Donnerstag, 31. Januar 2013

Januar-Rückblick

Im Januar habe ich insgesamt 7 Bücher gelesen, davon 4 historische Romane, zwei zeitgenössische Romane und ein Buch, das man dem Genre "Erfahrungen, Schicksale" zuordnen kann. Das waren insgesamt 2427 Seiten.


Auch zwei "fruchtige" Neuzugänge habe ich noch zu verzeichnen:

Und Tee gab es im Januar bei mir in Hülle und Fülle.
Die schöne Blechdose (oben im Bild) vom English Tea Shop, gefüllt mit 9 verschiedenen Sorten Bio-Tee, habe ich zum Geburtstag bekommen. Ich habe inzwischen alle Sorten ausprobiert, und sie sind durchwegs lecker. Alle Tees sind aus fairem Handel und biologischem Anbau, und folgende Sorten waren in der Dose:

English Breakfast
Earl Grey
Green Tea
Peppermint
Rooibos Chocolate Vanilla
Black Tea Chai
Lemongrass Ginger and Citrus Fruits
Tea Tropical Fruits
Super Berries

Die hübsche Tasse und der Tee, unten links im Bild, waren ebenfalls ein liebes Geburtstagsgeschenk. Den Tee von Stick Lembke habe ich vorher noch gar nicht gekannt. Beim ersten Probieren war ich überrascht von der Ausgewogenheit. Der grüne Tee ist ohne künstliche Aromen oder Zusätze, der feine Geschmack kommt von der beigefügten Zitronenmyrthe und dem Ingwer. 

Außerdem habe ich meine Liebe zu Matcha entdeckt. Mit meiner letzten Bestellung bei Pure Tea hatte ich Proben mit geordert, und der Matcha Uji Hikari hat mich ganz besonders überzeugt. Der japanische Tee ist ebenfalls aus biologischem Anbau und hat ein phantastisches Aroma. Er ist schon fest für eine Nachbestellung vorgemerkt.

Die schwarze Teekanne aus Gusseisen, auf dem Foto rechts unten, neben der Teeschale mit Matcha zu sehen, habe ich mir übrigens von dem Geld der Spar-Challenge gegönnt. Ich habe beschlossen, das Gesparte nicht komplett in Büchern anzulegen, denn davon habe ich ja eigentlich mehr als genug ;-)
Aber ein guter Tee gehört für mich immer zu  einer gemütlichen Lesestunde dazu, darum passt es ja dann auch, wenn ich das Challenge-Geld in Tee und Zubehör investiere ;-)


Unbedingt erwähnen möchte ich noch die Cuppabox. Ich habe vor einigen Tagen in einem Forum davon erfahren und war natürlich gleich neugierig.
Man erhält die Box monatlich, zum Preis von 9,99 €, immer mit 3 Sorten Tee zu je 30 Gramm, dazu meist noch eine Zugabe, die in irgendeiner Form mit Tee zu tun hat bzw. für die Zubereitung genutzt werden kann. Man kann vorab seine Vorlieben angeben, ob man lieber schwarzen Tee, grünen Tee, Früchtetee, Kräutertee oder Rooibos haben möchte, und die monatliche Box orientiert sich dann an den Wünschen der jeweiligen Abonnenten. Praktisch ist auch, dass man nicht nur jederzeit kündigen kann, sondern auch mal eine Pause einlegen. Das kann man jederzeit im eigenen Profil ändern, wenn man einmal angemeldet ist.
Heute war es nun soweit, und meine erste Cuppabox kam bei mir an, hübsch verpackt und mit duftendem Inhalt.
 Ich hatte mich vorab für Rooibos, grünen und schwarzen Tee entschieden, und so sah dann der Inhalt meiner persönlichen Cuppabox aus. Die Teezange war die Gratisbeigabe.
Meine Teesorten sind
ein indischer Schwarztee Nilgiri, aus dem Teegarten Havukal,
ein grüner Tee "Popoff de Luxe"
und ein aromatisierter Rooibos "Creme Brulee".

Die Box kam erst heute an, aber ich konnte natürlich nicht widerstehen, die drei Sorten gleich zu probieren, und sie sind alle sehr fein.

Nun wünsche ich uns allen einen schönen Februar, mit vielen tollen Büchern und immer genügend Zeit für ein gemütliches Lesestündchen, natürlich mit einem leckeren Tee (oder einem anderen Lieblingsgetränk)

An den Ufern des goldenen Flusses - Isabel Beto



Man schreibt das Jahr 1815.
Janna Sievers und ihr Verlobter Reinmar verlassen ihre Heimatstadt Hamburg, die noch unter den Nachwehen der französischen Besatzungszeit leidet. Sie sind auf der „Seuten Deern“ unterwegs nach Venezuela, wo Reinmar sich als Pferdezüchter niederlassen möchte. Kurz vor dem Ziel bricht ein schwerer Sturm aus, und die Seuten Deern gerät in Seenot. Bei dem Versuch, in einem Rettungsboot das Land zu erreichen, geht Janna über Bord und wird mutterseelenallein an der Küste angeschwemmt. Das schweigsame Halbblut Arturo rettet die junge Frau vor Plünderern. Mit seiner Hilfe möchte Janna nach Angostura kommen, in der Hoffnung, dass auch Reinmar den Schiffbruch überlebt hat und sie ihn dort wiederfindet. Während der Flussfahrt geschieht jedoch einiges, was ihre Pläne völlig über den Haufen wirft, und sie muss sich gezwungenermaßen auf eine längere Reise mit Arturo, den Orinoco entlang, einrichten.

Nach ihrem Schiffbruch findet Janna sich plötzlich in einer fremden Welt wieder, die sie bisher nur aus ihren Büchern kannte. Erst kürzlich saß sie noch auf der Seuten Deern beim weihnachtlichen Kapitäns-Dinner, und nun ist sie diesem Halb-Indio ausgeliefert, der ihr erst nach längerem Drängen verrät, dass sein Name Arturo ist. Der schweigsame Mann ist ihr nicht geheuer, und obwohl er sie gerettet hat, behandelt er sie nun ganz und gar nicht wie eine Dame. Doch je länger sie mit ihm auf dem Orinoco unterwegs ist, umso mehr beginnt sie, ihre Umgebung mit anderen Augen zu betrachten. Die starken Kontraste, die sie erfährt, verändern Janna. „Das Leben ist ein bunter Teller“, so meint sie, und ihrer sei besonders bunt geraten.

Die Autorin hat eine sehr schöne, ganz besondere Art, Menschen, Landschaften und Stimmungen zu beschreiben. Ihre Schilderungen sind von starker Leuchtkraft, so dass man den Eindruck hat, alles, worüber sie berichtet, deutlich vor sich zu sehen und sogar Geräusche und Gerüche wahrzunehmen. Auch ein wenig unterschwelliger Humor ist mit dabei.
Letzterer kommt hauptsächlich zum Vorschein, wenn Janna an ihre Großmutter in Hamburg denkt und ihr so manche trockene Bemerkung der alten Dame in den Sinn kommt.
Wechselnde Blickwinkel zum richtigen Zeitpunkt bringen immer wieder überraschende Momente zutage. Zwischendurch hat der Leser Gelegenheit, seine Informationen zur Handlung nicht nur aus Dialogen zu beziehen, sondern auch so manchen Blick in die Gedankenwelt der Protagonisten zu werfen. Besonders Janna konnte ich dadurch sehr gut verstehen und ihre Entscheidungen nachvollziehen. Alle wichtigen Personen sind sehr detailliert und lebendig charakterisiert, so dass man sie sich gut vorstellen kann.
Neuerdings wird für Bücher dieser Art das Genre „Love & Landscape“ verwendet, aber zugleich ist dies auch ein packender historischer Roman, in dem einige berühmte damalige Zeitgenossen nicht nur einen festen Platz, sondern auch zum Teil eine aktive Rolle gefunden haben. Man erfährt viel über Venezuelas Befreiungskampf unter Simon Bolivar . Während ihrer Reise auf dem Orinoco ins Landesinnere stößt Janna immer wieder auf Spuren ihres berühmten Landsmannes Alexander von Humboldt.
Die Autorin hat einen sehr gelungenen Roman geschaffen, bei dem die Kombination zwischen historischem Wissen, landschaftlicher Schönheit und einer zu Herzen gehenden Liebesgeschichte gut ausgewogen ist.



Montag, 28. Januar 2013

SuB-Bereicherung

 Der Januar hat schon gut angefangen. Es sind wieder einige Bücher bei mir eingezogen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Im Rahmen einer Leserunde bei Büchereule.de hat mich dieses Buch erreicht, und ich lese es gerade:
Isabel Beto: An den Ufern des goldenen Flusses
Historisches:
Kate Berlinger: Die Meeresflüsterin
Dagmar Trodler: Die Stunde der Seherin
Martha Sophie Marcus: Die Bogenschützin
Liv Winterberg: Sehet die Sünder
 Aus dem Indianerland:
Thomas Jeier: Wohin der Adler fliegt
Antje Babendererde: Julischatten
 Zeitgenössisches: 
Carole Matthews: Hauptsache glücklich
Lola Jaye: Was fehlt bist Du
 Kritisches:
Karen Duve: Anständig essen
 und etwas für die Ohren:
Maggie Stiefvater: Ruht das Licht

Einige der neuen Bücher werden euch sicher im Februar schon wieder hier "begegnen", dann mit Rezension. 
Im Februar beginnt ja die Fastenzeit, und ich habe vor, während dieser 40 Tage möglichst keine Bücher zu kaufen und zu ertauschen. Das wäre doch ein kleiner Schritt in Richtung SuB-Abbau. Haltet mir die Daumen, dass ich es wirklich schaffe!

Sonntag, 27. Januar 2013

Ticket ins Glück - Elke Becker



Alexandras Beziehung mit Tom steckt in einer Sackgasse. Ihr Verlobter hat sich in letzter Zeit verändert, und an den „neuen Tom“ kann sie sich so gar nicht gewöhnen.  Als sie auch noch ihren Job verliert, bringt dies das Fass zum Überlaufen. Sie entschließt sich zu einem längeren Auslandsaufenthalt, um sich darüber klar zu werden, was sie sich wirklich vom Leben erwartet. Als ihre Schwester Sabina von ihrem Vorhaben erfährt, entscheidet sie sich spontan, Alex in die Dominikanische Republik zu begleiten, denn auch in ihrem Liebesleben läuft nicht alles nach Plan. Freunde und Familie reagieren entsetzt, als sie vom Plan der Schwestern erfahren. Trotzdem, wenn auch mit gemischten Gefühlen, treten Alex und Sabina die Reise an. Nach ihrer Ankunft in Puerto Plata muss Alex feststellen, dass sie den erhofften Job im Hotel doch nicht bekommt.  Zudem entdeckt sie wenig später, dass sie schwanger ist. Es folgt eine anstrengende, ereignisreiche Zeit für die Schwestern, in der sie sich darüber klar werden müssen, wie es weitergehen soll. Als Alex das Gefühl hat, an den Tücken des Alltags zu scheitern und schon fast so weit ist, die Heimreise anzutreten, erhält sie ein verlockendes Angebot…

