Montag, 6. Juni 2016

Die Bücherfreundinnen - Jo Platt



Der Roman dreht sich um einige Frauen, die seit Jahren befreundet sind und sich einmal monatlich treffen, um gemeinsam über Bücher und alles mögliche zu plaudern. Sie haben vor Jahren einen Buchclub gegründet, und seit ihre Freundin Lydia vor drei Jahren starb, haben sie deren Mann Jon herzlich in ihren Club aufgenommen.
Miriam, Connie und Abigail leben mit einem festen Partner zusammen, nur Alice ist Single, seit sie mit ihrem früheren Freund eine schwere Enttäuschung erlebt hat. Ihre Freundinnen setzen nun alles daran, für Alice den „Mr. Right“ zu finden. Dabei kommt es zu einigen sehr skurrilen Situationen und Missverständnissen. Glücklicherweise hat Alice bei ihrer Kollegin Sophie und ihrem Chef David zwei weitere gute Freunde, die immer für sie da sind.

Der Einstieg in den Roman verlief reibungslos und schnell. Um die beteiligten Hauptpersonen näher kennenzulernen, werden sie auf der inneren Umschlagklappe in kurzen Abschnitten vorgestellt. Das fand ich sehr angenehm, denn es kommen doch einige Personen zusammen, die man anfangs einordnen muss. Die Schreibweise ist flüssig und unterhaltsam, und ehe man sich versieht, hat man schon die ersten hundert Seiten gelesen. An Kurzweil mangelt es diesem Roman also ganz und gar nicht. Jedoch fehlt es der Handlung meines Erachtens an Tiefgang, denn es plätschert alles mehr oder weniger oberflächlich dahin. Auch fand ich die ständigen Kuppelversuche von Alices Freunden doch ziemlich übertrieben und nervig. In aller Öffentlichkeit wird immer wieder hervorgehoben, dass Alice Single und auf der Jagd nach einem Mann sei.
Lediglich die kurzen Rückblenden, in denen man mehr über die verstorbene gemeinsame Freundin Lydia erfährt, sind entsprechend ernst gehalten.
Auch sollte man sich vom Titel des Romans nicht täuschen lassen, denn der erwähnte Buchclub hat nur eine Alibi-Funktion für die Freundinnen, um regelmäßig zusammenzukommen und bei Häppchen und Wein den neuesten Klatsch zu besprechen. Der Buchclub wäre also beliebig austauschbar und könnte genauso gut ein Koch- oder Backclub oder ein Strickkränzchen sein. Bücher spielen leider nur eine sehr begrenzte Nebenrolle. Auch dieser Punkt hat mich etwas enttäuscht. Ab der Mitte des Romans gibt es einige Kapitel, die mir besser gefallen haben und nahe gegangen sind. Hauptsächlich die Geschichte mit Alices Vater und Hilary, die ebenfalls im Verlauf der Handlung erzählt wird, hat mir sehr gefallen und mich gerührt. Aber kaum hatte ich angefangen, mich mit der Handlung wohlzufühlen, flachte die Geschichte auch schon wieder ab. Zuletzt hat sich mir der Vergleich mit einem Memory aufgedrängt, bei dem man lauter passende Paare finden muss und dabei auch ab und zu eine falsche Karte aufdeckt, aber letztendlich bleibt dann doch kein Kärtchen übrig.
Die beim Finale anstehenden Missverständnisse waren meiner Meinung nach zum Teil überflüssig und an den Haaren herbeigezogen, und ich musste nicht nur einmal den Kopf schütteln über dieses ganze Beziehungs-Durcheinander.

Wie gesagt, der Schreibstil ist angenehm und flüssig, und die Story bietet jede Menge an Unterhaltungswert und Entspannung, nicht mehr und auch nicht weniger. Wer eine locker-leichte Urlaubslektüre sucht, zum Füße hochlegen und Abschalten, der wird hier die richtige Zerstreuung finden. Nur intensiver nachdenken sollte man nicht über die ganze Geschichte.  




1 Kommentar:

  1. Hi!
    Okay dann ist das Buch wohl eher im Durchschnitt. Hab jetzt schon ein paar Rezensionen gelesen und keine war besser als 4 Sterne. Das buch möchte ich trotzdem lesen. Danke für die Rezension.
    Lg Sonja

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