwinkel von Luzia, Elisabeths Leibmagd, geschildert. Luzia ist mir ihrer Herrschaft in Johanns Haus in Koblenz gezogen, um den Winter in der Stadt zu verbringen, da es dort bequemer ist als auf einer zugigen, schlecht heizbaren Burg. Hier treffen sie einen alten Bekannten wieder. Martin Wied ist ein angesehener Koblenzer Kaufmann und sehr eng mit Johann befreundet. Von Luzia ist er schon länger beeindruckt, denn bei einer früheren Begegnung hat er zu seiner Verwunderung festgestellt, dass die Magd lesen und schreiben kann und sich außerdem für komplizierten Rechenaufgaben interessiert, was für eine Frau ihres Standes mehr als außergewöhnlich ist. Als Martin Hilfe im Geschäft benötigt, wendet er sich an Luzia und bittet sie um ihre Mitarbeit. Am Kornmarkt macht die forsche junge Frau ihre ersten Erfahrungen als Händlerin. Die Arbeit mit edlen Gewürzen bereitet ihr viel Freude, und bald ist sie für Martin eine zuverlässige und unentbehrliche Assistentin. Zudem stellt der Kaufmann fest, dass seine Gefühle der neuen Mitarbeiterin gegenüber nicht nur freundschaftlicher Art sind, sondern weit darüber hinaus gehen. Und dann gerät Martin in große Bedrängnis, denn er wird des Mordes angeklagt. Luzia glaubt an seine Unschuld und setzt alles daran, ihn vor der Verurteilung zu retten.
Wie schon beim ersten Teil dieser Reihe war ich sofort wieder gefesselt von der eingängigen und spannenden Schreibweise der Autorin. Da ich „Die Eifelgräfin“ noch frisch im Gedächtnis hatte, fiel es mir sehr leicht, schnell in die Handlung hinein zu finden, denn ein Großteil der Charaktere war mir bereits vertraut. Aber auch, wenn man das erste Buch noch nicht gelesen hat, dürfte es keine Probleme geben, mit der aktuellen Handlung zurecht zu kommen. Alles Wissenswerte über die wichtigen Zusammenhänge wird in kleinen Rückblicken erklärt.
Luzias Erlebnisse und Erfahrungen sind nicht nur spannungsreich und äußerst unterhaltsam erzählt, sondern man erhält nebenbei sehr umfassende Informationen über die Sitten und Umgangsformen der Gesellschaft und die damaligen Lebensumstände der Frauen. Deren Möglichkeiten, eigenmächtig Geschäfte zu tätigen, waren recht begrenzt. Luzia ist hier sicher eher die Ausnahme, und sie benötigt ihre ganze Kraft, sich gegen Vorurteile, Standesdünkel und gegen die Konkurrenz durchzusetzen.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Verbindung zwischen Luzia und Martin Wied. Hier haben sich zwei interessante Protagonisten gefunden, die beide nicht auf den Mund gefallen sind. Es entwickeln sich lebhafte und amüsante Diskussionen zwischen den beiden. Sehr einfühlsam wird auch dargestellt, wie Luzia damit umgeht, dass Martins Körper teilweise von Brandnarben entstellt ist und er aus diesem Grund von vielen seiner Mitmenschen gemieden wird.
Die Rahmengeschichte findet in der „Gewürzhändlerin“ ebenfalls ihre Fortsetzung, denn auch diesmal dreht sich wieder alles um die geheimnisvolle Reliquie aus der Zeit der Kreuzzüge und um die damit verbundene freundschaftliche Beziehung dreier Familien. Mit dem silbernen Kruzifix bekommt der Roman einen geheimnisvollen, mystischen Aspekt. Berücksichtigt man die allgemeine Denkweise der damaligen Zeit, war der Besitz einer solchen Reliquie sicher auch nicht ungefährlich und konnte ziemliche Verwirrung stiften.
Alles in allem bietet „Die Gewürzhändlerin“ ein ansprechendes, vielfältiges Leseerlebnis, reich an interessanten Informationen, Spannung, Kurzweil und Romantik.
Ein Stadtplan von Koblenz, vorne im Buch, sowie eine Personenliste im Anhang sind eine gute und hilfreiche Ergänzung.
Sonntag, 8. Januar 2012
Beutewelt - Alexander Merow
Der Roman spielt im Jahr 2028. Es herrscht eine totalitäre Weltregierung; alles wird genau geregelt und überwacht. Privatsphäre gibt es fast nicht mehr, die Menschen werden nur noch mit einer Nummer registriert. Frank Kohlhaas, der Bürger mit der Nummer1-564398B-278843, ist ein eher unscheinbarer Zeitgenosse, der in einem Stahlwerk arbeitet und ein ziemlich trostloses Leben führt, bis er eines Tages mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Es ist nur eine Kleinigkeit, die sich der junge Mann zu Schulden kommen lässt, aber es bringt ihn, nach einem automatisierten Gerichtsverfahren, in eine Gefängnisanstalt mit einem völlig neuartigen, ausgeklügelten System, die Inhaftierten zu „bessern“. Viele Monate ist Frank dort, isoliert in einer so genannten „Holozelle“, einer unerbittlichen Gehirnwäsche ausgesetzt. Als er in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, geschieht etwas, das Franks Leben grundlegend verändert.
