Samstag, 30. Januar 2016

Hinter dem weißen Horizont - Christopher Ross

1930 im Norden Kanadas:
Bei einem Flugzeugabsturz inmitten der Wildnis, irgendwo in den Ogilvie Mountains, kommt Clarissa Swensons Mann ums Leben. Sie selbst überlebt mit einem gebrochenen Bein. Nur mit knapper Not kann sich die verletzte Frau zu einer verlassenen Blockhütte schleppen. In den folgenden Wochen ist ihre einzige Gesellschaft ein geheimnisvoller Wolfshund. Nanuk, wie Clarissa ihn nennt, wird im Lauf der Zeit immer zutraulicher und sucht immer wieder ihre Nähe. Als ihr Bein verheilt ist, erkundet Clarissa nach und nach die Umgebung der Blockhütte. Auf einem ihrer Streifzüge findet sie einen angeschossenen Mountie. Sie pflegt Frank gesund und kehrt anschließend mit ihm nach Dawson City zurück. Hier möchte sie sich ein neues Leben aufbauen, denn in ihrer alten Heimat würde sie nur alles schmerzlich an ihren verstorbenen Mann Jack erinnern. In Dawson findet sie eine Aufgabe, indem sie sich um die Huskys eines katholischen Pfarrers kümmert. Hier erfährt sie auch vom härtesten Schlittenhunderennen der Welt, das im folgenden Februar stattfinden soll. Als einzige Frau nimmt sie die Herausforderung an und möchte an der Yukon Trophy teilnehmen.

Clarissas Geschichte ist Abenteuer pur. Die Protagonistin ist eine starke Frau, die inmitten der Wildnis überlebt und immer wieder über sich hinauswächst. Die Liebe zu den Huskys bestimmt ihre Zukunft, und Nanuk, der rätselhafte Wolfshund, der mehrmals ihren Weg kreuzt, hat eine Schlüsselrolle und bestimmt immer wieder ihr Schicksal. Eindrucksvolle Schilderungen bringen dem Leser die Schönheit der Wildnis Kanadas nahe. Man vermag fast die Kälte zu spüren und den Schnee knistern zu hören, und man kann Clarissas Leidenschaft für das Land am Yukon sehr gut nachvollziehen. Die junge Witwe trauert nach wie vor um ihren geliebten Mann Jack. Sie fühlt sich in der Stadt nicht wohl und konzentriert sich ganz auf die faszinierende Arbeit mit den Schlittenhunden. Mit ihnen unternimmt sie ausgedehnte Fahrten und genießt die Stille und Einsamkeit in der Natur. Auch eine zarte Liebesgeschichte gibt es im Roman, aber diese steht nicht im Mittelpunkt, sondern entwickelt sich sehr dezent und beiläufig. Für mich gehört dieses Buch ins Genre der Abenteuerromane, wenn auch mit romantischen Elementen, die mir gut gefallen, da sie sehr natürlich und zurückhaltend in die Handlung eingeflochten sind. Im Vordergrund steht Clarissas, für die damalige Zeit sicher ungewöhnliches, Schicksal und die Tatsache, dass sie sich in einer Männerdomäne bewegt und auch behauptet. Dieser Roman hat alles, was man sich von einem fesselnden Schmöker für einen gemütlichen Winterabend wünscht. 


Dieser Roman von Christopher Ross ist bereits 2000 im Schneekluth Verlag erschienen und passt daher prima zur #GoldenBacklist Challenge, an der ich heuer teilnehme.



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