Donnerstag, 12. Februar 2009

Brautflug - Marieke van der Pol

Zuerst einmal ganz herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Fischer, für das Lese-Exemplar, mit dem ich bei den Büchereulen an einer Leserunde zu diesem wunderbaren Buch teilnehmen durfte.

Kurzbeschreibung:
An einem windigen Oktobertag besteigen drei junge Frauen ein Flugzeug nach Neuseeland. Es ist ein besonderer Flug: An Bord sind viele hoffnungsvolle Auswanderinnen wie sie, auf dem Weg zu ihren Verlobten und ihre Maschine nimmt an einem spektakulären Luftrennen ans andere Ende der Welt teil. Im Zwischenreich über den Wolken, wo Tag und Nacht verschwimmen, begegnen Ada, Marjorie und Esther einander und dem jungen Frank, dessen Zukunft noch ungewisser ist als ihre eigene. Niemand von ihnen ahnt, dass der "Brautflug" sie für das ganze Leben miteinander verbinden wird.

Klappentext:
Drei Frauen, zwei Kontinente, ein Geheimnis
Auf einem Weingut in Neuseeland treffen sich drei Frauen wieder – zu einer Beerdigung. Vor Jahren sind sie mit dem „Brautflug“ auf die Inseln am anderen Ende der Welt ausgewandert: Die lebensfrohe Marjorie, die sich nach einer Zukunft voll Liebe und Sonne sehnt. Die sinnliche Ada aus der gottesfürchtigen Familie, über die sie Schande gebracht hat. Und die rätselhafte, elegante Jüdin Esther, die niemals mehr zurückblicken will. Jede mit ihrem eigenen Schicksal im Gepäck und ihrer ganz eigenen Hoffnung auf Glück. Und mit dem geheimnisvollen Frank in ihrer Mitte auf dem Flug, der sie für immer aneinander binden wird.

Meine Meinung: * * * * *
Bereits der erste Eindruck beim Erhalt des Buches war sehr positiv. Die Ausstattung wirkt hochwertig und schön, was besonders durch das matte Papier des Schutzumschlags und die geschmackvolle Farbwahl bei der Covergestaltung unterstrichen wird.

Und nun zum Inhalt:
Ungefähr zur gleichen Zeit bekommen drei Frauen eine Nachricht über den Tod von Frank . Sie beschließen, jede für sich, dem Mann die letzte Ehre zu erweisen, mit dem zusammen vor vielen Jahren ihre Geschichte begann.
Damals bestiegen vier junge Menschen, gemeinsam mit zahlreichen anderen, ein Flugzeug, um nach Neuseeland auszuwandern. Sie hatten dabei die Gelegenheit, als Fluggäste der „Liftmaster“ an einem legendären Flugrennen teilzunehmen. Noch ahnten sie zu diesem Zeitpunkt nicht, wie sehr sich ihre Lebenslinien immer wieder kreuzen und annähern würden.

Anfangs war die teilweise stark bildhafte Sprache der Autorin etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr schnell hatte ich mich damit angefreundet, denn gerade durch die plastische Ausdrucksweise gewinnt der Roman an Leben und Substanz.
Die vier Protagonisten haben, jeder für sich, in der Vergangenheit viel Dramatisches erlebt, und die Verarbeitung ihrer Probleme und Erinnerungen wirkt sich folgenschwer auf ihr weiteres Schicksal aus. Über der ganzen Geschichte hängt ein Hauch von Schwermut. Im weiteren Verlauf ergeben sich immer wieder folgenschwere Berührungspunkte der vier Menschen, die so unterschiedlich sind und doch so viel gemeinsam haben.
Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, die verschiedenen Charaktere in Szene zu setzen und die wesentlichen Punkte hervorzuheben. Die Emotionen werden fast spürbar. Geradezu genial hat sie die Lebenslinien miteinander zu einem immer dichter werdenden Geflecht verwoben.
Nun stehen die drei Frauen am frischen Grab ihres alten Freundes und werden nachdenklich. Sie spüren den Verlust und fragen sich, ob sie in der Vergangenheit alles richtig gemacht haben, denn zu vieles wurde nicht gelebt, durfte eigentlich nicht sein oder blieb unausgesprochen. Das Ende ist weitgehend offen, aber es zeichnen sich bereits neue Wendungen des Schicksals und Pläne ab, und jeder nimmt seine eigene Erkenntnis mit nach Hause.Marieke van der Pol hat mit ihrem Romandebüt eine starke Geschichte geschaffen, die noch lange nachwirkt, wenn man das Buch bereits zugeklappt hat.

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