Zwei mutige, unternehmungslustige junge Frauen lassen ihre Vergangenheit hinter sich und begeben sich auf die Reise in eine ganz andere Welt. Die Atmosphäre in der Karibik unterscheidet sich völlig von ihrem Zuhause in Deutschland und erscheint auf den ersten Blick zauberhaft, aber man erfährt auch sehr schnell, dass es eine große Kluft zwischen dem luxuriösen Leben in den Touristenzentren und der meist ärmlichen Existenz der Einheimischen gibt. Zusammen mit Alex und Sabina wagt der Leser so manchen Blick hinter die schönen Kulissen. So bleibt einem auch das Negative dieses karibischen Paradieses nicht verborgen. Anschaulich und sehr lebhaft schildert die Autorin, wie sich schon kleine Erledigungen zu einem Abenteuer auswachsen. Hier gehen die Uhren anders als in Deutschland. Was dort innerhalb kürzester Zeit besorgt werden könnte, dafür muss man in der Dominikanischen Republik viele Stunden einplanen, wenn nicht sogar Tage. Die Schilderung von Alex’ und Sabinas Eingewöhnung und Alltag ist sehr realitätsnah. Im Umfeld der Schwestern geht es meist ziemlich turbulent zu. Die Beiden lernen mit der Zeit einige Einheimische kennen, darunter auch den Taxifahrer Rafael, der seinem Namen alle Ehre macht und sich in mehrfacher Hinsicht als rettender Engel erweist. Für mich war er der liebste männliche Charakter im Roman. Ob der Flug für Alex und ihre Schwester wirklich das Ticket ins Glück  bedeutet, erfährt man im Lauf dieser kurzweiligen und ereignisreichen Geschichte.
Gerade zurzeit, wo es draußen ungemütlich und frostig ist, kann man sich mit diesem Roman ein wenig Karibik-Feeling in den grauen Alltag holen und einmal so richtig „abtauchen“.


Samstag, 26. Januar 2013

Mama, das hast du schon 5 mal erzählt! - Ann-Kathrin Eckardt (Hg.)


Geschichten über das Älterwerden der Eltern

Sieben Autor(inne)n im Alter zwischen 46 und 26 Jahren erzählen in diesem Buch über sich und ihre Eltern, über das Verhältnis zwischen den Generationen und über Besonderheiten in ihrer eigenen Familie.
Zwischen Eltern und Kindern gibt es eine feste Größe: Der zeitliche Altersabstand bleibt zwangsläufig ein Leben lang gleich, egal ob man junge oder alte Eltern hat. Diese sieben Geschichten zeigen, wie unterschiedlich und vielfältig sich das Eltern-Kind-Verhältnis darüber hinaus gestalten kann. Ganz verschieden sind auch die Intensität der familiären Bindung und das Verständnis, das sich die Generationen in den einzelnen Episoden entgegenbringen. Man erfährt von sehr jungen Eltern, die ihren Kindern eher kameradschaftlich zur Seite stehen und von älteren, konservativen Eltern, die ihre eigenen Jugendträume gerne bei ihrem Nachwuchs verwirklichen würden. Da gibt es die pflegebedürftigen Eltern, bei denen sich das Verhältnis in Sachen Sorge und Obhut langsam aber sicher immer weiter umkehrt, aber man erfährt auch von lebenslustigen Eltern, die zwar mit der modernen Technik auf Kriegsfuß stehen, jedoch im Alter noch einmal so richtig durchstarten.
So unterschiedlich wie die Autor(inne)n selbst, so verschieden sind auch ihre Lebenswege und das, was sie davon erzählen. Manche Schilderungen sind verständnisvoll und sehr individuell, andere sehen das Thema eher humorvoll und mit einem Augenzwinkern, ab und zu fehlt auch das Feingefühl der anderen Generation gegenüber.  Insgesamt liest sich das Buch schnell und kurzweilig, allerdings bin ich auch ab und zu über Klischees und Verallgemeinerungen gestolpert, denn häufig wird die Elterngeneration als völlig hilflos und unbegabt im Umgang mit modernen Medien dargestellt. Das mag vielleicht zum Teil zutreffen, aber längst nicht für alle Menschen, die bereits in der zweiten Lebenshälfte stehen.
Das Buch bietet nicht nur Unterhaltungswert, sondern regt auch zum Nachdenken an, denn ganz sicher wird sich jeder in irgendeiner der geschilderten Szenen wieder finden, sei es aus Sicht der Eltern, aber auf jeden Fall aus Sicht des Kindes, das wir ja alle einmal waren.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.