Sonntag, 10. Juli 2011

Das Orchideenhaus - Lucinda Riley



Klappentext: Als kleines Mädchen verbrachte die Pianistin Julia Forrester jede freie Minute im Gewächshaus von Wharton Park, wo ihr Großvater die schönsten und exotischsten Orchideen züchtete. Als sie viele Jahre später eine schreckliche Familientragödie ereilt, führt das Schicksal sie wieder nach Wharton Park zurück. Inzwischen gehört das baufällig gewordene Anwesen Kit Crawford, den Julia bereits aus ihrer Kindheit kennt. Kit überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Julia erzählt ihrer Großmutter Elsie von dem Fund, worauf die alte Dame erschüttert reagiert. Denn Elsie weiß, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, ihr jahrelanges Schweigen zu brechen. Sie weiht ihre Enkelin in das wohl gehütete Geheimnis ein, das seit Generationen auf ihrer Familie lastet. Eine tragische Liebesgeschichte aus den 1930er Jahren kommt ans Licht, und Julia erkennt, wie auf schicksalhafte Weise ihre eigene Zukunft mit der Vergangenheit verknüpft ist.

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht einen spannenden, bewegenden Roman, und der optisch sehr ansprechend gestaltete Einband lädt geradezu zum Schmökern ein. Mit dem Inhalt des Buchs war ich dann leider nicht so ganz glücklich.
Es beginnt mit einem märchenhaften Prolog, der mir sehr gefallen hat und dessen Verbindung zur eigentlichen Handlung sich erst nach und nach zeigt, aber sehr passend gewählt ist. Aber dann werden, durch den häufigen Wechsel zwischen Julias Geschichte und der Erzählung ihrer Großmutter Elsie, beide Handlungsstränge unnatürlich zerpflückt. Man nimmt Julia nicht ab, dass sie so gar nicht neugierig auf eine Fortsetzung ist und immer wieder ziemlich viel Zeit vergehen lässt, bis sie Kontakt zu Elsie aufnimmt, um zu erfahren was weiter passiert ist. Auch Details über Julias Schicksalsschlag bekommt der Leser nur in kleinen Häppchen serviert, was bei mir nicht die Spannung gesteigert, sondern eher meinen Unwillen erregt hat. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, in beiden Handlungssträngen hat die Autorin insgesamt zu dick aufgetragen und viel zuviel an Verstrickungen und Überraschungen hineingepackt. Dabei bleiben die meisten Charaktere leider blass und oberflächlich, so dass es mir schwer gefallen ist, Verständnis für sie aufzubringen. Vieles nimmt man den betroffenen Personen einfach nicht ab, die Dialoge wirken häufig phrasenhaft. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und es kommen nach und nach so viele Geheimnisse ans Tageslicht, dass alles zusammen für meinen Geschmack sehr unglaubwürdig und kitschig erscheint. Hier wäre weniger sicher mehr gewesen.

Viel besser als die Beschreibung der Protagonisten ist der Autorin die Schilderung der verschiedenen Schauplätze und der jeweils herrschenden Atmosphäre gelungen. Dies hat mich etwas für die fragwürdigen Teile der Geschichte entschädigt. Der Schreibstil ist leicht und schnell zu lesen, und wenn man im Anbetracht der unwahrscheinlich wirkenden Geschehnisse beide Augen zudrückt, hat man mit diesem Buch durchaus eine nette und kurzweilige Unterhaltung.

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