Freitag, 19. März 2010

Die falsche Tochter - Nora Roberts



Kurzbeschreibung:
Die Archäologin Callie Dunbrook wird zu einem aufsehenerregenden Fund gerufen. In den Blue Ridge Mountains wurde ein 5.000 Jahre alter Schädel entdeckt. Kaum angekommen, muss sie feststellen, dass sie ausgerechnet mit ihrem Ex-Mann Jake Hand in Hand zusammenarbeiten soll. Und plötzlich sieht sich Callie auch noch mit einem dunklen Geheimnis aus ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert: Wurde sie als Kind ihren wahren Eltern entführt?Bei Nachforschungen stößt Callie tatsächlich auf ein dunkles Geheimnis.


Meine Meinung: * * * *
Callie, die ziemlich eigenwillige Protagonistin, wird mit einer unfassbaren Vermutung konfrontiert. Sie soll als kleines Kind entführt worden sein. Ausgerechnet ihr neues Forschungsprojekt bringt sie ganz in die Nähe der Frau, die behauptet, ihre Mutter zu sein. Callie kann das alles nicht glauben, denn sie ist in einem liebevollen und schönen Elternhaus aufgewachsen. Bei ihren Nachforschungen macht sie mehrere erstaunliche, bestürzende Entdeckungen und gerät nicht nur einmal in Lebensgefahr... Unerwartete Hilfe und Verständnis findet sie bei ihrem Ex-Eheman Jake Greystone, der mit ihr zusammen die Ausgrabungen leitet.
Kindesraub, archäologische Funde, verzwickte Familienangelegenheiten, Lebensgefahr und die Liebe, das alles bildet den Grundstock zu diesem fesselnden Hörbuch. Uta Kroemer liest ruhig und hat eine angenehme Stimme, nur hätte ich mir manche Szenen stärker betont gewünscht. Große Emotionen und gefährliche Situationen würden dann noch ausdrucksvoller zur Wirkung kommen. Bei Dialogen mußte ich mich stark konzentrieren, denn durch die stets gleichbleibende Stimmlage der Sprecherin konnte man nicht immer deutlich heraushören, wer gerade das Wort hatte.
Auch wenn vieles vorhersehbar ist und der Schluss für meinen Geschmack zu übertrieben und damit nicht ganz glaubwürdig erscheint , hat mir das Hörbuch insgesamt gut gefallen. Es bietet nette und kurzweilige Unterhaltung.

Dienstag, 16. März 2010

Zusammen ist man weniger allein - Anna Gavalda






Kurzbeschreibung:
Eine verrückte Wohngemeinschaft am Fuß de Eiffelturms. Vier Personen suchen ein Zuhause. Vier grundverschiedene Menschen - Camille (26), Philibert (36), Franck (34) und Paulette (83) - wagen einen Neubeginn. Mit Charme und Witz erzählt Anna Gavalda eine Liebesgeschichte, die an "Die fabelhafte Welt der Amélie" erinnert. Ihr Roman beschreibt, sagt sie, den umgekehrten Domino-Effekt: wie einer den anderen aufrichtet und aus dem Schlamassel zieht.
Philibert ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt, arbeitet in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Mototrräder und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat.Vier grundverschiedene Menschen in einer verrückten Pariser Wohngemeinschaft, die sich lieben, streiten und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen.

Meine Meinung: * * * * *

Der Roman kann nicht mit großen Ereignissen oder Abenteuern aufwarten, aber es sind gerade die Kleinigkeiten, die intensive Betrachtungsweise der Protagonisten und die privaten Einblicke, die das Buch so anziehend machen. Vier grundverschiedene, vom Leben gebeutelte Menschen bringt das Schicksal in Paris zusammen, und sie bilden eine zweckmäßige Wohngemeinschaft. Trotz ihrer Differenzen sind sie sich immer wieder gegenseitig Hilfe und Trost, und sie lernen voneinander. Anna Gavalda läßt ihre Leser ganz nah' an die Protagonisten heran, so dass die Charaktere schnell sehr vertraut wirken. Auch problematische Situationen und heikle Lebensumstände schildert die Autorin mit großem Feingefühl. Die vielen bildhaften Vergleiche und feinsinnige Gespräche verführen häufig zum Schmunzeln. Der verarmte Adelige Philibert, eine recht kuriose Figur, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Geschichte, und so ganz nebenbei bekommt man einiges an historischem Wissen mit. Durch die künstlerisch begabte Camille erfährt man auch so manches über französische Maler, und man hätte direkt Lust, mit ihr zusammen durch die Galerien und Museen zu streifen.

Anna Gavalda hat einen ganz besonderen, berührenden Schreibstil, der von einem verhaltenen Humor und großer menschlicher Wärme gezeichnet ist.

