Montag, 28. Juli 2014

Feuerprobe - Cordula Broicher


Carolina Dieckmann ist allein erziehende Mutter zweier reizender Kinder, hat ein Häuschen gekauft und ist in ihrem Beruf als KFZ-Mechatronikerin erfolgreich. Sie arbeitet hart, um sich und den Kindern einen guten Lebensstandard und so manche kleinere Wünsche erfüllen zu können. Auch wenn es noch viel zu tun gibt, bis sie das alte Haus nach ihren Vorstellungen renoviert hat, fühlt sie sich glücklich und ist mit sich und der Welt zufrieden.
Als sie den Cousin ihrer Nachbarin und Freundin kennenlernt, bringt dieser ihre Gefühlswelt ziemlich durcheinander. Nach ihrer Scheidung will sie sich eigentlich auf keinen neuen Mann einlassen. Aber dann passiert etwas, das ihre Pläne vollständig über den Haufen wirft…


Bereits im Mai dieses Jahres habe ich erste Bekanntschaft mit einem Roman der Autorin gemacht und war begeistert von Aufmachung, Handlung und Schreibstil, wie man an meiner Rezension dazu sehen kann. Hier habe ich auch einiges zum Konzept von „Quindie geschrieben: Cordula Broicher: Die Zeit danach

Auch Cordula Broichers zweiter Roman „Feuerprobe“ kann qualitativ absolut mit dem Vorgänger mithalten. Der gefällige Schreibstil sorgt dafür, dass schon nach wenigen Seiten der „Funke überspringt“, was in diesem Fall durchaus wörtlich zu nehmen wäre. Beim Lesen sind mir immer wieder Redensarten eingefallen, die hier absolut passen, und für mich gab es mehr als eine Verbindung zwischen Buchtitel und Handlung. Sieht man beispielsweise die Protagonisten an, so haben beide bereits in der Vergangenheit Schicksalsschläge hinnehmen müssen, die für manche ihrer spontanen Reaktionen verantwortlich sind. Carolina Dieckmann zögert nach einer gescheiterten Ehe,  sich wieder auf jemanden zu verlassen. Man sagt ja so schön: „Gebranntes Kind scheut das Feuer“. Die clevere Automechatronikerin möchte unabhängig sein und selbständig für ihre Kinder sorgen. Da kommt sie bei Nicholas Burton genau an den Richtigen. Nach einem folgenschweren Unglück muss sie seine Hilfe annehmen, und zu allem Überfluss hat sie sich auch noch in den attraktiven und feinfühligen Mann verliebt. Nicholas ist zwar gutmütig und liest Carolina jeden Wunsch von den Augen ab, aber er bietet ihr durchaus auch Paroli, wenn es darum geht, seine eigenen Vorstellungen durchzusetzen. So lieb und nett die beiden Helden einerseits sein können, so sind es doch zwei richtige Sturköpfe, und es gibt Momente, wo gewaltig die Fetzen fliegen. Umso schöner ist es, wenn beide im richtigen Augenblick zur Besinnung kommen und sich dem Partner anvertrauen.
Neben dieser interessanten Beziehung gibt es noch jede Menge Nervenkitzel im Roman. Einige rätselhafte, zum Teil beängstigende Ereignisse bringen die Protagonisten stark ins Grübeln, und man rätselt und fiebert beim Lesen kräftig mit, wo die Ursache für die ganzen unglücklichen Vorfälle liegen könnte.
Die Autorin schreibt auch hier wieder sehr realitätsnah und menschlich, so richtig wie aus dem wahren Leben heraus. Dass sie auch diesmal wieder einige Szenen des Romans in der Kulisse der aktuell stattfindenden Landesgartenschau angesiedelt hat, macht das Ganze noch realistischer. Gut gefällt mir auch, dass man einige Charaktere aus dem vorherigen Roman wieder „trifft“ und aus einem neuen Blickwinkel betrachten kann.
„Feuerprobe“ ist rundum eine gelungene und sehr unterhaltsame Mischung, mit spannender Handlung, tollen Charakteren und viel Atmosphäre. 


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