Mittwoch, 21. Dezember 2016

Phillips letztes Geschenk - Christiane Lind


Phillip Landhof ist bereits stark von seiner schweren Krankheit gezeichnet, als er sich in der Tiervermittlung ein Kätzchen aussucht. Es soll das letzte Geschenk für seine geliebte Frau Carolin sein. Diese weiß noch nichts von ihrem Glück, denn das Kätzchen soll sie erst nach Phillips Tod erhalten, so hat er es beschlossen. Seine Carolin soll das kommende Weihnachtsfest nicht einsam verbringen, daher will er ihr einen schnurrenden Vierbeiner an die Seite stellen.

Monate später fällt Carolin aus allen Wolken. Sie ist noch ganz gefangen in ihrer Trauer um den geliebten Mann, als eines Tages die gemeinsame Freundin Anka mit einem Kätzchen bei ihr auftaucht. Eher unwillig lässt sich Carolin auf den neuen Hausgenossen ein, denn sie ist ein Einzelgänger und eigentlich gar nicht bereit, ihr Schneckenhaus der Trauer zu verlassen. Nur der Umstand, dass ihr Phillip dieses kleine Wesen ausgesucht hat und dass es sein letztes Geschenk an sie ist, bewegt sie dazu, sich zumindest auf Probe mit dem kleinen Kater zu arrangieren.

In den folgenden Wochen versucht Carolin, sich an ihren neuen Mitbewohner zu gewöhnen. Dem Kätzchen einen Namen zu geben, dazu kann sie sich nicht überwinden, denn das wäre für sie ein Zeichen des Nachgebens. Nach außen hin will sie aber weiterhin den Anschein erwecken, sie hätte sich noch nicht entschieden und könnte das Kätzchen ja jederzeit wieder abgeben.

Mit der Zeit erkennt Carolin, dass es durchaus beglückend sein kann, Hilfe anzunehmen. Die Menschen in ihrer Nachbarschaft, vor denen sie sich bisher stets verschlossen hatte, schleichen sich nach und nach in ihr Herz, und bald beginnt sie, die Gemeinschaft zu genießen.

Erst als eines Tages, es ist kurz vor Weihnachten, das Kätzchen plötzlich verschwindet, erkennt Carolin, wie sehr ihr Herz bereits an dem kleinen Kerl hängt. Nun ist es an der Zeit, dass sich ihre neu gewonnenen Freundschaften bewähren. Gemeinsam mit ihren Nachbarn macht sich Carolin auf die verzweifelte Suche.

Dieser weihnachtliche Roman hat genau 24 Kapitel und würde sich daher auch gut als Lese-Adventskalender eignen. Das hat jedoch bei mir ganz und gar nicht geklappt, denn nachdem ich die ersten Kapitel verschlungen hatte, wäre es mir nicht möglich gewesen, die Geschichte so lange aufzusparen und täglich nur wenige Seiten zu lesen. Zu sehr hat mich das Schicksal von Carolin und dem kleinen Kätzchen berührt, und ich musste unbedingt schnell erfahren, wie es weitergeht, alles andere wäre fast einer Folter gleich gekommen.

Mit 184 Seiten ist dies eher ein kleines Buch, aber mit einer großen Botschaft, denn es ist insgesamt fesselnd geschrieben und daher sehr kurzweilig zu lesen, aber es geht auch auf viele tiefgründige Themen ein. Da geht es um den Verlust eines geliebten Menschen, um Trauerbewältigung und Enttäuschung. Aber Carolins Geschichte zeigt auch, dass der erste Eindruck oft täuscht, dass es gut sein kann, auf andere zuzugehen und sich auf Hilfe einzulassen. Carolin macht die tiefgreifende Erfahrung, dass sie sich in manchen ihrer Nachbarn getäuscht hatte, einfach aus Desinteresse, weil sie sich nie näher mit ihren Mitmenschen befasst hatte. Nun erfährt sie mehr über die Schicksale, die sich hinter den einzelnen Personen verbergen. Dabei erlebt sie so manche angenehme Überraschung.

Es ist eine Geschichte der Hoffnung,, die nicht einfach nur unterhalten will, sondern die auch viele Denkanstöße gibt und die mit ihren ernsten, nachdenklichen Themen sehr gut in die Weihnachtszeit passt.
So gesehen liest sich der Roman ganz wunderbar nicht nur in die Vorweihnachszeit, sondern ist auch eine sehr schöne Lektüre zwischen den Jahren. Ein wunderschönes kleines Buch, das nahe geht und menschliche Wärme verbreitet.

😍😍😍😍😍



1 Kommentar:

  1. Liebe Susanne, auch dir ein schönes Weihnachtsfest! Ich hoffe du bist bald ganz gesund!
    Das süße Buch von Christiane Lind hat auch meinen Advent versüßt! =) Und als 5-fache Katzenmama liebe ich sowieso alles, was mit Katzen zu tun hat ;) Du hast den neuen Roman von Clarissa Linden schon? Oh, wow!!!
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen