Dienstag, 26. Juli 2011

Die Schattenritter - Unsterbliches Verlangen, Katryn Smith

Die Suche nach dem Heiligen Gral zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Ende des 19. Jahrhunderts hofft die junge und schöne Prudence Ryland, ihn zu finden. Ihr Motiv ist jedoch nicht Habgier oder das Verlangen nach öffentlicher Aufmerksamkeit, sondern einfach nur der Wunsch, zu leben. Pru ist unheilbar an Krebs erkrankt und hofft, durch den Gral geheilt zu werden. Ihr Vater tut alles, um ihr zu helfen, und da es Vermutungen über den Verbleib des geheimnisvollen Kelches gibt, die auf ein Grundstück in Cornwall, ganz in der Nähe des Anwesens der Familie Ryland hinweisen, organisiert Pru, mit Hilfe ihrer Familie und des Historikers Marcus Grey, ein Ausgrabungsprojekt. Auch die Katholische Kirche interessiert sich für den heiligen Gral, und so treffen kurz darauf zwei Abgesandte bei den Rylands ein. Es handelt sich dabei um Pater Molyneux und den attraktiven, geheimnisvollen Chapel. Dessen eigentlicher Name ist Severian de Foncé, und auch er war bereits 600 Jahre zuvor auf der Suche nach dem Gral. Durch einen schwer wiegenden Irrtum gerieten Severian und fünf weitere Ritter an den falschen Gral. Als sie aus diesem, dem Blutgral tranken, wurden sie alle zu einem Dasein als Vampire verdammt. Da er sich selbst für ein Monstrum hält, hat sich Severian unter dem Decknamen Chapel in den Dienst der Kirche gestellt, um Abbitte zu leisten.
Pru fühlt sich von Anfang an zu dem faszinierenden Chapel hingezogen, und ihm ergeht es nicht anders. Er ist hingerissen von der sympathischen, klugen Frau und würde ihr nur allzu gerne helfen.

Insgesamt kann ich sagen, hat mir diese Geschichte gut gefallen. Mit Pru und Chapel hat der Roman ein starkes, sehr sympathisches Protagonistenpaar. Aber auch die Familie Ryland und Pater Molyneux habe ich im Verlauf der Handlung lieb gewonnen.
Pru ist eine beeindruckende junge Frau, die sich mit ihrer ganzen Kraft gegen ihr Schicksal und die Krankheit auflehnt. Da sie weiß, wie wenig Zeit ihr nur bleibt, möchte sie noch so viele Dinge erledigen und erleben, stürzt sich mit ihrer ganzen Lebenslust in gewagte Abenteuer, und mit Chapel lernt sie endlich auch die Liebe kennen. Auch Chapel hat nach 600 Jahren das Gefühl, bei der Liebe seines Lebens angekommen zu sein. Zu spät, wie beide finden, denn Pru fühlt, dass ihre Lebensflamme bald am Erlöschen ist.
Trotz Pru's Krankheit ist die Stimmung größtenteils heiter und optimistisch. Die schwermütigen Passagen bleiben eher dezent im Hintergrund. Es ist halt ein richtig schön unterhaltsamer Liebesroman, dem auch eine gewisse Portion Erotik nicht fehlt, wobei hier die Autorin für meinen Geschmack ein wenig zu großzügig war. Dies trifft ganz besonders auf die letzte Liebesszene zu, denn die war meiner Meinung nach völlig überflüssig und hat nur den Schluss noch unnötig in die Länge gezogen.
Die Atmosphäre der Jahrhundertwende, zu der die Geschichte spielt, ist gut wiedergegeben.
Alexander Königsmann spricht das Hörbuch mit sehr viel Feingefühl. Er liest ruhig und ausgeglichen, hat eine wohl tönende Stimme, und es ist angenehm, ihm zuzuhören.
Mit kleinen Abstrichen habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die Hörbuch-Form des Romans war für mich genau die richtige Wahl.

Kommentare:

  1. Den ersten Band fand ich auch noch gut, den zweiten hätte ich manches Mal gerne in die Ecke geworfen und habe danach dann die Reihe aufgegeben. Bin also sehr gespannt, was du über das nächste (Hör)buch sagst :)
    Lg

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  2. @Claudia,
    das habe ich nun schon häufiger gelesen, dass die folgenden Bände "anders" sind. Bisher habe ich kein weiteres Hörbuch der Schattenritter, und ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt mit der Reihe weitermache.

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