Montag, 29. April 2013

Die Wandler / Der Beginn - Laura Bitterlich



Klappentext:
Ein Volk von Gestaltwandlern, eingepfercht in ein Königreich, das von hohen Mauern umgeben ist. Vollkommen abgeschnitten von der Außenwelt. Drei Herrscherpaare, die sich nur für ihre eigenen Probleme interessieren. Krieger, ursprünglich dazu gedacht, die Einwohner des Königreichs zu schützen, aber durch ihren Hochmut für das einfache Volk eine tödliche Gefahr geworden. Eine Prophezeiung, die besagt, dass sich alles ändern wird. Ein Mädchen, auf dem alle Hoffnungen ruhen.

Als Leara an ihrem fünfzehnten Geburtstag ihre Tierform erhält, ahnt sie noch nicht, welch große Verantwortung ihr an diesem Tag übertragen werden soll. Auch Cerin, der Drachenprinz, weiß nicht, dass sein kleiner Ausflug von daheim ungeheuere Folgen haben wird – Folgen, die nicht nur sein Leben für immer verändern…

Mein Eindruck:
Die phantastische Geschichte spielt in einem fiktiven Reich, das von Gestaltwandlern bevölkert wird. Die Verwandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen vom kleinsten Insekt  bis zum mächtigen Drachen, je nachdem welcher Bevölkerungsschicht der Betreffende angehört. Leara gehört zum Volk der Wandler und lebt in dem abgeschlossenen Königreich, welches von drei Herrscherpaaren regiert wird. Die Regierungsform ist nicht gerade gut, denn die Bevölkerung wird von den Königen unterdrückt, aber es gibt eine uralte Prophezeiung, deren Erfüllung große Veränderungen mit sich bringen wird.
An ihrem 15. Geburtstag soll Leara ihre persönliche Tierform erhalten, in die sie sich bei Bedarf verwandeln kann. Das Ergebnis ihres Rituals ist überraschend und bringt Leara in arge Bedrängnis, denn sie muss ihre Familie und ihre Heimat überstürzt verlassen.
Ungefähr zur gleichen Zeit macht der Drachenprinz Cerin einen kleinen Ausflug, um der Langeweile im Königsturm zu entfliehen. Seine Entdeckungsreise, die so harmlos beginnt, wird bald zu einem lebensgefährlichen Abenteuer.

Sprachlich verzichtet die Autorin weitgehend auf schmückendes Beiwerk. Sie treibt die Handlung konsequent voran, ohne sich in ausgiebigen Beschreibungen und Details zu verlieren. So passiert auf den 175 Seiten des Buches sehr viel. Die Protagonisten geraten von einem gefährlichen Abenteuer ins nächste.
Von der Ideenvielfalt, die in dieser Geschichte steckt, war ich völlig fasziniert, denn überall in dem Königreich, das aus fünf ringförmig angelegten Zonen besteht, gab es neue Überraschungen. Dabei ist man sich bis zuletzt nie sicher, welchen der zahlreichen Charaktere, die die Handlung bevölkern, man wirklich trauen kann, denn man muss sich ständig auf neue Situationen und Verhältnisse einstellen. Ich persönlich hätte nichts dagegen gehabt, manche Probleme etwas ausgiebiger behandelt zu sehen, denn vieles bleibt mehr oder weniger offen im Raum stehen, und auch Learas Gefühle in bestimmten Situationen waren für mich nicht immer nachvollziehbar und offensichtlich. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es hier für weitere Bände noch den einen oder anderen entsprechenden Anknüpfungspunkt geben könnte.
Erstaunt hat mich, wie jung die Autorin ist, denn mit dem Manuskript für diesen Roman hat sie bereits im Alter von 13 Jahren begonnen. Mittlerweile ist sie 16 und schreibt an der Fortsetzung der Geschichte. Da sie selbst altersmäßig der Zielgruppe angehört, weiß sie natürlich besonders gut, was junge Menschen gerne lesen möchten und kann sich auch vom Schreibstil bestens dem Publikum anpassen, welches sie mit ihren Erzählungen ansprechen möchte.  
Das Ende dieses ersten Bands lässt viele Möglichkeiten offen, die noch entwickelt werden können, und ich denke, wir dürfen uns auf weitere Werke der Autorin freuen. 


Vielen Dank an Edition Zweihorn für das Rezensionsexemplar.

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