Dienstag, 7. März 2017

Das Gut in der Toskana - Margot S. Baumann


Die Familie di Rossi betreibt in Frankfurt ein Bestattungsunternehmen. Als die Nachricht eintrifft, dass der Großvater, der in der Toskana lebt, einen Schlaganfall erlitten hat, macht sich Enkeltochter Allegra auf die Reise, ihn zu besuchen und zu unterstützen.
Giovanni di Rossi lebt auf dem Landgut seines Freundes Lorenzo Ferretti, in der Nähe von Montalcino. Hier arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Gärtner. Als Allegra auf dem Landgut in der Toskana ankommt, erwartet sie ein eher frostiger Empfang. Statt sich zu freuen, gibt sich ihr Großvater sehr mürrisch. Außerdem wird Allegra ständig mit der Gegenwart von Lorenzos Neffen konfrontiert. Als dieser erfährt, dass Allegra im Betrieb ihrer Familie mitarbeitet, spricht er von ihr nur nach als „Die Totengräberin“. Der attraktive Massimo gibt sich der jungen Frau gegenüber arrogant und spöttisch, und die beiden geraten sich ständig in die Haare.
Die folgenden Ereignisse führen jedoch dazu, dass Allegra und Massimo an einem Strang ziehen müssen, und ihr Verhältnis ändert sich, denn gemeinsam sind sie einem Familiengeheimnis auf der Spur und wollen das damit verbundene Problem lösen. Dabei entdecken sie, dass nicht nur dieses Geheimnis sie verbindet, sondern dass eine starke Anziehungskraft zwischen ihnen besteht.

Ich liebe die Toskana, und so habe ich mich sehr neugierig auf diesen neuen Roman von Margot S. Baumann gestürzt. Die Autorin schreibt sehr lebendig und kurzweilig. Ihre Schilderungen ließen ein farbenfrohes Bild der toskanischen Landschaft vor meinen Augen entstehen, so dass mich beim Lesen schnell das totale Fernweh gepackt hat. Das beschriebene Landgut muss traumhaft sein,und man hegt den Wunsch, genau dort einmal Urlaub zu machen.
Allegra war mir von Anfang an sympathisch, und besonders die Art und Weise, wie sie sich mit ihrem kranken Großvater arrangiert, fand ich sehr schön und liebevoll. Massimo legt ein ziemliches Macho-Gehabe an den Tag, aber wenn man ihn näher kennenlernt und einiges über ihn und seine nahe Vergangenheit erfährt, kann man ihn in einigen Punkten verstehen. Er ist ein recht widersprüchlicher Charakter, und sein Ego hat schwer am Fehltritt seiner Verlobten zu knabbern. Er weiß nicht, ob er ihr diesen Vertrauensbruch verzeihen kann. Seit er Allegra kennt, vergleicht er sie ständig mit Carla und findet eine negative Eigenschaft nach der anderen, die seiner Meinung nach beide Frauen gemeinsam haben.
Die Schnelligkeit, mit der sich das Verhältnis zwischen Allegra und Massimo dann jedoch verändert, war für mich nicht so ganz glaubwürdig, denn beide haben innerhalb kürzester Zeit einen Gesinnungswandel um 180 Grad erfahren. Einerseits fand ich das Familiengeheimnis interessant, und ich habe mit Spannung verfolgt, wie die Protagonisten, die sich kurz vorher direkt feindlich gegenüber standen, plötzlich so gut zusammenarbeiteten. Auch gab es hier im Verlauf der Geschichte für mein Empfinden ein paar Zufälle zu viel.

Trotz meiner kritischen Anmerkungen habe ich den Roman aber sehr genossen, schon weil das Ambiente so wunderbar dargestellt ist. Die Autorin versteht es, zu fesseln, und so habe ich einige schöne und kurzweilige Lesestunden mit diesem Roman verbracht, denn die Geschichte ist fast wie ein Kurzurlaub im Kopf, man kann damit den Alltag ausblenden und wunderbar abschalten.

👍👍👍👍

Der Roman ist als eBook sowie auch als Taschenbuch erhältlich.

  

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine Lesemeinung, die sehr ansprechend geschrieben ist. Bei mir wird es wohl irgendwann mal klappen, dass ich E-Books lese.
    Liebe Grüße Hanne

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    1. Hallo Hanne,
      vielen Dank für dein Feedback. Der Roman ist übrigens auch als Taschenbuch erhältlich. Ich habe den Link noch ergänzt.
      Liebe Grüße Susanne

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    2. Hallo Susanne,
      danke dir - ich habe wohl etwas zu flüchtig geschaut. Normalerweise sehe ich das bei Amazon ☺
      Liebe Grüße Hanne

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