Dienstag, 9. März 2010

Die Geliebte des Piraten - Amy J. Fetzer



Kurzbeschreibung:

Auf der Suche nach ihrem kleinen Sohn gerät Willa Peachwood in die Fänge eines legendären Piraten, dessen männlicher und erotischer Anziehungskraft sie sich kaum entziehen kann. Doch Raiden Montegomery zu erliegen, ist für Willa undenkbar - bis er ihr ein ungewöhnliches Angebot macht: Er hilft ihr bei der Suche, wenn sie seine Geliebte wird....



Meine Meinung: * * *

Zuerst einmal kann ich über die äußerliche Aufmachung des Buches nur den Kopf schütteln, denn bei den Protagonisten handelt es sich um einen schwarzhaarigen Piraten und eine rothaarige Lady, natürlich beide von blendender Schönheit! ;-) Ich frage mich wieder einmal, was sich die Verlage bei der Umschlaggestaltung denken. Aber naja, die Hauptsache ist ja doch der Inhalt. Von dem war ich allerdings auch etwas enttäuscht. Willa ist auf der Suche nach ihrem kleinen Sohn, der vom eigenen Vater entführt wurde. Dabei trifft sie auf Raiden, der als "Schwarzer Engel" mit seinem Piratenschiff die Meere unsicher macht. Mit der Zeit erfährt man einiges über Raiden's bisheriges Leben, er ist ein typischer "Tortured Hero", und der wunderschönen Willa gelingt es, sein Herz zu erwecken, von dem er dachte, dass er es schon vor Jahren verloren hätte. Die beiden kommen sich näher, und Willa würde sicher mit Freuden auf Raidens Angebot eingehen, seine Geliebte zu werden, wenn da nicht ihr Ehegelübde wäre, welches sie an ihren bösartigen Ehemann bindet. Was recht schwungvoll beginnt, wird leider im Lauf der Handlung etwas langatmig. Zwar müssen die beiden zahlreiche Abenteuer bestehen, aber oft hatte ich den Eindruck, die Autorin hat sich etwas verzettelt und konnte nur mit Mühe, über die Seitenstränge, den roten Faden in ihrem Roman wieder finden. Dazwischen findet man langatmige Liebesschwüre, aber auch diverse Streitereien zwischen Willa und Raiden. Mehrfach zutiefst verletzt und mit gebrochenem Herzen finden die Liebenden doch immer wieder zueinander. Das alles wirkte mit der Zeit für meinen Geschmack doch recht überladen. Ein Seitenzweig der Handlung (der Verrat) ist recht zweifelhaft und für mich unglaubwürdig geschildert und endet ziemlich abrupt. Hier hatte ich das Gefühl, die Autorin hat sich damit ein Türchen, eventuell für einen weiteren Roman, offengelassen. Auch der Schluss des Romans war etwas fadenscheinig und wirkte abgehackt, und den Epilog empfand ich als verwirrend und überflüssig. Ärgerlich waren für mich die teilweise sehr fragwürdigen Beschreibungen. Ich zitiere ein Beispiel von vielen: "Willa zog ihr Pferd um die Hand und folgte ihrem geheimnisvollen Befreier".
Positiv anmerken möchte ich allerdings, dass mir die abenteuerlichen Schilderungen auf hoher See zum Teil sehr gut gefallen haben. Sie wirken sehr real und sind fast greifbar beschrieben, man hört im Geist die Schiffsplanken knarren und das Meer rauschen.

Sonntag, 28. Februar 2010

Dämonenherz - Julia Talbot



Vielen Dank an das Vorablesen-Team und den Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Kurzbeschreibung:
Als Anna sich in den schönen, geheimnisvollen Carl Weller verliebt, ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie sich begibt. Denn Carl darf nicht lieben. Um Macht und Reichtum zu erlangen, hat er vor Generationen seine Seele einem Dämon versprochen. Kann er erlöst werden? Kann Anna ihn und sich retten?

Meine Meinung: * * *

Nach mehreren privaten und geschäftlichen Rückschlägen trifft Anna Sternberg durch Zufall auf Carl Weller, einen gut aussehenden und schwer reichen, aber eiskalten Geschäftsmann. Sie rettet ihn vor einem aufdringlichen Fotografen und bietet ihm ihre Dienste als PR-Agentin an. Ehe sie sich versieht, ist sie in eine leidenschaftliche Affäre mit ihm verstrickt. Leider sieht es so aus, als wäre ihre Liebe zu ihm sehr einseitig, denn Weller zeigt keine Gefühle. Er schickt Anna immer wieder auf Reisen, um dubiose Aufträge für ihn auszuführen, die sie zwar murrend, aber doch immer wieder bereitwillig übernimmt. Schnell wird Anna klar, dass Carl Weller eine dunkle, geheimnisvolle Seite und auch eine mächtige Feindin hat, und sie selbst gerät durch ihr Wissen und ihre Nähe zu Weller in Gefahr...

