Donnerstag, 17. April 2014

Die Rache der Heilerin - Beate Sauer


Klappentext:
Eine junge Frau und ihr ergreifendes Schicksal – in einer der farbenprächtigsten Epochen Europas


Normandie, Ende des 12. Jahrhunderts: Adela ist glücklich verheiratet mit dem Ritter Francis. Zusammen besitzen sie ein kleines Gut und führen ein bescheidenes, doch zufriedenes Leben. Bis ihre Familie in die Wirren des englischen Bürgerkriegs verstrickt wird. Denn als König Henrys Söhne gegen dessen Herrschaft aufbegehren, muss auch Francis in die Schlacht ziehen. Ein alter Todfeind von Adelas Familie nutzt daraufhin den Krieg für seinen privaten Rachefeldzug – und Adela verliert alles. Brutal misshandelt und ihrer Besitztümer beraubt beginnt für sie eine schmerzliche Odyssee, die sie bis nach England führt, immer auf der Flucht vor ihrem Widersacher...

Mein Eindruck:
Der reale historische Hintergrund zu diesem Roman ist der Aufstand der Königssöhne Richard und Henry, gegen ihren Vater Henry II.
Adelas Mann zieht für Richard in den Krieg und lässt seine Frau und den gemeinsamen Sohn Luce allein auf dem Familienbesitz in der Normandie zurück. Den Umstand von Francis’ Abwesenheit macht sich ein alter Feind der Familie zunutze. Unter dem Vorwand, die Rechte seines Königs zu wahren und zu verteidigen, überfällt William de Thorigny das Gut und tut Adela Gewalt an. Seine wahren Beweggründe gehen jedoch tiefer, denn er hat eine uralte Rechnung mit Adelas Familie offen. Sein Hass ist abgrundtief. Durch Williams Machenschaften verliert Adela alles. Für sie beginnt eine leidvolle Zeit. Ihre Zukunft führt sie nach England und ist ständig von der Angst geprägt, William könne sie wieder aufspüren.

Zu diesem Roman gibt es eine Vorgeschichte, die 2011 unter dem Titel „Am Hofe der Löwin“ veröffentlicht wurde und von Adelas Eltern handelt. Es ist jedoch nicht zwingend erforderlich, dass man diesen Roman bereits gelesen haben muss, denn alles Wichtige wird ausreichend in der aktuellen Handlung erklärt, so dass man mühelos die Zusammenhänge erfassen kann. Jedoch ist bei mir während des Lesens der Wunsch gewachsen, mehr über Aline und Ethan, Adelas Eltern, zu erfahren, so dass ich mich demnächst sicher auch in diesen ersten Roman vertiefen werde. Aline, so erfährt man, hatte damals Henry II. bei seiner Geburt das Leben gerettet und war eine enge Vertraute seiner Mutter.
Nun aber wieder zum vorliegenden Roman: Adelas Schicksal ist sehr berührend und packend beschrieben. Das Unglück und Elend, das sie erfährt, kann man schon kaum ertragen, wenn man nur darüber liest, und man wundert sich nicht, dass die arme Frau oft nahe daran ist, den Verstand zu verlieren.  Es sind einige sehr brutale Schilderungen dabei, so dass dieses Buch nicht gerade etwas für Zartbesaitete ist. Jedoch werden die Zusammenhänge stets einleuchtend dargelegt und machen den Roman sehr glaubwürdig. Für manchen Zufall, den man anfangs als unmöglich empfindet, gibt es durchaus eine logische Erklärung. Sicher ist einiges an der Geschichte vorhersehbar, was jedoch der Spannung bis zuletzt keinen Abbruch tut. Die fiktiven Schicksale fügen sich so in die historische Handlung ein, dass sie sehr authentisch wirken. Fast alle Charaktere sind vielschichtig und realistisch dargestellt. Einzige Ausnahme ist hier eigentlich William de Thorigny, der Bösewicht der Geschichte, denn an ihm gibt es keinen sympathischen Wesenszug, und er entwickelt sich immer mehr zur vom Hass zerfressenen Bestie. Sein Part verleiht dem Roman eine ungeheuere Dramatik.

Für mich war dies ein absoluter Pageturner. Schon nach wenigen gelesenen Seiten war ich so vertieft in die Geschichte, dass ich mich nur ungern und im äußersten Notfall bei meiner Lektüre unterbrechen lassen wollte.

Auf jeden Fall kann ich diesen Roman auch allen wärmstens empfehlen, die sich für die Historie des Hauses Plantagenet interessieren und gerne darüber lesen, denn es fließt auch sehr viel Wahres aus der damaligen Zeit in die Handlung mit ein. 



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