Montag, 31. Oktober 2011

Das Hexenkind - Rosemary Sutcliff

Gleich, als ich davon erfahren habe, entschloss ich mich, bei Books a Week's Challenge mitzumachen. Das Konzept kommt mir sehr entgegen, denn ich habe nicht nur einen riesigen SuB, sondern auch viele Schätze in meinem Bücherregal stehen, die ich vor Jahren schon einmal gelesen habe und die einfach zu schade dafür sind, nun ein Schattendasein zu fristen. Der Sinn der Sache ist, Büchern eine zweite Chance zu geben und sie erneut zu lesen. Ich finde es spannend, wie sich zum Teil der Lesegeschmack im Lauf der Jahre ändert und habe meine Regale nach 12 Büchern durchstöbert, die ich gerne im Zeitraum vom 1. Oktober 2011 bis 1.Oktober 2012 noch einmal lesen möchte. Ich werde versuchen, pro Monat ein Buch einzuplanen.

2. Chance Challenge bei Books a Week

Und hier nun mein erstes Buch für die 2. Chance Challenge:
Das Hexenkind von Rosemary Sutcliff
Ich habe dieses Buch vor ungefähr 10 Jahren zum ersten Mal gelesen, und es hat mich damals sehr berührt. Nun habe ich es erneut hervorgeholt und damit in diesem Monat gleich zwei Bücher von Rosemary Sutcliff gelesen.
"Das Hexenkind" ist bereits 1979 erstmalig auf Deutsch im Verlag Freies Geistesleben erschienen und wurde seitdem mehrmals neu aufgelegt. Die Buchdeckel sind farbig bedruckt, und das Buch hat einen echten Leinenrücken, was man heutzutage eher selten findet und was dem Buch ein hochwertiges Aussehen verleiht.
Es ist mit zahlreichen Illustrationen von Robert Micklewright versehen.


Die Geschichte handelt von dem buckligen Waisenjungen Lovel und spielt im 12. Jahrhundert. Nach dem Tod seiner kräuterkundigen Großmutter wird er aus seinem Heimatdorf in West-Sussex verjagt. Die Leute beschimpfen ihn als "Hexenbalg" und bewerfen ihn mit Steinen. Sie misstrauen ihm wegen seiner Verwachsungen und unterstellen ihm, er würde das Vieh verhexen. Nach einer langen, beschwerlichen Flucht findet Lovel Aufnahme in einem Kloster. Aber auch dort wird er zuerst verkannt und darf nur Handlangerarbeiten verrichten, die sonst keiner erledigen möchte.
Als eines Tages Rahere, der Hofnarr des Königs, in Kloster zu Gast ist, gewinnt Lovel dessen Freundschaft und Verständnis. Nach und nach wird er auch in der Klostergemeinschaft akzeptiert. Er kann lesen lernen, und die Mönche erkennen, dass mehr in dem Jungen steckt, denn mit seinen empfindsamen Händen und seinem Wissen über Kräuter kann er den Kranken helfen, die im Kloster um Hilfe bitten. Eines Tages kommt Rahere zurück und eröffnet Lovel seinen Lebenstraum.

Mit dieser gefühlvollen Geschichte hat Rosemary Sutcliff einen wunderbaren Jugendroman geschrieben und zugleich Rahere ein Denkmal gesetzt. Der Hofnarr des Königs hat wirklich existiert, und sein Lebensweg wird im Roman treffend geschildert. Aber die Hauptperson der Geschichte ist Lovel, der, nach langem Kampf gegen Vorurteile, Misstrauen und Gleichgültigkeit, zuletzt doch seinen Weg geht und in der Heilkunst Erfüllung und Frieden findet. Auch diesmal hat mich Lovels Geschichte wieder berührt und nachdenklich gemacht.



Das Buch wird für Kinder ab 11 Jahren empfohlen und ist auch heute noch in der gezeigten Form erhältlich.


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