Donnerstag, 19. Februar 2009

Die Sündentochter - Sandra Lessmann

Kurzbeschreibung:
Ein düsterer Abend im London des Jahres 1666: Hilflos muss Richter Orlando Trelawney mit ansehen, wie eine Hebamme kaltblütig ermordet wird. Nur durch beherztes Eingreifen kann verhindert werden, dass auch Anne, die Tochter des Opfers, niedergemetzelt wird. Voll Entsetzen über die grausame Tat wendet sich Orlando an seinen Freund, den Arzt Jeremy Blackshaw, der ihm schon einmal bei der Aufklärung eines Verbrechens geholfen hat. Zunächst steht Jeremy vor einem Rätsel - zumal Anne beharrlich schweigt. Und doch scheint das junge Mädchen mehr über die Hintergründe der Bluttat zu wissen. Wen aber schützt Anne? Was steckt hinter dem scheinbar sinnlosen Mord? Während Jeremy noch eine Antwort auf diese Fragen sucht, bricht der große Brand von London aus, der ihm die Lösung des Falls fast unmöglich macht ...

Meine Meinung: * * * * *
Die Autorin entführt den Leser in die Stadt London, Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Bevölkerung hat gerade eine Pestepidemie überstanden.
Richter Sir Orlando Telawney, der Wundarzt Meister Alan Ridgway und der Jesuitenpater Blackshaw sehen sich mit dem Tod einer Hebamme konfrontiert, die auf offener Straße, in Gegenwart ihrer Tochter Anne, von einem Unbekannten erschossen wurde. Beim Beginn ihrer Nachforschungen stoßen sie überall auf Ungereimtheiten und auf eine Mauer des Schweigens. Nach und nach stellt sich heraus, dass die Geschichte verfahrener ist als gedacht, und es ergeben sich immer wieder ungeahnte Probleme.
Sandra Lessmann verbindet sehr gekonnt die historischen Fakten mit Fiktion zu dieser spannenden mittelalterlichen Kriminalstory. Ihre Protagonisten sind keine Superhelden, sondern es sind ganz normale Menschen der damaligen Zeit, alle mit ihren kleinen Lastern und Problemen, und gerade das macht sie so liebenswert und sympathisch. Wie bei einem Puzzle wird ein Teilchen zum anderen gefügt, es gibt verschiedene Lösungsansätze, und manches der zahlreichen Indizien führt in eine Sackgasse. Flüssig geschrieben, vom Anfang bis zum Schluss, kommt gewiss keine Langeweile auf. Die 600 Seiten des Buches sind prall gefüllt mit Spannung und Aktion, eine Aufregung jagt die andere. Und dann bricht Anfang September 1666 der große Brand aus, durch den 80 % der Londoner Innenstadt völlig zerstört wurde. Auch dieses historische Drama hat die Autorin geschickt in ihre Story eingeflochten und sehr beeindruckend beschrieben.
Die ausführlichen Erklärungen in Anhang zu ungewohnten Begriffen und historischen Begebenheiten, zusammen mit einem kleinen Stadtplan vom damaligen London, runden das Buch wunderbar ab. Die Autorin hat sehr gründlich recherchiert, und es lohnt sich, auch einen Blick auf ihre Homepage zu werfen, wo man noch mehr Interessantes und Wissenswertes über die Hintergründe, die Schauplätze und die Personen erfährt, sehr schön ergänzt durch Zeichnungen z.B. von Newgate, London Bridge und einige mehr.
Ich bin begeistert und kann das Buch allen Liebhabern mittelalterlicher Kriminalgeschichten nur ans Herz legen.

Kommentare:

  1. Hallo Susanne,
    schön, dass du an der Tombola teilnimmst. Schöne Themen (sticken, Seife sieden) hast du! Ich habe auf deine Wunschliste bei Tauschticket geguckt, ich habe aber leider keins der Bücher. Liest du auch englisch sprachige Bücher?
    Liebe Grüße
    Simone

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  2. Sorry, habe mich verschrieben, ich meine natürlich stricken.

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