Sonntag, 23. Januar 2011

Das Lied der roten Erde - Inez Corbi


Irland an der Schwelle zum 19. Jahrhundert:

Eine lieblose Ehe im fernen Australien erwartet die 19jährige Irin Moira. Sie wird, gegen ihren Willen, mit dem doppelt so alten Doktor Alistair McIntyre verheiratet, der in New South Wales als Arzt in einer Strafkolonie arbeiten möchte. Widerstrebend begleitet sie ihn auf die lange Schiffsreise in das fremde Land, das ihre neue Heimat werden soll. Ihr tyrannischer Ehemann lässt ihr nur wenig Freiheit und bringt ihr keine großen Gefühle entgegen.

Als Moira den irischen Rebellen Duncan kennen lernt und dieser sie eines Tages vor einem tätlichen Überfall rettet, entdeckt sie die Liebe. Duncan und sie treffen sich immer häufiger, aber sie erkennen, dass ihre Gefühle aussichtslos sind und sie keine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft haben können. Als sie entdeckt werden, bleibt ihnen nur die Flucht in diesem wilden, weiten Land.

Starke Gefühle bestimmen diesen Roman von Anfang an. Moira wird als temperamentvolle Frau beschrieben, die mit ihren Emotionen nicht hinter den Berg hält. Nicht nur sie, auch die anderen Haupt-Charaktere im Roman sind vielschichtig ausgearbeitet. Der Spannungsbogen in der Handlung steigert sich stetig und hält bis zum Ende an, auch wenn einiges vorhersehbar ist und manche Zufälle nicht so ganz glaubwürdig erscheinen.

Ich persönlich hätte mir gewünscht, noch mehr über die Ureinwohner zu erfahren, die größtenteils nur am Rande agieren. Auch die Beschreibung des Landes kommt ein wenig zu kurz. Die Autorin hat sich mehr auf die Liebesgeschichte und die zwischenmenschlichen Beziehungen konzentriert, das Ganze in die wunderbare Landschaft Australiens eingebettet und mit realen historischen Details angereichert. Das Resultat ist ein farbenprächtiger, mitreißender Schmöker, der auf jeden Fall hält, was schon das wunderschöne Titelbild verspricht. Soviel ich weiß, schreibt die Autorin bereits an einer Fortsetzung, auf die ich mich jetzt schon freue. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich dann noch offene Fragen und Handlungsstränge der bisherigen Geschichte klären und vervollkommnen.

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