Die äußere Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut, die Covergestaltung und Farbgebung ist edel und sehr schön gewählt. Wenn auch die anfängliche Leseprobe und der Plot an sich sehr viel versprechend und interessant wirkten, konnte mich der Roman allerdings nicht völlig überzeugen, denn es gab einfach zu viele Widersprüche, die sich auch im weiteren Verlauf der Handlung nicht geklärt haben. Es sind immer wieder die rätselhaften Kleinigkeiten, die angedeutet werden, sich aber letztendlich nie auflösen. Für meinen Geschmack hat Anna auch vieles zu schnell und selbstverständlich akzeptiert, ohne die zum Teil sehr mysteriösen Geschehnisse zu hinterfragen. Die Sichtweise der Protagonistin blieb mir häufig sehr unverständlich, was sicher daran liegt, dass ihre Gefühle und Gedanken äußerst inkonsequent waren, denn diese schwanken von Anfang bis Ende der Geschichte immer wieder zwischen Liebe und Verachtung. Die Erklärungen zu dem Vertrag, den Weller mit den dunklen Mächten geschlossen hat, blieben leider recht oberflächlich, und auch Carl selbst trägt sein Herz nicht gerade auf der Zunge. Ich für meinen Teil konnte mir nicht vorstellen, dass Anna so völlig unbedarft auf diverse Geschäftsreisen ging, ohne eigentlich zu wissen, was sie überhaupt erledigen soll. Die Art, wie sie mehrmals, ohne geeignetes Reisegepäck und zweckmäßige Kleidung, völlig ahnungslos ins Flugzeug steigt, lässt sie recht naiv und blauäugig erscheinen.

Die flotte und eigentlich ansprechende Schreibweise der Autorin konnte mir zwar über einige Zweifel hinweghelfen, und glücklicherweise hatte der Roman auch einige Lichtblicke zu bieten, beispielsweise Annas Besuche bei ihrem Vater. Friedrich Sternberg ist ein liebenswerter Eigenbrötler, der standhaft versucht, sein Häuschen bis zum bitteren Ende vor dem Abriss zu bewahren.

Insgesamt hätte ich mir die ganze Geschichte allerdings etwas logischer und tiefgehender gewünscht, denn die Protagonisten blieben mir alle bis zuletzt viel zu unpersönlich. Einzige Sympathieträger waren für mich Annas Vater und die alte Baronesse von Hohengarden.


Freitag, 19. Februar 2010

Spuren - Louise Erdrich



Kurzbeschreibung:
Der Roman spielt in der Zeit zwischen 1912 und 1924, als die indianischen Stämme zu verteidigen suchten, was ihnen an Land noch geblieben war, und erzählt von den ineinander verflochtenen Schicksalen mehrere Chipeewa-Familien.Die schöne Indianerin Fleur ist der Zauberei mächtig, aber ihre Kraft reicht nicht aus, den Wald zu retten, in dem ihr Stamm lebt. Er wird verkauft und gerodet. Louise Erdrich blättert ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte auf, die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts, in denen die einst so leuchtend lebendige indianische Kultur am "American Way of Life" zugrunde ging.


Meine Meinung: * * *
In ihrem Roman "Spuren" läßt die Autorin abwechselnd zwei Ich-Erzähler zu Wort kommen.
Da ist einmal der alte Nanapush. Er erzählt Lulu die Geschichte ihrer Mutter, Fleur.
Damals, als die ganze Familie Pillager von der Schwindsucht dahingerafft wurde, nahm Nanapush Fleur, die einzige Überlebende, bei sich auf. Er hat eine recht eigene Sicht der Dinge, denn der betagte Indianer hat schon vieles erlebt und überlebt. Trotz des Leides, der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit, die immer wieder durchklingt, schildert er die Vergangenheit mit einer gewissen Gleichmut und einem teils bissigen Humor. Seine Geschichte ist gleichzeitig die Geschichte eines ganzen, im doppelten Sinne, entwurzelten Stammes. In Nanapushs Bericht spiegelt sich die uralte Magie und Mystik der Indianerkultur, vermischt mit einem starken Aberglauben der Indianer. Mit den Verführungen der Weißen kommen sie nicht zurecht und erliegen nur allzu oft den Verlockungen durch Alkohol und Glücksspiel, was sie häufig zu Verzweiflungstaten treibt.
Auch die geheimnisvolle und starke Indianerin Fleur kann nicht verhindern, dass den Indianern im Reservat immer mehr Land entzogen wird, um die Interessen weißer Unternehmer zu befriedigen. Ihre Zauberei ist machtlos gegen die modernen Einflüsse, die den Indianern die Lebensgrundlage rauben.
Der zweite Erzählstrang wird aus der Sicht vom Pauline geschildert. Sie ist eine Halbindianerin, die keine sein möchte. In ihrer Gier nach Anerkennung und dem Wunsch, anders zu sein, tut sie Dinge, die man als wahnsinnig bezeichnen könnte. Sie wirkt von Anfang bis Ende undurchsichtig. Ihren Part im Buch fand ich etwas unglücklich, weil zu übertrieben. Weil mir Pauline durchweg unsympathisch war und ihre Sichtweise sehr viel Raum im Roman einnimmt, gebe ich dem Buch nur 3 von 5 möglichen Sternen.