Samstag, 3. Juni 2017

Die Nächte, die Tage und das ganze Leben - Barbara Leciejewski


Als Fanni zusammen mit zwei Freundinnen das Münchner Winter-Tollwood-Festival besucht ergibt sich die Frage, ob es wirklich Hellseherei geben kann. Kurz entschlossen spricht Sie einen jungen Mann an, der mit seiner Freundin am Nachbartisch sitzt, ob er bereit wäre, mit ihr zusammen, als vorgetäuschtes Liebespaar, die Hellseherin aufzusuchen, um zu beweisen, dass alles nur Schwindel ist.
Horst, wie sich der angesprochene junge Mann vorstellt, ist gleich dabei, und gemeinsam begibt sich das fingierte Paar zu Tanna Divina, der Hellseherin. Dieser spontanen Aktion folgt eine Reihe von Ereignissen, die Fannis und Horsts bisheriges Leben auf den Kopf stellen und die beiden in ein heilloses Gefühlschaos stürzen. Fanni findet die Liebe ihres Lebens, und zugleich bricht ihr das Herz. Nach einer endlosen Achterbahnfahrt der Emotionen landen die Protagonisten ein Jahr später erneut bei Tanna Divina, und ihre Sicht der Dinge hat sich in der Zwischenzeit grundlegend geändert.

Barbara Leciejewski ist mir bereits von ihrem Roman „In all den Jahren“ bestens bekannt, denn dieses Buch gehörte zu meinen Jahreshighlights 2016. Schon deshalb war ich gespannt auf das neueste Werk der Autorin, das mich gleich durch das schöne Cover angesprochen hat. Die Illustration des Einbands wirkt winterlich, und die Geschichte beginnt ja auch in der Vorweihnachtszeit, aber es ist deshalb kein Weihnachtsroman und keine reine Wintergeschichte, denn wir begleiten die Protagonisten ein ganzes Jahr lang.
Barbara Leciejewski schreibt wunderbar leicht, eingängig und dabei sehr humorvoll, und trotzdem lassen ihre Geschichten auch eine gewisse Tiefgründigkeit nicht vermissen.
Ja, dies ist ein Liebesroman, jedoch kein typischer Vertreter dieses Genres, denn die Handlung ist vielschichtig und geht weit über die reine Liebesgeschichte hinaus. Die Protagonisten machen eine starke Entwicklung durch, die für beide einerseits wunderschön ist, aber auch sehr schmerzvolle Erlebnisse für sie bereit hält.
Besonders Fanni lernt man sehr intensiv kennen und erfährt so einiges über ihre Einstellung und Beweggründe. Nicht nur einmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt, weil sie, in ihrem Bedürfnis, richtig zu handeln, sich so oft selbst im Weg stand.
Insgesamt war ich sehr angetan von der gründlichen Charakterisierung aller Personen, die in der Geschichte vorkommen. Dass auch dieser Roman wieder in München spielt, bringt ihm von mir einen zusätzlichen Sympathiepunkt ein, denn da ich die Stadt liebe und schon häufig besucht habe, kann ich mich hier besonders gut gedanklich an die Schauplätze versetzen.

Zwar kommt die Handlung dieses Romans nicht ganz an den Vorgänger heran, was die Tiefe betrifft, aber es ist eine Geschichte zu Mitlachen und Mitweinen, und sie hat mir einige schöne Lesestunden beschert, so dass sie für mich auf jeden Fall ihre fünf Sterne wert ist.

⭐⭐⭐⭐⭐


Kommentare:

  1. Oh, dieses Buch klingt auch so wunderbar. Das wandert jetzt gleich auf meine Wunschliste. Du hast aber auch so tolle Bücher rezensiert. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst schauen soll. Danke dir für diese tolle Rezension und den Tipp.

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    1. Freut mich sehr, dass du bei meinen Rezensionen neuen Lesestoff für dich entdeckst. Vielen Dank für deine lobenden Worte. :-)
      Liebe Grüße
      Susanne

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