Freitag, 25. Juli 2014

Vermächtnis der Engel - Carolyn Lucas


Die Söhne und Töchter der Engel leben in ewigem Clinch miteinander. Unversehens gerät die 25-jährige Sarah in den Brennpunkt des Geschehens, denn sie soll „die Eine“ sein, die das Orakel angekündigt hat und mit deren Hilfe beide Fronten hoffen, den Sieg im Krieg der Engel zu erringen. Ausgerechnet Rafael wird vom Orden der Engelssöhne ausgesandt, um Sarah zu verführen und für seine Seite zu gewinnen. Rafael ist ein Bücherwurm, der die Ordensregeln gewissenhaft befolgte und sich bisher kaum für das andere Geschlecht interessiert hat, aber gerade deshalb scheint er ideal für diese Aufgabe geeignet zu sein, denn er sollte nicht so leicht den Versuchungen erliegen, die von einer Frau ausgehen.
Er hat jedoch nicht mit den Gefühlen gerechnet, die sich in sein Herz schleichen, als er Sarah kennen lernt. Wer hätte ahnen können, dass er sich in die junge Frau verliebt? Damit sind jedoch die Probleme vorprogrammiert, und Rafael ist ratlos. Wie soll er sich entscheiden, für Sarah oder für den Orden? Außerdem ist die Liebe zwischen Menschen und Engeln bei Strafe verboten. Letztendlich liegt so ein folgenschwerer Entschluss jedoch nicht bei ihm allein, und es gibt in erster Linie einige große Probleme aus der Welt zu schaffen.

Sarah ist ein Gewohnheitsmensch. Darum kommt es ihr gar nicht gelegen, als ihr Mitbewohner Dominik die Dreier-Wohngemeinschaft verlassen möchte, denn nun müssen sie und ihre Freundin Fabienne einen Nachmieter suchen. Der Bewerber, mit dem sie einig werden, hat etwas gefährlich Beunruhigendes an sich. Der attraktive Rafael stürzt  Sarah in ein Gefühlschaos, so dass sie kaum weiß, wie ihr geschieht.

Mit „Vermächtnis der Engel“ bringt die Autorin frischen Wind in die Heldenreihe der Fantasyromane, denn nach Scharen von Vampiren, anderen Untoten und Gestaltwandlern tut es gut, hier einmal über die noch eher selten vertretene Gattung der Engel zu lesen.
Sowohl bei den von ihr beschriebenen Menschen als auch bei den Engeln gibt es interessante Charaktere. Sarah, die Heldin der Geschichte, ist sympathisch, tierlieb und eher der bodenständige Typ. Neidlos gesteht sie sich ein, dass ihre Freundin Fabienne die Attraktivere von ihnen beiden ist. Sie ist durchaus selbstkritisch, weiß aber auch genau, was sie will und lässt sich nicht so schnell den Schneid abkaufen. Dass sie Rafael ihr Herz öffnet, ist wohl nicht zuletzt der gemeinsamen Tierliebe zu verdanken. Im Zusammentreffen mit dem geheimnisvollen Geliebten und einigen anderen himmlischen Geschöpfen ergeben sich immer wieder reizvolle und zum Teil auch sehr vergnügliche Situationen und Dialoge.

Entstanden ist hier eine spannende, kurzweilige, romantische und auch ein wenig mysteriöse Kombination aus Urban Fantasy und lustigem Frauenroman, auf der Grundlage der Legenden aus dem Buch Henoch, welches in den verborgenen Büchern der Bibel, in den Apokryphen, zu finden ist. Gerade dieser mythische Bezug gibt dem Roman zusätzlich Würze und regt (zumindest mich) dazu an, sich näher mit dem ursprünglichen Thema zu befassen.
Der Schluss schreit förmlich nach einer Fortsetzung, denn da hat die Autorin einen ganz „gemeinen“ Cliffhanger angebracht, der einen  ratlos und ungeduldig zurücklässt.

Da bleibt mir nur, die Zeit bis zum hoffentlichen Erscheinen einer Fortsetzung zu überbrücken, indem ich mich ausgiebiger in das Buch Henoch einlese, denn dort kann man einiges über die Engel erfahren.



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