In dem Roman „Beutewelt“ zeichnet Alexander Merow das reinste Schreckensszenario von einer nicht allzu fernen Zukunft. Seine Schilderungen sind zum Teil sehr drastisch, und man kann sich nur von Herzen wünschen, dass die Realität nicht annähernd so aussehen wird. Nicht alles war für mein Empfinden einleuchtend und realistisch, es gibt einige Situationen, die mir doch recht unglaubwürdig erschienen. Auch blieben mir die Protagonisten allesamt fremd, was an dem sehr nüchternen, emotionslosen Schreibstil lag. Aber das Gesamtbild war dann doch recht stimmig, denn anders könnte man diese Welt gar nicht beschreiben.
Dystopien gehören normalerweise nicht zu meiner Lieblingslektüre, und trotzdem (oder auch gerade darum) hat mich die Geschichte gefesselt, denn diese Vision der politischen Weltlage, in naher Zukunft, bietet viel Stoff zum Nachdenken. Die beklemmende Atmosphäre wird hier schonungslos und in aller Deutlichkeit ausgemalt.Mittwoch, 4. Januar 2012
Die Eifelgräfin - Petra Schier
September 1348 in der Eifel: Als es zu Erbstreitigkeiten zwischen ihrem Onkel und den Eltern kommt, weil der Halbbruder ihres Vaters Anspruch auf die väterliche Burg erhebt, wird Elisabeth von Küneburg zu Freuden auf die Burg Kempenich geschickt. Dort soll sie in Sicherheit ihren Bräutigam erwarten, der vor längerer zu einer Reise nach Italien aufgebrochen ist.
Auf Kempenich lernt sie auch den ungehobelten Ritter Johann von Manten kennen. Er verhält sich Elisabeth gegenüber nicht gerade freundlich und lässt es auch oft an guten Manieren fehlen. Was die junge Edelfrau nicht weiß: Nachdem der Ritter Frau und Kind bei der Geburt verloren hat, schwor er sich, keine Liebesbeziehung mehr einzugehen. In Elisabeths Gegenwart fällt ihm dieses Gelöbnis immer schwerer, denn er fühlt sich sehr zu ihr hingezogen. Aber nicht nur seine Gefühle machen ihm einen Strich durch die Rechnung, sondern die Lage ändert sich total, als die Pest auch Kempenich erreicht und ihre Opfer fordert. Elisabeths habgieriger Onkel nutzt die allgemeine Verwirrung, um die Küneburg einzunehmen. Für seine finsteren Pläne möchte er seinen Sohn Albrecht möglichst schnell mit Elisabeth vermählen. Die junge Frau findet sich in einer trostlosen Lage wieder und hat jede Hoffnung auf Glück aufgegeben.
Die Basis zu dieser Geschichte wird bereits zweihundert Jahre zuvor gelegt. Im Jahr 1148, am Ende des zweiten Kreuzzugs, teilen drei Männer in Jerusalem ihre Beute. Dazu gehört auch ein magisches Kruzifix. Auf das Kreuz schwören sich die drei Männer ewige Freundschaft, sowie gegenseitige Hilfe und Schutz für ihre Familien, auch für kommenden Generationen.
Im 14. Jahrhundert ist Elisabeth von Küneburg im Besitz eines Teils der geheimnisvollen Reliquie. Luzia, ihre neue Magd, die ihr auf Burg Kempenich zugeteilt wird, scheint ebenfalls eine starke Verbindung zu dem Kruzifix zu haben. Bald verbindet die beiden Frauen nicht nur das Wissen um die Reliquie, sondern auch eine innige Freundschaft.
Mit Elisabeth von Küneburg und Johann von Manten hat dieser Roman zwei starke, eigenwillige Hauptcharaktere, die sich jedoch das Leben gegenseitig recht schwer machen. Ich konnte beide Seiten gut verstehen, auch wenn es ab und zu schwer fiel, da sowohl Elisabeth als auch Johann ihre festen, unumstößlichen Grundsätze haben und sich dabei gegenseitig an Sturheit überbieten. Daran kann auch die drohende Pest kaum etwas ändern.
Der Roman beginnt eher ruhig, und man erfährt sehr viel über das Leben, die Sitten und Regeln auf der Burg. Ein Grundriss am Ende des Buches macht es dem Leser leicht, sich die Räumlichkeiten vorzustellen. Der Alltag auf Burg Kempenich wird sehr ausführlich dargestellt, und man lernt die Protagonisten intensiv kennen. Es dauert jedoch nicht lange, bis sich die Ereignisse überstürzen und für viel Spannung in der Handlung sorgen. Die Kombination aus anschaulichen Beschreibungen, authentischer Atmosphäre und historischen Einzelheiten, gewürzt mit einer Prise Magie und einer guten Portion Romantik, liest sich wunderbar flüssig und packend. Sehr gut gefällt mir, dass die Helden der Geschichte nicht allesamt schön und makellos sind, sondern durchaus ihre Fehler und Schwächen haben, wie es eben im realen Leben auch der Fall ist. Mich hat dieser historische Roman gefesselt und begeistert, und ich habe mich nun gleich auf die Fortsetzung „Die Gewürzhändlerin“ gestürzt.
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