Dienstag, 17. Januar 2012

Die Insel der besonderen Kinder - Ransom Riggs





Jacob wächst mit den geheimnisvollen, manchmal ein wenig gruseligen Geschichten seines Großvaters auf, die dieser ihm zu alten Fotografien erzählt, auf denen Kinder mit ganz besonderen Eigenschaften oder Fähigkeiten abgebildet sind. Diese Kinder sollen auf einer Insel gelebt haben, wo auch Jacobs Großvater im zweiten Weltkrieg Zuflucht fand.
Als Jacob älter wird, betrachtet er die Erzählungen eher skeptisch und kommt zu dem Schluss, dass es sich um Ammenmärchen handelt und die alten Fotos ganz sicher retuschiert oder manipuliert wurden.
Sein Großvater ist mittlerweile sehr alt und etwas wunderlich geworden und findet wenig Verständnis bei der Familie. Auch als er seinen Enkel anruft und ihm erzählt, dass er von Monstern bedroht wird, nimmt ihn keiner so richtig ernst, nur Jacob findet keine Ruhe und sieht nach dem Großvater. Er findet ihn hinter dem Haus, in einem angrenzenden Waldstück, und der alte Mann liegt im Sterben. Mit letzter Kraft versucht er, seinem Enkel noch etwas mitzuteilen, bevor er stirbt. Sein Tod stürzt Jacob in tiefe Depressionen und beschert ihm Nacht für Nacht schlimme Alpträume. Eines Tages beschließt er, die Insel zu suchen, von der ihm sein Großvater erzählt hat. Mit seinem Vater macht er sich auf die Reise. Um Jacobs Aufenthalt auf der Insel, seine Erlebnisse dort und die weitere Entwicklung der Geschichte will ich gar nicht viele Worte machen, denn ich möchte künftigen Lesern des Buches auf keinen Fall die Spannung nehmen und damit den Spaß verderben.

Auch wenn dieser Aspekt schon in sehr vielen Rezensionen und Buchvorstellungen angesprochen wurde, möchte auch ich nicht versäumen, die wunderschöne Aufmachung dieses Buches zu loben. Die glänzenden, filigranen Ranken auf mattschwarzem Grund fallen gleich ins Auge, ebenso wie das schwebende Mädchen auf dem Einbandfoto. Obwohl hier in sanften Grüntönen eingefärbt, strahlt das Bild etwas Altertümliches aus, und genau das ist auch beabsichtigt, denn die Geschichte führt uns zurück, bis in die Zeit des zweiten Weltkrieges.
Dieses „alte“ Flair zieht sich durch das gesamte Buch und nimmt einen völlig gefangen, wenn man die vielen enthaltenen Sepia-Fotos betrachtet. Auch das ganze Beiwerk passt wunderbar zum Gesamteindruck, mit den zarten Rankenbordüren um die Seitenzahlen und die braun gemusterten Vorsatzblätter zu jedem Kapitel. Die Fotos sind jedoch nicht nur Ausschmückung, sondern sie begleiten den Leser durch die Geschichte, die der Ich-Erzähler Jacob uns schildert. Zusammen mit Jacob taucht man in die phantastische, manchmal ein wenig unheimliche Handlung ein, das Schicksal der besonderen Kinder zieht einen völlig in seinen Bann. Beginnt die Geschichte in der Gegenwart, so vermischt sich bald Historisches mit Utopischem, als Jacob die Insel besucht, auf der sein Großvater lange Zeit gelebt hat. Was der Junge dort erfährt und welche Abenteuer auf ihn warten, ist sehr fesselnd umgesetzt. Wenn ich es richtig verstanden habe, gab es zuerst die alten Fotos, und Ransom Riggs hat sie gesammelt und den darauf abgebildeten Personen zu einer neuen Identität und Geschichte verholfen. Dies ist ihm ganz hervorragend gelungen. Auch wenn man ab und zu, bei wenigen Szenen, den Eindruck hat, die Geschichte musste sich bei ihrer Entstehung nach den Fotos richten, so ist das Gesamtkonzept auf jeden Fall überzeugend und sehr gut gelungen. Die vielen Fotos verführen dazu, immer wieder zurückzublättern und die Abbildungen zu betrachten, aber für mich stand doch die geschriebene Geschichte im Vordergrund, und die Bilder sind eine schöne und interessante Ergänzung. Das Zusammenspiel zwischen Optik und Phantasie hat bei mir jedenfalls bestens geklappt.
Das Ende verspricht eine Fortsetzung, und soweit ich informiert bin, arbeitet der Autor auch schon daran. Ich bin sehr gespannt darauf, zu erfahren, wie es für Jacob und die Kinder weitergeht.
  



 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Pan Verlag und


an Blogg dein Buch.


Dieses Buch kann man u.a. für 16,99 € hier erwerben: Bilandia.de

Kommentare:

  1. Danke für deine schöne Rezension! Und freut mich ja, dass dir das Buch genauso gut gefallen hat wie mir :-) Eine Freundin hat mich schon gefragt, ob sie es sich ausleihen darf ;-)

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  2. Ach, das Buch möchte ich unbedingt auch noch lesen . . .

    Ich habe noch einen Tag für dich:
    http://favolas-lesestoff.ch/2012/01/tag-11-fragen/

    lG Favola

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