Freitag, 11. Juni 2010

Das Mädchen mit dem goldenen Pinsel - Marie Bertherat


Inhaltsangabe, Klappentext:
Maria Brugadas große Leidenschaft sind Tiere. Sogar auf alten Mauern und Papierresten hält sie ihre Gesten und Bewegungen fest. Als sie als Magd in den Haushalt des Malers José Pacheco in Madrid kommt, erkennt dieser rasch die außerordentliche Begabung des Waisenmädchens und weiht es heimlich in die Geheimnisse der Malerei ein.Bald kommt es zu Spannungen, Intrigen und Eifersucht unter den anderen Lehrlingen. Wie ist es möglich, dass eine Frau so gut malen kann? Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Ist sie womöglich eine Hexe?Doch Maria trotzt allen Widerständen und setzt sich über die gesellschaftlichen Schranken ihrer Zeit hinweg, erfüllt von dem einen, glühenden Wunsch: Malerin zu werden.


Über die Autorin:
Marie Bertherat lebt unter den Dächern von Paris. Sie kann aus ihrem Arbeitszimmer in den Himmel blicken. Es ist angefüllt mit Zeichnungen, Fotos und Notizzetteln, die sie braucht, wenn ihr Gedächtnis von der Geschichte ihres nächsten Romans besetzt ist.
Marie Bertherat hat bereits eine ganze Reihe von Kinderbüchern veröffentlicht, darunter eine mehrbändige Reihe mit Detektivgeschichten.

Meine Meinung: * * * * *
Maria Brugada lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr als Magd bei Ignacia Botin. Das junge Mädchen ist Waise, und die Einwohner von San Fernando stehen ihr argwöhnisch gegenüber. Es wird sogar getuschelt, sie hätte den bösen Blick. Auch ihre Herrin, die Wirtin der Casa Botin, ist nicht freundlich zu Maria. So sucht das Mädchen Gesellschaft bei den Tieren. Persönliche Verluste arbeitet die junge Frau auf, indem sie die kleinen Geschöpfe malt und dadurch in ihrer eigenen Vorstellung wieder zum Leben erweckt.
Auf der Flucht vor ihrer bösartigen Herrin führt das Schicksal Maria nach Madrid, in das Haus des Malers José Pacheco. Hier öffnet sich Maria eine ganz neue Welt, denn sie entdeckt die Faszination der Malerei und den Zauber der von den Gemälden ausgeht. Ihr innigster Wunsch ist, selbst malen zu lernen, aber dies ist nur Männern gestattet. Als jedoch Don José ihre Begabung entdeckt, bildet er das Mädchen aus, auch wenn er damit gegen die Bestimmungen der Gilde verstößt. Leider provoziert er durch seine Entscheidung den Unwillen seiner Lehrlinge. Nur in Angel findet Maria einen guten und verständnisvollen Freund.
Wie sich Maria über die Prinzipien der damaligen Zeit hinwegsetzt, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen, ist in einer schlichten, klaren und zugleich schönen Sprache geschildert. Ganz nebenbei erfährt der Leser viel Wissenswertes und Lehrreiches über die Herstellung der Farben im 17. Jahrhundert. Die Malerei ist so wichtig für das junge Mädchen, dass es dafür sogar seine Abneigung gegen den Stierkampf überwindet. Mit wachsendem Selbstvertrauen und unerschütterlichem Willen gelingt es der kleinen Magd, ihrem Lebensziel immer näher zu kommen.

Dieser Jugendroman vermittelt wertvolle Einblicke in das Leben der damaligen Zeit, als viele Berufe eine reine Männerdomäne waren. Er erzählt aber nicht nur von Strebsamkeit, Fleiß und von Wunschträumen, sondern auch von der anderen Seite, wenn Neid und Missgunst einen jungen Menschen vergiften. Die Geschichte, wie ein schüchternes Mädchen über sich hinauswächst und Großes bewirkt, hat mich sehr berührt und beeindruckt.
Dieser zauberhafte Roman spricht nicht nur Kinder und Jugendliche an, sondern wird sicher auch bei der erwachsenen Leserschaft Freunde finden.

Beim Verlag Urachhaus bedanke ich mich herzlich für das Leseexemplar.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen